Leonie80 - Die Sonne scheint wieder...

  • Guten Morgen,

    die Sache mit dem Zitieren muss ich nochmal üben 🙈

    Die Nacht war nicht so gut. Mein Hund hat sich übergeben. Aaaber ich bin nicht mehr so gerädert als an den Tagen zuvor.

    Als ich gestern Abend heimfuhr, bemerkte ich wieder den Automatismus in meinem Hirn. Daheim setze ich mich hin und trinke was! Ich erschrecke jedes Mal wenn der Gedanke mich erwischt! Ich spreche dann mit meinem Gehirn gedanklich. „Nein, liebes Gehirn, wir setzen uns nicht hin und trinken was! Es ist kein Alkohol mehr im Haus und wir brauchen den auch nicht und auch nie wieder“. Schräg irgendwie aber es hilft. Ich habe dann etwas Leckeres gegessen und bin ins Bett gegangen.

    Es ist schön, nüchtern einzuschlafen und ohne Kater aufzuwachen. Die Tage geben mir wieder neue Perspektiven. Ich kann klar entscheiden wie ich den neuen Tag gestalte.

    Tag 8 ohne Alkohol. Heute trinke ich nicht.

    Habt alle einen guten Tag 😊

  • Es ist nichts Positives daran. Kein Genuss. Es schmeckte nicht. Es war reines Abschiessen.

    Draußen immer schön den Kopf hochgehalten und alleine daheim gesoffen als gäbe es kein Morgen mehr.

    Vielen Dank für diese Worte.

    Für andere mag das ja ‚nur‘ eine Feststellung zu deinem Erlebten sein, aber mich berührt das gerade so sehr, dass ich weinen muss. Da kommt gerade ganz viel hoch bei mir und trotzdem empfinde ich gerade eine tiefe Dankbarkeit. Ich bin nicht alleine mit meinem Erlebten.

    Ich wünsche dir eine ganz schönen 8 nüchternen Tag.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Vielen Dank für diese Worte.

    Für andere mag das ja ‚nur‘ eine Feststellung zu deinem Erlebten sein, aber mich berührt das gerade so sehr, dass ich weinen muss. Da kommt gerade ganz viel hoch bei mir und trotzdem empfinde ich gerade eine tiefe Dankbarkeit.

    Hallo Stern. Fühl dich ganz fest gedrückt. Ich empfinde das Weinen mittlerweile als Befreiung. Lass es raus. Das gehört dazu.

    Ich hab letzte Woche nach langer Zeit, nach meinem letzten Saufabend den ganzen Tag geweint. Es hat gut getan.

    Da kam alles hoch und da wusste ich, JETZT ist Schluss mit der Selbstzerstörung.

    Ich tu mir das nicht mehr an. Die eigene Vernichtung allein im stillen Kämmerlein.

    Ich bin um jeden Tag dankbar ohne Alkohol.

    Auf auf in ein neues Leben!

  • Ich empfinde weinen auch sehr befreiend. Es ist gut, weinen zu können.

    Es ist vorbei, es ist endlich vorbei.

    Dafür bin ich sehr dankbar, jeden Tag.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo ihr Lieben,

    Tag 9. Heute trinke ich nicht.

    Ich war bei der Therapie.

    Es hat wieder sehr gut getan.

    Meinen Notfallplan ausgearbeitet, sollte es brenzlig werden.

    Es ist schön, sich selbst wieder finden und sich Zeit für sich nehmen zu dürfen.

    Die eigene Geschichte und Traumata aufzuarbeiten. Darüber zu sprechen und Lösungsansätze zu finden. Bei klarem Geist und klaren Gedanken.

    Ich realisiere jeden Tag mehr, wie ich mit meinen Saufgelagen die Situation, mein Leben usw. immer mehr verschlimmert habe. Wie viele Lücken es gab in den ganzen Jahren weil ich mich so dermaßen abgeschossen habe und vernebelt durch s Leben gestrauchelt bin.

    Ich hab zwar viel geschafft. Geschafft, ja, mehr auch nicht. Von Lebensqualität keine Spur. Es war eine Lebensquälerei!

    Ich bin so dankbar, wieder klar und bewusst am Leben teilnehmen zu können.

    Ich empfinde wieder richtige Freude. Ich bin klar, wie lange nicht mehr. Ich habe Hunger auf s Leben. Ich freue mich auf jeden neuen Tag. Einer ist besser, einer schlechter. Trotzdem ein neuer Tag, an dem ich nüchtern aufwachen und auch nüchtern einschlafen darf.

    Die Vergangenheit kann ich nicht mehr ändern. Sie gehört zu mir und meinem Leben dazu. Ich bin nicht stolz darauf aber ich lerne, das Vergangene anzunehmen.

    Das Beste was ich für mich tun konnte, war, mir endlich Hilfe zu suchen. Es war für mich 5 vor 12!

    Ich verspüre gerade eine sehr große Dankbarkeit.

    Habt alle einen guten Tag!

  • Die Vergangenheit kann ich nicht mehr ändern. Sie gehört zu mir und meinem Leben dazu. Ich bin nicht stolz darauf aber ich lerne, das Vergangene anzunehmen.

    Das ist so. Die Vergangenheit kannst du nicht ändern.

    Zu lernen, das Vergangene anzunehmen, ist ja auch Akzeptanz.

    Ich habe für mich akzeptiert, dass ich Alkoholiker geworden bin. Und ich habe akzeptiert, dass es für mich unmöglich ist, auch nur einen einzigen Schluck Alkohol zu trinken. Dass Alkohol bei nix hilft und nix einfacher macht, weiß ich ja schon lange. Du weißt da ja auch.

    Letztendlich war das auch gar nicht mehr der Grund, warum ich gesoffen habe. Ich habe nur noch gesoffen, weil ich saufen musste….weil ich alkoholabhängig geworden bin.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag 9. 😀

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Dass Alkohol bei nix hilft und nix einfacher macht, weiß ich ja schon lange. Du weißt da ja auch.

    Letztendlich war das auch gar nicht mehr der Grund, warum ich gesoffen habe. Ich habe nur noch gesoffen, weil ich saufen musste….weil ich alkoholabhängig geworden bin.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag 9. 😀

    Das saufen „müssen“ kenn ich auch zu gut. Ich war ganz nervös wenn ich nichts oder nicht genug im Haus hatte. Ne halbe Flasche (z. B. Wein oder Sekt) noch…. Da musste ich aber nochmal los. Lieber n bisschen mehr, dass es für nächstes Mal noch reicht. Für das nächste Mal war fast nie was übrig weil ich meist alles am selben Tag vernichtet habe. Teilweise (über ein paar Wochen) trank ich auch nur ein Glas und da war der Gedanke „ich kann kontrolliert“ trinken! Nein! Ein Alkoholiker kann niemals kontrolliert trinken! Geht ein paar Mal gut und der nächste Abschuss bzw. Absturz ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Es funktioniert nicht! Basta!

    Finger weg! Komplett! Kein vielleicht etwas weniger, mal Pause machen, nur am Wochenende usw.! Alles Trugschlüsse!

    Ich bin aus dem nassen Sumpf rausgekrabbelt! Ich bin froh, jetzt trockene Füße zu haben! Ein geistiges Warnschild vor dem Sumpf (im übertragenen Sinne) und bloß nie wieder auch nur ansatzweise in die Richtung der nassen, dreckigen, stinkenden Brühe kommen!!!

  • Ich war bei der Therapie.

    Es hat wieder sehr gut getan.

    Meinen Notfallplan ausgearbeitet, sollte es brenzlig werden.

    Hallo Leonie,

    Ich habe auch einen Notfallplan in der Geldbörse, für den schlimmsten Fall. Den habe ich, speziell auf mich zugeschnitten, mit meiner Therapeutin in der Reha ausgearbeitet. Das ähnelt dem Notfallkoffer hier im Forum, aber ist auf mich angepasst.

    Schön, das du dich so entwickelst und wieder bewusster am Leben teil nimmst.

    Weiter so!!

    Lg

    Eddi.

    Beurteile niemanden so einfach, du weisst nicht ,was er schon durchgemacht hat. :/

    Was man fertig hat, kann man nicht vergessen haben! :D

  • Hallo Leonie,

    Ich habe auch einen Notfallplan in der Geldbörse, für den schlimmsten Fall. Den habe ich, speziell auf mich zugeschnitten, mit meiner Therapeutin in der Reha ausgearbeitet. Das ähnelt dem Notfallkoffer hier im Forum, aber ist auf mich angepasst.

    Ja, so sollte ich das auch machen. Im Geldbeutel bei mir haben.

    Finde ich gut. Sollte es zum Notfall kommen, kann man nicht mehr normal denken und man hat was, woran man sich orientieren kann.

    Für einen Nichtbetroffenen kann sich das evtl. bekloppt anhören aber uns rettet es ggf. vor einem Rückfall!

    Ich hoffe, dass ich den Plan nie brauchen werde aber er gibt ein Stück Sicherheit.

    LG

    Leonie

  • ….Ich hab zwar viel geschafft. Geschafft, ja, mehr auch nicht. Von Lebensqualität keine Spur. Es war eine Lebensquälerei!

    Das finde ich richtig gut!

    Ich kenne das von mir auch. Ich war zwar stolz ( oder so was ähnliches) das ich so fleißig war. Aber keine Freunde über das Geschaffte. Und zum Schluss in den letzten Monaten schaffte ich eigentlich nix mehr. Nur noch arbeiten, trinken, schlafen. Das war’s. Gruselig!

    Bleib dran. Es lohnt sich wirklich!

    Grüße

  • Das finde ich richtig gut!

    Und zum Schluss in den letzten Monaten schaffte ich eigentlich nix mehr. Nur noch arbeiten, trinken, schlafen. Das war’s. Gruselig!

    Bleib dran. Es lohnt sich wirklich!

    Grüße

    Oh ja das kenne ich auch zu gut. Arbeiten, saufen (sorry ich mag es nicht freundlicher betiteln). Kater bekämpfen, ein Tag Pause und am nächsten Abend das gleiche, elende Spiel von vorne.

    Widerlich! Das ganze Leben zieht vorbei, man kämpft sich im Delirium da durch. Das kann s und darf s nicht sein.

    So will ich das nie mehr haben.

    Ich bleibe dran! So wie es jetzt ist (ohne Alk), ist es ganz anders und so schön.

    Liebe Grüße

  • Tag 10. Heute trinke ich nicht.

    Ich hatte heute ein „Wow-Erlebnis“. Ich saß draußen und plötzlich fiel mir auf, wie gestochen scharf ich die Bäume, Gräser und das Blätterrascheln sah. Ich fühlte mich, als hätte ich Adleraugen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das Alles zuletzt so wahrgenommen habe. Absolute Klarheit! Es war richtig schön und gleich hatte ich wieder ein Glücksgefühl und eine ganz tiefe Dankbarkeit.

    Es sind ganz kleine Dinge, die plötzlich ein wahnsinnig positives Gefühl aufkommen lassen. Ich fühle mich wie ein kleines Kind, das laufen lernt und seine Umwelt entdeckt.

    Spannend! 😊

    Liebe Grüße und einen guten Abend euch. 🍀

  • Du kannst einem Moderator Bescheid geben, wenn Du eine gute Idee für die Überschrift hast. Bitte nicht zu lang. 😉 Wir ändern es dann für Dich.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Der neue Titel passt so viel besser. 😀

    Jeden Tag soll die Sonne für dich scheinen ….und selbst, wenn sie mal von Wolken verdeckt ist, du weißt es: Die Sonne scheint wieder …..

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Guten Morgen,

    Tag 13 nüchtern. Heute trinke ich nicht!

    Ich werde wieder ohne Wecker wach und zum Frühaufsteher. Lang lang ist s her.

    Die Erschöpfung tagsüber wird auch weniger.

    Es ist so schön, nüchtern einzuschlafen, zu wissen was am Vorabend war und auch nüchtern wieder aufzuwachen.

    Ich führe ein Tagebuch, wie es mir zu bestimmten Uhrzeiten geht. Sehr interessant.

    Ich lerne mich echt grad nochmal neu kennen.

    Ich lebe! Ich existiere nicht mehr nur!

    Ich bin klar und fühle wieder richtig. Nicht mehr benebelt und abgestumpft.

    Es ist, als wäre eine Putzkolonne durch mein Hirn und meinen Körper gewirbelt und hat mal richtig aufgeräumt. Ich kann wieder durch klare Fensterscheiben schauen. Der Dreck in den Ecken ist weg.

    Auch wenn ein Tag mal nicht so gut ist. Trotzdem ist er klar und rein.

    Ich kann fühlen und zulassen.

    Das Schönste ist für mich die Klarheit, einfach hier und jetzt sein und alles ungetrübt wahrnehmen. Nüchtern sein!

    Der Alkohol passt nicht mehr in mein Leben!

    Ich überlasse ihm nicht mehr das Spielfeld.

    Viel zu lang hat er mein Leben und mich kontrolliert. Der Irrglaube, er würde mich trösten, mir gut tun, immer für mich da sein und mir helfen! Dieser verlogene Arsch!!!

    Ich hab ihm die Tür gezeigt und er kommt hier auch nicht mehr rein! Ich hab ihn durchschaut und endgültig Schluss gemacht! Jetzt bin ich dran!

    Habt alle einen guten Tag! 🌞🍀

    Liebe Grüße

    Leonie

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