bei mir ist alles anders

  • Guten Morgen, ihr Lieben,


    Tag 10 hat begonnen.
    Ich habe diese Nacht wieder sehr viel hier gelesen.
    Meine Suche ging in Richtung Sucht-, Saufdruck.
    Ach, da stehen soviel Sachen drin und viele haben ihre eigene Erfahrung und wie sie damit umgehen. Und kämpfen.


    Nun zu mir.
    In meinen trockenen Zeiten habe ich dieses Craving noch nie erlebt.
    Ich habe regelrecht ein Ekelgefühl vor Alkohol jeglicher Coleur.
    Schon allein der Gedanke daran lässt mir fast das K... kommen.
    Selbst an den Tagen eines Rückfalls, selbst 1 Stunde zuvor ekel ich mich noch davor.
    Kann das meine große Gefahr sein?
    Weil ich dann natürlich völlig unüberlegt einen Schluck nehme.
    Ab diesem Moment ist es vorbei. Da geht die Post ab, so richtig.
    Nach dem ersten Schluck kommt der Druck. Dann gehe ich auf Jagd.
    Selbst wenn ich noch 6 Flaschen Bier im Haus habe, kriege ich die Panik.
    Wie komm ich an Nachschub? Auto geht nicht, hast ja die Fleppen schon mal eingebüßt.
    In diesen Momenten wird der Druck mächtig. Alles kreiselt, wo ist Nachschub?
    Ich bin mal vor einigen Jahren früh um 7:00 Uhr losgezogen. Hatte nichts mehr da.
    Im Bademantel und Badelatschen, weil ich mir die Zeit zum anziehen nicht nehmen konnte.
    Die haben sicher alle blöde geguckt. War mir egal, haupsache Bier...


    Hat jemand die gleiche Erfahrung gemacht?

    Habe lange mein Problem negiert, bis es zu spät war. Stehe jetzt vor einer Situation, die ich noch nicht überschauen kann (Haus, Ratenzahlung, noch intakte Familie, Job weg, Führerschein weg).

  • Nee, so extrem habe ich die Erfahrung nicht gemacht...


    Aber richtig Suchtdruck habe ich auch nicht.
    Und ich glaube, dass es zwar einerseits einfacher ist. Wenn man das nicht aushalten muss.
    Andererseits aber ist es auch gefährlich, weil man dann das Gefühl hat, man hätte ja kein Problem und keine sucht.


    Aber dann muss halt der Kopf herhalten.
    Der einem klar macht, das es nur beim Glas bleiben würde uns daher es besser ist, gleich nichts zu trinken...

  • Hallo!


    Nein, so einen Druck, dass ich verwahrlost morgens um 7 losgezogen bin, um Stoff zu beschaffen, kenne ich nicht.


    Wie Du selbst beschrieben hast, kannst Du den Konsum wohl nicht kontrollieren. Nach einem Bier geht die Post ab, das nennt sich Kontrollverlust und ist ein Anzeichen für Alkoholismus. Vor meinem Ausstieg konnte ich meinen Konsum nur unter der Woche mit Mühe drosseln (nicht mehr als 3-4 Flaschen Bier), um am nächsten Tag irgendwie arbeitsfähig zu sein. Dafür ging es dann am Freitag 18.00 Uhr los, als gäbe es kein morgen mehr.


    Apropos: Mich irritiert die Überschrift deines threads. Ich habe mehrfach Leute kennen gelernt, die so was von sich behaupteten. Bei ihnen war alles anders, deshalb schlugen sie alle Ratschläge und Warnungen in den Wind. Sie meinten, so weiter leben zu müssen wie bisher, halt nur ohne Alkohol. Sie sind alle verunfallt.


    Es gibt keine für jedermann gültigen Anweisungen, sich aus dem aktiven Teil der Sucht zu arbeiten, außer das erste Glas stehen zu lassen. Dennoch hat es sich als hilfreich erwiesen, in der ersten Zeit, bis eine gewisse Festigung eingetreten ist, dem Alkohol nicht hinterher zu laufen und sein Leben jenseits und nicht rund um die Flasche zu organisieren.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Das mit dem BEI MIR IST ALLES ANDERS habe ich deshalb gewählt, weil ich fast die ganze Nacht nur im Thema Suchtdruck rumgewühlt habe.
    Weil bei mir wirklich, wenn ich trocken bin, kein Suchtdruck existiert.
    Den Suchtdruck kenne ich natürlich ab dem ersten Glas. Dann ist manchmal alles zu spät gewesen.
    Das ich krank bin und ein schwerer Fall von Alkohliker, das ist mir klar.
    Und so wie du sagst: "Das erste Glas stehen lassen." Nur das kann die Devise sein. Deshalb haben wir zu Hause striktes Alkoholverbot veranlasst. Meine Frau zieht mit, obwohl sie gern ein Glas Wein (und es bleibt bei einem) trinkt. Alles weg.
    Ich möchte nach diesem Rückfall auch keine Feiern besuchen, mindestens ein Jahr nicht. Ich muss das nicht haben. Ich muss mich auf mich konzentrieren und brauch nicht zuzusehen, wie andere sich scheinbar mit Genuss etwas in die Birne kippen.
    Auch das hab ich verkündet, egal was die über mich denken.
    Das ich meine heutige Lebenssituation ändern werde, ist auch klar. Ich werde, wenn es möglich ist, nie wieder einen so stressigen Job annehmen. Und wenn ich nochmal bei 0 anfange und was anderes mache. Aber auf die Piste, in den Vertrieb mit Umsatzschlägen im Nacken, never. Solln es andere machen. Mir wird ein Stein vom Herzen fallen, wenn die nun endlich mal den blöden Dienstwagen vom Hof holen. Das ist dann der 1. Schritt einer persönlichen Freiheitsrückerlangung für mich. Dann sehe ich weiter. Mir hat das kein Glück gebracht, ich habe mich durch persönlichen Ehrgeiz immer weiter in die Ecke getrieben und war mit mir und der Welt unzufrieden. Das ist vorbei. Endgültig. Ich weiß, wenn ich doch wieder losziehe, gibt es den nächsten Knall. Ich mach das nicht mehr.

    Habe lange mein Problem negiert, bis es zu spät war. Stehe jetzt vor einer Situation, die ich noch nicht überschauen kann (Haus, Ratenzahlung, noch intakte Familie, Job weg, Führerschein weg).

  • Hallo Marianee,


    mir geht es genauso, wie dir. Sobald ich das erste Glas trinke, entsteht ein unglaublicher Drang und Zwang weiterzutrinken, gegen den ich mich nicht mehr wehren kann und es dann auch garnicht mehr versuche, dagegen anzukämpfen. Ich bin dann wie in einem Wahn - in meiner eigenen Welt - nur noch ich und der Alkohol. Hauptsache Rausch ! Realitätsflucht!


    Bei mir ist die Sucht mittlerweile so weit fortgeschritten, dass ich auch schon wie du etliche Male früh morgens völlig dicht losgezogen bin und Nachschub gekauft habe, weil ich einfach nicht mehr aufhören konnte. Hatte ich meinen Tagesvorrat nicht da, wurde ich extrem nervös. Mir war dabei auch völlig egal, wie ich aussah oder auf andere Leute wirkte.


    Was bei nur anders ist als bei dir, ist die Sache mit dem Suchtdruck. Ich bin jemand, der sehr stark unter Suchtdruck leidet. Momentan ist das zum Glück nicht so und dafür bin ich sehr dankbar. Alkohol schmeckt mir übrigens garnicht, aber diesen Ekel, den du beschreibst, empfinde ich nicht.


    LG
    Carmen

  • Ich bin morgens nicht verwahrlost losgezogen und mir war es nicht egal, was die Leute dachten. Losgezogen bin ich trotzdem, wenn ich Wein brauchte. Ich hab mich fertig gemacht, versucht Haltung zu bewahren und habe mir den Wein trotzdem besorgt und getrunken. Und wenn ich besoffen, z.B. auf ner Feier war, hätte ich auch gern Haltung bewahrt, aber das gelang mir aufgrund des Kontrollverlustes nicht immer.


    Wenn ich angefangen hatte zu trinken, dann auch so lange, bis ich betrunken war. Mit einem leichten Glimmer (das Gefühl, was ich mochte) hat es NIE aufgehört. Das ist es, was ich immer beibehalten wollte. Angeduselt sein und dann aufhören, es dabei belassen. Kann ich nicht. Bei mir geht nur ganz oder gar nicht.

  • Hallo Marianee,


    ich finde Deinen Thread-Titel auch etwas irreführend, aus den Gründen, die CF schon beschrieb.


    Ich hätte mich beinahe zu Tode gesoffen, aber mir ist es trotzdem auch nie passiert, das ich im Schlafi oder Bademantel Alk gekauft hätte.
    Zumal ich gar nicht im Besitz eines Bademantels bin :lol:
    Es kommt halt darauf an, wie weit man sich schon runter gesoffen hat... denke ich.
    Ich gehe von daher davon aus, das bei mir auch noch einiges an Peinlichkeiten möglich gewesen wäre, wenn mein Körper nur noch länger mitgemacht hätte.
    Hat er aber nicht.


    Hier schrieb mal jemand vor langer Zeit, das er im letzten nassen Stadium seiner Sucht auch notfalls Bier aus dem Gullideckel gesoffen hätte.
    Das ist mir ziemlich im Gedächtnis geblieben.


    Zitat

    Den Suchtdruck kenne ich natürlich ab dem ersten Glas. Dann ist manchmal alles zu spät gewesen.


    Ich denke, diese Art von Suchtdruck kennen wir alle hier.
    Denn es ist ja das charakteristische an unserer Krankheit, nach dem ersten Glas oder ersten Gläsern nicht mehr aufhören zu können.
    Das ist ja eines der ganz typischen Symptome unserer Krankheit.


    Von daher ist ja die einzige Alternative, das erste Glas stehenzulassen, wenn man ein trockenes und lebenswertes Leben (zurück) haben will.
    So einfach ist das :wink:
    Und eben doch nicht so einfach...


    Es wird aber mit den Jahren immer einfacher, jedenfalls ist das bei mir so.
    Alkohol spielt in meinem Leben keinerlei Rolle mehr, ich könnte Dir nicht mal mehr sagen, was ne Pulle Bier kostet und sollte in den Supermärkten der Umgebung umgebaut worden sein, würde ich nicht mal mehr die Weinabteilung finden, selbst wenn ich müsste.
    Aber muss ich ja nicht. :)
    Ich bin allerdings auch schon seit ca.18 Jahren trocken und habe mich sehr viel mit unserer Krankheit auseinander gesetzt, viele Jahre auch hier im Forum.


    In meinem Alltag habe ich allerdings keine Berührungen mehr mit dem Alk, weder bei mir Zuhause in auch nur irgendeiner Form noch anderswo.
    Und ich muss sagen, auch gedanklich kommt er eigentlich nur noch vor, wenn ich hier im Forum lese oder schreibe.
    Die Erinnerungen sind aber alle noch grundsätzlich da, nur vielleicht etwas verblasster durch die Zeit.
    Also notfalls auch abrufbar oder sie kommen auch von ganz allein, wenn ich bestimmte Geschichten hier lese.
    Wenn ich allerdings meinen Hobbys nachgehe, oder meinem ganz normalen Alltag lebe, denke ich eigentlich nie an meine Krankheit.
    Allerdings lebe ich immer noch weitestgehend nach unseren Grundbausteinen hier und bin damit bisher auch immer sehr gut gefahren.
    Und vieles ist einfach auch in Fleisch und Blut übergegangen, wie beispielsweise Nachfragen im Restaurants bei bestimmten Speisen, das Lesen der Zutatenliste bei Fertiggerichten etc.pp.


    Am Anfang meiner Trockenheit war vieles aber auch noch anders... und die intensive Auseinadersetzung mit meiner Krankheit ging über einige Jahre.


    LG Sunshine

  • Hallo Sunshine,


    danke für dein Feedback. Ist für mich sehr wichtig, die verschiedenen Meinungen zu hören und mir daraus mein Konstrukt zu bauen.
    Ich hatte bis zum Oktober 2019 auch 8 Jahre Trockenheit gelebt.
    Wahrscheinlich ist dann im Gegensatz zu dir, die Verblassung soweit gediegen gewesen, dass ich gar nicht mehr über die lauernde Gefahr nachgedacht habe.
    Ich habe zur Flasche Bier gegriffen, als ob ich nach nem Espresso greife.
    Ohne Gedanken, ohne irgendwie dabei an die frühere Zeit zu denken.
    Und das war der Kardinalfehler. Völlig abstrus und abgedreht.
    Ich hab beim ersten Schluck nichtmal nachgedacht, was jetzt für ein Rattenschwanz kommt.
    Heute sagt ich, wie verblödet bist du eigentlich.
    Aus diesem Grund werde ich meine Strategie so bauen müssen, dass ich mir sicher immer wieder, wenn ich es schaffe auch in 20 Jahren, dieses Chaos vor Augen halten muss.
    Gibts eine gute Rede: "Der Regen von gestern macht uns nicht nass, sagen die Leute. Diese Abgestumpftheit ist es, die wir zu bekämpfen haben. Ihr äußerster Grad ist der Tod...." Und genau das traf für mich zu.
    Ich werde mir das nicht auf die Stirn schreiben und jedem mein Schicksal erzählen.
    Ich habe mir allerdings geschworen, dass ich mir meine Krankheit vor Augen halten muss.
    Auch wenn der Fakt an sich verblassen wird. Dennoch darf ich nicht vergessen, dass ich vergesslich war.


    LG, marianee

    Habe lange mein Problem negiert, bis es zu spät war. Stehe jetzt vor einer Situation, die ich noch nicht überschauen kann (Haus, Ratenzahlung, noch intakte Familie, Job weg, Führerschein weg).

  • Ich werde mir das nicht auf die Stirn schreiben und jedem mein Schicksal erzählen.
    Ich habe mir allerdings geschworen, dass ich mir meine Krankheit vor Augen halten muss.


    Das sehe ich genau so. Ich habe nur diejenigen in Kenntnis gesetzt, die es was angeht und denen ich auch andere schwere Erkrankungen mitteilen würde. Der Kreis wurde bewusst sehr überschaubar gehalten.


    Ich weiß, dass es hier im Forum Herrschaft gibt, die den Kreis der Eingeweihten sehr weit gezogen haben. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen.


    Zu dem Schwur: Mir wurde nach Ende meiner ambulanten Therapie mit auf den Weg gegeben: "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit der Krankheit auseinandersetzt."


    In welcher Form diese Auseinandersetzung erfolgt, ist jedem selbst überlassen z.B. Besuch einer analogen SHG, dieses oder andere Foren....


    Gruß
    Carl Friedrich


  • Ich habe zur Flasche Bier gegriffen, als ob ich nach nem Espresso greife.


    Hi Marianee,


    ich frage mal ganz blöd nach der konkreten Situation, in der das passiert ist. Ich bin jetzt seit gut anderthalb Jahren trocken und immer recht wachsam, was bestimmte Situationen angeht. Ich frage mich allerdings dennoch, wenn ich über meine Krankheit nachdenke, was konkret mich verleiten könnte, trotz des Respekts vor den sicheren Folgen.


    Ich bin hier zum Forum gestoßen, weil ich in der besonderen Situation, die wir aktuell haben doch gemerkt habe, dass da so etwas wie Suchtdruck aufkommt, den ich vorher nie hatte. Das viele Lesen hier hat mir geholfen.


    Und was du hier ganz zu Anfang geschrieben hast, habe ich ähnlicher Form erlebt. In ganz schlimmen Phasen habe ich mich krank gemeldet. Ich bin zwar nicht im Bademantel, aber ungewaschen und unrasiert, nur eben Klamotten übergeworfen in den Getränkeladen gegenüber gekrochen, habe eingekauft und mich in meinem dunklen Zimmer weiter betrunken. Manchmal 10 Tage lang.

  • Es passierte folgendermaßen.
    Wir waren auf einer Geburtstagsfeier im größeren Rahmen.
    Es war sehr schön, ich war für die Fotos verantwortlich und habe dort gut gegessen und Wasser und Orangenschorle getrunken.
    War ja weit weg vom Alkohol und hatte keinerlei Ahnung, was kommt.
    Da ich am kommenden Morgen in den Außendienst wollte, sind meine Frau und ich gegen 22:00 Uhr nach Hause gefahren.
    Ich wollte am nächsten Morgen tanken.
    Meine Frau sagte, in xy ist der Dieselpreis sehr niedrig, schau mal.
    Obwohl ich einen Firmenwagen habe und der Preis da nicht die spektakuläre Rolle spielt, sagte ich, ich schaffe dich heim und fahr dann gleich noch tanken.
    Bin dann die 10 km nach xy gefahren. Hab getankt und die Scheiben sauber gemacht. Nichts ungewöhnliches.
    Diese Tankstelle kann man Tag und Nacht betreten.
    Als ich zum bezahlen ging, las ich vor dem Eingang auf einer Tafel: Sixtpakt heute nur 3,98 €.
    Ups, ist aber günstig, dachte ich.
    So ging ich zu dem Stapel mit den Sixtpack und nahm einen.
    Ohne zu wissen, was das soll. Irgendwie mechanisch. Sonst hab ich immer nen Espresso gekauft, auch mechanisch.
    Bezahlt. Ins Auto.
    Jetzt beginnt das Drama. Losgefahren, Pulle auf. Nächste Pulle. Nach 5 km umgekehrt, einen zweiten Sixtpack geholt.
    Und noch mit dem Tankwart gequatscht, wie preiswert das doch heute ist.
    Wie ein blöder nach Hause gefahren, der Druck war bereits da. Ich dachte noch, 2 Flaschen, das ist sicher mehr als 0,5 Promille.
    Als ich den Motor auf dem Hof abgeschaltet habe, 3. Pulle auf und noch im Auto getrunken.
    Es lagen damit 3 leere Flaschen im Auto.
    Rein in mein Arbeitszimmer und innerhalb von 2 Stunden waren auch die restlichen Flaschen leer.
    Tja, Außendienst am Montag konnte ich abschmatzen.
    Bei den Kunden angerufen, Zahnschmerzen. Termin auf den nächsten Montag verlegt. Durchatmen.
    Glücksgefühl, hat gut geklappt.
    Es war bereits 9:00 Uhr. Meine Frau war längst auf Arbeit und ich konnte in aller Ruhe die 12 leeren Pullen nehmen.
    Zum Getränkeladen im Dorf. Umtausch.
    Einen Montag später hatte ich schon kein Feeling mehr, die abgesagten Termine nachzuholen. War mir auch egal, hatte ja mein Bier und schwebte in einer imaginären Welt.
    Dieser Absturz dauerte genau 14 Tage.
    Hatte mich krankschreiben lassen und konnte in aller Ruhe saufen.
    Nach 14 Tagen hatte ich einen lichten Moment und hab genauso wie ich angefangen habe, von einer Minute auf die nächste aufgehört.
    Das war für meinen Arbeitgeber scheinbar nicht auffällig und man begrüßte mich und freute sich, dass ich wieder on the road bin.

    Habe lange mein Problem negiert, bis es zu spät war. Stehe jetzt vor einer Situation, die ich noch nicht überschauen kann (Haus, Ratenzahlung, noch intakte Familie, Job weg, Führerschein weg).

  • So 2 Monate später das gleiche Spiel. Ein Unterschied.
    Ich habe es geplant. Der 2. Rückfall war geplant. Termin auf einen Freitag gesetzt. Es war mir total gleichgültig,
    ich wollte einfach saufen. Nichts weiter. Meine Krankheit spielte in dem Moment keine Rolle. Hauptsache rein in die Birne.
    Alles andere war mir egal.
    Wieder 14 Tage Panoptikum.
    Dann kam der 3. Rückfall. Beginn 13.3.2020.
    Das abscheuliche trat ein. Ich habe meine gesamte Alkoholikerkarriere mit Bier durchgezogen.
    Diesmal wurde alles anders. Da mir die Entsorgung der leeren Flaschen auf die Ketten ging, musste etwas anderes her. Wodka.
    Beim ersten Schluck kam mir fast das Kotzen. Ich hielt die Flasche in der Hand. Für ein Glas hat es nichtmal mehr gereicht.
    Nach einem Viertel der Flasche hatte ich zwar immer noch ein Ekelgefühl, aber etwas Wirkung war ja inzwischen eingetreten.
    Ich spürte zumindest sowas wie Wärme.
    Aber es geht weiter im sinkenden Schiff.
    Wodka musste her. Am Morgen ging ich in unseren Dorfladen. 24 Pullen Wodka. Oh Gott, dachte ich zu Hause. Was für ein Vorrat. Haste alle Zeit der Welt und deine Ruhe.
    Die leeren Flaschen habe ich immer in der Nacht entsorgt. An der Bushaltestelle steht ja eine Mülltonnen.
    Ich konnte max. 2 Stunden schlafen. Dann wieder Wodka. Ich bin nachts los, ein Auge zugekniffen, weil ich plötzlich alles doppelt gesehen habe. Einmal war ich so harte, dass ich die Mülltonne zwar aufgemacht habe, aber die Öffnung nicht traf und die Flasche knallte auf den Fußboden. Egal, sie war erstmal weg.
    23 Pullen Wodka waren leer.
    Noch eine Flasche in der Hand. Konnte kaum noch den Computer bedienen.
    Dann kam wieder so eine Art von lichtem Moment.
    Mein Gehirn kramte eine alte Klamotte hervor. Du warst doch mal vor vielen Jahren in einem Forum. ich begann zu suchen bei google.
    Schaute verschiedene Foren durch, bis ich auf eins stieß, welche mir verschwommen bekannt vor kam.
    Ich hatte sogar noch meine alten Anmeldedaten im Kopf. Es funktionierte. Wieder abgemeldet und da hab ich gelesen.
    Immer noch die Wodkaflasche in der Hand. Ich wusste nicht, dass ich keinen Schluck mehr nehemn werde.
    Ich ahnte nicht, dass der Inhalt der Wodkaflasche ca. 2 Stunden später auf dem Hof landet.
    Ich machte mir einen Espresso, ging mit der leeren Flasche zur Mülltonne. Weg war sie.
    Ich las weiter und dachte so für mich, jetzt gibt es 2 Wege. Weg Nr. 1 endültig Schluss for ever
    Weg Nr. 2 Selbstaufgabe und Zerstörung deiner Persönlichkeit durch den Alkohol.
    Nach ca. 24 qualvollen Stunden hatte ich den Eindruck, dass ich auf 0 bin.
    Diese 24 Stunden waren schon der Ritt durch das Irrenhaus.
    Ich hatte in dieser Zeit ca. 3,5 Liter Wasser getrunken. Hatte mich sicher dadurch ein wenig unterkühlt.
    Saß da und dachte, wenn du jetzt in Selbstmitleid ausbrichst, biste total falsch hier.
    Ich ging mich waschen, sah das Gespenst im Spiegel. Rasieren, hat ne halbe Stunde gedauert, eh ich alles runter hatte.
    Tagesablauf geplant. Erstmal zum Arzt, Krankschreibung verlängern.
    Mein Job wurde zwischenzeitlich gekündigt. Komischerweise nicht wegen dem Suff oder so. Nein, die Firma hat seit dem 1.1.2020 einen neuen Geschäftsführer. Und der hat gesagt, der Außendienst ist zu teuer. Es wurden an alle 14 Außendienstler in Deutschland Kündigungen ausgesprochen.
    Arbeitsamt angerufen. Ne, wenn Sie krank sind, brauchen Sie sich noch nicht melden. Aber ich habe es schon mal aufgenommen.
    Jetzt befinde ich mich auf dem Weg der Besserung. Nach ca. 4 Tagen brachte ich es fertig, etwas körperliche Arbeit zu verrichten.
    Hab Rasen gemäht. War inzwischen auch sehr viel (teilweise mit meiner Frau) spazieren. Habe Fotos gemacht und ganz viel hier gelesen.
    Bin durch die staatlich erzwungene Ruhe, selbst zur Ruhe gekommen. Obwohl ich mir sehr viel Sorgen mache. Weniger um mich, aber um die wirtschaftliche Situation in unserem Land.
    Ich denke allerdings an mich und werde versuchen, jetzt nach dem Wodkadebakel, alle meine geistigen Fähigkeiten so zu fokusieren, dass dies der letzte Alkoholabsturz meines Lebens war. Ich rede nur mit 2 Freunden und euch so offen. Das ist meine Vertrauensbasis und Unterstützung. Ich musste das jetzt alles mal so abschütteln, denn es hat mich befreit. Ich fühle mich jetzt entspannt und bin dankbar, dass ich dies schreiben konnte.

    Habe lange mein Problem negiert, bis es zu spät war. Stehe jetzt vor einer Situation, die ich noch nicht überschauen kann (Haus, Ratenzahlung, noch intakte Familie, Job weg, Führerschein weg).

  • Wow...


    Danke für dein Vertrauen und deine Ehrlichkeit!


    Ja, die staatliche Ruhe bringt einen selbst auch zur Ruhe.
    Und ich denke, es ist gut, wenn wir diese Zeit auch nutzen.
    Schon mal einen Vorsprung aufbauen, denn ich könnte mir vorstellen, dass es danach schwerer wird, wenn der alte Trott wieder da ist...


    Hast du sonst noch Hilfe ausser den beiden Freunden und dem Forum hier?

  • 'Guten Morgen,


    vielen Dank, für Deinen Bericht, wie es bei Dir mit dem Rückfall oder Rückfällen abgelaufen ist. Ich finde das sehr wichtig. Es ist zwar erschreckend zu lesen, weil man im ersten Moment denkt "Was? Das kann doch gar nicht sein", aber genau SO hat es mir immer meine Therapeutin erklärt, dass genau DAS eben passieren kann. Dass es unüblich ist, weil es meistens geplant ist, aber sie kannte von ihren Patienten auch Geschichten, die genau so abliefen, wie Deine. Einen Mann hab ich mal in der Gruppe kennengelernt, der dort nach weit über 20 Jahren ankam, weil ihm ein Rückfall so wie von Dir beschrieben passiert ist. Er benutzte übrigens genau das gleiche Wort. Es sei MECHANISCH abgelaufen. Ich finde es wie gesagt wichtig, da diese Art Rückfall ja eher nicht so das ist, was man im Kopf hat, wenn man an einen Rückfall denkt, dass davon berichtet wird.


    Meine Therapeutin meinte immer zu mir, ich solle mir in so einem Fall verinnerlichen, dass ich MEHRERE Chancen habe, einen Rückfall zu verhindern. Sie beschrieb nämlich genau die Situation, wenn die Flasche wie mechanisch im Einkaufswagen landet. Da hat man bereits die erste Möglichkeit STOP zu sagen. Der Rückfall ist noch nicht vollzogen, man kann sie immer noch zurückstellen. Dann ist da die Kasse. Auch da hat man noch die Möglichkeit STOP zu sagen und sie im Laden zu lassen. Auf dem Partkplatz kann man sie noch entsorgen. Die nächste Möglichkeit ist, dass man sie noch aus dem Auto werfen kann (nicht toll, aber geht notfalls auch :-D ). Sie meinte immer, selbst wenn die Flasche es bereits in die heiligen Wände nach Hause geschafft hat, kann man immer noch aussteigen. Man kann sie immer noch entsorgen und selbst wenn sie schon offen vor einem steht und das erste Glas vor einem steht, kann man immer noch STOP sagen und sie wegkippen und das Glas ebenfalls. Das erste Glas stehen lassen sozusagen. Bis man dort angekommen ist, ist ein weiter und langer Weg mit vielen Möglichkeiten, auszusteigen. Sie sagte mir öfter, dass wir das unbedingt verinnerlichen sollen. Weil ihr oft gesagt wurde, dass die Flasche im Einkaufskorb gelandet war, weil man kopflos und mechanisch reagierte und dass dann viele hinterher sagten: "Und dann hatte ich sie ja eh und der Rückfall war vorprogrammiert". Sie wollte halt darauf hinaus, dass es immer noch Möglichkeiten gibt, eine Fehlentscheidung vor dem Trinken wieder umzukehren.


    Entschuldige, dass ich Dein Tagebuch nun missbraucht habe, für diese Gedanken meiner Therapeutin, weil es bei Dir ja nun einmal anders abgelaufen ist und zum Rückfall kam. Aber es passte hier gerade ganz gut rein....


    Toll ist jedenfalls, dass Du hier her gefunden hast und wieder aufhören willst. Ich finde es wie gesagt immer erstaunlich, wenn jemand schon so lange trocken war und dann so etwas passiert. Aber es hält einen in der Realität. Danke dafür.


    Cadda

  • Hi Marianee,


    vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich finde in vielem, was du schreibst, mich selbst wieder. Und vor allem war es mir wichtig, zu erfahren, wie genau es zum mechanischen Rückfall kam. Ich glaube, es ist genau das, was sich trockene Alkoholiker nur sehr schwer vorstellen können, solange sie es nicht selbst erlebt haben. Bei mir geistern immer die Situationen durch den Kopf, in denen etwas passieren könnte, bzw. die allgemein kritisch sind. Aber das sind eben alles Dinge, denen ich aus dem Weg gehen kann oder die ich bewusst zulasse, während ich jederzeit die Möglichkeit habe, diese zu verlassen. Das macht die Sache natürlich recht einfach, da man ja die ganze Zeit wie ein Schießhund aufpasst, wie es sich anfühlt, was es mit einem macht. Meine Therapeutin war davon allerdings wenig begeistert. Ich sehe das nach wie vor anders, weil es mir durchaus etwas gebracht hat.


    Diese Erfahrung schützt mich allerdings nicht vor dem "mechanischen Rückfall", weswegen ich sehr dankbar für deinen Bericht bin.


    Mark

  • Hallo Jessica, hallo Cadda,


    zur Zeit befinde ich mich nur im Forum.
    Hatte einen Termin bei der Suchtberatung, der musste aus bekannten Gründen ausfallen.
    Weiterhin übe ich täglich Meditation, Zen-Meditation.
    Inzwischen denke ich, dass das Forum hier für mich eine sehr gute Lösung darstellt. Vielleicht brauche ich die Anonymität, um mich völlig frei zu artikulieren.
    Ich hatte bereits eine ambulante Langzeit. Über ein Jahr. Die war auch nicht so schlecht.
    Ich sah dennoch darin etwas meine Skepsis, weil einige Leute mauerten und dann jedesmal bei "speziellen" Geschichten von Gruppenmitgliedern hinterher ihren Senf abgeben mussten. Aber nicht in der Gruppe.
    Das hat mich sehr gestört.
    Das Leute, die in der Therapie waren und ihren Mund nicht aufkriegten, hinterher aber so taten, als wären sie etwas Besseres.
    Der moderierende Therapeut war richtig gut.
    Es ist ihm natürlich aufgefallen, diese Grüppchenbildung.
    Er hat auch gezielte Fragen an diejenigen gestellt.
    Die Antworten waren für mich verblüffend, weil es wie sich eine windende Schlange ankam.
    Mir ist klar.
    Der Alkohol (oder überhaupt viele andere Krankheiten) sortiert nicht aus.
    Ihm ist es gleichgültig, ob Professor, Akademiker, Krankenschwester, Bauarbeiter, Putzfrau oder arbeitslos.
    Diese Gleichstellung hat mir bei der Therapie etwas gefehlt.
    Es existierten selbsternannte Hierarchien.
    Ich war unendlich froh, als ich nach einem Jahr der ganzen Angelegenheit entfliehen konnte.
    Und genau so habe ich das auch bei meinen 2 Entgiftungen empfunden.
    Sicher sind wir alle unterschiedlichen Charakters.
    Aber sich dann auf eine höhere Stufe zu stellen, sollte nicht Sinn und Zweck sein.
    Jeder von uns hat eine Persönlichkeit. In dieser steckt auch die eine oder andere Macke. Auch hat jeder seine ureigensten Interessen.
    Ich hab dann immer für mich gedacht (vielleicht auch überheblich), lass die pseudointelektuellen ruhig nach der Doppelstunde lästern.
    Geh vorbei und sag: Tschüß.
    So hab ich es gemacht.


    LG, marianee

    Habe lange mein Problem negiert, bis es zu spät war. Stehe jetzt vor einer Situation, die ich noch nicht überschauen kann (Haus, Ratenzahlung, noch intakte Familie, Job weg, Führerschein weg).

  • Beispiel:


    Wir hatten einen ...


    - edit, Linde
    Bitte nichts aus realen Selbsthilfegruppen hier ins Forum stellen, danke.
    Das sind ja persönliche Lebensgeschichten, die ihr im vertrauensvollen Rahmen einer realen SHG-Sitzung erfahren habt. Sowas sollte dann auch vertrauensvoll behandelt werden. -

    Habe lange mein Problem negiert, bis es zu spät war. Stehe jetzt vor einer Situation, die ich noch nicht überschauen kann (Haus, Ratenzahlung, noch intakte Familie, Job weg, Führerschein weg).

  • Hallo marianee,


    Danke für deine aufmunternden Worte im offenen Bereich an mich.


    Ich hab gerade deine Rückfallgeschichte gelesen.
    Das muss ich erst mal verdauen, allerdings hilft es mir auch, ich dachte schon mein letzter Rückfall sei nicht mehr zu überbieten mit Peinlichkeit und voll bescheuerten Aktionen.
    Aber im Grunde spielt es im Nachhinein auch gar keine Rolle, wer was macht.
    Wichtig ist nur eins, aufstehen und die Hoffnung auf ein trockenes Leben niemals aufgeben.


    Lg Lia

  • Liebes Forum,



    hatte grad ne lange Geschichte geschrieben, jetzt ist sie weg.
    Von vorne.
    Tag 14, nach dem letzten Schluck.
    Ich fühle mich wohl. Der Alk hat mich nicht vollständig greifen können. Ich bin zunächst raus aus der Show.
    Seit einigen Tagen kommen die Süssigkeitsattacken und Appetit auf Espresso.
    Nehm ich so hin. Immer noch besser, als ne Flasche Bier zu stöpseln.
    Eines fällt mir auf. Sehr deutlich.
    Die Starre im Land, kommt mir persönlich gelegen.
    Weil die Ruhe, die scheinbare Ausgeglichenheit der Menschen, mir entgegenkommt.
    Gestern war ich einkaufen. Alles kam mir so diszipliniert vor. Auch hatte ich den Eindruck, dass mehr Freundlichkeit existiert.
    Ich sehe meine letzten drei Rückfälle inzwischen auch von einer ganz anderen Seite her betrachtet.
    Sie assoziieren mir, dass es eine Art Warnschuss gewesen ist.
    So als Aufforderung, etwas in meinem Leben zu ändern.
    Ich habe den Verdacht, dass sich mein Körper nur über eine Droge artikulieren konnte, da ich meine persönliche Logik sonst nicht abgeschalten hätte.
    2 Sachen erkenne ich in diesen Rückfällen.
    "Du musst etwas machen, um deinem beruflichen Stress zu entfliehen. Ich als Alkohol bin der schlechteste Ratgeber, aber ich treibe dich in die Verzweiflung, bis du begreiffst, es muss eine neue Ausgangssituation geschaffen werden. Dann kannst auch du mich verdammen. Schlag zwei Fliegen mit einer Klappe. Neubeginn, Alkohol dadurch passé."
    Wie komme ich dazu?
    In den letzten Jahren (trocken) baute sich ein kaum auszuhaltender Druck in mir auf. Nicht nur extern aufgeheizt, auch mein persönlicher Ehrgeiz hat mich getrieben. Beruflich. Noch bessere Ergebnisse zu erzielen, noch mehr Umsatz.
    Als das Unternehmen, für welches ich tätig war, im Jahr 2018 das beste Betriebsergebnis aller Zeiten hatte, hieß es: "Na, da muss doch mehr drin sein, so um die 10% Steigerung für 2019."
    Kein Wort der Anerkennung, kein Lob, nichts.
    Ich hab die Worte für mich persönlich interpretiert und dachte. Klar, es muss mehr kommen.
    Es kam aber nicht mehr, es wurde weniger. Da erst wieder.
    Die Ruhe im Land! Mir tut sie gut.
    Ich hab innerhalb von 2 Wochen so einiges meines selbstaufgebauten Drucks abgespült. Ich merke, wie mich eine innere Zufriedenheit erreicht.
    Hat der Alkohol dazu begetragen. Indem er mir einen Warnschuss gab?
    Es ist klar, ich muss achtsam sein.Ich darf ihn jetzt nicht vergöttern.
    Komisch ist, dass ich die letzten Jahre unter Zukunftsängsten gelitten habe. Obwohl ich keine hätte brauchen müssen. Der Job war gut dotiert. War ich unglücklich? Ja und nochmals ja.
    Jetzt, wo ich keinen Job habe und normalerweise Zukunftsängste haben müsste, habe ich keine.
    Und ich bin zufrieden mit mir. Zum ersten Mal seit Jahren, fühle ich mich frei und finde ein inneres Gleichgewicht.
    Da sind paar zusammenfassende Gedanken der Rückkehr in ein anderes Leben.
    Natürlich weiß ich, dass solche Situationen schnell ins Gegenteil kippen.
    Es ist aber keine Euphorie, die sich dahinter versteckt. Es ist ein neues Lebensgefühl, dies ahne ich.
    Solche Eindrücke verblassen natürlich mit der Zeit. Also heißt die Devise, Achtsamkeit und besonnene Herangehensweise. An alle kommenden Dinge des Lebens.
    Ich werde z. B. den Alkohol nie ausblenden. Ich möchte aber den Rest meines Lebens auf ihn verzichten.
    Ich will mich nicht jeden Tag mit ihm beschäftigen. Aber er ist allgegenwärtig und ich werde es auch wieder so zur Kenntnis nehmen. Er ist eben da, nur für mich nicht.


    LG, marianee

    Habe lange mein Problem negiert, bis es zu spät war. Stehe jetzt vor einer Situation, die ich noch nicht überschauen kann (Haus, Ratenzahlung, noch intakte Familie, Job weg, Führerschein weg).

  • Es ist aber keine Euphorie, die sich dahinter versteckt. Es ist ein neues Lebensgefühl, dies ahne ich.


    Du ahnst es nicht, du hättest das gerne so - meine Meinung.


    Ich werde z. B. den Alkohol nie ausblenden. ...
    Ich will mich nicht jeden Tag mit ihm beschäftigen. Aber er ist allgegenwärtig ...


    Für mich war wichtig, mir klar zu machen, dass ich dem Alk mein ganzes Leben lang auf Schritt und Tritt begnen werde. Deshalb hab ich nicht versucht, ihm aus dem Weg zu gehen.


    Ich bin weiterhin im Supermarkt an den Alkregalen vorbei gelaufen, an Weihnachtsmärkten, Biergärten, Jahrmärkten ...
    Ich hab ihn nicht gesucht, bin ihm aber auch nie bewusst aus dem Weg gegangen


    Im Hinterkopf immer den Gedanken:
    Irgendwann würde ich eh wieder auf Alk treffen und dann ist es doch besser, darauf vorbereitet zu sein, dass er überall zu finden ist, als plötzllich vor einer Situation zu stehen, in der ich unvorbereitet bin.


    Das kann natürlich jeder machen, wie er will ...

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