releaseme - Wie soll es weitergehen?

  • Hallo releaseme,

    ich fühle mit dir. Aber glaube mir, das ist es wert. Es wird zwischendurch schlimmer werden und du wirst trauern, aber du gewinnst so viel mehr Lebensqualität für dich und deine Kinder.

    Mein Mann hat auch mit Selbstmord gedroht. Ich hab es ernst genommen und ihm die Polizei geschickt. Er hat dann angegeben, dass er es nur gemacht hat um meine Aufmerksamkeit zu bekommen, weil ich nicht auf seine Nachrichten reagiert habe. Und da ist mir vieles noch klarer geworden. Er hat Grenzen überschritten, die wie eine unbezwingbare Mauer waren. Und da macht dein Mann auch.

    Am Ende ist bei mir nur Verachtung und Wut ihm gegenüber geblieben. Und ganz selten auch Trauer und Mitleid.

    Ich wünsche dir viel Kraft und einen guten Anwalt. Das schaffst du ganz sicher.

    Liebe Grüße

    ☀️

  • Liebe releaseme , du hast dir einen nickname gesucht, der ja schon ausdrückt nach was dein Herz sich sehnt. Nun hast du den ersten entscheidenden Schritt in diese Richtung gemacht. Immer wieder wird man sich auf seinem Weg fragen, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat...das ist völlig okay. Aber mit der Zeit werden die Dinge sich fügen und der Weg wird immer klarer und das Herz immer leichter werden. Diese Erfahrung durfte ich machen. Du bist strukturiert und hast alles super gemacht. Eine super Mutter, die sich traut Entscheidungen zum Wohl ihrer Kinder zu treffen. Nicht verzagen. Du bist auf einen guten Weg.

    Liebe Grüße♥️

  • Oja, jetzt ist die zweite Nacht auswärts und vor dem Einschlafen zuerst war der Teufel auf meiner Schulter so laut! Er hat immer gesagt- was hast du getan? Du hattest doch einen guten Mann! Jetzt hast du gat nichts mehr! Und was wird aus den Kindern? Und was denken die Leute ?...

    Aber ich habe die Fotos von den leeren Flaschen durchgesehen und wusste - diesmal gibt's keine zurück.

    Es fühlt sich nicht so an als würde ich ihn vermissen- aber was mich sehr stört, ist dass er keine einzige Nachrich geschickt hat, wie es den Kindern geht. Aber ja, eigentlich leider normal bei ihm.

    Ich war heute bei der Anwältin. Das war echt ein härter Tag heute.. Und da hatte ich nachher diese extremen Verlustängste, wegen dem Haus..Es tut schon weh, im alten Kinderzimmern schlafen, während man daheim ein schönes Hsus hätte..aber ich gehe weiter! Ein Leben ab seiner Seite ist nicht denkbar!!

  • Ich bin sehr stolz auf dich. Das ist so toll, wie alles in Bewegung kommt und was du alles leistest.

    Das Gehirn spielt uns doch oft Tricks und taucht die Vergangenheit in einem wohligen Instagram Filter.

    Es wird sich alles fügen und es wird sich eine schöne und vor allem friedenvolle Wohnlösung für euch ergeben.

  • …gehen da die falschen aus dem geliebten Haus 🏡 …?!?

    Klar, aktuell als sicheren Platz… aber lässt sich das nicht anders regeln…?!?
    Ich wünsche es dir/euch, sofern DAS Haus nicht mittlerweile mit vielen traurigen Erinnerungen verknüpft ist…

    Alles Gute für Dich und deine Kids und Eltern…🙏🙏🙏

  • mir hat es auch immer sehr geholfen, mich an die schlimmen Dinge zu erinnern, wenn mir mein Herz sagen wollte, ach komm, so schlimm war es doch gar nicht. Ich hatte da eine Art Liste im Kopf, die ich immer wieder durchgegangen bin. Und das Lesen der Geschichten hier hat mir auch geholfen.

  • Wenn er ein bisschen Anstand hätte würde er gehen, wenigstens bis alles geregelt ist, so dass die Kinder ihr gewohntes Umfeld hätten. So wohnen wir jetzt in einem anderen Dorf, müssen ständig hin und her fahren wegen Schule und Kidnergarten. Zum Arbeiten bin ich im Haus und das ist echt hart!!


    Jetzt zwei Tage später ist da dieses Loch! Erst heute geht es mir so richtig schlecht, weil der Adrenalin Schock vom Streit etc jetzt mal weg ist und nach und nach wird mit bewusst, was jetzt gerade wirklich passiert. Die Kinder haben heute das erste Mal nach ihren Zimmern und den Spielsachen und dem Haustier gefragt. Ich will nicht mehr länger diesen Kampf gegen den blöden Alkohol führen! Aber nicht umzufallen ist wirklich sehr sehr schwer..So muss sich ein Süchtiger fühlen, der immer wieder zurück zur Flasche möchte.. Ich bewundere alle - auf beiden Seiten - die es schaffen standhaft zu bleiben..


    Wie krieg ich diesen Gedanken weg, dass ich vl gerade etwas falsches mache? Und tue ich den Kinder so wirklich was besseres...i kann keinen klaren Gedanken gerade fassen - ich weiß nur wenn ich zurück gehen würde , wäre alles umsonst gewesen. Er würde dann wahrscheinlich so richtig loslegen, weil er weiß,.dass ich nicht wegkomme und dann ist er darin bestätigt, dass ich ohne ihn nichts auf die Reihe kriege. Und meine Eltern würden nie mehr einen Fuß ins Haus setzen können, denn was er alles zu meiner Mutter gesagt an dem Abend, das war unter aller Würde .

    Er hat sich noch mein einziges Mal gemeldet, nicht mal nachgefragt ob es den Kindern gut geht.. Das tut weh! Aber es wieder eine Antwort! Er hat sich vermutlich entschieden! Oder er denkt, dass ich sowieso so blöd bin und bald wieder auf der Matte stehe..

    Wie seid ihr da weitergegangen? Vl brauche ich trotzdem dringend eine Wohnung, damit dieses Hin und her aufhört und dieser Gedanke zurückzu gehen endlich aufhört...

    Und da soll man sich aufs Arbeiten konzentrieren...😮‍💨🥺

  • Ja, vermutlich ist Deine jetzige Phase direkt nach dem Auszug ein bisschen mit dem Entzug von uns Alkoholikern vergleichbar.

    Dafür gibt es doch auch einen Notfallkoffer, extra für COs?

    Und im Zweifel immer wieder den eigenen Faden durchlesen, von vorn bis hinten, und hier schreiben.

    Alles Gute, Du schaffst das!

  • Und tue ich den Kinder so wirklich was besseres

    Ja! Definitiv! Auch wenn sie es eventuell noch nicht verstehen. Ich habe das nun schon sehr oft irgendwo geschrieben aber ich musste in einer suchtbelasteten Familie aufwachsen. Kurz: Die Folgen sind aus meiner Sicht wirklich sehr schlimm. Ich verstehe, was Du gerade fühlst … Aber es ist absolut richtig, was Du tust.

    Bring Deine Kinder in Sicherheit. Zeig ihnen, was Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit ist.

  • Ich bin auch immer der Meinung, dass derjenige, der sich um die Kinder kümmert mit ihnen in der "alten" Wohnung/ Haus bleiben können sollte und der Alkoholiker sollte gehen. Es ist für eine Person wesentlich leichter, sich was zu suchen als mit Kindern und für die Kids ist es eine zusätzliche Belastung, wenn sie aus der gewohnten Umgebung rausmüssen.

    Andererseits kann ein Wohnungswechsel natürlich auch ein Start für einen Neuanfang sein, was das Ganze vielleicht sogar etwas erleichtert, wenn man nicht ständig mit alten Erinnerungen konfrontiert wird.

    Aber es hilft ja nichts, wenn deiner nicht gehen will. Vielleicht wäre es für Familie/ Freunde möglich, mit ihm mal ein halbwegs sachliches Gespräch zu führen und ihn zu überzeugen, dass er auszieht?

  • Liebe releasme,

    Mein Mann hat sich ein halbes Jahr „versteckt“, hat mich ignoriert und keine Kommunikation zugelassen. Unsere Tochter hat ihn mehrmals kontaktieren versucht, irgendwann hat er angefangen ab und zu ihr etwas zu schreiben. Mir hat er die Scheidung angekündigt, meine verstorbene Mutter beleidigt. Erklärt hat er mir auch, dass man mit so jemandem wie ich nicht zusammen hausen kann. Ist ausgezogen. Ist zurückgekommen. Die Stadtwerke wollten uns den Strom abschalten, da nicht bezahlt. Kindeskrankenvericherung nicht bezahlt über 12 Monate. Gelbe Briefe haben geregnet bei uns. Mit dem Trinken hat er aufgehört, und trotzdem kam keine Entschuldigung, keine Reue, nada.
    Er war trotzdem, nach allem was er veranstaltet hat, am Boden zerstört, dass ich tatsächlich die räumliche Trennung möchte. Dann hieß es, er bringe sich um. Und er lebe auf der Straße. Toll!
    Ich schreibe dir diese ganzen Sachen, weil ich fest daran glaube, dass die Sucht unter Umständen die Person total unkenntlich macht. Mach dich, trotz deiner emotionalen Not, nicht abhängig von deinem Mann / seinen vorwürfe. Was zerstörst du? Eine harmonische Familie?
    Ich hab deinen Faden gelesen und sehe in deinen Aktionen deine Verzweiflung, einen Versuch der Rettung, keine Zerstörung. Natürlich hast du Zweifel, wer von uns hatte diese nicht! Natürlich ist es ein Leiden die Kinder so zu sehen und aktiv etwas gemacht zu haben, dass es jetzt so ist wie es ist. Verliere jedoch deswegen nicht dein „Wissen“ warum du so gehandelt hast. In dem Tun bist du alleine, er hat dir durch seine Passivität die gesamte große Verantwortung überlassen.

    Ganz liebe Grüße Ino

  • Liebe releaseme,

    Ich erkenne mich haargenau wieder in deiner Situation- wirklich genauso ging es mir letztes Jahr. Überstürzt mehr oder weniger „geflohen“ mit zwei Kindern im Schlepptau, keinerlei Einsicht, keinerlei Bereitschaft selbst das Feld zu räumen. Und ich kann dir nur raten: bleib stark und geh auf keinen Fall zurück. Das schönste Haus (ich hatte auch so eines…) ist es nicht wert. Ich selbst bin in den letzten Jahren mehrfach zurück gegangen nach wenigen Tagen oder einmal sogar 3 Wochen. Und es wurde mir immer schlimmer.
    Natürlich wäre es für euch das beste, wenn ihr im Haus bleiben könntet. Aber nur unter der Voraussetzung, dass er dann auch weg bleibt und euch in Ruhe lässt. Das ist nämlich 1 Vorteil: ihr seid in Sicherheit, dort wo ihr seid.
    Ansonsten könntest du einen Antrag Auf Wohnungszuweisung stellen.

    Du tust das richtige! Auch wenn es sich hart und unfair anfühlt. Bleib stark!

  • Hallo releaseme,

    Ansonsten könntest du einen Antrag Auf Wohnungszuweisung stellen.

    Das lag mir auf der Zunge…… Ich denke, du hättest gute Chancen, zumal es nicht nur um dich und die Kinder geht, sondern auch um deine Arbeit. Die Frage ist nur. Willst du dahin zurück oder lieber einen Neuanfang?

    Was hat der Anwalt gesagt?

    Bleib stark releaseme. Das mit den Kindern kenne ich auch. Du machst alles richtig. Sie werden es irgendwann verstehen und dir danken. Er wahrscheinlich nicht.

    LG ☀️

  • Er hat sich 2 Tage nicht gemeldet. Gestern nach der Arbeit- ich arbeite in unserem Haus- bin ich die Stiege runter und ins Auto und weg. 10 Sekunden später hat er angerufen. Was das werden soll. Wo ich hinwill. Dass wir heute zum nach Hause kommen haben, denn er hat jetzt 2 Tage zugesehen und jetzt reicht es ihm. Er kapiert nichts!!!!!

    Er hat mir mit Rechtsanwalt gedroht, da ich ihm die Kinder nicht nehmen darf. Ich habe ihm gesagt, dass ICH da schon war und einen Antrag auf gesondertes Wohnrecht gestellt habe.

    Dann hat er losgelegt: nur weil er einen Fehler hat, zerstöre ich alles . Alles was wir uns so hart aufgebaut haben und ich bin auch nicht fehlerlos. Und nicht nur er hat sich verändert sondern auch ich... das stimmt sogar- denn ich bin nicht mehr die, die sich runterdrücken lässt und ihn deckt. Das gefällt ihm nicht. Und da er da wo wir wohnen ein ziemliches Ansehen hat, wird er jetzt Angst um seine Fassade haben. Er holt sich morgen sowieso die Kinder, für seine Kindern kämpft er und die lässt er nicht im Stich...

    Jetzt plötzlich! Er hat sich die ganze Zeit null gekümmert! Und der Gedanke, dass er nicht nüchtern ist die Kinder bei ihm sind - das lasse ich nicht zu..

    Es gab kein Wort von Reue, keine Einsicht, keine Fünkchen Liebe mir gegenüber... Ja es tut weh nach so vielen Jahren und es fällt mir schwer und ich weine viel. Auch aus Angst um die Kinder. Aber ich will irgendwann ein glücklicheres Leben für uns 3.


    Aber er hat gesagt - super, jetzt hast du es geschafft! Du und deine Familie (da meint er meine Eltern, es passt ihm nicht dass sie so viel mitbekommen haben die ganze Zeit) habt mich gebrochen. Jetzt habt ihr mir alles genommen. ..

    Diee Psychospielchen sind echt heftig 🫣

  • Hallo releasme,

    Das Verhalten deines Mannes wundert mich nicht. Das nennt man Schuldumkehr. Versuche bei dir zu bleiben und keine Diskussionen zu entfalten. Diese wären lediglich ein Energiefresser.

    Liebe Grüße Ino

  • Ganz genau. Das ist Täter-Opfer Umkehr.

    Jeder Mensch hat Fehler, das ist völlig normal und wohl auch gut so, sonst wäre die Welt wahrscheinlich langweilig.

    Alkoholismus ist aber eine schwere Suchtkrankheit und kein "Fehler". Das ist eine Familienkrankheit, die alle mit in den Abgrund zieht. Lass dir da bloß nichts einreden.

    Er trinkt. Nicht du. Es ist seine Verantwortung. Er zerstört die Familie. Nicht du.

    Lass dir bloß nichts einreden. Bleib stark!!!

  • Auch ich kenne das. Ich weiß, dass nicht alle hier die gleiche Erfahrung gemacht haben, aber das mit der Drohung um die Kinder war bei mir nur ne Aussage. Was will er letztendlich auch mit den Kindern? Mit denen muss man sich ja beschäftigen und sich um diese kümmern. Er weiß, dass die Kinder deine Schwäche sind. Einfach stark bleiben. Der lässt schon ab, wenn er merkt, dass er dich damit nicht weich bekommt.

    Jetzt heißt es funktionieren! Innerlich darf sich der Sturm ausbreiten, aber ihm gegenüber bist du eine Wand, an der alles abperlt. Das ist nicht einfach, aber du bekommst das hin.

  • Bei mir geht es jetzt am Telefon richtig rund.Vorgestern Abend hat er noch schwere Geschütze aufgefahren- Rechtsanwalt, Kinder etc...seit gestern Abend kommen Liebesbekundungen im Stundentakt.

    Leider hat er gestern nach der Arbeit unten auf mich gewartet und er ist da vor mir gestanden wie ein Häufchen Elend. Er hat gezittert, geweint, gefleht, ich dachte er fliegt dann gleich um..dass er uns nicht verlieren will, dass er mich liebt, dass er alle ändert und so Sachen...Und ich war sooo eiskalt in dem Moment. Ich hab ihm gesagt, dass es kein zurück mehr gibt... Und heute will er mich nochmal treffen- ich brauche auch noch eine Unterschrift für den Rechtsanwalt.. Am liebsten würde ich ihn nicht treffen- denn das löst bei mir so Mitleid aus! Ich fühle mich dann so schlecht, ihn so zu sehen..Und ja, ich verstehe wie es ihm jetzt geht , es ist alles weg jetzt was er hatte. Aber ra is ist sooo viel passiert, das hat die Liebe zerstört! Ich spüre sie nicht mehr! Und auch wenn er jetzt Änderung verspricht- wer sagt, dass er es schafft? Es fällt mir schwer nicht aus Mitleid zurückzugehen.. aber eine Beziehung aus Mitleid kann nicht funktionieren und jetzt bin ich schon so weit gegangen!!

    Kennt jemand von euch das Gefühl, dass er einem plötzlich leid tut? Sooo blöd! Ich habe mir 2,5 Jahre die Augen rsusgeweint und habe ihm nicht leid getan...So viele Chancen hatte er...

    Ich bin unsicher wie ich das mit den Kindern regeln soll- er ist ja trotzdem noch immer nasser Alkoholiker bzw kann ich gar nicht genau sagen, ob er was getrunken hat und wenn er dann die Kinder hat..? Das ist nicht wie bei einer normalen Trennung..denn hier spielt die Sucht mit 😞🫣

    Es ist sooo eine schwierige Situation..

    Werde heute seinen Bruder kontaktieren- er soll sich um ihn kümmern... aber vl ist alles sowieso wieder nur eine Masche um mich einzulullen...


    .

  • das löst bei mir so Mitleid aus! Ich fühle mich dann so schlecht, ihn so zu sehen..Und ja, ich verstehe wie es ihm jetzt geht , es ist alles weg jetzt was er hatte. Aber ra is ist sooo viel passiert, das hat die Liebe zerstört! Ich spüre sie nicht mehr! Und auch wenn er jetzt Änderung verspricht- wer sagt, dass er es schafft? Es fällt mir schwer nicht aus Mitleid zurückzugehen.. aber eine Beziehung aus Mitleid kann nicht funktionieren und jetzt bin ich schon so weit gegangen!!

    Im Zweifel immer wieder lesen ...

    Ich glaube schon, dass er ehrlich verzweifelt ist, jetzt, wo er merkt, dass es zumindest für Dich so nicht weitergeht und er Euch verliert.

    Aber nur er kann was ändern, für sich, ohne Bedingungen an Dich ...

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