Beiträge von Carl Friedrich

    Hallo Heike!

    Mit den Jahren wirst Du solchen Begebenheiten keine Bedeutung mehr zumessen und sie allenfalls beiläufig wahrnehmen, ohne Dir groß Gedanken zu machen. So ist es zumindest bei mir. Die Distanz zum Stoff wurde mit den Jahren immer größer und er berührt mich nicht mehr.

    Weiterhin gutes Gelingen

    wünscht

    Carl Friedrich

    Hallo MaBee!

    Normalerweise schreibe ich nicht im Co-Bereich, aber ich muss da mal 'ne Ausnahme machen: Sehr beeindruckende und konsequente Ausführungen.

    Mir scheint, vielleicht liege ich da auch daneben, dass die Türe zwischen Euch noch nicht so ganz verschlossen ist und es evt. für ihn noch eine Möglichkeit geben könnte, sie wieder zu öffnen, sollte er sein Problem zügig, ernst- und gewissenhaft angehen.

    Bleib weiterhin konsequent, lass Dich bloß nicht einlullen, nimm keine Rücksicht auf ihn und gehe mit Deinen Kindern Deinen Weg. Ob der Herr sich noch mal dazu gesellt, dann aber trocken und ggf. therapiert, wird sich zeigen.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Erst mal willkommen und Glückwunsch zu den über 700 Tagen.

    und mir vor Augen hält der Weg trocken zu bleiben wird nie enden

    Ja und? So lange im Hirn noch irgendwo der Gedanke herumspukt, irgendwann gehe doch noch mal was mit dem Alkohol, wird es schwer bis unmöglich, clean zu bleiben.

    Mit der Zeit entwickelte sich bei mir die Abstinenz zum absoluten Normalzustand. Sie hat sich bei mir gründlich eingeschliffen. Mir macht es gar nichts aus, nichts zu trinken. Der Alkohol ist für mich verdammt weit entfernt und beeinflusst mein Denken und Fühlen nicht (mehr). Ich behaupte einmal, ich habe für mich das Stadium der selbstverständlichen, zufriedenen Abstinenz erreicht. Ich bin nicht belastet, sondern zufrieden und mit mir im Reinen.

    Daher sollte Dich der Gedanke weder erschrecken, noch belasten, sondern Ansporn sein, es vielen anderen Abstinenten gleich zu tun. Bei mehr als 700 Tagen bist Du auf einem guten Weg. Da hst Du verdammt viel richtig gemacht.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Das gehört zum Standart einer Therapie. Bei manchen kann in der eigenen vita festgestellt werden, ob es Ereignisse gab, die der Auslöser für das Abgleiten in die Sucht waren.

    Bei mir hat der Therapeut nichts gefunden. Ich habe nur regelmäßig und in immer höheren Dosen gesoffen. Da spielte es keine Rolle, ob ich gut oder schlecht drauf war. Beides war Anreiz genug, weiter zu trinken.

    Viel interessanter als die gesamte Biographie durch zu hecheln, finde ich die Frage nach dem berühmten persönlichen Tiefpunkt, der einen zum Gegensteuern bringt. Jedoch hängen die Tiefpunkte bei allen irgendwie unterschiedlich hoch bzw. tief. Manche müssen erst Job, Haus, Führerschein und Familie verlieren, um zur Umkehr zu gelangen, anderen genügen schon weniger gravierende Erlebnisse, endlich was zu tun.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Oder mich unpassend fragen warum ich nicht trinke

    Ich bin in den gut 7 Jahren Abstinenz ca. 5-6mal vorsichtig gefragt worden, das war es auch schon.

    Ich bin immer wieder überrascht, wieso Aussteiger aus der Sucht meinen, sie könnten oder würden unentwegt von wem auch immer, auf ihren Nichtkonsum angesprochen. So wichtig ist das Thema Alkohol für Dritte auch wiederum nicht, wie es für uns mal war, als wir unser Leben rund um die Flasche organisiert haben.

    M.E. wird das Thema des Fragens Dritter von manchen einfach deutlich überhöht und überschätzt.

    Ich kann nur raten, das Thema nicht größer zu machen als es ist.

    Wichtig war mir aber erst mal, dass sie mir nichts anbieten und mir erzählen, dass es jetzt das neue Sowiesobier in unserer Hausbrauerei gibt und es ganz toll schmeckt usw.

    So was habe ich noch nie gebraucht. Warum auch? Ich bin für mich verantwortlich, andere für sich. Wird mir was angeboten, lehne ich höflich, aber bestimmt ab. Ich muss mich nicht rechtfertigen oder Begründungen liefern.

    Für mich ist der Alkohol einfach uninteressant und unbedeutend geworden, er ist für mich gefühlte Lichtjahre entfernt. Den Respekt vor der Krankheit, den habe ich mir jedoch bewahrt.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Vorhin kam mir der Gedanke, das Geld aus meinem Hausverkauf sinnvoll zu nutzen. Ich überlege, ein Haus zu kaufen und es für Kriegsflüchtlinge herzurichten. Die Gemeinde kann dann entscheiden, ob sie vielleicht eine kleine Familie unterbringt.

    Dazu fallen mir spontan, ohne Dir zu nahe treten zu wollen, ein paar kritische Punkte ein:

    • Du weist nicht, wer da einzieht. Du kennst Die Leute nicht und kannst Dich auch nicht in der Ukraine über sie erkundigen wie es bei Einheimischen möglich ist (Schufa; Vorvermieter; Vorstrafen).
    • Wer kommt für Abnutzung und Schäden auf?
    • Wer ist Dein Vertragsparnter? Die Kommune oder die Flüchtlinge, während die Kommune lediglich bürgt? Stolperfalle bei der Bürgschaft: Einrede der Vorausklage §771 BGB.
    • Falls Du Geld übrig haben solltest, gibt's m.E. bessere Anlagemöglichkeiten, als ein fremd vermietetes Objekt, das letztlich 'ne Art Katze im Sack ist. Du bist nicht mehr der Jüngste. Denk mal an Deine Rentenzeit. ;) Nicht, dass es ein böses Erwachen gibt und Du nach Auszug der Flüchtlinge vor einem Sanierungsfall stehst. Du wärst dann nicht der Erste. Von den aufgeriebenen Nerven mal abgesehen.

    Versteh mich bitte nicht falsch, ich möchte Dich von nichts abhalten, aber hinterfrage diese Aspekte besser mal, bevor Du Dich entscheidest. Jede Medaille hat nun mal ihre 2 Seiten. :)

    Für Deinen Neustart wünsche ich alles Gute.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Diejenigen es etwas angeht, habe ich informiert. Aber nur die. Du allein entscheidest, wer das sein soll und kann.

    Das ist exakt auch mein Kurs. Den Kreis habe ich bewusst sehr eng gezogen.

    Ich bin schon gefühlte Ewigkeiten, sicherlich mehrere Jahre nicht mehr gefragt worden, ob oder warum ich nicht trinke. Sollte diese Frage doch noch mal kommen, gibt's die ehrliche Antwort: "Ich trinke ihn nicht, weil er mir nicht bekommt und es mir ohne ihn bedeutend besser geht."

    Sollte dennoch der Fragende nachbohren, was bislang noch nicht vorgekommen ist, habe ich weitere Antworten in peto:

    (1) Warum ist es von Interesse, jetzt und hier Alkohol zu konsumieren?

    (2) Ich denke, ich habe mich klar genug geäußert, oder?

    (3) Ich erachte es nicht für ein erstrebenswertes Ziel, die Kontrolle über meinen Verstand zu verlieren.

    Mal schauen, wie ich reagieren würde, es hängt von der Situation ab. Allerdings bin ich nicht der Typ, der sich ausfragen lässt. Das mache ich auch schon qua sozialer Interaktion klar.

    Welchen Reim sich der Fragende auf meine Antworten macht, interessiert mich nicht.

    Mir ist klar, dass andere hier im Forum offensiver mit der Antwort umgehen als ich. Wenn sie mit ihrer Strategie klar kommen, machen sie für sich alles richtig,

    Ich bin mit meinem Kurs, den ich mit meinen Therapeuten abgestimmt habe, jahrelang gut gefahren. Warum sollte ich eine Kursänderung vornehmen, das erschließt sich mir nicht.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Es wird besser, es wird leichter,

    denn die Sucht Kurve schlägt zwischen dem 3 und 4 Monat nochmal die letzten Wellen.

    Kenne ich so, von meinem Rauchstop, dann endlich geht es in ruhigere Gewässer.

    Hallo!

    Dem kann ich so leider nicht ganz zustimmen. Das Suchtgedächtnis piesackte mich immer wieder mal. Das war leider nach dem 4. Monat der Abstinenz nicht ausgestanden. Jedoch wurden die Abstände immer größer. Ich bin jetzt knapp 7 Jahre clean, das letzte mal wurde ich vor mehr als 2 Jahren durchgeschüttelt. Es kann daher nicht allgemein davon ausgegangen werden, dass nach den ersten Monaten für immer Ruhe an der Suchtfront herrscht.

    Jedoch wurde ich mit zunehmender Abstinenz immer routinierter, was die Abwehr eines Trigger anbelangt.

    Ich kann leider nicht ausschließen, dass auch ich noch mal in schweres Fahrwasser gerate, das habe ich auf dem Schirm und fühle mich gewappnet.

    Eine grundlegende Stabilisierung ist nach ca. 1 Jahr erreicht, wenn der Proband alle Herausforderungen eines Jahres wie Feiern, Weihnachten, Geburtstage... einmal gemeistert hat. Dann schleift sich die eigene Abstinenz in das eigene Leben ein und mit zunehmender Zeit wird die Fahrspur breiter und deutlich besser.

    Warum ich so oft und wie aus dem Nichts wütend werde, frage ich mich auch .Ich weiß es einfach nicht,welchen angemessenen Grund es dafür gibt.

    Nach Röhr: Sucht, Hintergründe und Heilung ist der Alkoholismus auch eine Wutkrankheit, die Wut auf sich selbst, dass man ausgerechnet an so einer Krankheit leidet, die einen schlechten Ruf genießt. Auch diese Phase geht vorbei, aber das dauert etwas und ist nicht nach ein paar Wochen behoben.

    Wir haben lange den Alkoholmissbrauch betrieben, der Körper ist schnell entgiftet, das Hirn ist nicht so schnell dekontaminiert. Gib Dir Zeit zu gesunden, die wirst Du brauchen. Übe Dich in Geduld, nur so erreichst Du irgendwann den Zustand der zufriedenen Abstinenz.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Das Wort Saufdruck finde ich nicht schön,es klingt so primitiv,so abwertend,es bezeichnet einen Zustand,dem ein Mensch erliegen kann.

    Ersetze diesen Ausdruck doch durch Suchtdruck, Trinkverlangen oder Craving.

    Es haben sich viele Begriffe verfestigt, einige gefallen mir auch nicht, z.B. "nass" und "trocken". Die finde ich ganz furchtbar und gebrauche sie dementsprechend nicht. :wink: Nass bin ich unter der Dusche und trocken, seit ich nicht mehr in die Hose mache.

    Mein Mann hat bis vor ca. 4 Wochen abends 1Bier getrunken. Mehr nie. Als er dann merkte,dass es mir diesmal wohl ernster ist,hat er es von sich aus gelassen.

    Gut. Wenn der Partner regelmäßig bei den gemeinsamen Malzeiten Alkohol konsumiert, macht er es dem Probanden unnötig schwer.

    In den ersten Monaten meldete sich mein Suchtgedächtnis unterschiedlich, mal sanft und einschmeichelnd, mal hart und direkt. Letzteres war für mich riskanter. Allerdings werden die Abstände immer größer und so ein Suchtdruck dauert nicht ewig, sondern verschwindet wieder. Wichtig ist, sich mit Dingen abzulenken, die einem Freude bereiten und viel Wasser trinken. Auch mal in sich hinein schauen, manchmal steckt hinter so einem Wunsch einfach nur ein banales Hunger- und Durstgefühl. Was essen und viel Wasser helfen da sofort.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Ich persönlich sehe den Alkohol nicht als Feind und beneide diejenigen, die es konsumieren können ohne abhängig zu werden. Für mich funktioniert es nur nicht und das ist okay.

    Nein, er ist auch nicht mein Feind. Er ist einfach nur eine flüssige Substanz, die ich nicht vertrage und mit der ich auch nicht umgehen kann. Der Alkohol ist passiv, um sein schädliches Potential zu entfalten, muss ich schon aktiv auf ihn zugehen, ihn ergreifen und ihn rein kippen.

    Allerdings bin ich nicht (mehr) neidisch auf Leute, die im moderaten Umfang was trinken können. Den Punkt kannst auch Du erreichen.

    Das sind die 3 Stadien, die zu durchlaufen sind:

    1.) Ich darf nicht trinken.

    2.) Ich will nicht trinken.

    3.) Ich brauche nicht trinken.

    Ich bin bei Nr.3 angelangt, du hängst irgendwo bei 1, maximal 2.

    Der Ausstieg aus dem Alkohol geschieht nicht binnen weniger Wochen. Das dauert eine Weile. Mit zunehmender Zeit verändert sich der Blickwinkel auf den Alkohol und die innere Einstellung zu ihm. So war es zumindest bei mir.

    Gut, dass Du die Karte fürs Konzert verschenkt hast.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Ich bin zwar nicht der Sprecher von Borussia ;)

    Aber das fällt mir zu Hartmuts Hinweisen ein:

    Es geht darum, dass ich michIch bin zwar nicht der Sprecher von Borussia, aber das fiel mir spontan zu Hartmuts Hinweisen ein. in der Anfangszeit auf vermeidbare Feste aufhalte,Dazu hat sich Borussia doch schon um einen Rückfall in Kauf zu nehmen.

    Dazu hat sich Borussia schon geäußert:

    Jetzt wo ich das ganze Revue passieren lasse, sehe ich erst in welch kritische Lage ich mich gestern begeben habe. Hätte ich nochmal die Entscheidungsmöglichkeit, wäre ich nicht zu der Feierlichkeit gegangen.

    Zu dem anderen möglichen Ereignis macht er sich so seine vernünftig klingenden Gedanken:

    Im April wäre ich eigentlich auf einem Rockkonzert gewesen, da bin ich mir noch unsicher ob ich hingehe. Wahrscheinlich eher nicht. Umgeben von Menschen, die Alkohol und weiteres konsumieren- klingt nicht nach einem geeigneten Ort für mich.

    Borussia : Mein Rat zu dem Konzert: Lass es sein. Noch bist Du nicht gefestigt. So ein Festival, auf dem erfahrungsgemäß neben Alk auch noch andere Drogen im Übermaß konsumiert werden, ist momentan nicht der richtige Platz für einen recht frisch Abstinenten. Sicher ist sicher.

    Ich habe den Absprung auch erst geschafft, als ich bereit war, meiner Abstinenz absolute Priorität im Leben einzuräumen und ihr alles andere unterzuordnen, erst recht Feiern, Biergärten, Fußballkneipe...

    Mit zunehmender Zeit ( mehr als 1/2 Jahr) wurde ich sicherer und gefestigter und konnte vorsichtig meine Wiedereingliederung in gesellschaftliche Ereignisse angehen.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Soll ich mich etwa bei jedem als Alkoholiker outen, nur damit ich ehrlich sein kann? Ich sage Freunden und Familie, wenn ich sie sehe und sie trinken wollen, dass ich nicht mehr trinke, nicht mehr nicht weniger.

    Hallo!

    Das ist ein Dauerbrenner. Es gibt hier im Forum Leute, die sehr offen mit ihrer Krankheit umgehen und sie entsprechend direkt kommunizieren. Das ist ihr Weg, der bei ihnen funktioniert und sie clean hält. Damit machen sie für sich alles richtig. Denn es kommt -wie immer- darauf an, was am Ende dabei herauskommt. Und das zu erzielende Ergebnis lautet: Eine zufriedene Abstinenz.

    Ich habe den Kreis der Eingeweihten sehr klein und überschaubar gehalten und fahre mit diesem Kurs hervorragend. Ach so: Die stets Verständnis heuchelnden und scheinbar so netten Arbeitskollegen gehören da nicht zu.

    Jeder muss seinen persönlichen Kurs finden, der zu ihm/ihr passt. Wir sind alle verschieden, so dass auch die persönliche Strategie durchaus unterschiedlich ausfällt.

    Falls mich überhaupt noch mal jemand fragen sollte, das letzte Mal ist schon Jahre her, gibt's die ehrliche Standartantwort: "Nein, Alkohol bekommt mir nicht (mehr) und ich vertrage ihn nicht (mehr)." Falls dennoch mal jemand weiter bohren sollte, was in den ganzen Jahren noch nicht passiert ist, gibt's den Hinweis, das ich zum Thema Alkohol soeben alles Erforderliche gesagt habe und das Thema damit für mich erledigt ist. Darüber hinausgehende Erklärungen schulde ich niemand.

    Ich finde meinen Kurs gut, er passt zum mir und ich muss nicht immer Ausschau nach Ausflüchten oder Ausreden suchen.

    Das Thema des offenen Umgangs mit Alkohol wird m.E. etwas überschätzt. Ich bin in den ganzen Jahren nur wenige Male gefragt worden und nach der Standartantwort war stets Ruhe. Zu ehemaligen Saufkumpels habe ich keinerlei Kontakt mehr, der ist eingeschlafen. Das verbindende Element namens Alkohol ist weggefallen. Dagegen entwickelten sich mit der Zeit andere Kontakte und zwar zu Leuten, die entweder gar nicht oder - wie meine Frau- nur ganz gelegentlich in geringen Mengen etwas trinken. Für die alle bin ich jemand, der nie trinkt. Was für einen Reim die sich darauf machen, ist mir wurscht.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Jetzt wo ich das ganze Revue passieren lasse, sehe ich erst in welch kritische Lage ich mich gestern begeben habe. Hätte ich nochmal die Entscheidungsmöglichkeit, wäre ich nicht zu der Feierlichkeit gegangen.

    Es ist ja noch mal gut gegangen. Es ist ratsam, in den ersten Monaten, bis eine gewisse Festigung eingetreten ist, auf die Teilnahme an Veranstaltungen zu verzichten, bei denen heftig getrunken wird und der Alkohol als wichtiges verbindendes Element dazu gehört. Das hast Du ja inzwischen reflektiert und ist positiv zu erwähnen.

    Mir ist aufgefallen, dass ich den Geruch von Bier u.a. intensiver wahrgenommen habe

    Uns Spezialisten fürs Saufen macht keiner was vor. Wir erschnüffeln jede noch so kleine Fahne, da wir vom Fach sind. :wink:


    Wie der gute alte Spruch sagt "für einen Alkoholiker ist ein Glas zu viel und zehn zu wenig".

    Leider wahr. Gerade in meiner Anfangszeit, die schon ein paar Jahre zurückliegt, wurde mir klar, dass es für mich viel leichter ist, nichts zu trinken als nach 1 Glas aufzuhören. Nennt sich Kontrollverlust und ist ein Wesensmerkmal für den Alkohoilismus.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Fassbrause vom Fass kenne ich nicht. Bei uns im Westen wird sie u.a. von einem großen Bierproduzenten, der sich gerne in Pausen zwischen Sportsendungen im TV präsentiert, in Flaschen/Kästen verkauft. Dabei handelt es sich um ein Gemisch auf der Basis von alkoholfreiem Bier, dem irgendwas z.B. Holunder beigemischt wurde. Verkauft wird sie in den für Bier typischen sog. Longneck-Flaschen.

    aber ich lese immer wieder Essig.. wir essen SOOOOOOOOOOOO gerne Sushi, da ist auch Sushi ReisEssig drin ...

    Ich habe mit Essig, wenn er nicht gleich wie Schnaps oder Rotwein duftet, überhaupt kein Problem. Ich habe früher missbräuchlich Bier und Spirituosen gesoffen und nicht Essig. Dennoch ist es ratsam, dort Vorsicht walten zu lassen. Nicht jeder Abstinente kommt mit Essig klar. Ich habe mich da auch erst vorsichtig rantasten müssen und meine Frau als Vorschmeckerin eingesetzt.

    Fassbrause

    Hat mich mal leicht getriggert, aber nicht wegen des Geschmacks, sondern wegen der Flasche (Bierflasche). Ich rühr das Zeug nicht mehr an.

    Auch daran erkennt man die Komplexität und die Unterschiede in unseren Reaktionen auf gewisse Trigger. Essig ist mir wurscht, Fassbrause nicht.

    Es muss ein jeder seinen Weg vorsichtig selbst erkunden und es wäre sehr ratsam, die Ratschläge erfahrener Abstinenter, die schon erfolgreich einige Klippen umschifft haben, nicht voreilig in den Wind zu schlagen. Es hat schon seine Gründe, warum sie so lange clean geblieben sind.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Einige Ratschläge sind nach meinem Empfinden kaum in der Realität umzusetzen, ohne sich dauerhaft zu verstecken.

    Welche denn? Das ist die typische Schutzbehauptung von Anfängern.

    Ich habe mich nie vor irgendwem versteckt.

    Weiter leben wie bisher, nur mit dem Versuch, keinen Alkohol zu trinken, wird wahrscheinlich nicht funktionieren.

    Mit zunehmender Dauer meiner Abstinenz stellte ich fest, dass sich meine Interessen und Sichtweisen erheblich geändert, ja geradezu gedreht haben.

    Was ich an mir festgestellt habe, mein Blick auf den Alkohol ist ein völlig anderer geworden. Früher in meiner aktiven Zeit und in den ersten 2-3 Jahren meiner Abstinenz war er noch sehr alkoholfixiert. Heute nehme ich ihn nur noch beiläufig wahr. Ging ich früher in ein Bistro scannte ich förmlich die anwesenden Gäste, ob und ggf. was sie an Alkohol trinken. Heute springt mir das überhaupt nicht ins Auge. Der Konsum anderer Leute interessiert mich überhaupt nicht, nicht einmal in einem Biergarten. Auch dort bin ich nicht der einzige, der eine Saftschorle trinkt. Es sind deutlich mehr als man zu Beginn der Abstinenz glaubt. Allerdings hocke ich nicht zu vorgerückter Stunde in so einem Gartenrestaurant, sondern mal am Nachmittag oder frühen Abend.

    Der Prozeß der Veränderung dauert jedoch und kommt nicht in wenigen Tagen oder Wochen. Diese Zeit sollte man sich nehmen und gönnen. Es lohnt sich.

    Gruß

    Carl Friedrich