Zwieback - Endlich abstinent.

  • Hallo Zwieback,

    Das KH, wie Du jeden Tag daran baust. Ein schönes Bild, gefällt mir.

    Ich habe ein anderes Bild, jeder hat sein eigenes.
    Hätte ich auch ein Kartenhaus, so gäbe es Karten mit unterschiedlichen Funktionen. Achtsamkeitskarten,Alltagskarten, selbstfürsorgekarten, Entspannungskarten, Beschäftigungskarten, Arbeitskarten, Sportkarten, Sonderkarten und Spezialkarten etc.
    Die Karten, die für die Statik des Hauses sorgen, sind die, auf die ich besonders aufpassen muss. Ich sollte sie vlt. Durch weitere Karten unterstützen, damit sie die Verantwortung nicht alleine tragen müssen. Dann kann auch mal eine Karte einknicken, das Haus bleibt trotzdem stehen.
    Jeden Tag wird das KH durch eine Karte erweitert. Mit der Zeit sind es schon ganz viele Karten. Die Statik ist stabil und ich kann nun mehr und mehr auch Karten für neue Funktionen einsetzen. Wächst das Haus in die Höhe, muss ich immer darauf achten, dass die Statik mit wächst……

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Nayouk, mein KH ist noch im Rohbau😄. Nein im Ernst. Dein Text ist Gold 🥇. So

    weit habe ich noch nicht gedacht. Als ich deinen Text las, konnte ich einige Tränen nicht unterdrücken. Herzlichen Dank 👍

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • Hallo, ich hatte ja gestern mal etwas in einem anderen Faden über Schicksalsschlag usw. geschrieben. Vielleicht ist es das Resultat von vollgendem: ich hatte vor vielen Jahren, wieder mal,😟 mit dem saufen aufgehört und das meinem Arbeitskollegen erzählt , einfach so... Ich hatte ihn ein paar Gründe genannt.

    Auf einmal fing er an:ja, willst jetzt nie wieder trinken?, warum?, versteh ich nicht!, also nie wieder?,ooohkeeehh?!?!..... als ob es ein Skandal wäre das ich nicht mehr trinken will, und dann noch der fassungslose Blick von ihm....

    Diese Reaktion von ihm war mit Sicherheit, mindestens ein Baustein um damals, wieder mit dem saufen anzufangen.

    Das Leben hat mich vieles gelehrt. Meine Familie weiß von diesem Forum, weil ich es ihnen gesagt habe, an dieser Stelle, auch ein herzliches Dankeschön (von meiner Familie) an euch alle. Meinen Arbeitskollegen würde ich es nicht mehr erzählen weil ich mehr mit Neid als mit Lob rechne.

    Ich finde die Abstinenz muss an aller erster Stelle stehen, dann kommt erstmal gaaaanz lange gar nichts, und dann geht es weiter mit den wichtigen!! Sachen wie Familie, Arbeitsplatz..... weiter. Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende Zwieback

    Edit: ich meine nicht das man es den Arbeitskollegen gegenüber verheimlichen soll, aber man muss weit über ihrer Reaktion stehen.

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

    Einmal editiert, zuletzt von Zwieback (19. Oktober 2024 um 11:48)

  • Hallo Zwieback,

    Du hattest deine Post bei Naira in ihrem Thread geschrieben; ich habe es in deinen Thread verschoben.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo liebes forum.

    Das Gefühl von einer glücklichen Abstinenz ist schon seit längerem mein ständiger Begleiter, ganz egal bei welchem Wochentag und welcher Situation, ja selbst wenn ich an der Tanke in der Schlange stehe und hin und wieder gelangweilt auf die kleinen Schluckies vor der Kasse schaue.

    Ich habe letztens so vor mich hin geträumt und mir wieder mal Gedanken über meine Vergangenheit gemacht.

    Ich möchte das hier gerne erzählen.

    Es gab früher mal einen Zug womit ich jeden Tag gependelt bin. Jeden Tag, Sommer wie Winter, ob ich gut oder schlecht gelaunt war. DerZug ist jeden Tag ein mal hin und einmal wieder zurück gefahren.

    Ich bin jeden Tag gependelt zwischen besoffen sein und wieder nüchtern werden.

    Ich habe mich irgendwann mit Hilfe des Forums endgültig dazu entschlossen nicht mehr in diesen Zug einzusteigen.. Dadurch fuhr dieser Zug auch irgendwann nicht mehr, die Gleise wucherten mit der Zeit zu. Sie waren kaum noch sichtbar....

    Ein einziger schluck Alkohol, und die schienen sind wieder frei. Frei für den Zug, womit ich wieder tag, täglich pendeln kann.

    Ich lese hier soviel Leid über die Co's und EKA's, kenne so viele traurige Geschichten aus meinem Bekanntenkreis wo immer Alkohol mit im Spiel war.

    Ich will das wirklich! Nie wieder. Alles Gute, Zwieback.

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • Hallo liebes Forum


    Kontrolliertes trinken.

    Das Thema, welches man hier im Forum immer wieder liest, das Thema welches "Genuss-Trinker" von "richtigen Alkoholikern" unterscheidet...

    Das Thema welches mich einen Großteil meines Lebens beschäftigt hat. Dieses: funktioniert nicht!!! Könnte aber funktionieren wenn Thema...

    Wenn ich durch ein Wunder, durch ein Medikament, oder was auch immer, 100% bis an mein Lebensende, wirklich kontrolliert trinken könnte, wüsste ich von meinem jetzigen Wissensstand überhaupt nicht mehr weshalb ich davon Gebrauch machen sollte.

    Alkohol, über viele Jahre (kontrolliert oder unkontrolliert) konsumieren ist sehr anstrengend. Ich habe, leider!, sehr viele Jahre, ziemlich viel konsumiert. Schon allein das Thema: wieviel, von was, wo kaufen ohne sich dabei schlecht zu fühlen gepaart mit der Leergutentsorgung, wo man sieht was man sich selbst wieder angetan hat, hat mich immer sehr traurig gemacht.

    Die Ereignisse, zwischen kaufen und entsorgen haben mich von Jahr zu Jahr immer mehr Geprägt, wodurch mein Körper immer fremder wurde.

    Ich hatte gefühlt einen sehr schweren Rucksack auf dem Rücken. Der Inhalt? ca. 15 Kilo Bauschutt... Warum nicht Steine?, Steine sind schön anzusehen'de Naturprodukte ☺️

    Wenn mir eine gute Fee einen Rucksack mit "nur" 5 kilo Bauschutt anbieten würde, den ich mir "nur" bei Bedarf und "nur" zu speziellen Anlässen umziehen DARF!!

    Würde ich ihr sagen, dass ich keine Rucksäcke mehr "trage".

    Ich trage seit meiner Abstinenz eine Allwetterjacke. Obwohl ich sie an habe, spüre ich sie nicht. Wenn es kalt wird knöpfe ich sie zu, wird es warm ziehe ich sie aus, klemme sie mir unter den Arm und schlendere weiter durch die schöne Welt.

    Es ist "meine" Jacke. Die gebe ich nicht mehr her.

    Danke für's lesen, ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag.

    Lg Zwieback

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • Ich hatte gefühlt einen sehr schweren Rucksack auf dem Rücken. Der Inhalt? ca. 15 Kilo Bauschutt... Warum nicht Steine?, Steine sind schön anzusehen'de Naturprodukte ☺️

    Damit kann ich echt was anfangen... Danke für das Bild.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Es ist "meine" Jacke. Die gebe ich nicht mehr her.

    Das Bild mit der Allwetterjacke gefällt mir.

    Mit ihr ist es, wie mit allem im Leben.
    Ich darf sie nicht überstrapazieren.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo liebes Forum

    Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen.Soweit wie ich zurück denken kann begann mein Sylvester mit einem schrecklichen Schädel vom Vortag….Zähne putzen,checken ob etwas erledigt werden muss oder ob ich schon das erste Bier trinken kann….nach einigen Bier“chen“ erstmal schlafen damit ich am Abend wieder Trinken kann, ich muss ja halbwegs fit 🥴sein weil ich „Feiern“ will…..irgendwie gab es das ganze Jahr über ziemlich viele ,schlimme Tage die ich mir durch‘s saufen herbei gezaubert habe aber der 01.01. hat mich immer geistig zersetzt….nach dem wach werden mussten wirklich mehrere Stunden vergehen bis ich wieder das erste Bierchen trinken konnte…..

    Ich bin geheilt! ,Das Forum hat mich geheilt!

    Meine Heilung war die Erkenntnis,das es keine! Heilung gibt sondern nur eine lebenslange Trennung von Alkohol und damit kann ich wirklich sehr, sehr gut leben.

    Ich wünsche allen ein schönes Leben für 2025🙋🏻‍♂️

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • Danke, Zwieback!:thumbup:

    Dir auch ein gesundes, neues und trockenes Jahr! 🎉

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo, ich möchte mal wieder etwas loswerden😊ich denke oft über das Leben nach. Das “Wort“ Leben. Früher, in meiner nassen Zeit gab es in meinen Gedanken Leben und Tod. Für “mich“ war es so, dass, wenn man nicht mehr lebt, tot ist. Seit meiner Abstinenz hat das Wort Leben eine neue Bedeutung. Wenn ich zurückblicke, war meine nasse Zeit, ein Leben zwischen…..es ist so eine verpixelte Zeit die eigentlich sehr traurig war sich mir gegenüber aber als sehr gut und amüsant verkaufen konnte. Aufhören zu trinken konnte ich schon immer, darin hatte ich genügend Erfahrung. Ich hatte aber keinen blassen Schimmer von dem, wie man glücklich abstinent leben kann. Es ist, wie wenn man Autofahren möchte, ohne eine Fahrschule besucht zu haben. Man kennt weder die Bedienelemente noch die Verkehrsregeln. Das Forum ist meine Fahrschule❤️🤗hier habe ich gelernt, was sicheres fahren bedeutet. Im Vergleich zu einer Fahrschule kann man im Forum weder bestehen noch durchfallen, aber lernen wie man sicher durch‘s Leben geht. Um nie wieder ein Stoppschild oder gar eine rote Ampel zu übersehen möchte ich nicht nur lebenslang abstinent LEBEN , sondern auch regelmäßig dieses Forum besuchen.
    Liebe Grüße, Zwieback 🙋🏻‍♂️

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • hallo zwieback

    bitte nicht falsch verstehen, aber ich möchte an dieser stelle deine euphorie mal ein wenig bremsen. das ist nämlich auch wie beim auto fahren, wenn man frisch den führerschein hat meint man auch nu kann ich aber.... böse falle. du bist noch kein jahr trocken, was ich in keinster weise schmälern will. aber das gibt eben auch oft eine trügerische sicherheit die einem schnell zum verhängniss werden kann.

    leider passiert es nur all zu oft genau in dieser euphorie es geschafft zu haben, das es einem auf die füße fällt weil man aus falschem sicherheitsgefühl unsinnige risiken eingeht. ich will dir absolut nichts unterstellen, ich will dir nur sagen, pass auf, du bist alkoholiker und bleibst es. und das suchtgedächtniss wartet nur auf seine chance.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo Dorothea, ich danke dir sehr für deine schönen Worte. Ich habe hier in diesem Forum schon sehr viel gelernt und werde hoffentlich noch sehr viel lernen. Damit das gelernte nicht irgendwann einschläft, werde ich hier regelmäßig lesen, um nicht in alte Verhaltensmuster zu fallen. Als ich letztens gelesen habe, dass ein Forums Mitglied nach 33 Jahren wieder rückfällig geworden ist war ich zuerst geschockt, im Nachhinein habe ich mir gedacht, ja ,das ist die Alkoholsucht. Es gibt keine Heilung!! So wie es 100 % keine Heilung gibt, ist auch die Wahrscheinlichkeit, 100 % nach einem Schluck wieder rückfällig zu werden. Hier im Forum lerne ich nicht, wie man das Problem “Alkoholsucht “löst. Hier lerne ich, wie man damit umgeht.
    Liebe Grüße, Zwieback 😊

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • Hallo und guten Morgen ihr Lieben

    Heute möchte ich über einen Vorfall berichten, der mir vor ein paar Wochen passiert ist. Ich war mit meiner Familie in einem griechisches Restaurant zum Essen eingeladen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit meiner Familie essen gegangen bin, wo auch Alkohol getrunken wurde. So auch an diesem Abend. Es kommt sehr selten vor, dass in meiner Nähe Alkohol getrunken wird. wenn es aber so ist, dann ist es aus meiner Sicht, so, das es sich nicht vermeiden ließ. So etwas hatte ich nun schon ein paarmal , so etwas hat mich bis jetzt nicht sonderlich gestört. Aber an dem Abend gab es ein anderes Problem…….

    Jeder hatte vor dem Essen sein eigenes Getränk bestellt, große Wasserflaschen standen zusätzlich auf dem Tisch., und jeder hatte sein eigenes Wasserglas, wir schenkten uns Wasser in die Gläser und tranken während dem Essen daraus. ich bemerkte beim ersten und einzigen Schluck, dass, das Wasser nach Ouzo geschmeckt hat. Der Geschmack war so leicht, dass ich es nicht sofort gemerkt habe, aber er war da dieser typische Lakritzgeschmack. ich machte daraus kein Drama , lies das Glas stehen und trank den restlichen Abend nur noch Fanta. Später fiel mir auf, dass Ouzo mit den gleichen Gläsern serviert wurde, woraus ich mein Wasser getrunken hatte. Ich gehe davon aus, dass die Gläser nicht richtig gespült wurden. Ansonsten war es ein schöner Abend und wir fuhren zufrieden nach Hause. Aber der nächste Tag……

    Der Vorfall mit dem Wasserglas ging mir nicht mehr aus dem Kopf und meine Gedanken waren alles andere als positiv, ich habe mich so mies und so dreckig gefühlt…. Ich kann es kaum beschreiben.
    Es ging dann wirklich weiter mit Tag 1 ,Tag zwei, Tag drei und so weiter,…. Eine winzig kleine, Stimme in mir fing schon an mit, das war’s, all die Monate waren umsonst, kannst jetzt auch wieder anfangen.

    Dieser Spuk war dann so nach circa zehn Tagen, Gott sei Dank wieder vorbei.

    Es ist wirklich Wahnsinn, wie schnell es passieren kann. Der Schock sitzt mir immer noch tief in den Knochen.

    Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

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