Schmidtty - Endlich weg vom Alkohol

  • Es sind ja nicht alle Arbeitgeber schlecht, aber es fängt bei mir an.
    Wenn ich keine Grenzen setze, dann werden diese gerne von der anderen Seite überschritten,
    so nach dem Motto „…..geht doch….“. Grenzen setzen ist für einen Alkoholiker überlebenswichtig.

    gesundheitliche Probleme würden reichen als Angabe. Mehr müsstest Du eh nicht erzählen. Eigentlich würde die Angabe, das Du mehr Zeit für Dich brauchst ja völlig reichen. Es geht schlicht niemanden etwas an.

    Das sehe ich auch so.

    Schmidtty Ich würde mir überlegen, was mein Ziel ist und dann das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen, Du kannst auch eine Arbeitszeitreduzierung ins Spiel bringen.


    Übrigens, es gibt das Arbeitszeitgesetz, da ist nach max. 10h/Tag Schluss. Der Arbeitgeber hat hier Fürsorgepflicht,
    bei Verstößen riskiert er eine empfindliche Geldstrafe vom Gewerbeaufsichtsamt.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Nayouk24 Ja, klar, aber wo kein Kläger, da kein Richter. Ich sehe jetzt zu, dass ich eben nur noch in ganz begrenztem Umfang Überstunden mache, obwohl das komplett konträr zu der Einstellung ist, die mir schon als Kind eingeimpft wurde. Wie gesagt, ich kann das nicht mehr und habe das auch schon offen kommuniziert. Nur den genauen Grund habe ich für mich behalten.

  • Hallo, einen schönen Sonntag wünsche ich euch!
    Ich war gerade eine Runde spazieren, wobei ich immer so mit 5.5 oder 6km/h laufe…also nicht zu langsam.
    Man muss das Wetter nutzen. Jetzt kommt mit großen Schritten der 🍂 Herbst.
    Vor der dunklen Jahreszeit graut mir immer besonders. Aber egal, ich habe mir diesmal vorgenommen, mind. 3mal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen.
    Gerade bin ich dabei, die ganze Wohnung auszumisten. Dazu hatte ich erst jetzt die Kraft, aber jetzt kann ich schon viel freier Atmen. Wie schön, die Couch ist wieder sichtbar. Nächstes Wochenende kommt der Kleiderschrank an die Reihe.

  • Du hörst Dich gut an und Dein Plan auch.
    Erfolgserlebnisse braucht der Mensch und wenn keine kommen, muss ich manchmal selbst dafür sorgen🙂

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • So, jetzt habe ich mal wieder einen Dämpfer bekommen. Habe die ganzen Schulbücher meines Sohnes in sein Zimmer geräumt, weil sie vorher die ganze Wohnzimmercouch blockiert haben. Daraufhin wurde ich jetzt abgeschrien, wie ich es wagen könnte, etc. Das ist auch so eine Situation, die ich mir früher schön getrunken hätte. Jetzt bin ich einfach nur unfassbar wütend. 😤

  • Wie kann er es wagen, sich mit den Schulbüchern in Deinem Wohnzimmer auszubreiten? Und dann auch noch laut werden?!

    Atme tief durch und mach Dir einen schönen Abend im aufgeräumten Wohnzimmer, Schmiddty!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Du nimmst wieder mehr die Rolle ein, die Dir zusteht. Das muss Dein Sohn auch erst wieder erfahren und sich darauf einstellen.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • An die Flasche denke ich dann, wenn mich mal wieder der Stress (sei es Beziehung, Familie, Arbeit) komplett überrollt.

    Die Situation ist Dir nicht unbekannt und wird sich sicher so oder in anderer Form wiederholen. Das nennt sich dann Alltag. Andere Menschen haben auch andere Probleme. Auch Dein Sohnemann. Es wird immer der Weg des geringsten Widerstandes genommen und Muddern ist schuld... weil... ja, das hatten wir schon.

    Aber Du hast es gemeistert.

    Jetzt bin ich einfach nur unfassbar wütend

    Hast Du schonmal einen Stier gesehen der zitternd in einer Ecke steht und aufgibt? Nein, er schnaubt und stampft, nimmt den Kopf runter und geht nach vorne.

    Niemand kann Dich dazu zwingen zu trinken. Dafür müssten sie Dich auf den Boden ketten und den Mund aufschrauben. Denk immer daran.

    Als nasses unsicheres Wesen warst Du leicht zu lenken und warst sowieso schuld. Das ist vorbei. Kopf runter und nach vorne.

    Sich selbst verzeihen…das ist für mich irgendwie schwierig, weil ich mein ganzes Leben lang nach Perfektion gestrebt habe. Gerade Rückschritte haben mich total fertig gemacht. Ich habe mein schwaches Ich verachtet. Mittlerweile glaube ich aber, dass ich wohl meinen Frieden schließen muss mit dem eben diesem Ich. Sich selbst zu akzeptieren ist vielleicht auch ein Zeichen von Stärke.

    Musst Du Dir immernoch verzeihen? Du musst Dir eigentlich nichts verzeihen. Du bist krank geworden. Menschen werden krank. Das passiert täglich und überall. Du hast Dich nicht ergeben. Das zählt wirklich. Verachtest Du Dich noch?

    Perfektion gibt es nicht, Menschen machen Fehler. Du darfst Fehler machen. Totale Kontrolle ist eine Illusion. Die gibt es auch nicht.

    Fortschritt im normalen Leben: zwei Schritte vor und einen zurück. Rückschritte sind normal und gehören dazu.

    Sich selbst zu akzeptieren mit allen Fehlern und Schwächen ist innere Stärke. Wenn es regnet, dann zieh Dir den Regenmantel an und lasse es abperlen. Hauptsache innen bleibt es trocken. So oder so.

    Das ist auch so eine Situation, die ich mir früher schön getrunken hätte.

    Du hast Deinen Körper und Dein Gehirn mit einem tödlichen Nervengift malträtiert und hast erwartet das dadurch irgendwas besser wird ?

    Was genau war da jetzt schön dran? Die Zeiten des guten Geschmacks und der Entspannung oder auch der Euphorie sind vorbei. Das funktioniert nicht mehr. Ebenso könntest Du Benzin oder Spiritus trinken. Eigentlich weisst Du das ja schon:

    Das ist komplett paradox, weil ich ja weiß, dass der Alkohol noch nie geholfen hat und es auch nicht wird

    Du bist wieder Herr Deiner Sinne, bist ansprechbar, kannst reagieren und agieren, Entscheidungen treffen, bist beweglich. Keine vergiftete Starre mehr. Ist das nicht toll? Jeden Tag?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo zusammen,

    einen guten Wochenstart wünsche ich euch!

    Mir graut vor dem heutigen Tag. Ich weiß, dass ich Ärger mit dem Chef bekommen werde, weil ich einen Fehler gemacht habe und konnte daher die ganze Nacht nicht schlafen. Furchtbar!
    Immer, wenn so eine Panikwelle hochschwappt, denke ich mit zunehmender Müdigkeit an „Selbstmedikation“. Ich weiß, dass dieses Gefühl wieder vergeht, aber es macht mir dennoch Angst. Heute wird kein Supermarkt oder Ähnliches aufgesucht.
    Mich ärgert, dass ich nach über einem Jahr Abstinenz dennoch sporadisch mit kurz aufflammendem Suchtdruck zu kämpfen habe….

    So, das musste jetzt einfach mal raus….

  • Hallo Schmidtty,

    das kenne ich auch: vor einer Situation weglaufen wollen. Und das stundenlange Grübeln in der Nacht, so dass die Müdigkeit es noch schlimmer macht.

    Bei mir ist es inzwischen nicht mehr mit Suchtdruck verbunden, bin schon ein paar Jahre trocken, aber den „Fluchtimpuls“ kenne ich noch immer.


    Hilft es dir, wenn du an heute Abend denkst, wenn das Gespräch mit deinem Chef bereits in der Vergangenheit liegt?


    Indem du heute Morgen hier geschrieben hast und dir dein Muster ins Bewusstsein geholt hast, bist du schon nicht mehr „willenlos ausgeliefert“.

    Ich drücke dir die Daumen für das Gespräch nachher.

    Viele Grüße

    Thalia

  • Guten Morgen Schmidtty,

    kannst Du sagen, wovor genau Du Angst hast? Ich meine, die Situation scheint ja klar zu sein. Du sagst selbst, es wird ein Gespräch (Ärger) geben, weil Du einen Fehler gemacht hast. Was soll da groß passieren? Es gibt keine Diskussionsfläche, da Du ja selbst einsiehst, einen Fehler gemacht zu haben. Wenn Du also sagst "Ja. Ich weiß. Ich hab einen Fehler gemacht, tut mir leid." Was soll dann noch groß passieren?

    Ansonsten habe ich vor unangenehmen Dingen auch schon mal den Tip von Thalia beherzigt (den ich von ihr auch schon einmal gelesen habe), mir vorzustellen, wie es mir NACH der Situation geht.

    Gut find ich auch, dass Du das hier gelassen hast. Ich hoffe, dass Dir das schon ein wenig geholfen hat.

    LG Cadda

  • Mich ärgert, dass ich nach über einem Jahr Abstinenz dennoch sporadisch mit kurz aufflammendem Suchtdruck zu kämpfen habe….

    Ist der Suchtdruck auch wegen der Reaktion deines Chefs aufgekommen oder allgemein?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Mich ärgert, dass ich nach über einem Jahr Abstinenz dennoch sporadisch mit kurz aufflammendem Suchtdruck zu kämpfen habe….

    So, das musste jetzt einfach mal raus….

    Ärgerlich ist, wenn man einen Fehler gemacht hat. Diesen Fehler jedoch einzugestehen, das finde ich sehr wichtig. Wem passieren keine Fehler beim Arbeiten?

    Aber ärger Dich nicht über Dein Suchtgedächtnis, es lässt Dich aufmerksam bleiben. Und Du passt auf Dich auf, sehr gut!

    Heute wird kein Supermarkt oder Ähnliches aufgesucht.

    Eine sehr gute Entscheidung, Schmidtty!

    Bestimmt verläuft das Gespräch nicht so, wie Du es Dir ausgemalt hast. Manches kann man einfach nicht vorhersehen. Vielleicht ist der Vorgesetzte auch Dir zugewandt und sieht, dass Du in der letzten Zeit zu viel Stress an der Arbeit hattest.

    Ich bin auf Deinen Bericht gespannt!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich werde heute Abend berichten. Mein Problem ist, dass ich so perfektionistisch erzogen wurde, dass jeder Fehler eine Katastrophe ist (zumindest in meinem Kopf). Ich wünschte es hätte mal früher jemand (meine Eltern?) zu mir gesagt, es ist passiert, alles ok, wir stehen hinter Dir.
    Ich glaube, dass hätte einen großen Unterschied gemacht.

  • Dann fühlt es sich für Dich vermutlich demütigend an, wenn Dein Chef Dir auch noch Deinen Fehler vorhält?

    Es ist schade, dass Du es nicht gelernt hast, Dich nicht fertig zu machen, wenn Du mal einen Fehler machst.

    Ich wünsche Dir, dass Du das trotzdem für Dich versuchen kannst, zu verinnerlichen.

    Denn eigentlich weißt Du das ja schon, dass es in Ordnung ist, auch mal einen Fehler zu machen. Das gilt nicht nur für Andere, sondern auch für Dich :)

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