Joshi - Trennung oder Durchhalten?

  • Guten Abend!

    Ja, ich glaube ich bin einfach zu ungeduldig mit mir selbst. Die Co ist ja auch nicht von heute auf morgen weg.

    Wir hatten heute ein Gespräch, als er unseren Sohn vom Ausflug wieder brachte, in dem er sich zum ersten Mal geöffnet hat welche Momente es sind die ihn was trinken lassen. Im Grunde ist es ein enormer Druck immer perfekt und von allen geliebt zu sein. So wurde es ihm beigebracht.

    Und wenn dann der Druck zu groß ist… Also Entlastungstrinker?. aber das soll der Arzt lieber mit ihm besprechen. Ich bin keine Psychologe.

    Ich finde es gut für ihn, dass er sich damit auseinandersetzt. Auch wenn das an meiner Entscheidung der räumlichen Trennung nichts ändert, wünsche ich ihm ja trotzdem das er irgendwann gesund wird…

    Joshi

  • Hallo an Alle,

    In der letzten Zeit habe ich hier nur mitgelesen. Irgendwie war ich traurig, dass sich niemand mehr gemeldet hat. Und dann dachte ich ich schaff es auch alleine.

    Mir geht es nicht so gut. Irgendwie fühlt sich alles hoffnungslos an. Ob ich nun alleine bin oder mein Xy da ist…

    Mir ging es während der letzten Wochen total schlecht, als ich alleine war. Körperund psychisch. Jetzt ist mein Mann wieder da. Er bemüht sich so sehr. Wir sind den Auslösern für seine gelegentlichen „Ausfälle“ auf die Spur gekommen.

    Aber ich bin trotzdem hoffnungslos. Es fühlt sich an als ob ich wieder komplett in die Co abgesackt bin. Ich hab mir so sehr gewünscht dass es einen gemeinsamen Weg gibt.

    LG

    Joshi

  • Ich glaube das alles ist von Fall zu Fall verschieden. Wenn er sich ehrlich bemüht, warum solltest Du ihm keine Chance geben. Wenn Du aber merkst, dass er Dich belügt, dann zieh die Reisleihne. Und ich glaube wir wissen mittlerweile genau wann wir belogen werden.

  • Ich kenne diese Enttäuschungen nur zu gut. Was er alles noch mit mir erleben wollte, alles würde gut. Die Wirklichkeit war, nichts aber auch nichts änderte sich. Die Zeit verging, mein Leben verging. Ich will das nicht mehr. Keine Lügen und keine Versprechungen mehr. Taten sind das was zählen. Aber er hat immer wieder eine Ausrede warum es nicht geht und immer sind andere schuld. Aber wenn er wirklich einsichtig ist und eine Therapie macht, dann kannst Du ihm ja noch eine Chance geben, wenn er es schafft.

  • So hart es auch ist. Mach den Realitätscheck. Mein XY zeigt mir gerade immer und immer wieder, dass die Entscheidung zu gehen richtig ist. Und wie weiter hat Recht. Worte bedeuten null, solange keine Handlungen zu erkennen sind.

    Ich bin auch todtraurig und hoffnungslos. Das schmerzt so unglaublich. Aber es kann doch auch hilfreich sein zu wissen, dass bleiben nichts verbessert. Im Gegenteil, es verschlimmert oft nur die Situation so tragisch es ist.

  • Mir ging es ähnlich. Mir hat regelrecht etwas gefehlt, als mein alkoholkranker Partner ausgezogen war. Ich habe ja viele Monate damit verbracht, den Flaschenkreislauf zu beobachten. Ich habe Mimik und Gestik meines Partners sondiert, wenn ich nach Hause kam. Am Telefon habe ich mit dem einen Ohr gecheckt, ob wohl schon Alkohol im Spiel war. All diese sinnlosen Kontrollinstrumente rauben Zeit und bei mir hat sich der Mechanismus zum Schluss verselbständigt.

    Aber das Gute ist, dass es nachläßt, wenn man sich löst. Bei mir brauchte es Distanz. In der alten Situation zu verharren und mich abzugrenzen, das hätte ich nicht geschafft

    Genau so ist es. Zum Schluss hatte ich dann ab Mittag schon Magenschmerzen, hat er getrunken, wie ist er drauf usw.. Das macht auf Dauer einfach krank.

    Liebe Grüße

  • Es ist wohl genauso schwer das Kontrollieren zu beenden, wie es für den Alkoholiker das trinken sein zu lassen.

    Ich merke immer noch wie meine Gedanken um diese Trink-Merkmale kreisen. Das braucht Zeit.

    Mein xy zeigt die besten Voraussetzungen, er macht viel Sport für den Entspannungsfaktor, er hat auch nie mir die Schuld gegeben und ist sehr einsichtig. Nächste Woche ist nochmal Gespräch beim Hausarzt, er hegt und pflegt uns, plant einen Jobwechsel, hat alle Weihnachtsmarkt-Termine abgesagt etc.

    Und dennoch bleibt die Angst wieder so enttäuscht zu werden. Ich weiß ja das es keine Sicherheiten gibt, aber ich frage mich, ob es nicht schon zu spät ist… 😓

  • Guten Morgen,

    In den letzten Wochen habe ich nur still mitgelesen. Es hat mich echt fertig gemacht so viele Beispiele zu lesen wo die Trennung tatsächlich der richtige und einzige Ausweg war. Das konnte ich bislang überhaupt nicht akzeptieren.

    In unserem Leben ist viel passiert, viele Veränderungen sind umgesetzt. Dennoch ist der Alkohol aktuell 1-2 mal die Woche Mitbewohner unserer Familie. Immer gerade so am Limit, dass ein Außenstehender es nicht mal bemerken würde. Und immer das Lügen…

    Ich fühle mich leer und ausgelaugt. Werde nächste Woche zu einer Beratungsstelle gehen. Ich hoffe darauf, dass mir das hilft klarer zu sehen.

    Traurige Grüße

  • Ja Joshi

    es ist gut, zu einer Beratungsstelle zu gehen!

    Denn nach einer tragfähigen Beziehung hört sich das so ja nicht an und Dich macht es fertig. Und immer diese Gedanken, dass es von Außen ja nicht mal auffällt! Kein Wunder, dass es Dir schlecht geht...

    Viel Kraft und ein gutes Beratungsgespräch wünsche ich Dir!

    Schreib doch gerne mal, wie es gelaufen ist!?

    LG

    Api

  • Ich hatte ja im letzten Jahr alle Freunde und Familie ins Boot geholt, weil ich nicht länger schweigen wollte.
    Zu Beginn tat das so gut und ich hatte so viel Zuspruch. Aktuell habe ich das Gefühl, dass es keiner mehr sehen und hören will. Da er so am Erkennungslimit trinkt, ist es auch sehr bequem nicht genauer hinschauen zu müssen.

    Ja, ich verstehe, dass es immer das Gleiche ist und man sich als Außenstehender fragt wann ich endlich was konkretes endgültiges tue. Und die Verantwortung für mich trage ich, klar. Aber ich fühle mich so alleine gelassen…

    Warte sehnsüchtig auf das Beratungsgespräch…

  • Liebe Joshi,

    ich kenne das Gefühl nur zu gut. Es ist wirklich gemein, dass man so immer als Dumme dasteht. Die Außenstehenden sehen das Problem nicht und können es so nicht begreifen. Ich hatte immer das Gefühl, dass die anderen denken ich übertreibe völlig. Der Partner wirkt ja schließlich immer nüchtern. Trotzdem ist es wichtig Freunde und Familie einzuweihen. So kann zumindest hinterher niemand sagen, er hätte von nichts gewusst. Mein Vater ist damals auch nie als Alkoholiker aufgefallen(hatte sich dann aber in seiner trockenen Phase outen müssen bei Freunden). Erst nach der Trennung von meiner Mutter kam dann langsam ein Absturz nach dem anderen und alle haben erkannt, dass wohl doch was an der Alkoholiker Sache dran war.
    Als Betroffener Angehöriger hast du immer die A-Karte. Bei mir steht die räumliche Trennung noch aus. Das Forum hier bestärkt mich schon sehr. Ich wünsche dir viel Kraft das ganze durchzustehen!

  • @ Wichtelmama & API

    Oh Gott, wie befreiend es ist, wenn man einfach so verstanden wird! Einfach so, ohne das wieder jemand an mir zweifelt und ich begründen muss. Danke!!!! Ich habe beim lesen der Posts heute geweint, weil ich so erleichtert bin…

    LG Joshi

  • Ich hab mich auch immer wieder gefragt, ob es richtig ist seine Familie einzuweihen. Schließlich waren sie ja weit weg und haben uns nur einmal im Jahr gesehen und da hat er sich immer sehr zusammengerissen. Ich hab auch oft an mir gezweifelt ob ich nicht übertreibe und ob ich sie damit belasten soll und darf.

    Jetzt bin ich froh es gemacht zu haben. Sie hätten es wohl nicht verstanden und mir vielleicht Vorwürfe gemacht, warum ich nichts gesagt habe.

  • Naja, als ich alle einbezogen habe, war keiner so richtig verwundert. Das sagt ja schon alles.
    Inzwischen hat sich das Blatt gewendet und die wenigsten fragen mal nach. Es ist einfach ein unbequemes Problem, das sich keiner mit aufhalsen will.
    Versteht mich nicht falsch, es gibt schon Freunde und Familie die helfen würden, wenn ich mich trennen sollte. Nur der Prozess bis dahin ist diesbezüglich sehr einsam.

    Kennt ihr das auch, dass es immer auf und ab geht? An einem Tag ist klar, dass eine Tennung unausweichlich ist und am nächsten Tag völlig ausgeschlossen? Ich schwanke so hin und her und das raubt enorm viel Kraft…

  • Das kenne ich, ich hab mir dann vorgemacht, dass es doch nicht so schlimm ist und ich das lieber aushalte als alleine zu sein. Ich hab mir dann eine Liste angelegt mit den schlimmen Tagen und Ereignissen. Und wenn ich das so geballt gelesen habe, wurde mir klar, dass ich so mein Leben nicht mehr weiterleben will. Auch für die Kinder wollte ich das nicht.

  • Kennt ihr das auch, dass es immer auf und ab geht? An einem Tag ist klar, dass eine Tennung unausweichlich ist und am nächsten Tag völlig ausgeschlossen? Ich schwanke so hin und her und das raubt enorm viel Kraft…

    und wie...!

    Oft auch zwischen nachts: "Trennung unausweichlich" und schon wenige Stunden später, wenn der Alltag wieder anfing "völlig ausgeschlossen". Ich habe dann wirklich sehr oft Angst gehabt, dass ich schizophren bin oder so. Ja, das raubt Kraft! Die konnte mir aber leider niemand zurückgeben außer ich selber.

  • Oft auch zwischen nachts: "Trennung unausweichlich" und schon wenige Stunden später, wenn der Alltag wieder anfing "völlig ausgeschlossen".

    Komplett identisch war es bei mir. Wirklich krass. Mein „Glück“ war, dass es an dem Tag, an dem ich ging, tagsüber eskaliert ist und ich direkt mit den Kindern weg bin. Nachts war ich quasi immer in der Wohnung „gefangen“ (wollte die Kinder weder wecken noch mit ihm allein lassen) und am nächsten Morgen hab ich einfach weiter funktioniert…

  • Hallo Franzi,

    ich habe deinen Beitrag mit dem Zitat abgeändert, und deine Antwort aus dem Zitat herausgenommen. Du kannst zitieren und dann ganz normal unter dem Kasten mit dem Zitat weiterschreiben.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

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