Becca - Ich weiß nicht weiter

  • Hallo Mini,

    ja habe am Donnerstag einen neuen Termin bekommen. Wir hatten letzten Sonntag nochmal ein Gespräch, da hab ich ihm Klipp und klar gesagt, dass wenn sich nichts ändert, ich mit den Kindern gehe...

    Am Montag hat er sich direkt einen Beratungstermin gemacht, wo ich ihn begleiten soll. Seit dem hat er auch keinen Alkohol getrunken und kümmert sich mehr. Ich werde trotzdem am Ball bleiben und die Hoffnung nicht allzu hoch ansetzen. Zur Not kann ich sofort zu meiner Familie.

    Ich werde jetzt noch einmal abwarten ob er es ernst meint und wenn nicht werde ich gehen.

    So eine Drehung hatte er bis jetzt noch nicht. Nach max drei Tagen hat er wieder getrunken.....

  • Jedes mal, wo Du Anlauf nimmst um aus der Situation zu kommen und Dein Partner bekommt es mit - und auch, dass Du doch nicht in´s Handeln kommst, bestätigt ihn darin, dass alles beim Alten bleiben kann und er nichts ändern muss.

    ER muss sowieso nichts ändern, wenn er es nicht will. Und es ist auch nicht Deine Aufgabe, ihn dahin zu bringen.


    Dieses Zitat durchlebe ich selbst gerade und komme aus dem Teufelskreis irgendwie noch nicht raus,.. aber es ist so unglaublich anstrengend gerade... Egal ob mit Kind oder dem eigentlichen Erwachsenen.. wie ist dein Dein letzter Satz eigentlich gemeint?

    Liebe Grüße Matrix nicht

  • Dieses Zitat durchlebe ich selbst gerade und komme aus dem Teufelskreis irgendwie noch nicht raus,.. aber es ist so unglaublich anstrengend gerade... Egal ob mit Kind oder dem eigentlichen Erwachsenen.. wie ist dein Dein letzter Satz eigentlich gemeint?

    Liebe Grüße Matrix nicht

    Guten Abend Matrix,

    der letzte Satz ist gemeint, dass er halt immer so weiter gemacht hat und mich weiter so behandelt hat. Er hat heute auch nichts getrunken und bindet sich viel mehr zu Hause ein und sitzt nicht an seinem Rückzugsort.

    Eine so lange Zeit kenne ich es halt nicht und bin positiv überrascht. Dennoch weiß ich nicht ob es so bleibt. Für mich steht nur fest, dass wenn es noch einmal ausartet, ich mit den Kindern gehe.

    Insgeheim habe ich trotzdem die ganze Zeit im Hinterkopf, dass es wieder beim alten landen wird und das ist auch kein schönes Gefühl.

  • Guten Abend,

    ich muss mal wieder einen klaren Kopf bekommen. Nachdem er mir versprochen hat, dass sich einiges ändern wird, hat er gestern wieder über die Strenge geschlagen und ordentlich ins Glas geschaut..... Resultat waren wieder Beleidigungen und keiner würde hinter ihm stehen, erst Recht ich nicht..... Ich kriege diesen Schritt zu gehen einfach nicht hin. Immer wenn ich denke, jetzt ist es soweit macht er mir ein schlechtes Gewissen und Zack steh ich wieder parat 😫

    Habe die letzten Tage hier viel gelesen und viele Erfahrungen ähneln sich extrem, so dass ich eigentlich wissen müsste, dass sch nichts ändern wird und die Spirale eher abwärts geht.

    Sorry, ich brauche einfach einen Knopf: Geh mit den Kindern!

  • Heute bist du genau 3 Wochen hier angemeldet. Manche Frauen brauchen Jahre, um ihren Startknopf zu drücken. Bei anderen gehts schneller. Aber die meisten brauchen Jahre. Eigentlich schade, denn das sind ja genau die Jahre, in denen die Kinder auf Sucht programmiert werden - einfach durchs Zuschauen.

    Den Startknopf hast du mit Sicherheit schon eingebaut.

    In einem anderen Zusammenhang habe ich mir mal die Frage gestellt: Wann bitte fängt eigentlich MEIN Leben an? Da ist mir bewußt geworden, daß das an mir liegt und nicht an den anderen um mich herum. Es war meine Entscheidung. Ab da ging es im Schneckentempo voran, aber immerhin.

    Liebe Grüße,

    Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Heute bist du genau 3 Wochen hier angemeldet. Manche Frauen brauchen Jahre, um ihren Startknopf zu drücken. Bei anderen gehts schneller. Aber die meisten brauchen Jahre. Eigentlich schade, denn das sind ja genau die Jahre, in denen die Kinder auf Sucht programmiert werden - einfach durchs Zuschauen.

    Den Startknopf hast du mit Sicherheit schon eingebaut.

    In einem anderen Zusammenhang habe ich mir mal die Frage gestellt: Wann bitte fängt eigentlich MEIN Leben an? Da ist mir bewußt geworden, daß das an mir liegt und nicht an den anderen um mich herum. Es war meine Entscheidung. Ab da ging es im Schneckentempo voran, aber immerhin.

    Liebe Grüße,

    Linde

    Hallo Linde,

    genau das ist meine Angst, dass die Kinder negativ geprägt werden und Schaden nehmen.

    Der Vater von meinem Partner war selbst Alkoholiker und ist daran verstorben. Deswegen ist es für mich kaum vorstellbar, warum mein Partner, der Papa unserer Kinder, in die gleiche Lebenslinie läuft. Durch das Forum konnte ich einiges besser verstehen und auch das die Sucht quasi an erster Stelle steht, jedoch macht es das irgendwie nicht einfacher.

    Die Frage,die du dir gestellt hast, wurde mir so ähnlich vor kurzem von meiner Familie gestellt. Sehr gute Frage und ich sollte definitiv an mich denken. Da ist nur ein durchsichtiger Strick der mich festhält (ich kann es nicht anders erklären).

  • Der Vater von meinem Partner war selbst Alkoholiker und ist daran verstorben. Deswegen ist es für mich kaum vorstellbar, warum mein Partner, der Papa unserer Kinder, in die gleiche Lebenslinie läuft.

    Wieso ist es für dich nicht vorstellbar? Genau so funktioniert die Familienkrankheit Alkoholismus. Deine Kinder schauen ihrem nassen Vater zu, der wiederum als Kind seinem nassen Vater zugeschaut hat. Und was ist da naheliegender, als später selber süchtig zu werden?

    Ich stamme auch aus einer Familie mit Alkoholikern, bin aber nicht Alkoholiker geworden, sondern eßsüchtig.

    Kinder lernen die Muster, die ihnen vorgelebt werden. Sei es die Sucht oder die Co-Abhängigkeit. So landen Töchter von Alkoholiker wie von Zauberhand später bei nassen Partnern.

    Es liegt an einem selbst, wann man aus dem kranken System aussteigt. Die Kinder können es nicht. Aber die Erwachsenen.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Becca,

    Ich habe nächste Woche einen Beratungstermin und bin dann hoffentlich etwas schlauer und in der Entscheidung gefasster.

    den Beratungstermin musste ich leider verschieben, da ein Kind dolle krank ist.

    Ist da etwas bei herausgekommen?

    Er hat seine Partner-Wahl bereits getroffen, Du bist am Zug.

    Du führst eine Beziehung mit dem was Frau Alk noch zulässt. Stelle Dich und sein Lieblingsgetränk nebeneinander und lass Ihn wählen. Das Ergebnis wird Dir nicht gefallen. Im Moment versucht er das aus Bequemlichkeit noch unter einen Hut zu bekommen, allerdings steht die Rangordnung schon länger fest.

    Hoffentlich kannst Du den Knopf bald drücken.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Oder werden selbst co abhängig. Mich hat das beispiel meiner eltern so sehr abgeschreckt. Nie wollte ich es so machen wie sie. Trotzdem bin ich wiederholt in situationen geraten, die ich eigentlch nie wollte. An menschen geraten, mich in dynamiken verstrickt, die dann doch so verdammt ähnlich dem waren, was ich erlebt habe.

  • Deine Kinder schauen ihrem nassen Vater zu, der wiederum als Kind seinem nassen Vater zugeschaut hat.

    Genauso ist das leider oft. Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder, egal ob gute oder schlechte. Sie lernen von ihren Eltern und gucken sich das Verhalten ab.


    Was meinst du, warum so viele Eltern, die als Kinder geschlagen wurden, später selbst ihre Kinder schlagen? Weil sie das so toll fanden, geschlagen zu werden? Oder weil sie in völlig ungesunden Strukturen groß geworden sind und nichts anderes gelernt haben?

  • Der Vater von meinem Partner war selbst Alkoholiker und ist daran verstorben

    Mein Vater ist auch daran gestorben.

    Mein Stiefvater ist auch Alkoholiker. Er war gewalttätig und ich habe eine Kindheit voller Schmerz und Angst erlebt. Weil meine Mutter nicht gegangen ist.

    Und? Ich bin Alkoholiker geworden. So sieht's aus.

    Ich wünsche Dir, dass das bei Dir anders läuft und Deine Kinder mal nicht so über Dich denken, wie ich über meine Mutter.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hi becca, dein beratungstermin kommt noch oder? Tut mir leid zu lesen, daß du gestern solch einen schlimmen tag hattest. Ich wollte dir dazu noch folgendes mitgeben, meine eltern haben es nicht geschafft sich zu trennen, bzw. Was ich als kind als schlimm empfunden habe, sie wollten es nicht. Mein vater war funktionierender alkoholiker. Er wurde nie gewalttätig oder beleidigend, aber meine mutter hat wahnsinnig unter seiner trinkerei gelitten. Den alkoholkonsum haben beide vor uns gut kaschiert, ich hab erst als erwachsene begriffen, wie problematisch das eigentlich war und das es nicht normal ist, wenn papa abends literweise alkohol trinkt. Aber die auseinandersetzungen zwischen meinen eltern die habe ich sehr wohl mitbekommen. Beide eltern haben sich zudem trost bei mir gesucht. Meine mutter wurde es nicht müde zu sagen, daß sie längst gegangen wäre, wenn nicht wir kinder wären. Die ohnmacht und wut, die ich damals empfunden habe, werde ich nie vergessen.

    Ich wünsche dir kraft und klarheit, und mut auf deine und die bedürfnisse deiner kinder zu achten. Pass auf dich auf!

    Guten Abend Mini,

    den Beratungstermin habe ich kommende Woche und erhoffe mir dadurch nochmal zusätzlich Klarheit. Dieses Forum hilft mir auch schon sehr viel dabei, noch mehr Abstand zu nehmen. Es ist wie ein Teufel und der Engel auf der anderen Seite. Richtig anstrengend.

    Ich habe viel gelesen was es auch mit Kindern macht, in Suchtfamilien aufzuwachsen und das sollte mir erst Recht den Anstoß geben zu gehen.

    Mein Partner weiß halt nur genau die richtigen Knöpfe zu drücken.....

  • Hallo Whitewolf,

    der Termin findet jetzt leider erst kommende Woche statt.

    Du hast recht, er würde das Glas nehmen, so traurig es auch ist. Wie schön gesagt, sagt dann der Engel: Gib diese Familie noch nicht auf. Das ist meine Probe momentan. Ich habe echt Angst davor noch richtig lange festzustecken. Rational weiß ich das ich mit den Kindern gehen muss....

  • Genauso ist das leider oft. Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder, egal ob gute oder schlechte. Sie lernen von ihren Eltern und gucken sich das Verhalten ab.

    Ja Kinder lernen von ihren Eltern. Da hast du vollkommen Recht.

    Ich denke auch, dass mein Partner so geworden ist, weil er es anders nicht kennt. Er hätte wirklich eine miserable Kindheit aber er ist seines Glückes selber Schmied oder wie sagt man noch so schön?

  • Mein Vater ist auch daran gestorben.

    Mein Stiefvater ist auch Alkoholiker. Er war gewalttätig und ich habe eine Kindheit voller Schmerz und Angst erlebt. Weil meine Mutter nicht gegangen ist.

    Und? Ich bin Alkoholiker geworden. So sieht's aus.

    Ich wünsche Dir, dass das bei Dir anders läuft und Deine Kinder mal nicht so über Dich denken, wie ich über meine Mutter.

    Hallo Alex,

    ich weiß gar nicht was ich schreiben soll. Eine Kindheit voller Angst und Schmerz muss schrecklich sein und genau das möchte ich meinen ersparen. Ich möchte nicht, dass ihre Kinderseelen leiden.

    Dieser Austausch tut mir unglaublich gut und rückt mich wieder etwas gerade.

    Es ist gerade nur alles unheimlich schwer. Ich glaube am meisten habe ich Angst vor seiner Reaktion und das er dann noch die Kinder manipuliert.

  • Kinder machen das Ganze immer schwieriger. Sie sind aber auch der Antrieb (oder sollten es sein), an der Situation etwas zu ändern.

    Denn sie können es ja von sich aus nicht und sind auf Dich angewiesen.

    Eine negative Reaktion von ihm kann Dich in Deinem Entschluss eigentlich nur bestärken.

    Ich weiß gerade nicht, wie alt Deine Kinder sind. Meine Schwester und ich wussten sehr, sehr früh was Sache ist. OK, war auch nicht schwer, wenn man verdroschen wird, lernt man noch viel schneller.

    Jedenfalls haben Kinder sehr feine Antenne. Meine Mutter (die inzwischen auch Alkoholikerin ist) hat sich immer darüber gefreut, wenn ich ihr gleich gemeldet habe, dass der Papa bereits getrunken hat. "Bereits", denn getrunken hat er jeden Tag.

    Sie hat uns damals gesagt, dass sie sich trennen möchte. Wir haben Hoffnung geschöpft und sie ermutigt. Aber sie ist geblieben.

    Ich bin da etwas befangen. Aber das war nur leeres CO-Gerede. Sie ist geblieben und wir haben unsere Kindheit so verbracht. Unwiederbringlich.

    Irgendwie wühlt mich das Thema zu sehr auf, merke ich gerade. Wollte Dir nur den Eindruck eines EKAs dalassen.

    Du musst darauf nichts antworten. Lass es einfach auf Dich wirken. Du bist ja auch erst ganz kurz hier.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo Becca,

    ich habe irgendwie das Gefühl, dass Du die letzten Beiträge mit den jeweiligen Erfahrungsberichten mit Blick auf Deinen Mann und seinen Suchtstrukturen in der Herkunftsfamilie gelesen hast.

    Ich empfinde es aber eher so, dass diese Erzählungen erreichen sollten, dass Du beim Lesen dabei an Dich und Deine Kinder denkst, die Du gerade ebenfalls in diesem Muster aufwachsen lässt.

    Ich denke auch, dass mein Partner so geworden ist, weil er es anders nicht kennt. Er hätte wirklich eine miserable Kindheit aber er ist seines Glückes selber Schmied oder wie sagt man noch so schön?

    Du schaust auf ihn und sein Schicksal.

    Doch der springende Punkt ist doch: Momentan bist DU Schmied des Glückes DEINER Kinder und DIR selbst…..

    LG Cadda

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