Lotta - Partner trinkt

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Halli Lotta,

    Du darfst auf eine Alkoholiker wütend sein.


    Sehr sogar, wenn er dich verletzt, dich und deine (Kinder) Gefühle missachtet und dein (euer) Leben unerträglich macht.

    Ja; es ist eine Krankheit, doch die kann man stoppen, sie ist nicht "gottgegeben" , man kann etwas dagegen tun, sie sogar "heilen" , zum Stillstand bringen.

    Das passiert nicht oft, aber es ist möglich, wenn der Alkoholiker etwas tut, es will, "mithilft".

    So bitter es klingt, man hat (nur) die Wahl zwischen Krankheitsbegleitung, praktisch palliative Begleitung, man nimmt es hin und lebt damit oder man kämpft dagegen an.

    Wenn du dich von einem Alkoholiker trennst, entscheidest du dich nicht gegen ihn, sondern für Dich und dein Kind.


    Das klingt alles sehr vernünftig und ist es auch,

    wären da nicht die Gefühle, die Hoffnung.


    Die Hoffnung kannst du gleich begraben, solange er weiter säuft.

    Gefühle brauchen etwas länger, bis sie verkümmern.

    Ich habe das alles mit meinem Vater durch, mein Verstand war klar und wusste was zu tun ist, mein Gefühl ließ mich immer wieder das Gegenteil tun.

    Ich hoffte, jahrelang, wollte einfach die Hoffnung nicht aufgeben, mein Vater soff fröhlich weiter und ich litt fröhlich weiter.

    Einen Schlussstrich wollte ich nie ziehen, ich hatte es nie gelernt.

    " ... man muss doch helfen, du darfst die Hoffnung nicht aufgeben, alles wird gut ..." das hatte ich gelernt. Dass das alles nur fromme Wünsche waren, hatte man mir verschwiegen!


    Ich musste erst an meine Grenzen kommen, mir musste es erst richtig schlecht gehen, bevor ich mich von meinem Alkoholiker lösen konnte.


    Das ist wohl immer so, bei allen. ! ??

  • hallo Lotta,

    Darf man eigentlich wütend auf einen Alkoholiker sein?

    natürlich darfst du wütend sein, ist nur zu verständlich.

    Jetzt kommt das große ABER:

    es wird dir nichts nützen, Wut ist ein Gefühl, das dich lähmt. So war es bei mir. Wut hat dann wieder mal alle Gedanken auf den nassen Alkoholiker gerichtet und ich war meilenweit von mir selbst entfernt.

    Als Angehörige muß ich auf mich sehen, was ich für mich ändern kann, damit ich aus diesen Gedankenschleifen aussteigen kann. Jeden Tag auf`s neue. Selbst wenn "dein" Alkoholiker jetzt aufhören würde zu trinken, damit ist noch lange nicht alles gut.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Wie sah Dein Trinkverhalten aus?

    Ok, ich bin vlt. auch nicht der beste Ratgeber, da ich erst seit ca. 80 Tagen trocken bin.

    Ich hatte so alle zwei Wochen eine Phase (2,3 Tage), in denen ich mich betrunken habe. Erst so 3 bis 4 Bier in einer kleinen Kneipe auf dem Heimweg, dann daheim noch einen Sixpack. Abends um 20:00 Uhr lag ich dann im Bett und mit mir war nichts mehr anzufangen.

  • Natürlich darfst du wütend sein. Gefühle kommen und gehen. Deine Wut zeigt doch nur, dass deine Grenzen längst massiv überschritten sind. Wut ist eine gesunde Reaktion. Vielleicht kannst du deine Wut als gute Kraft nützen, damit du dich aus dieser Situation lösen kannst.

  • Hallo Lotta,


    wenn es dir damit besser geht kannst du ja deine Wut gegen den Alkohol richten. Aber wie Saphira sagt, natürlich dürfen wir auch wütend auf den Alkoholiker sein.


    Beispiel: meiner Freundin ihr Mann ist Herzkrank, Herztransplantation folgte, er ist/ war ein Eckel, unausstehlich. Sie war auch wütend auf ihn obwohl er so schwer erkrankt ist und hat ihn sogar verlassen weil sie sonst mit untergegangen wäre.


    Ja, zum Eigenwohl darf man (Kranke verlassen) wütend sein.


    Aber ob es dir etwas bringen wird-----? ob es dir hilft....? Eher nicht, so wie Morgenrot es dir geschrieben hat.


    Ich war auch oft wütend. Aber es hat mich kein Stück weiter gebracht.


    Erst als ich anfing auf mich zu schauen hat sich was verändert.

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