Silberstreifen - Neustart

  • Hallo Silberstreifen,


    du kannst den Buchtitel gerne hier platzieren, dann haben wir alle etwas davon.

    Elly
    25. Januar 2025 um 12:13


    lg Morgenrot

    Super danke Morgenrot, habe das Buch noch zusätzlich platziert.

  • Hallo Silberstreifen.
    Da hatte ich jetzt wiederum darauf herumzudenken :) Also das Ziel ist das Gleiche: aus dem Vollen schöpfen, gemäß dem, was ich selbst mitbringe. Um mich so zu verhalten, daß ich mich nicht selbst übergehe, oder mich Situationen auszusetzen, die mir Kraft nehmen (- wie in einen vollen Bus zu steigen), muss ich mich kennen, und auch einordnen. Was bedeutet es wenn ich nach der Fahrt im übervollen Bus fix und fertig bin? Bin ich einfach zu sensibel und halte nix aus, oder bin ich introvertiert, und brauche eben was anderes. Die Busfahrt kann ich vielleicht nicht vermeiden, weil mein Ziel fußläufig zu weit weg ist. Statt jetzt zu warten, daß im Bus eine Ruhezone eingerichtet wird, schaffe ich mir meine eigene Rückzugszone. Kopfhörer aufsetzen, Fensterplatz. Vielleicht seh ich was Lustiges auf der Fahrt, oder ich schließe die Augen und höre mein Lieblingslied. Plötzlich wird die Busfahrt zu einer schönen Erinnerung. Dabei dachte ich eigentlich ich mag kein Busfahren. Aber weil ich ein introvertierter Mensch bin, der mehr Energie aus dem Innen als aus dem Außen schöpft, kann ich die Busfahrt für mich umgestalten.
    Also weniger ein Bus, Ja oder Nein, als ein, wie will ich eigentlich Busfahren, wenns halt sein muss.

    Jetzt kommen wir der Sache näher :-). Das ist dann einfach die weiterentwickelte Version, ganz tolle Ideen die du hast Koda. Dann muss man auch nicht so viel mit sich hadern sondern passt sich dem eigenen Wesen ein Stück weit an. Eigentlich geht es wieder ins Gleiche was hier oft diskutiert wird: bei sich bleiben, sich Gutes tun.

  • Danke Silberstreifen für den Buchtip.

    Wie du in deinem letzten Satz geschrieben hast, im Grunde geht es in fast allen Lebensbereichen darum bei sich selbst zu bleiben und dann aus der inneren Mitte heraus zu handeln.

    Leider vergesse ich das oft,da sind dieses Forum und Bücher hilfreich zur Erinnerung.

    Gruß Sonne

  • Hallo ihr lieben

    Melde mich auch mal wieder zu Wort. Im Moment beschäftigt mich folgendes: unsere Tochter sieht ihren Papa regelmässig, aber stundenweise weil er gegen Abend anfängt zu trinken, und ich Angst habe die Kleine über Nacht bei ihm zu lassen. Sie wünscht sich aber, dass sie bei ihm übernachten kann.

    Jetzt bräuchte ich mal eure Einschätzung: Kann ich von einem nassen Alkoholiker verlangen, dass er beispielsweise am Samstag und Sonntag nichts trinkt oder wäre das bereits gefährlich für ihn? Ich spreche hier den kalten Entzug an. Ich schätze, dass er so ziemlich jeden Tag trinkt, ungefähr 1 Flasche Wein pro Abend. Er geht immernoch seiner Arbeit nach.

  • Hallo Hartmut

    Ich verstehe nicht ganz, ich denke, dass ich meine Verantwortung wahrnehme. Mein ExPartner kann dies nur zum Teil. Ich habe grosse Angst, dass er seine Verantwortung nicht wahrnimmt wenn er trinkt und unsere Tochter bei ihm ist. Ich rufe da regelmässig an und weiss auch immer wo sie sind. Ich hasse das, aber im Moment fühle ich mich unsicher. Mit "übernachten" habe ich aber keine Kontrolle. Er würde mir sicher nicht sagen, dass er getrunken hätte....

    Der Vater hat ein recht seine Tochter zu sehen. Ich hoffe einfach ich mache keinen Fehler indem ich zu gutgläubig bin. Das macht mich wahnsinnig. Ich frage mich dauernd wie und ob ich das besser handhaben könnte.

  • Und was erwartest du hier für eine Antwort? Trinkmenge ist kein Maßstab.

    Wenn ein Alkoholiker säuft und außerstande ist, ein Kind zu betreuen, dann ist es deine Verantwortung, das Kind zu schützen. Oder nicht? Du kennst ihn doch schon zehn Jahre, soweit ich das gelesen habe, dann weißt du doch auch, inwiefern er die Verantwortung tragen kann. Das nimmt dir keiner ab.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich wollte wissen ob es überhaupt möglich ist von ihm einen abstinenten Tag verlangen kann, ohne dass der Körper rebelliert. Aber du hast recht... das kann mir eigentlich niemand beantworten. Ich werde weiterhin beobachten, in der Nähe bleiben und das Beste daraus machen. Dann muss ich eben meiner Tochter erklären warum sie nicht übernachten kann. Ihm wird das nicht gefallen... er wird sich hintergangen fühlen. Aber ich muss hier Verantwortung übernehmen. Danke dafür....

  • Ich wollte wissen ob es überhaupt möglich ist von ihm einen abstinenten Tag verlangen kann, ohne dass der Körper rebelliert.

    Das kann nur ein Arzt feststellen, zudem weißt du nie, ob und was er trinkt, schon gar nicht, ob er sich daran hält, wenn du ihn aufforderst, es sein zu lassen.

    Ihm wird das nicht gefallen..

    Nun kennt er ja die Gründe, warum du so skeptisch bist.

    Und wenn er kein Problem mit Alkohol hat, dann kann er es ja auch sein lassen. Aber glaube mir, es gibt keinen Alkoholiker, der nicht weiß, dass er einer ist. So beschränkt ist keiner.

    Je mehr jemand sein Trinkverhalten verteidigt, umso tiefer steckt er nun mal drinnen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Unsere Tochter wird im Herbst 7 Jahre alt (hatte anfangs ein anderes Alter angegeben, hatte Angst erkannt zu werden).

    Das ist es ja. Könnte klappen mit dem nicht-trinken, vielleicht aber auch nicht. Das ist mir zu unsicher, ich kann mich "eben" leider nicht wirklich auf meinen ExPartner verlassen.

    Ab und an schläft die neue Freundin mit ihren beiden Kindern bei ihm. Ich habe sie kennengelernt und sie scheint mir eine sehr verlässliche Person zu sein. Ev. kann ich es so einrichten, dass unsere Tochter dort übernachtet wenn sie auch dort ist. Sie mag sie sehr gern.

  • Hallo zusammen

    Das mit dem Übernachten haben wir von gestern auf heute so gemacht und es hat gut geklappt. Ich glaube so könnte es funktionieren. Bin erstmal erleichtert.

    Ich hatte eine halbwegs schlaflose Nacht hinter mir. Hatte gestern eine Serie gesehen wo es um ein Paar geht, wo der Mann die Frau mit Liebesentzug bestraft. Der Mann hat kann keine Nähe zulassen wegen dem vielen Streit, sie behauptet der Liebesentzug führt eben genau zum Streit. Bei mir und meinem ExPartner war es ja ähnlich. Ich frage mich jetzt ob ich ihn auch mit Liebesentzug bestraft habe. Tatsächlich war ich nach jedem grossen Rausch sehr kühl und abweisend zu ihm. Wir konnten schlecht über die Vorfälle sprechen, weil er jeweils dicht gemacht hat. Es gab somit keine Aussprachen und auch keine Versöhnung. Wie ist das bei euch? Wann kann man von Liebesentzug sprechen und wann spricht man von einer natürlichen Abwehrhaltung?

  • Liebe Silberstreifen,

    Ich habe alles versucht. Mit Liebe und dann mit Liebesentzug.

    Hat alles nichts gebracht. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich die letzten Wochen so abweisend war, ich wollte damit erreichen, dass er in eine Klinik geht.

    Ich weiß nichts hätte etwas genutzt, es war zu spät.

    Alles Liebe

  • Hi,

    Ihr seid auch nur Menschen und habt nach Euren Emotionen agiert. Ich glaube es ist wichtig, sich auch selbst zu verzeihen. Mit hätte, würde, könnte kommt man nicht weiter. Ich bin mir sicher, dass Ihr Alles gemacht habt, um die Situation erträglicher bzw besser zu machen.

    LG Momo

  • Hallo Silberstreifen!

    Ich frage mich jetzt ob ich ihn auch mit Liebesentzug bestraft habe. Tatsächlich war ich nach jedem grossen Rausch sehr kühl und abweisend zu ihm.

    Bei mir hab ich es als Mischung empfunden. Nach den großen Abstürzen war ich einerseits total sauer auf ihn, andererseits auch total verzweifelt weil ich merkte ich kann mich noch so anstrengen es bringt nichts, er trinkt trotzdem. Mit der Zeit schwand auch immer mehr das Vertrauen zu ihm.

    Das Ganze hat meiner Meinung nach einen körperlichen Aspekt, ich habe mich ja auch geekelt wenn er so nach Alkohol gerochen hat oder total verkatert und ungewaschen am Tisch saß. Mit der Zeit schwand meine Liebe zu ihm immer mehr, ich mochte es nicht mehr wenn er mich in den Arm nahm oder mich küssen wollte. Ich hatte dann immer einen Film laufen indem ich ihn total betrunken gesehen habe, das hat mich total abgetörnt.

    Das alles führte zu einem Liebesentzug, andererseits dachte ich wiederum wenn ich netter wäre würde es wieder besser aber ich hätte mich dazu zwingen müssen, das konnte ich nicht.

    Trotzdem konnte ich lange nicht loslassen und hoffte immer auf bessere Zeiten, ich dachte irgendwann muss er doch einsehen daß es falsch ist soviel zu trinken.

    LG Marie

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Silberstreifen,

    mir ging es genauso wie Marie. Ich hab ihm nicht die Liebe entzogen, denn irgendwann hatte ich keine mehr für ihn. Ich fand ihn ekelig, fühlte mich auch benutzt. Ich wollte nichts mit meiner Unlust auf ihn erzwingen sondern ich hatte einfach keine Lust mehr auf ihn.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Also unter "Liebesentzug" verstehe ich ein strafendes, manipulatives, Macht-ausübendes Verhalten. Das ist für mich etwas völlig anderes, als wenn ich einfach sauer bin oder angeekelt. Das sind ja dann echte Gefühle. Und keine "eingesetzten".

    Es kann natürlich auch anders sein und eben als Druckmittel benutzt werden, aber so habe ich dich nicht verstanden. In dem Fall wäre es für mich dann typisch co. Mit der Illusion irgendwas damit bewirken zu können.

  • Es gab somit keine Aussprachen und auch keine Versöhnung.

    das ist doch ein entscheidender punkt. der konflikt laesst sich nicht loesen, weil weiter getrunken wird (problematisch für co), und weil weiterhin co ein problem damit hat (wiederum problematisch für den alkoholiker). die sucht ist ja die ganze zeit da, fordert ihren anteil, und steht auch immer zwischen aussprache und versoehnung. beim nächsten rausch, der kommt so oder so, geht alles von vorne los. und auf die enttäuschung über die folgen des rausches kommt der frust daß es ja schon wieder passiert. ob man es jetzt strafe nennt, oder ob es auch einfach nicht möglich ist, kannst ja nur du wissen. vielleicht auch eine mischform.

    mal aus EKA sicht. bei uns zuhause gab es viel streit. dissonanz. missklang. die interessen, erwartungen und wünsche von mutter und vater gingen gar nicht zusammen. mit einer ausnahme: wenn sie beide in der vergangenheit schwelgten und erinnerungen austauschten, die sie geteilt hatten als es noch gut lief. der regelfall war allerdings, sie wollte zuwendung, - zumindest war sie es die es formulierte - und hat es eingefordert. er wollte nicht, schwieg, und ging dann irgendwann in den keller um zu trinken.

    strafe klingt nach absicht abwehrhaltung nach ich kann nicht anders. vielleicht auch oft eine mischung daraus? das kannst ja wieder nur du für dich beantworten, die eigenen motive. ist bestimmt auch unterschiedlich je nach situation. hat sich ganz viel angesammelt, bin ich reizbarer und reagiere mehr weil ich nicht anders kann. bin ich mehr bei mir und habe mehr kraft, kann ich eine reaktion vielleicht auch mehr setzen (wütend werden, weil ich auch denke, das braucht es jetzt).

    ich finde zb, das haette sollte müsste nicht verschwendet, weil ich doch nur in der rückschau auch herausfinden kann, wo ich mich anders verhalten moechte, um mich selbst nicht wieder in eine ähnliche lage zu bringen und mich wieder so zu verhalten wie es mir nicht guttut.

    liebe grüsse

  • Hallo zusammen

    Ich habe nicht mehr reagiert, die Antworten die ich erhalten habe aber mehrmals durchgelesen, herzlichen Dank. Auch habe ich die letzten Wochen still mitgelesen. Es fehlt mir irgendwie die Energie für alles. Da wir ein gemeinsames Kind haben ist ein gewisser Kontakt mit meinem Partner unumgänglich. Ich versuche diesen auf dem absoluten Minimum zu halten denn vor 2 Wochen ist folgendes passiert. Mitten in der Nacht klopfte es an meinem Fenster. Mein Ex hat dadurch einen Lärm veranstaltet den ich sofort loshaben wollte. Er meinte er hätte kein Geld mehr um nach Hause zu kommen. Ich sagte ihm, dass er hier nicht übernachten könne und ich ihm ein Taxi rufe welches er mir dann im Nachhinein zurückbezahlen soll. Damit die Nachbarn nicht aufmerksam wurden habe ich ihn reingelassen und nochmals gesagt, dass er auf keinen Fall hier schlafen kann. Er meinte er würde nur auf dem Sofa liegen und am Morgen wieder gehen und legte sich während er das sagte aufs Sofa hin. Er wiegt 100 Kilo, ich kann ihn nicht rauskriegen. Versteht mich richtig, ich habe keine Angst vor ihm aber ich habe mich so aufgeregt, dass ich nachher praktisch die ganze Nacht wach war. Ich will das nicht!!! Und er machts trotzdem.

    Am nächsten Tag hab ich ihm klar gemacht, dass er hier nichts zu suchen hat. Er verstand die ganze Aufregung nur teilweise. Am meisten ärgert es mich, dass ich es nicht schaffe mich durchzusetzen. Ich bin seit dieser Nacht wieder völlig durcheinander und komme mir schäbig vor. Wie soll ich mein Kind beschützen wenn ich es nicht mal schaffe einen betrunkenen rauszuwerfen.

    Meine Tochter fand es übrigens toll, dass ihr Vater da war. Sie fand es nicht so toll wie ich mit ihm gesprochen habe am nächsten Morgen. Aber ich hoffe schwer, dass es nicht noch einmal vorkommt.

    Sonst muss ich die Polizei rufen...ob ich das hinkriege ist die zweite Frage. Ich danke euch fürs Lesen...

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