Sonnenschein CoA - Ich will MEIN Leben zurück

  • Genau darin liegt die Stärke dieses Forums. Da hier beide Seiten vertreten sind, Alkoholiker und Angehörige,
    können beide Seiten voneinander lernen, Dinge richtig einzuordnen.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Sonnenschein,

    ich war eine Weile nicht im Forum da mein Partner tatsächlich 3 Monate lang trocken war.

    Deine Situation erinnert an meine, bei mir sind es 25 Jahre und die Kinder inzwischen erwachsen. Mit seelischen Narben, weil ich sie jahrelang nicht aus der Situation geholt habe.

    Bei dir wird die Sache durch den Job ja noch belastender, ich bin dort wenigstens raus aus der Situation.

    Kannst du dort nicht erstmal irgendwie raus kommen? Du findest doch sicher einen anderen Job.

    Liebe Grüße

    Cat-Mom

  • Ich bin mir manchmal nicht sicher, ob das einordnen wirklich immer so hilfreich ist. Die gefahr sehe ich in zuviel verständnis für den trinkenden partner und sein eigentlich desaströses verhalten, das dann wiederum dazu führen kann, daß man sich noch mehr aufbürdet, noch mehr erträgt, weil man jetzt ja noch verstehen kann, warum der andere sich so verhält. Die eigenen symptome wie übelkeit, schlaflosigkeit, weinen fand ich da als wegweiser für mich hilfreich. Als du geschrieben hast, du wünschst dir mal jemanden, der sich schützend vor dich stellt, das ist eine wichtige info, die von dir selbst kommst, das du das jetzt brauchst.

  • Hallo Car-Mom,

    ich sehe auch viele Parallelen. Ich habe bei dir etwas zurück gelesen und mich gleich wiedererkannt. Auch ich glaube, dass wir oft viel zu lange verständnisvoll sind. Aber wir stecken auch in der Situation. Ich weiß warum er so ist wie er ist und du wirst das bei deinem Mann auch wissen. Und das macht es so schwer. Ich habe erst vor einigen Monaten wirklich begriffen, dass mein Mann Alkoholiker ist, aber es bis heute nach außen hin nie ausgesprochen. Ich war geblendet von den „Trinkpausen“, wie es hier genannt wird. Für mich war ein Alkoholiker ein Dauertrinker. Für mich war mein Mann das nicht, weil er jedes Wochenende nichts angerührt hat, auch nicht, wenn auf einer Feier alle um ihn herum getrunken haben. Wir haben auch schon alles durch: Autos kaputt gefahren, Führerschein weg, Job verloren, Stunden und Nächte verschwunden, Krankheiten. Immer wieder ist er aus allem unentdeckt raus gekommen. Bei den Krankheiten gab es auch immer wieder andere Ursachen, nur hab ich nie ein Arztgespräch mitbekommen. Erst vor ca 3 Monaten. Da ging es ihm wieder sehr schlecht, wollte jedoch nicht zum Arzt und er war nur noch Ballast für mich. Da hab ich ihm gesagt, dass er sein Leben ändern muss und ich mich nicht um ihn kümmern werde, wenn er ein Pflegefall wird. Nur wurde in diesem Zusammenhang nie der Alkohol angesprochen. Er hat dann von sich aus aufgehört und 6 Wochen durchgehalten. Sobald seine Beschwerden nachlassen hatten, ging es weiter mit dem Saufen. Er ist nicht einmal 50 und sieht aus wie ein 80 Jähriger Pflegefall. Als es mir vor einigen Jahren das erste Mal sehr schlecht ging war Corona. Da war es für mich so unerträglich, dass ich ihn nur raus haben wollte. Es hatte keine Pension offen und kein Hotel und schon war man weiter gefangen und die Leidensstufe wurde etwas höher gesetzt.
    Cat-Mom, ich bin nicht anders als du und will deshalb nicht urteilen, aber du musst das beenden. Ich sehe das als nur Lesende auch als nur BlaBla von deinem Mann. In welcher Sprache braucht er die Regeln noch?

    LG

  • . Ich habe lange geweint und mir eine schützende Person gewünscht, die mir all die Last von meinen Schultern nimmt.

    Und dieses Zitat noch: ich erzähle mal wie es bei mir gestern war:

    Nachdem ich vorgestern meinem Ex-Lebensgefährten gesagt hatte, dass ich eine mündliche Zusage für eine Wohnung habe und gestern den Zermin für die Unterzeichnung des Vertrages genannt habe und er darauf recht fassungslos reagiert hat weil er es immer noch nicht wahrhaben will und er denkt, ich überstürze alles, steigere mich in etwas rein etc. - gestern Abend also lag ich im Bett und dachte ich müsse voll weinen vor Traurigkeit, aber plötzlich habe ich mich an ganz viele scheinbar verdrängte Situationen erinnert, die wirklich wirklich lange her waren und in denen ich mehr oder weniger zusammengebrochen war und innerlich nach einer "schützenden Person gerufen" habe, die mich aus dem ganzen Sch... raus holt. Und ich hab ganz krass gemerkt, dass ICH SELBS jetzt grade diese "Schützende Person" bin die mich ENDLICH erhört und mir die Last von den Schultern nimmt. Ich kann es nicht anders beschreiben, vllt hört es sich seltsam an, aber ich war mir so dankbar!

    Dir wünsche ich ganz viel Kraft dafür dass Du für Dich (und die Kinder) diese schützende Person sein und Euch befreien kannst!


    Lg und einen schönen Sonntag


    Api

  • Hallo Sonnenschein

    Schreibe bitte die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen User, ansonsten kannst du jetzt überall schreiben.

    Bitte bei User, die noch im Vorstellungsbereich sind, beachten.

    Du hattest bei Akila geschrieben, die noch im Vorstellungsbereich war, jetzt aber freigeschaltet wurde. Deshalb lasse ich die Post auch stehen, ansonsten werden sie gelöscht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich weiß warum er so ist wie er ist und du wirst das bei deinem Mann auch wissen. Und das macht es so schwer. Ich habe erst vor einigen Monaten wirklich begriffen, dass mein Mann Alkoholiker ist, aber es bis heute nach außen hin nie ausgesprochen.

    Liebe Sonnenschein,

    das ist bei mir anders, ich sehe zwar den Zusammenhang mit der Kindheit meines Partners. Er bekam z.B. schon als Kind Alkohol zu trinken. Aber er hatte jetzt 25 Jahre lang ein stabiles schönes Zuhause bei mir, und darum gab es alle Möglichkeiten für ihn aufzuhören.

    Er hat sich schon seit vielen Jahren eingestanden, Alkoholiker zu sein, hatte Therapien, aber hat es nie wirklich durchgezogen.

    Das werfe ich ihm vor.

  • Guten Morgen,

    es ist wieder soweit. Das Wochenende war ruhig. Er hat wie immer keinen Alkohol angerührt und ich hab ihn diesmal links liegen lassen. Er scheint eine Änderung bei mir registriert zu haben, denn er verhält sich minimal zuvorkommend, Nun ist Montag. Ich wache auf und habe wieder meine Beschwerden vor lauter Panik was der Tag so mit sich bringt und welchen Problemen ich mich zu stellen habe. Ich muss hart bleiben und meinen Weg weiter gehen, sonst wird sich nie etwas ändern. Ich habe am Wochenende im Vorum viel gelesen. Und ich war so dumm. Ich habe jahrelang geglaubt, es wäre alles gar nicht so schlimm, aber ich hab es damit nur schlimmer gemacht und kostbar Lebenszeit verschwendet. Ich hoffe, dass ich stark genug bin meine Grenzen zu kommunizieren und durchzusetzen.

    LG

  • Guten Morgen liebe Sonnenschein CoA !

    Ich wünsche Dir viel Kraft für den Tag und sag mal....hast Du eigentlich Unterstützun durch eine Therapeutin oder Suchtberatung oder so? Ich kann so etwas nur empfehlen! Wir sind hier zwar auch ein tolle Unterstützung als Forum 😁, aber für mich war und ist "reelle" Hilfe vor Ort mittlerweile unverzichtbar in meinem Gesundungsprozess!

    Und noch etwas:

    Und ich war so dumm. Ich habe jahrelang geglaubt, es wäre alles gar nicht so schlimm,

    Unterstellst Du mir auch, dumm zu sein? Lies mal bei mir! Wenn Du so hart zu Dir selber bist, dann wirf es auch mir und so einigenanderen vor, dumm zu sein!

    Oder wirf es halt Dir selber bitte bitte auch nicht vor!

    Ich bin genauso wenig aus Dummheit coabhängig wie mein Partner aus Dummheit abhängig ist!

    Alles liebe für Dich

    wünscht

    Api (die endlich mal kluge Ratschläge geben kann, weil sie nach fast 30 Jahren nicht nur leidet sondern handelt. Schlau, was?😉)

  • Guten Morgen Api,

    ich ärgere mich nur so sehr über mich selbst. Und genauso wütend bin ich auf ihn. Totales Gefühlskarussel.

    Nein, ich bin in keiner Therapie. Ich hab vor 1 oder 2 Jahren mal Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe für Angehörige in der Nähe aufgenommen. Doch abends an einem bestimmten Tag alle 2 Wochen war nicht passend für mich. Ich bin nie hingegangen. Wenn er abends betrunken nach Hause kommt, möchte ich meine Kinder schützen. Er ist nie gewalttätig, aber er kann sehr gemein und unfair sein. Deshalb fahr ich nie alleine weg und bin jeden Abend daheim. Dieses Problem möchte ich als erstes angehen. Etwas Freiheit gewinnen, schließlich sind die Kinder alt genug. Er darf nicht mehr betrunken hier sein. Das ist meine 1. Regel. Mal sehen, wie weit ich komme.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag.

  • Kannst Du nicht zum Arzt und Dich mal komplett rausnehmen?

    Doch bestimmt, aber ich brauche die Ablenkung. Wenn ich daheim den ganzen Tag alleine bin verfall ich nur ins Grübeln. Und ich musste mich unangenehmen Fragen aussetzen. Wir sind eine Firma bestehend aus 2 Familien und 2 weiteren Angestellten. Also familiär und freundschaftlich. Jeder würde sofort merken, dass etwas nicht stimmt und ich könnte nicht MEINEN Weg gehen. Es würde eine Lawine losbrechen und mich überfordert.

  • Doch bestimmt, aber ich brauche die Ablenkung. Wenn ich daheim den ganzen Tag alleine bin verfall ich nur ins Grübeln. Und ich musste mich unangenehmen Fragen aussetzen. Wir sind eine Firma bestehend aus 2 Familien und 2 weiteren Angestellten. Also familiär und freundschaftlich. Jeder würde sofort merken, dass etwas nicht stimmt und ich könnte nicht MEINEN Weg gehen. Es würde eine Lawine losbrechen und mich überfordert.

    Vllt kannst Du aber wirklich einen Termin bei einer Suchtberatung (Caritas o.ä.) machen und dich dann krank schreiben lassen. Dann sitzt Du nicht da und grübelt, sondern bespruchst, wie Du einen klugen Plan machen kannst, Schritt für Schritt! Auch wie Du auf "unangenehme Fragen" reagieren kannst. U d wie oder ob du Dich abends malst rausziehen kannst, bei deiner enormen Verantwortung. Und wie Du für Dich und Deine Kids sorgen kannst, ohne eine Lawine auszubrechen. Wäre das vielleicht ein Weg?

  • Jeder würde sofort merken, dass etwas nicht stimmt

    Das merken die jetzt schon. Ich habe von so vielen nach der Trennung gesagt bekommen, dass sie das die ganze Zeit haben kommen sehen. Das mein Ex schwer suchtkrank ist und ob ich das nicht gesehen habe.... Glaube mir, das Umfeld nimmt das schon war, will sich aber meistens nicht einmischen. Zumal Du ja schon angesprochen wurdest.

    Bei mir kam eher das Unverständnis aus dem Umfeld, warum ich das Alles mitgemacht habe. Als ich in der Beziehung war, habe ich das aber gar nicht so wahrgenommen.

    Passe auf Dich auf.

    LG Momo

  • Hallo Sonnenschein,

    Jeder würde sofort merken, dass etwas nicht stimmt

    Ich stimme Momo zu, die Anderen haben das mit Sicherheit schon gemerkt. Hattest du das nicht sogar schon hier irgendwo geschrieben, dass einer der Anderen da was gesagt hat?

    Und dumm bist du schonmal garnicht. Du reagierst auf diese ganze Situation, versuchst alles am Laufen zu halten und kennst noch keine genaue Lösung. Aber da bist du ja jetzt dran, das zu ändern.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Bei mir kam eher das Unverständnis aus dem Umfeld, warum ich das Alles mitgemacht habe. Als ich in der Beziehung war, habe ich das aber gar nicht so wahrgenommen.

    Hi Sonnenschein

    Das kann ich nur bestätigen. Es wusste jeder aus meinem Umfeld. Sogar seine Familie und seine Kinder . Und niemand hat was gesagt . Alle haben sich gewundert dass ich mit dieser Beziehung zufrieden bin und haben sich gefragt, wie lange ich noch durchhalte 🙈.

    LG

    Zabou

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