stoepf - Hilflos...mutlos...

  • Zitat

    Hast du Erfahrungen, wie jetzt ein richtiger und durchzuhaltender Weg für ihn wäre?

    Ich kann dir von meinen Erfahrungen berichten, wie ein richtiger und durchzuhaltender Weg für mich war, raus aus der dysfunktionalen Familie. Nur weiß ich nicht, ob du das hören möchtest.

    Lass ihn doch mal machen. Dort wird jegliche Hilfe angeboten und aufgezeigt, die es nur gibt. Er muss nur zugreifen.

    Lebst du mit deinen Eltern zusammen unter einem Dach?

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich kann dir von meinen Erfahrungen berichten, wie ein richtiger und durchzuhaltender Weg für mich war, raus aus der dysfunktionalen Familie. Nur weiß ich nicht, ob du das hören möchtest.

    Lass ihn doch mal machen. Dort wird jegliche Hilfe angeboten und aufgezeigt, die es nur gibt. Er muss nur zugreifen.

    Lebst du mit deinen Eltern zusammen unter einem Dach?

    LG, Linde

    Hallo Linde, danke für deine Antwort.

    Ich lebe alleine.

    Ja, ich muss auch irgendwie versuchen, ihn machen zu lassen. Ich hab nur so Angst, dass es nicht klappt.

    Meine Mutter und ich streiten auch ständig deshalb.

  • Liebe Alle,

    bereits im Jahr 2023 habe ich mich hier angemeldet und kurz meine Geschichte geschildert.

    Ich bin 36. Mein Papa ist Alkoholiker. Ohne Einsicht. 2023 das erste Mal in der Klinik (trinkt aber schon deutlich länger) zur Entgiftung gewesen. Mehr "braucht" er nicht. Ging dann sporadisch zur Psychotherapie. Dieses Jahr im Sommer einen Rückfall. Wieder Krankenhaus. Wieder nur Entgiftung. Diagnose Leberzirrhose. Mama und ich dachten das war der Wachrüttler. Er weinte auch deshalb. War bemüht sich gesund zu ernähren etc. Bis Donnerstag nichts getrunken. Jetzt wieder die gleiche Abfolge....Er trinkt nur dieses Wochenende...wir sollen Freiraum lassen. Wir üben zu viel Druck aus...er sei kein Alkoholiker, das sei nur eine Begleiterscheinung seiner Depression.

    Es lief gefühlt gut und gerade jetzt hätte ich absolut nicht damit gerechnet, dass er rückfällig wird. Er war offener. Optimistisch. Also der Rückfall passt rational absolut nicht ins Bild. Aber ja, die Sucht handelt da wohl anders...

    Ich habe mich schon im Sommer distanziert. Ihm auch in einem Brief erklärt, warum. Es zerreißt mich zu sehen, wie er sich umbringt, weil ich ihn so sehr liebe. Ich kann auch mit den Bildern im Kopf schwer umgehen. Kommt zb blutig nach Hause, weil gestürzt etc. Das macht mich so fertig.

    Mein Problem ist es, mich zu distanzieren. Ich kann den Kontakt zu ihm abbrechen. Aber ich müsste auch den Kontakt zu Mama abbrechen, um nichts mehr mitzubekommen. Das will ich eigentlich nicht. Wie kann ich hier einen Mittelweg finden? Was würdet ihr mir raten? Ich merke, dass ich aufpassen muss, nicht selbst wieder in ein Loch zu fallen....Liebe aber meinen Papa. Und will auch für Mama da sein...Ich fühle so viel Schmerz und Hilflosigkeit gerade. Ich weiß eigentlich, dass ich ihm nicht helfen kann. Überlege aber gefühlt 24/7, was ich wie gemacht habe und fühle mich auch schuldig...

    Danke für eure Hilfe


    LG Stephie

  • Guten Abend Stephie,

    Deine Themen habe ich zusammengefügt.

    Bitte eröffne kein weiteres Thema für Dich, sondern schreibe einfach hier unten weiter.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Gelesen bestimmt schon, nur in der Nacht noch nicht geantwortet, wir sind hier kein Live-Chat.

    Wie geht es dir denn heute? Schreib ruhig, was Dich bewegt, auch wenn Du nicht immer ( gleich) eine Antwort erhältst.

    Alles Gute!

    Das war auch kein Angriff sondern einfach eine Frage. Ich wusste nicht, ob ich meine Nachricht noch mal posten muss.

    Mir geht es beschissen. Ich bewege mich zwischen nichts wissen wollen aber es dann doch nicht schaffen und Mama fragen. Er ist zuhause geblieben heute. Hat jetzt Urlaub genommen...Ich denke die Spirale wird weiter abwärts gehen.

  • Hallo Stephie,

    Es tut mir Leid, dass du nun über einen so langen Zeitraum so viel mit deinem Vater durchmachst!

    Ich kann dir erzählen, dass ich aktuell einen "Mittelweg" gehe, denn mein Vater ist ebenfalls alkoholabhänig und an einen Punkt gelangt, an dem es für ihn lebend höchstwahrscheinlich keinen Weg mehr aus der Sucht geben wird. Mein Vater und ich hatten zuvor einige Jahre keinen Kontakt und das tat mir gut.

    Ich habe allerdings den Eindruck, dass du aktuell so unter der Situation leidest, dass ein Kontaktabbruch (zu ersteinmal) besser wäre. Ich bin auch der Meinung, da man ja als EKA einem ständigem Gefühlschaos und Gedankenkarusell ausgesetzt ist, sollte man sich stets die Möglichkeit offen halten, den Kontakt immer kurzfristig abbrechen zu können.

    Wenn dich das alles zu sehr mitnimmt, rate ich dir professionelle Hilfe auch außerhalb dieses Forums zu suchen.

  • Mein Problem ist es, mich zu distanzieren. Ich kann den Kontakt zu ihm abbrechen. Aber ich müsste auch den Kontakt zu Mama abbrechen, um nichts mehr mitzubekommen. Das will ich eigentlich nicht. Wie kann ich hier einen Mittelweg finden?

    Hallo Stephie,

    das kenne ich sehr gut. Ich habe mal ca. 10 Jahre den Kontakt zum Elternhaus einschlafen lassen. Es hat sich vollkommen falsch angefühlt, vor allem an Feiertagen oder Geburtstagen. Es hat mich innerlich fast zerrissen. Es fiel mir unfaßbar schwer den Abstand aufrecht zu erhalten. Alles in mir drin schrie: Soooo schlimm ist es doch gar nicht...

    Ich habe es durchgehalten, ich bekam (oder hatte vorher schon) Depression und PTBS und war wirklich ewig in psychotherapeutischer Behandlung.

    Mit den Jahren ist aus dem äußeren Abstand ein innerer Abstand zu ihnen geworden. Ich kann inzwischen ganz gut bei mir bleiben, wenn ich mit ihnen zu tun habe. Denn das habe ich in der Zwischenzeit wieder. Sie sind sehr alt inzwischen.

    Ich kann am besten Vormittags hingehen, ich halte die Kontakte sehr kurz, wenn ich Besorgungen abzuliefern habe stelle ich sie auch mal nur auf die Treppenstufe. Also unterm Strich schaue ich tagesabhängig, wie ich mich fühle.

    Es gibt Tage, da kann ich gar nicht hin, obwohl ich gerne will. Dann gibts Tage, da bin ich zweimal dort, jeweils für wenige Minuten, aber herzlich.

    Versuche deinen eigenen Weg zu finden. Es gibt nämlich nur dein eigenes richtig. Vergleichen mit anderen Familien bringt nichts. Nimm dich wichtig. Entscheide was für dich wann geht und was nicht. Du kommst und gehst wie es für dich passt und du rechtfertigst dich nicht. Ich sag oft: Ich hab noch was vor, tschühüüs. Fertig, das muß reichen.

    Du kannst jeden einzelnen Tag für genau diesen einzelnen Tag entscheiden. Nix ist fix und fest für alle Zeiten.

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Er trinkt nur dieses Wochenende...wir sollen Freiraum lassen. Wir üben zu viel Druck aus...er sei kein Alkoholiker, das sei nur eine Begleiterscheinung seiner Depression.

    Hallo Stephie, deine Geschichte berührt mich sehr! Und deine geschriebene Verzweiflung zu lesen ist herzzerreißend. Offensichtlich und allerdings wird deine Sorge und Emotionalität, dein offenes und ehrliches Gefühlsbuch, das du deinen Eltern präsentierst und an dem du sie teilhaben lässt, nicht erwidert. (Meine Mama sagt sie kann sich über all das, über das ich mir Gedanken mache, keine machen, sonst würde sie kaputt gehen. Und meine Gedanken würden sie nur noch mehr runterziehen und ich würde eh alles schwarz sehen und nicht an ihn glauben.)

    Aber vor allem das, was dein Vater von sich gibt (Entschuldigung für diesen flapsigen Ausdruck - es widerspiegelt aber genau das Entgegengebrachte)sind nichts, aber schon gar nichts anderes als Ausreden. Millionenfach - von vielen Alkoholikern schon ausgesprochen (inkl. meiner Wenigkeit zu meinen damaligen, GsD vergangenen Tiefpunkten) um sich Luft, oder - vielmehr doch - Alkohol zu (be-)schaffen. Und wir wissen doch alle, dass das am Anfang von einem von vielen weiteren (blutigen) Vollsuff steht. Was den jetzigen (irrationalen) Zeitpunkt betrifft, nur eine Vermutung bzw. ein Gedanke: Ist die (Vor-)Weihnachtszeit irgendwie belastend, emotional negativ aufgeladen, traumatisierend für deinen Vater?

    Ich verstehe dich sehr, dass du deine Mama und deinen Papa liebst und an ihnen auch hängst. Über Co-Abhängigkeit wurde soviel schon geschrieben und ebenso viele Ratschläge gibt es dazu. Und die kennst du wohl auch alle selbst zur Genüge, wie sie auch viele Co-s (mich selbst eingeschlossen) theoretisch kennen. Dass man da nicht so leicht raus kommt, steht aber natürlich auf einem ganz anderen Blatt Papier. Deshalb möchte ich dir ganz einfach nur viel, viel Kraft und auch Selbstvertrauen FÜR DICH PERSÖNLICH wünschen.

  • Danke euch allen, für Eure Anteilnahme.

    Ich versuche für mich einen Weg zu finden. Ich merke, dass ich immer wieder mit meiner Mutter aneinander gerate, weil wir nicht komplett gleich denken. Das liegt bestimmt in der Natur der Sache. Aber in meinem Empfinden handelt sie nicht richtig. Ich weiß auch, dass es wahrscheinlich kein richtig und falsch gibt. Es fühlt sich aber manchmal so an.

    Ich versuche es irgendwie zu schaffen, mich rauszuholen, gleichzeitig aber den Kontakt zu ihr nicht zu verlieren.

  • Eine Sache jedoch treibt mich gerade um. Eine Freundin schrieb mir, wenn er sich "sowieso tot trinkt", ob ich die Sache dann nicht angehen will, als hätte er eine andere Krankheit und nur noch dieses eine Weihnachten. Ich habe jetzt schon fast ein schlechtes Gewissen, weil ich eigentlich nicht mit ihm Weihnachten verbringen wollte. Was aber wenn er wirklich bald stirbt und ich war dann nicht da an Weihnachten. War das dann falsch. Meine Gedanken Rasen gerade wieder durch meinen Kopf....Ändert die Idee der Ansicht meiner Freundin etwas? Müsste ich jetzt denken ja stimmt, dann gehe ich hin, weil unser letztes Weihnachten? Oh mann....

  • Hallo Stoepf,

    ich kann total nachvollziehen wie es Dir geht. Ich hatte Dir auch schon einmal geschrieben, vor ca. Einem Jahr.

    Ich hänge immer noch mit dieser ganzen scheisse fest..mal mehr Mal weniger. Manchmal kann dir keiner einen Tip oder Ratschlag geben. Du musst das machen womit du dich besser fühlst.

    Ich merke aber auch das in der nassen Phase so wenig Kontakt wie möglich zu haben am besten ist. Ich merke das es mir auch einfach nicht gut geht damit alles mit zu bekommen.

    Außerdem merke ich das ich auch von beiden Seiten von meiner Mutter und meinem Vater instrumentalisiert werde.

    Also wäre mein Fazit schaue womit es dir am besten geht. Hast du etwas von einem Besuch? Ich dachte auch immer ich kann das nicht..wenig Kontakt ect.

    Aber mittlerweile bin ich auch so weit, ich kann auch bald nicht mehr.. interessiert nur keinen. Fragt Mal jemand wie es Dir geht?

    Liebe Grüße Du bist nicht allein

  • Was aber wenn er wirklich bald stirbt und ich war dann nicht da an Weihnachten. War das dann falsch.

    Die Idee deiner Freundin war vielleicht ja sogar nett gemeint in Sinne von "nicht dass sie das in Zukunft bereut" aber es ist natürlich nicht ihr Leben und sie weiß vermutlich nicht (hoffe ich für sie) was das bedeutet. Du darfst das absolut selbständig entscheiden.

    Mein Großvater ist genau wie ich Alkoholiker, allerdings hat er den Absprung nie geschafft. Letztes Weihnachten habe ich ihn besucht und während er sich in meiner Anwesenheit betrunken hat (war selbst erschrocken, mit der Intensität hatte ich nicht gerechnet) ist auch langsam das Bild, das ich von meinem Großvater hatte zerbrochen. Lallend immer die gleichen Geschichten und als Alkoholiker weiß ich ja selbst, dass ich ihn nicht helfen kann.

    Was ich damit sagen möchte und deine Freundin vermutlich nicht bedacht hat: es kann auch ein ganz furchtbares Weihnachten mit ihm werden und du bereust es überhaupt zugesagt zu haben. Stell dir Situation mit ihm und Alkohol vor und wenn sich alles bei dir in der Magengrube zusammenzieht hast du eventuell bereits deine Antwort.

  • Ich habe jetzt schon fast ein schlechtes Gewissen, weil ich eigentlich nicht mit ihm Weihnachten verbringen wollte. Was aber wenn er wirklich bald stirbt und ich war dann nicht da an Weihnachten. War das dann falsch.

    Das, was deine Freundin sagt, ist nur dann von großer Bedeutung, wenn Dir wichtiger ist, was sie denkt als was Du denkst bzw. fühlst. Ich finde es wichtig, dass Du Dich und deine Gefühle ernst nimmst. Du bist wichtig - und wie Linde schon schrieb: Es gibt nur Dein eigenes Richtig.Es ist ok, wenn Du dieses Jahr Weihnachten verbringst, wie Du das willst.Vertrau auf Dich. Bleib bei Dir.

  • Danke euch allen für eure Nachrichten. Wie vermutet, hat sich die Frage nach Heiligabend erledigt. Denn er hat sich heute wieder die Kante gegeben. Nachdem sich meine Mama zuvor wieder darauf eingelassen hat, dass es ihm ja leid tut und er Mittags ja einen Termin beim Psychologen hat. Pustekuchen. Ne Stunde später war es erledigt.

    Sie hat nun einen Koffer gepackt und ist zu meiner Cousine. Hat ihm geschrieben, dass sie weg ist. Dass sie das nicht mehr mitmacht. Ich weiß nicht, was jetzt passiert. Sie will ein paar Wochen bei meiner Cousine bleiben. Was er jetzt macht...habe so viele Bilder im Kopf.

  • Hallo, guten Abend.

    Du hattest zuvor geschrieben, daß du mit deiner Mutter aneinander gerätst, weil ihr nicht komplett gleich darüber denkt. Aber das geht ja gar nicht. Sie ist die Frau, du bist die Tochter. Sie ist jetzt erst einmal raus.

    Was hast du damit gemeint, daß sie nicht richtig handelt? Sollte sie bleiben? Sollte sie gehen? Für jeden gibts ja eine eigene Schmerzgrenze, ab der er einfach nicht mehr länger im destruktiven, suchtkranken System drinbleiben will.

    Ihr habt beide keinen Einfluß auf seine Entscheidungen. Es kann sein, daß er wie so viele andere Alkoholiker an seiner Sucht zugrunde geht. Ich habe das im engen Familienumfeld schon erlebt und es war sehr grausam. Ich habe schlimme Erinnerungen daran. Erst später ist mir das Ausmaß eines Gefühls bewußt geworden, was ich so damals gar nicht wahrgenommen habe: mein Ohnmachtsgefühl.

    Einfach absolut nichts tun zu können, das ist ja etwas, was einem im "normalen Alltag" so nicht begegnet. Ich konnte meine eigene, teils schwierige Situation verbessern oder beeinflussen. Aber bei Suchterkrankungen von Angehörigen steht man machtlos daneben.

    Das einzige was man machen kann ist den Abstand verändern und Häufigkeit oder Ort der Begegnungen selber festlegen.

    Nur weil Weihnachten ist, ändert das ja nichts an der Sucht.

    Magst du etwas für dich selbst planen?

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich versuche für mich einen Weg zu finden.

    Liebe Stoepf

    Soeben habe ich deinen Faden gelesen. Es tut mir sehr leid, dass du dich in dieser verzwickten Lage befindest. Du versuchst für DICH einen Weg zu finden - ein sehr guter und wichtiger Punkt.

    Meine Eltern sind beide Alkoholiker. Sie sind schon seit langer Zeit geschieden. Meine Mutter trinkt täglich und an gesellschaftlichen Anlässen lässt sie sich volllaufen und wird sehr ausfällig. Ich habe mich deshalb entschieden, Sie nicht mehr an irgendwelche Anlässe zu begleiten weil es mich einfach nur fertig macht. Mein Vater trinkt auch täglich. Ab 11.00 Uhr fängt er an zu trinken, von 13.00 bis 16.00 Uhr macht er eine Pause (Mittagspause-er wohnt in einem Land wo es mittags/nachmittags sehr heiss ist) ab 18.00 Uhr trinkt er wieder den ganzen Abend bis er zu Bett geht.

    Ich lege im Normalfall die Zeiten in denen wir uns treffen (oder im Falle meines Vaters "telefonieren") so, dass sie am Vormittag oder am späten Nachmittag stattfinden. So fühle ich mich wohler und ich erlebe die Person dann (leider nicht wirklich) aber eher "nüchtern" und das finde ich, sind sehr schöne Momente. Für Weihnachten und Geburtstage mache ich bewusst eine Ausnahme..... Und rapple mich danach wieder auf. Ich weiss, das hört sich merkwürdig an. Ich möchte Ihnen an diesen besonderen Tagen "eine Freude machen" und da sein. Was den Rest des Jahres angeht schau ich aber auf mich, ich muss mir das nicht mehr geben. Den Kontakt zu meinen Eltern halte ich, er beschränkt sich aber auf maximal alle 2 Wochen. Ich finde da darf man ruhig an sich und sein Wohlbefinden denken.

    Ich wünsche dir, dass du für dich unter diesen schwierigen Umständen deinen Weg finden kannst der für DICH stimmig ist und für niemand anderen. Alles Gute für dich.

  • Liebe Stoepf :)

    Ich habe deinen Post gelesen und habe mich bezüglich deiner Situation sehr angesprochen gefühlt, weil ich deine Gefühlslage total gut nachvollziehen kann. Mein Vater ist auch Alkoholiker seit dem ich denken kann und er macht was er will, egal wie viele Gespräche man geführt hat, egal was man ihm an Hilfe angeboten hat. Für mich war ein Kontaktabbruch sehr heilsam, da ich dadurch verstanden habe, dass ich nichts tun kann, da mein Vater trotz Kontaktabbruch (also Verlust des Kindes; ist mE vielleicht der WorstCase den Eltern erleben können) sich nicht bewegt hat um sich Hilfe zu suchen. Dazu muss ich jetzt aber sagen, dass der Kontakt wieder hergestellt ist, aber ich mit einer völlig anderen Sichtweise an die Thematik gehe.

    Das Lesen im Forum hat mir oft sehr geholfen! Vorallem immer wieder zu lesen, dass der Alkoholiker alles selbst in der Hand hat..ich kann dir gar nicht sagen wie oft ich diesen Satz gelesen habe und lesen musste, damit ich ihn auch fühlen konnte.

    Ein weiterer Punkt, der mir hilft ist ein Mantra aus dem Yoga "Gedanken kommen, egal ob positiv oder negativ, und ich kann und darf diese wieder ziehen lassen; ich akzeptiere, dass sie da sind und dann lass ich diese Gedanken wieder weiterziehen und kümmere mich um mich". Heißt für mich, ich denke über meinen Vater nach und fange an zu überlegen was er wohl treibt usw. Also alles was dazugehört und dann versuche ich die Emotionen rauszunehmen. Die Gedanken sind da, ich akzeptiere diese und dann geht's mit dem was ich gerade mache weiter...mein Vater kann Hilfe finden, wenn er möchte..er muss aber den ersten Schritt machen und es hilft ihm nicht, wenn ich mich in meinem zu Hause emotional reinsteigere. Und das soll überhaupt nicht wartend sein!! Bitte also nicht missverstehen!!

    Zu Weihnachten werde ich es jetzt so händeln: Ich werde meinen Vater anrufen und ihm sagen, dass ich grundsätzlich gerne Weihnachten mit ihm feiere, aber nur unter der Bedingung, dass er nicht trinkt. Sollte das der Fall sein, werde ich nach Hause fahren. Er kann dann entscheiden was er damit macht und egal wie diese Entscheidung aussieht, ich habe einen Fahrplan für MICH.

    Ich glaube es ist nicht möglich, auch wenn das lange mein Wunschdenken war, einen schönen Kompromiss zu finden mit dem sich alle wohl fühlen und keiner zu kurz kommt. Ich glaube in dem Umgang mit einem Alkoholiker braucht es ganz klare Regeln, an die ich mich als Angehörige halten kann.

    Auch wenn du deinen Vater nicht gehen lassen möchtest (was ich soo gut verstehen kann), ist es, glaube ich wichtig, dass du dir klar machst, dass dein Papa halt auch macht was er will. Dein Papa macht sich ziemlich sicher nicht die Gedanken und die Sorgen, die du dir machst und das war, ehrlich gesagt, irgendwann ein Punkt, der mich selber total genervt hat. Warum soll ich meine Hirnmasse zerbraten für jemanden, der macht was er möchte? Der nicht darauf hört und die Sorgen, die kommuniziert werden nich ernst nimmt? Und ich finde das kann sehr sehr erschöpfend und ermüdend sein.

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