Das Schlimme an der Alkoholsucht ist, dass so viele Menschen das gar nicht begreifen, was das eigentlich bedeutet. Und wie schlimm das eigentlich ist, jemanden zu drängen.
Hallo Risu!
Erst ein mal ein gesundes neues Jahr.
Der Satz ist m.E. nur die eine Seite der Medaille, nämlich die Sichtweise des Alkoholikers. Ich kann Deine These gut nachvollziehen.
Die Sichtweise Dritter, die kein Problem mit dem Alkohol haben, ist selbstverständlich eine andere. Verständnis setzt m.E. ein gewisses Maß an Sachkenntnis voraus. Es besteht für Außenstehende überhaupt kein Anlass, sich mit der Krankheit und ihren Tücken auseinander zu setzen. Warum sollten sie es tun?
Als ich aus dem aktiven Teil der Sucht ausstieg, dachte ich, ich mache mal ein Jahr Pause und anschließend ist alles wieder auf null gestellt. Daher kann ich es Dritten nicht verübeln, wenn sie ähnlich ticken und meinen, nach etwas Karenz, könne man wieder ganz normal ein Glas trinken.
Ich habe daraus für mich die Erkenntnis gewonnen, ganz alleine für meine Abstinenz zu sorgen. Ich kann keinerlei Rücksichtnahme von Dritten erwarten.
Dass die Mutter schon vormittags trinken will, könnte neben den richtig guten Ausführungen von achelias, vielleicht auch ein Zeichen für ein eigenes Alkoholproblem sein.
Aus meiner Zeit als Trinker weiß ich, dass ich gerne Gesellschaft zum Trinken hatte und auch andere zum Trinken animiert habe, z.B. meine Frau, die jedoch spätestens nach 2 Gläsern Wein aufhörte, als es für mich erst richtig los ging. Die Gesellschaft habe ich gesucht, um einen Vorwand zu haben, selbst im Übermaß zu zechen.
Vielleicht weist Du Deine Eltern vor dem nächsten Zusammentreffen ausdrücklich und mehrfach auf Deine Abstienz hin und forderst sie auf, Dir nichts anzubieten und Dich zu bedrängen. Welche Konsequenzen Du damit verbindest, ist Dir überlassen.
Ich weiß, dass so etwas im Vorfeld belasten kann und gehofft wird, man könne das Problem irgendwie aussitzen. Für mich kann ich nur feststellen, dass gute Vorbereitung im Vorfeld, es könne was mit Alk auf mich zukommen, mir stets geholfen hat.
Gruß
Carl Friedrich