SummerSun - Trennung als einziger Ausweg

  • Das Zitat ist zwar schon etwas länger her, aber an diesem Punkt hänge ich irgendwie auch noch fest..

    Aber ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen aktuellen weiteren Weg!

    An was man sich festhält? Ganz klar an einer Vorstellung wie es hätte sein können. Und ich glaube tatsächlich, dass das Potenzial grundsätzlich da wäre. Man kennt ja seinen xy und auch durchaus die guten Seiten.

    Würde dieser also mit dem ganzen Mist aufräumen, trocken werden und die psychischen Themen bearbeiten, könnte das durchaus zu einer positiven Paarbeziehung führen. Ich weiß auch, dass das ein "hätte, wäre, könnte" ist, aber wir haben uns ja nicht ohne Grund an etwas festgehalten. Bei meinem Mann wird es nie eintreten. Und das raubt mir die Luft zum Atmen. Nicht einmal für sein Kind. Das ist der absolute Antrieb für mich. Aber es scheint unwichtig. Lieber so weitermachen, sich den Kummer weg trinken und die Schuld von sich weisen. Wenn man genug trinkt, klappt das sicher auch. :rolleyes:

  • Oh ja, oder aber auch an der Hoffnung, dass es wieder werden könnte wie es vorher war, als mein xy noch monatelang nüchtern war, das war bis vor 2 Jahren ca.

    Ich fühle mich einfach auch nicht mehr gut mit ihm und kann seinen Worten, dass er aus seiner "Phase", wie er es nennt, wieder raus kommt und das ganze schafft, keinen Glauben mehr schenken und ihn daher auch nicht mehr ermutigen.

    Mein xy kann auch nicht mal für seinen Sohn dagegen ankämpfen und jegliches Argument oder ins Gewissen reden von mir bzw. auch von seiner Mutti, bzw. ihm irgendwie die Konsequenzen aus seinem Verhalten klar zu machen, bringt auch nichts. Es löst eher bei ihm das Gegenteil aus, er bekommt ein schlechteres Gefühl und Gewissen, als er eh schon hat, aber ich möchte mir halt nicht mehr mit angucken, wie er leidet und es immer schlimmer wird und das weiß er auch.. ein echt beschissen es Gefühl.

  • Das paradoxe ist, dass ich aktuell eher festhalten als loslassen möchte, obwohl mir von der Vernunft her klar ist, dass es so nicht weitergehen kann. Ich habe ihm also nochmal geschrieben, gesagt, dass ich den Mann von früher vermisse. Seine Antwort war ernüchternd. Er schrieb, dass ich das alles in einem neuen Mann finden werde. Es hat sich so emotionslos angefühlt. Als ob er schon längst abgeschlossen hätte.

  • Na, da drückt er ja weiterhin genau die richtigen Knöpfe, um dich zu verletzen und deine momentane Verunsicherung weiter zu befeuern, sehr sympathisch. Scheint ja zu funktionieren, lass das nicht zu!

    Er fühlt sich ungerecht behandelt, weil du dich berechtigterweise getrennt hast und nutzt jetzt jede Gelegenheit, dir verbal eine Ohrfeige zu verpassen, um dir das heim zu zahlen. Das hat er doch schon die ganze letzte Zeit, als ihr noch zusammen gewohnt habt, gemacht.

    Wenn du es schaffst, gib ihm diese Gelegenheit am Besten gar nicht mehr und kontaktiere ihn nur noch auf der Sachebene, wenn es um euer Kind geht.

  • Offiziell sind wir noch zwei weitere Monate im Mietvertrag, aber den übernehme ich gerne alleine. Dafür habe ich Erspartes.

    Das was passiert ist unter aller Sau und wie schon erwähnt wurde, hat nur marginal etwas mit Alkoholismus zu tun. Da steckt auch ein mieser Charakter dahinter.

    Das hast du am 22. geschrieben - ist also noch nicht so lang her. Warum willst Du plötzlich doch lieber „festhalten“?

  • Er schrieb, dass ich das alles in einem neuen Mann finden werde. Es hat sich so emotionslos angefühlt. Als ob er schon längst abgeschlossen hätte.

    Eine solche Antwort habe ich in etwa ebenfalls bekommen.

    Man hofft ja schon fast dass es die Sucht ist, die aus ihm spricht. Alles andere stuft einen selbst ja noch mal weiter ab.

    Ich denke das alles ist aussichtslos solange sie keine Notwendigkeit sehen sich zu ändern. Bei mir wird es langsam alles besser, aber es gibt Tage da wechsel ich immer noch von einfach nur Liebeskummer zurück zu Co Abhängig. An den Tagen ist es dann richtig schlimm und man fragt sich was wäre wenn....und würde es nicht doch Sinn machen.... Aber nein ich habe mittlerweile begriffen dass eine Beziehung zu einem nassen Alkoholiker keine Beziehung sein kann.

  • Ja, in etwa so ist es bei mir auch. Ich habe ihm nochmal.klipp und klar gesagt, Entzug und Therapie, sonst gibt es keinen Weg zurück. Er fand es dann unfair, dass ich weiterhin Alkohol trinken dürfe. Das hatte ich mit keinem Wort erwähnt. Zudem wäre es für mich unproblematisch mit einem abstinenten Partner auch alkoholfrei zu leben. Nach dieser Ansage hat er wieder irgendeinen fadenscheinigen Grund und Angriff gegen mich gefunden.

    So traurig das ist, so sehr hat es mir geholfen mich wieder gerade zu rücken.

    Es ist wie das Sprechen mit einem Kind. Oder noch schlimmer, der Wand. Einfach sinnbefreit.

  • Ich habe ihm nochmal.klipp und klar gesagt, Entzug und Therapie, sonst gibt es keinen Weg zurück. Er fand es dann unfair, dass ich weiterhin Alkohol trinken dürfe. Das hatte ich mit keinem Wort erwähnt. Zudem wäre es für mich unproblematisch mit einem abstinenten Partner auch alkoholfrei zu leben. Nach dieser Ansage hat er wieder irgendeinen fadenscheinigen Grund und Angriff gegen mich gefunden.

    Als mein Ex vor unserer Trennung eine 7 monatige Trinkpause eingelegt hat, war es für mich natürlich auch selbstverständlich komplett auf jeglichen Alkohol zu verzichten. Obwohl ich am Wochenende gerne auch mal tanzen gegangen bin, mit Freunden unterwegs war, habe ich natürlich auch darauf verzichtet, weil dass mit ihm natürlich dann nicht möglich, bzw eine Zumutung für ihn gewesen wäre. Das habe in Anbetracht der Umstände natürlich auch gerne getan.

    Am Ende der Beziehung hat er mir dann vorgeworfen, dass das Leben mit mir langweilig wäre, da man ja nicht mal mit mir weggehen könnte.

    Ich dachte wirklich ich höre nicht richtig und wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über diese Aussage, die er vermutlich auch noch ernst meint, fast schon wieder lachen.

  • Das ist so hart, Micaela162 ! Mein XY hat auch etwas von einem Leichtigkeitsgefühl durch Alkohol erzählt. Und das mag ja auch richtig sein. Aber wenn ich erst einmal süchtig bin, dann ist der einzige Weg trocken zu werden, weil mal ein Leichtigkeitsgefühl einfach nicht mehr funktioniert.

    Ich habe mich gestern noch einmal ausgiebig zum Thema ungesunde Beziehungen eingelesen. Alkohol ist bei uns ja das eine Thema, aber diese Abwertungen sind auch nüchtern an der Tagesordnung gewesen.

    Man kann nur verlieren, weil es einfach einen Part gibt, der immer wieder Gift in die Beziehung streut. Räumt er nicht damit auf, hat man keine Chance außer sich selbst zu retten. Ich weiß, das hab ich hier bestimmt schon 100x geschrieben. Ich merke aber, dass ich das Mantra immer wieder brauche, damit ich so weitermachen kann und hoffentlich irgendwann selbst daran glaube.

    Und trotzdem fühlt sich hier alles so leer an und ich vermisse die guten Momente mit meinem Mann und das was wir hätten sein können, wenn er endlich seine Probleme angegangen wäre. Aber nein, er manipuliert munter weiter, versucht mich einzulullen, funktioniert das nicht, versucht er mich klein zu machen. Dieses Mal auf Distanz aber trotzdem. Es erschreckt mich wie jemand so mit einer Person, die er angeblich liebt, umgehen kann. Und ich wünschte ich hätte keine Gefühle mehr für ihn, weil es dann leichter wäre. Leider ist dem nicht so

  • Wenn man lange zusammen gelebt hat und sich dann trennt, ist das wahrscheinlich auch sehr viel einfach die Gewohnheit, die es einem so schwer macht, er war halt immer da (aber auf keine gute Art!). In deinem Fall kommt natürlich noch erschwerend hinzu, dass du dich ja nicht trennen wolltest, wäre der Alkohol nicht zwischen euch gestanden und ihn noch liebst. Das macht es besonders schwierig.

    Ich muss aber auch mal sagen, dass die gerade sehr miesen Verhaltensweisen deines Ex wohl einfach zu seinem Charakter zu gehören scheinen. Bei uns ist ihm in den dunkelsten Stunden zwar zwei, dreimal was rausgerutscht, was echt nicht okay ist, ansonsten war er immer friedlich, lieb (wie er auch nüchtern ist) und einsichtig, dass das, was er tut, komplett falsch ist. Er war halt viel in seiner eigenen Welt, hatte wenig Lebensfreude und kaum Kapazitäten, mir Aufmerksamkeit zu schenken. Priorität hatte das Trinken, das fand ich sehr schlimm.

    Du schreibst ja aber selber, dass er auch nüchtern oft abwertend zu dir war. Das verstärkt der Alkohol wahrscheinlich noch, weil er enthemmt. Vielleicht findest du sogar, wenn der Liebeskummer überstanden ist, dass er unabhängig vom Alkohol nicht der passende Partner für dich war, der dir gut getan hat.

    Ich hatte das mal nach einer Trennung, die sogar noch von mir aus ging und nichts mit Sucht zu tun hatte. Mein Ex hat mir dann wohl aus Gewohnheit trotzdem gefehlt, aber bestimmt nicht, weil er mein Leben bereichert hatte. Das sollte eine Partnerschaft aber tun.

  • Ich glaube das weiß ich schon.

    Für mich ist es halt absolut nicht nachvollziehbar, dass jemand nichts ändern möchte und seine Familie lieber ziehen lässt. Das man da den verletzten Stolz als wichtiger erachtet, ist für mich unverständlich. Vor allem weil es ja kein Machtspiel von meiner Seite war, dass ich mich getrennt habe. Ich habe vernünftig erklärt, warum es nicht mehr so weitergehen kann. Jeder um mich herum versteht es, bis auf mein Mann. Der würde gar nicht auf die Idee kommen, dass er etwas mit der Sache zu tun hat.

  • Und wieder erkenne ich mich bzw unsere Beziehung wieder in dem was Du beschreibst. Mein Ex ist un seinem Stolz derart verletzt! Das steht scheinbar über allem. Da wird er dann auch abwertend. Er scheint sein Selbstwertgefühl damit zu retten versuchen. "Narzisstische Kränkung" hieß es neulich mal. Da kommt man nicht gegen an 😪

  • Vor allem weil es ja kein Machtspiel von meiner Seite war, dass ich mich getrennt habe. Ich habe vernünftig erklärt, warum es nicht mehr so weitergehen kann. Jeder um mich herum versteht es, bis auf mein Mann. Der würde gar nicht auf die Idee kommen, dass er etwas mit der Sache zu tun hat.

    Hi SummerSun,

    das kenne ich auch . Mein XY ist fest davon überzeugt, die Trennung wurde mir "eingeredet", von meinem Sohn ( der hat da mal gar nichts mit zu tun ), von Freundinnen ,
    von meinem Umfeld. Er meint, er hat mir ja nichts getan, ist nicht fremd gegangen und hat mich nicht geschlagen. Und das er Alkohol trinkt, wüsste ich ja seit Jahren. Er benimmt sich, als ob man mir eine Gehirnwäsche verpasst hat , damit ich ihn verlasse.

    Wenn ich mich hier so durch das Forum lese, sehe ich da ja schon fast ein Muster. Ist das Teil der Krankheit ? Realitätsflucht ?
    LG

    Zabou

  • Wenn ich mich hier so durch das Forum lese, sehe ich da ja schon fast ein Muster. Ist das Teil der Krankheit ? Realitätsflucht ?

    Der nasse Alkoholiker lebt in seiner eigenen Welt. Aber trotz allem habe ich mich so nicht verhalten!

    Zusätzlich kommt dazu, dass jeder seine eigene "Wahrheit" sieht.

    Im Grunde ist es doch auch egal. Die Partnerschaft passt nicht mehr, aus welchen Gründen auch immer, dann trennt man sich und geht auseinander.

    LG Elly

    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Der nasse Alkoholiker lebt in seiner eigenen Welt. Aber trotz allem habe ich mich so nicht verhalten!

    Ja, ich will das auch gar nicht so pauschal sehen, mir ist nur aufgefallen, dass das öfters geschrieben wird.
    Ich denke, die Situation ist vielleicht leichter für ihn zu ertragen, wenn er andere dafür verantwortlich machen kann.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!