Ich hoffe echt nicht, dass mein Verhalten im Vollsuff meinen wahren Charakter gezeigt hat. Ich war nicht aggressiv oder so aber echt bescheuert, gutgläubig und leicht zu beeindrucken. Wie oft habe ich einen ‚brillanten Gesprächspartner‘ nüchtern getroffen und gemerkt, dass der nur blöde Sprüche kloppt und sich ständig wiederholt.
Ich war ganz schnell ‚Fan-Girl‘ - und das entspricht so ganz und gar nicht meinem wahren Charakter.
Fragen an einen Alkoholiker
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Ich denke, das ist nicht so eindimensional.
Einerseits hat der Alkohol Wirkung und ändert das Erleben.
Andererseits fallen auch Hemmungen.
"Man" tut sicher Dinge, die nüchtern nicht stattfinden würden. Andererseits kann da auch ein Bedürfnis dahinterstecken, das man sich nüchtern nicht traut, auszuleben.
Orgien aller Art fallen mir da ein. Hab sie erlebt.
Es gab hier schon öfter das Thema, dass Teilnehmer hier gar nicht wissen, wie Daten nüchtern geht.
Das "wahre Ich" kommt meiner Ansicht nach sowieso erst mit der Zeit zum Vorschein. Ich denke, in der Anfangsphase von Beziehungen ist immer auch viel Selbstdarstellung dabei.
Extrem ist es sicher bei People Pleasern, die alles dafür tun, um zu gefallen.
Ganz sicher laufen viele Leute mit einer Maske herum. Da gibts ja genügend Untersuchungen dazu, wie sehr sich Leute verbiegen, um in ihre soziale Rolle zu passen.
Und ich denke, gerade dieses Kontrollierte im Verhalten bricht unter Alk dann weg. -
Immer wieder daran denken, es ist ein Thread mit Fragen an einen Alkoholiker und kein Austausch unter den Alkoholikern, da haben wir ja die eigenen Themen.
Danke
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Meinst Du mich?
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Meinst Du mich?
Generell gilt das für alle Alkoholiker.Nur zwischendurch der Hinweis, dass hier nichts verwässert wird.
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Hallo
ich bin neu hier im Forum: Ich hätte ein Frage an alle, die eine Entwöhnung/Entzug hinter sich haben:
Wie ist es Euch - gerade in der Ersten Zeit des Nüchtern/abstinent/trocken sein, emotional ergangen? Generell und auch im Hinblick auf Gefühlen gegenüber Familie, Partner, Freunden etc.
LG, try to
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Alle hier haben das, sonst dürften sie hier nicht schreiben
hier tauschen sich nur abstinente Alkoholiker aus.Herzlich willkommen hier, try to,
als ich nüchtern war, wollte ich mein ganzes Leben umkrempeln, ich war super euphorisch und dachte, ich fang jetzt komplett neu an. Ich dachte sogar darüber nach, mich zu trennen. Ein langjährig Trockener hat mir damals geraten, im ersten Jahr keine weitreichenden Entscheidungen zu treffen, sondern erstmal abzuwarten. Das war ein guter Rat, den ich da beherzigt habe. Als ich nach jahrelangem Alkoholkonsum wieder klar denken konnte, musste sich so Vieles sortieren, das hat gedauert. Da kam sehr viel zusammen, ich war zeitweise überrollt.
Hast du Bedenken, dass sich Gefühle für den Partner nüchtern ändern können?
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Liebe Hera!
Danke für Deine Antwort ....
Es ist schön zu lesen, dass Du offensichtlich viel positive Energie aus dem Nüchtern sein erhalten hast. Ich glaube auf alle Fälle, dass es eben gerade am Anfang gar nicht so leicht ist. Ist ja eigentlich ein neues Leben. Der Rat war glaub ich wirklich gut
ich hatte die Befürchtung nie. in meinen Fall bzw. die des - mittlerweile Ex - Partner - war es jedoch leider so. Er war emotional plötzlich sehr kalt mir gegenüber und konnte es auch nicht ändern (obwohl er es gerne gewollt hätte)
Aber mich interessierts wirklich auch Allgemein. Ich habe RIESEN RESPEKT vor Jedem, der sich seiner Alkoholsucht stellt. Das Allein muss schon sehr schwer sein. Dazu noch unbekannte Gefühle und Emotionen - ein schöner Brocken.
Ihr könnt wirklich stolz sein (nur für den Fall, dass das schon lange keiner mehr erwähnt hat
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Generell und auch im Hinblick auf Gefühlen gegenüber Familie, Partner, Freunden etc.
Hallo try to,
bei mir haben sich durch das Trockenwerden die Gefühle für Menschen, die mir nahestehen, nicht grundsätzlich verändert. Was sich verändert hat, war meine Sicht auf manche Dinge. Was ich früher ertragen, verdrängt oder einfach weggesoffen habe, musste ich nun nüchtern betrachten und einordnen.
Dabei hat sich auch so manche vermeintliche Freundschaft erledigt. Menschen, die ich früher für Freunde gehalten hatte, waren am Ende oft nur Saufbekanntschaften. Uns verband nicht die Freundschaft, sondern der Alkohol.
Als der wegfiel, blieb von manchen Beziehungen schlicht nichts mehr übrig. Und wo nichts war außer der gemeinsamen Sauferei, gab es für mich auch nichts zu vermissen. 😉
Gefühle und Emotionen verschwinden ja nicht einfach durch die Sucht. Man kann sie mit Alkohol betäuben, verdrängen oder eine Zeit lang überdecken. Weg sind sie deshalb trotzdem nicht.
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Hallo Hartmut
Auch Dir "Danke" für Deine ausführliche Antwort
Es ist schon, zu lesen, dass die wichtigen Menschen wichtig bleiben
Stimmt auch, Saufbekanntschaften braucht man nicht vermissen, wenn die Trinkerei kein Thema mehr ist ....
Liebe Grüße,
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moin nu ich auch noch.
wie hartmut schon sagt, es sortiert sich, nicht nur bei freundschaften, auch in der familie. ich hab mir ja irgendwie von meiner familie alles gefallen lassen, evtl hab ich ja sogar gesoffen um die unterdrückung nicht so zu spüren. als ich aufgehört habe zu saufen habe ich auch aufgehört zu allem ja und amen zu sagen, mir alles gefallen zu lassen. mich am nasenring führen zu lassen. ich habe angefangen für mich und meine bedürfnisse einzustehen, habe forderungen gestellt.
im laufe der nächsten 2 jahre hat sich dann alles sortiert. ich habe kontakte abgebrochen wenn man meine person schlicht nicht als ebenbürtig akzeptieren wollte, und habe denen eine chance gegeben die anfingen ihr verhalten mir gegenüber zu verändern. im klaren kopf geht das alles, natürlich nach und nach, rom wurde ja auch nicht an einem tag gebaut.
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Guten Morgen!
Danke auch Dir, liebe dorothea
Eure Antworten helfen mir wirklich sehr, besser zu verstehen
Wünsch Euch allen einen tollen Tag
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Frage: wie steht es um Alkohol in Essen, Medikamenten…etc…
ich bin nun über 3 Monate abstinent. Ich habe am Anfang als ich erkältet war, darauf geachtet keine Medikamente zu nehmen in denen Alkohol war, auch Gesichtswasser mit Alkohol habe ich gemieden!
Meine Mundspülung ist alkoholfrei, auch Pralinen mit Alkohol esse ich nicht.Aber, wie ist es, z.B. im Restaurant…:
Bratensoße , Weinsauerkraut, Königsberger Klopse…
Bei vielen Gerichten ist Alkohol enthalten, auch habe ich gelesen, dass in vielen Fertigkuchen zum kaufen Alkohol verarbeitet ist!Wie geht ihr damit um?
Fragt ihr im Restaurant bei jedem Gericht nach?
Wäre es gleich ein Rückfall, wenn ich bewusst oder unbewusst Alkohol in geringen Mengen durch Lebensmittel oder Medikamente zu mir genommen habe?
(Eventuell ist die Frage im falschen Thread! Bitte wenn nötig verschieben!) -
Fragt ihr im Restaurant bei jedem Gericht nach?
Ich persönlich frage nicht nach.
Es gibt ja Gerichte, da sagt der Name schon, was drin ist. Finger weg.
Ansonsten gilt für mich: Was aussieht wie Alkohol oder riecht wie Alkohol oder schmeckt wie Alkohol …..stehen lassen.Wäre es gleich ein Rückfall, wenn ich bewusst oder unbewusst Alkohol in geringen Mengen durch Lebensmittel oder Medikamente zu mir genommen habe?
Ich würde nicht auf die Idee kommen, bewusst etwas zu mir zu nehmen, von dem ich weiß, dass da Alkohol drin ist.
Ob ich schon mal unbewusst was zu mir genommen habe, weiß ich nicht. 🤷♀️Ob das ein Rückfall ist, weiß ich nicht. Mir persönlich würde es schon bedenklich erscheinen, wenn ich mir diese Frage stellen würde.
Im Zweifelsfall: Finger weg. -
darauf geachtet keine Medikamente zu nehmen in denen Alkohol war
Das mache ich auch so und achte dauerhaft darauf.
Meine Mundspülung ist alkoholfrei, auch Pralinen mit Alkohol esse ich nicht.
Genau richtig. Gibt ja auch alles ohne Alk. Machst du gut.
Fragt ihr im Restaurant bei jedem Gericht nach?
Ich frage nicht nach. Aber Gerichte wo direkt hervorgeht, dass Alk drin ist, esse ich nicht. z.B. Tiramisu, Schwarzwälder Kirschtorte, oder was flambiertes oder Weinsoße usw.
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Ich gehe selten essen. Bei Bäckern bin ich dagegen oft und kaufe, seit ich nüchtern bin, ganz schön viel Kuchen...
Theoretisch gibt es für beides eine Deklarationspflicht, aber wenn ich mir bei unbekannten Kreationen nicht sicher bin, frage ich auch schon mal nach - laut, deutlich und bestimmt: "Ist da Alkohol drin?"
Das bin ich und ist meine Abstinenz mir wert. Sollen Kellner/Bäckereiangestellte doch denken, was sie wollen...
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Ich frag nach. Vor allem bei Soßen. Für manche ist es völlig normal, mit Wein abzulöschen. Deshalb geh ich auch auf Nummer sicher.
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Ich habe auch mein Mundwasser ausgetauscht und achte bei Medikamenten und Nahrungsmitteln darauf, ob Alkohol enthalten ist.
Allerdings trinke ich Fruchtsäfte oder esse Bananen, auch wenn sich da Alkohol drin entwickelt haben könnte. Denn bei diesen Dingen verbinde ich gar nichts mit Alkohol und fühle mich in keinster Weise getriggert.
Bzgl. Essen gehen:
Da bestelle ich mir von vorneherein keine Speisen, bei denen sich schon aus der Beschreibung heraus Alkohol ergibt „xy in Rotweinsoße“ etc.
Aber wenn ich keine Ahnung habe, frage ich vorher, da oftmals eben Wein bei der Soßenzubereitung verwendet wird.
Denn fürs Stehenlassen, wenn es dann nach Alkohol riecht, wie Stern es praktiziert, sind mir die Gerichte in Restaurants einfach zu teuer.Ob mein Körper Suchtdruck bekommt, weil ich ihm unbewusst Alkohol zugeführt wurde, kann ich nicht abschließend beurteilen.
Aber ich habe keinen Rückfall erlitten, als der Zahnarzt mal meinen Mundraum ausgiebig mit einem Narkotikum besprühte, das aus 98 % aus Ethanol bestand, was ich nicht wusste. -
Alkohol in Essen hat mich noch nie getriggert, und Saufdruck verspüre ich sowieso nicht. Ich erinner' mich daran, dass ich mal getrunken habe, ja, klar, aber das erzeugt keinen Druck. Wieso auch.
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Hallo Steevie,
ich halte es da eigentlich ganz einfach. Wenn ich weiß, dass irgendwo Alkohol drin ist, lasse ich es weg. Fertig.
Warum sollte ich mir als Alkoholiker überhaupt die Frage stellen, ob Alkohol in irgendeiner Speise etwas mit mir macht? Was will ich damit bezwecken? Ein Schlupfloch suchen oder ausprobieren, was noch geht? Neee, dafür ist mir meine Trockenheit zu wichtig.
Natürlich kann es passieren, dass ich irgendwo hineinbeiße und erst hinterher erfahre, dass Alkohol enthalten war. Oder dass ich etwas gegessen habe, ohne es überhaupt zu bemerken. Deshalb mache ich mich nicht verrückt. Das ist für mich nicht automatisch ein Rückfall. Aber ich muss mich auch nicht freiwillig zum Spielball meines Saufhirns machen.
Es geht ja nicht nur um den Alkohol selbst, sondern auch um die Verknüpfungen, die sich über die Jahre im Kopf festgesetzt haben. Bei mir reicht beispielsweise schon Bitter Lemon. Da fällt mir sofort Wodka-Lemon ein, weil ich mir das früher reichlich reingeschüttet habe. Warum sollte ich also heute unbedingt Bitter Lemon trinken? Gibt doch genügend andere Sachen.
Und genauso sehe ich es beim Essen. Wenn ich weiß, dass Alkohol drin ist, nehme ich eben etwas anderes. Wo ist das Problem?
Je weniger Angriffsfläche ich meinem Saufhirn biete, desto weniger muss ich mich mit solchen Dingen überhaupt beschäftigen.
Und mit Aussagen wie „Das triggert mich nicht“ wäre ich vorsichtig.
Ich kann höchstens sagen: Es hat mich bisher nicht getriggert. Was morgen ist, weiß ich nicht. Und ich muss es auch nicht unbedingt herausfinden. -
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