Sonnenschein CoA - Ich will MEIN Leben zurück

  • Hallo Zusammen,

    Danke für eure Unterstützung.

    Kurzes Update:

    Schritt 2 ist erledigt: Ich habe heute mit einem Kollegen darüber gesprochen. Wir hatten das Thema vor ein paar Jahren schon einmal. Er hat auch alles mitbekommen und wusste noch zusätzliches zu berichten. Ich habe alles beim Namen benannt. 💪

    Kleine Schritte vorwärts….

  • ich ärgere mich nur so sehr über mich selbst. Und genauso wütend bin ich auf ihn. Totales Gefühlskarussel.

    twas Freiheit gewinnen, schließlich sind die Kinder alt genug. Er darf nicht mehr betrunken hier sein. Das ist meine 1. Regel. Mal sehen, wie weit ich komme.

    Sonnenschein, ich kenne diese Gefühle nur zu gut! Ich habe doch die vielen "red flags" gesehen, mich oft genug in Situationen für meine Ex-Partner geschämt, mich über sein Trinkverhalten geärgert, mich vernachlässigt, zu wenig unterstützt und schlecht behandelt gefühlt (ohne jegliche körperliche Gewalt!).

    Ich habe mich in den letzten Monaten geärgert, warum ich nicht noch klarer Grenzen gesetzt habe, um für mich und meine Tochter einzustehen. Stattdessen habe ich mit viel Kraft versucht alles aufzufangen. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, wie behutsam und auf Augenhöhe man das Thema Alkohol ansprechen soll. Was habe ich mich informiert und gemacht und getan, um das Richtige für meinen Suchtkranken Partner zu tun. War im Nachhinein alles Quatsch. Ich hätte die Energie für mich und meine Tochter nutzen sollen. Ich bin erst aufgewacht, als ich nach vielen Jahren erstmals wieder Panikattacken hatte.

    Ich habe beschlossen, mich ab jetzt nicht mehr darüber zu ärgern - auch wenn das natürlich noch nicht immer klappt. Aber ich werde es für die Zukunft mitnehmen und damit selbst persönlich zu wachsen.

    Super, wenn du dir wieder Freiraum verschaffst und klare Regeln einführst. Hast du einen Plan, was du machst, wenn sie nicht eingehalten werden?

    Mir ist erst nach der Trennung aufgefallen, wie stark mein Freundeskreis ist und wie ich diesen vernachlässigt habe, weil ich immer zu Hause alles unter Kontrolle haben wollte. Nun nehme ich mir bewußt wieder Zeit und habe auch spontan nette Abende mit Freundinnen.

  • Du sprichst mir aus der Seele BuyMyselfFlowers. Genauso fühle ich mich und genauso habe ich mich verhalten oder tue es noch immer.
    Mein nächster Schritt soll sein, dass ihm sage, dass er sich eine Tasche packen soll, damit er sich ein Zimmer nehmen kann, wenn er meint trinken zu müssen. Ich möchte ihn so nicht mehr sehen und ertragen und das sollte er auch für die Kinder so akzeptieren. Das Problem wird es sein, den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Ich sehe ihn nur morgens oder am Wochenende nüchtern. Und wenn er merkt, dass ich etwas unangenehmes zu klären habe in der Früh, dann verschwindet er noch bevor die Kinder aus dem Haus sind und die Chance ist vertan. Was mach ich, wenn er sich nicht daran hält und es ihm egal ist? Dann muss ich mich anwaltlich beraten lassen, welche Möglichkeiten ich habe mich zu wehren. Die Zeit wird eine Lösung bringen.

  • Sonnenschein, jeder von uns hat sein Tempo! Also Schritt für Schritt, so wie du es für richtig hältst. Gut ist sicher nur, wenn du die kleinen Schritte konsequent gehst.

    Mir hat geholfen, dass ich mich anwaltlich beraten lassen habe, als für mich klar war, dass ich meinen Ex zum Auszug auffordern werde. Das hat mir Sicherheit gegeben. Da wir nicht verheiratet sind, ging es am Ende nur um Unterhalt für unsere Tochter und um mögliche Regelungen für das Haus. So wußte ich, wo ich stehe.

    Eine Freundin hatte mir eine Anwältin empfohlen, die in solchen Fällen sehr hartnäckig ist, wenn es darauf ankommt. Hast du vielleicht auch jemanden, der dir eine Empfehlung aussprechen kann?

  • Das klingt bei dir so einfach. Ich will es nicht eskalieren lassen, da ich nicht weiß wie er reagieren wird. Ich muss einen Schritt nach dem anderen machen.

    Da ich Spezialistin darin bin, Schritte vor und wieder zurück zu machen, kann ich dass total verstehen.

    Auf alle Fälle solltest du nicht denken dass du dumm warst. Ich war auch wütend auf mich selbst, wegen der schlimmen Zeiten, vor allem wegen meiner Töchter.

    Aber wir gehen es jetzt an, in welchem Tempo auch immer, und das zählt jetzt.

  • Guten Morgen,

    heute ist ein sehr schlechter Tag. Meine Übelkeit und der Durchfall beeinträchtigen mich sehr. Zudem kommen die ständigen Gedanken und Sorgen, die nicht still stehen bleiben. Offensichtlich denkt mein Mann, dass ich ihn betrüge. Ist ja auch schön einfach, sich sowas einzureden. Er hat scheinbar versucht mein Handy auszuspionieren, weil ich mich so abwertend ihm gegenüber verhalte. Was wird heute noch alles auf mich zukommen?

  • Sonnenschein, kannst du etwas tun, dass es dir besser geht? Was hilft sonst in solchen Situationen? Hast du jemanden im Realen, der dir heute beistehen kann?

    Die Reaktion deines Mannes ist meiner Ansicht nach typisch. Er spürt deine Stärke und, dass du Druck machst. Daher versucht er dich zu manipulieren und damit Gegendruck auszuüben.

    Es klingt mir danach, als sei der Zeitpunkt für den nächsten (wenn auch kleinen) Schritt gekommen. Mir hilft es immer, ins Handeln zu kommen. Vielleicht würde dir die Beratung beim Anwalt helfen? Termin machen könnte ein Schritt sein.

    Ich wünsche dir viel Kraft für diesen Tag!

  • Guten Morgen Sonnenschein CoA trotz allem!

    Durchfall, Übelkeit...Du bist doch krank und einer deiner Kollegen weiß Bescheid! Magst Du Dich wirklich nicht krank schreiben lassen (bevor Du zusammenbrichst und dann sowieso nicht zur Arbeit gehen kannst...)

    Hast Du eine Idee / einen Ort wo Du hingehen könntest, wo Dir nicht die Decke auf den Kopf fällt?

    Herzliche Grüße

    Api

  • Guten Morgen BuyMyselfFlowers,

    der Weg zum Anwalt scheint noch viel zu groß und drastisch. Ich würde ihm gerne eine Tür öffnen und ihm meine Gedanken mitteilen. Und auch das mit Tasche packen und nicht mehr betrunken nach Hause kommen usw. So kennt er mich noch nicht, mit der Klarheit. Das hätte mir jetzt geholfen. Die Karten auf den Tisch legen und den nächsten Schritt gehen.
    Ich hab gerade die Kinder weg gefahren und nun ist er wieder verschwunden. Das war meine Chance für heute. Das auszuhalten tut so weh. Ich würde ihn so gerne schütteln und ihm sagen, was er gerade alles kaputt macht und er zur Besinnung kommen soll. Diese Hilflosigkeit mach mich krank.

  • Durchfall, Übelkeit...Du bist doch krank und einer deiner Kollegen weiß Bescheid! Magst Du Dich wirklich nicht krank schreiben lassen (bevor Du zusammenbrichst und dann sowieso nicht zur Arbeit gehen kannst...)

    Hast Du eine Idee / einen Ort wo Du hingehen könntest, wo Dir nicht die Decke auf den Kopf fällt

    Ihr habt alle so Recht. Aber inzwischen erscheint es mir für den Moment leichter mit dem Alkoholiker zu leben, als sich von ihm zu trennen.
    Meine Panikattacke ist inzwischen abgeklungen. Ich werde ins Büro fahren und um 10:00 Uhr meinen Geschäftstermin absolvieren. Da soll ER eigentlich auch dabei sein. Danach schau ich, wie ich mich fühle und was ich weiter tun kann.

    Ich will unter keinen Umständen aus der Wohnung hier weg. Das ist im Moment meine Festung, mein Hafen. Meine engsten Freunde sind ganz nah. Meine Familie weit weg.

  • Seit Wochen stehe ich jeden Morgen auf und verbringe erst einmal die meiste Zeit auf der Toilette. Magenkrämpfe, Übelkeit, Duchfall. Ich nenne es „meine morgendliche Panikattacke“. Zusätzlich kann ich die meiste Zeit nicht essen und schlafen. Ich funktioniere nur und versuche alle belastenden Gefühle auszuschalten.

    Hallo Sonnenschein,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Wenn es Dir jeden Tag so schlecht geht, dann sind Deine Grenzen schon sehr weit überschritten.

    Du solltest für Dich und die Kinder fit sein. Aber Du lebst derzeit gegen Dich und Deine Gesundheit. Dein Körper und Deine Seele zeigen Dir das ganz deutlich.

    Nimm das ernst und gehe zu Deinem Arzt, sage was los ist, lasse Dich gründlich durchchecken und aus dem normalen Alltag herausnehmen. Werde erstmal wieder richtig gesund.

    Und wenn Du den Termin heute tatsächlich wahrnehmen willst, dann mache danach Feierabend.

    Diese Anschuldigung von Deinem Mann ist an den Haaren herbeigezogen, damit er einen Grund hat, warum Du Dich so veränderst.

    Deswegen solltest Du ihm deutlich sagen, was los ist und dass Du das alles nicht mehr ertragen kannst.

    Das Fass ist am Überlaufen und Du kannst so doch nicht weiterleben, oder?

    Pass auf Dich auf!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Sonnenschein,

    Diese Hilflosigkeit mach mich krank.

    Hilflos bist du nur seiner Sucht gegenüber. Denn da hast du keine Chance, sie zu stoppen. Das kann nur er selbst.

    Aber dir gegenüber und deinen Kindern gegenüber bist du im Prinzip nicht hilflos. Du hast viele Hilfemöglichkeiten. Du kannst zum Arzt gehen und deine Gesundheit wieder in Ordnung bringen. Das hat Prioritä . Gesundheit ist ein wichtiger Stützfeiler um Dinge bewegen zu können.

    Du kannst deine Freunde um Unterstützung bitten, einen Anwalt aufsuchen. Ihm Grenzen setzen. Es gibt Hilfe, ganz bestimmt.

    Was dir fehlt ist Mut, glaube ich. Hab Mut, die ersten Schritte zu tun. Das wünsche ich dir. Und deinen Kindern.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Liebe Sonnenschein CoA ,

    Ich stimme meinen Vorschreiberinnen zu. Dein Körper fängt gerade an zu schreien. Das solltest Du ernst nehmen und dringend zum Arzt und Dich rausnehmen. Ein permanent überhöhter Stresspegel ist alles andere als gesund.

    Es hilft niemanden, wenn Du umkippst. Es ist auch Deine Verantwortung Deinen Kindern gegenüber.

    LG Momo

  • Es ist so schwer, den Mut aufzubringen! Neulich kam mir der Gedanke: "Ich verlange von meinem Partner (vergebens) den Mut aufzubringen, sich professionelle Hilfe zu suchen. Aber ich selber?! Habe ich genug Mut?" Und dann war ich versöhnlicher mit ihm (weil ich selber so lange nicht genug Mut gehabt hatte) und stolz auf mich, weil ich jetzt mutig ins Handeln gekommen bin.

  • Hallo, ich schreibe mal meine erfahrung als EKA. Meine eltern haben es nicht geschafft den trennungsschritt zu vollziehen. Erst lange nachdem wir kinder aus dem haus waren und ich habe es gehasst, daß sie zusammenblieben. Die spannungen, die verzweiflung, das alles hing in meinem elternhaus fest. Mein vater der täglich mehr grund sah zu trinken, meine mutter die auf dem zahnfleisch ging. Für mich war es normal, daß mein vater trank, und meine mutter sich vergeblich an ihm abarbeitete. Normal, aber unerträglich. Wenn du schreibst von deiner morgendlichen panikattacke erinnert mich das sehr daran, daß das unerträgliche einfach so ist nicht zu ändern und furchtbar. Ich kann dir gar nicht sagen, was das für einen käfig schuf. Das aushalten ist wirklich gift für alle beteiligten.

  • Was meint ihr? Soll ich das Gespräch mit meinen Kindern suchen. Schließlich sind sie schon 17 und 14. Oder soll ich das Thema lieber nicht präsenter machen?

    Kurzes Update:

    Ich habe heute den Tag im Büro durchgehalten, bis er wieder total voll aufgetaucht ist. Dann konnte ich es nicht mehr ertragen. Mein Gespräch gestern mit meinem Kollegen hat sich gelohnt. Er hat sich Gedanken gemacht und heute in der Früh gleich den 2. Vorgesetzten informiert. Damit hat er mir ein Problem abgenommen und jemand anderes kümmert sich jetzt. Zusätzlich habe ich mich heute meinen engsten Freundinnen anvertraut. Somit bin ich nicht alleine und jeder weiß Bescheid, wenn ich Hilfe brauchen sollte. Nun heißt es abwarten was in ihm passiert. Er wirkte heute sehr traurig.

    Sein Verhalten begründet er einem Freund gegenüber damit, dass ich seit fast einem Jahr eine Affäre hätte. Darüber können alle nur lachen, die mein Leben kennen. Aber in seiner Welt ist es real.

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