stef2303 - Der Weg in ein suchtfreies Leben - Zeit wird es!

  • Habe in meinen Reha desöfteren Leute kennengelernt, die auf Anweisung des Arbeitgebers dort waren.

    Mit der klaren Ansage, du machst Entgiftung und Reha sonst fliegst du raus.

    Ob das hilft, kann ich nicht sagen, auf jeden Fall ergibt sich die Chance zu erkennen was Sache ist,und evtl auch die Chance zu ergreifen.

    Wenn der betreffende dann ablehnt ist die Sache klar.

    Aber mit hätte etc ist jetzt auch nichts mehr zu machen.

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Aber es hält sich doch auch hartnäckig das Gerücht, dass diejenigen Nichtraucher, die mit dem Rauchen aufgehört haben, zumeist zu den "extremeren" Zeitgenossen ihrer Zunft gehören. Oft viel schlimmer als die, die nie geraucht haben. In ihren Ansichten, ihrem Verhalten, ihrer Konsequenz. Ist das vielleicht bei den trockenen Alkoholikern auch so? Dass man sich als trockener Alkoholiker erst recht beweisen will und eine härtere Gangart gegenüber denjenigen einschlägt, die den Absprung leider nicht geschafft haben? Ich fürchte es fast ein wenig...

    Kennst Du den Spruch aus dem Titanic-Umfeld. "Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche"?

    Das wäre, bezogen auf Alkohol, der Fall, wenn wir uns nicht mehr auf unsere eigene Trockenarbeit fokussieren, sondern meinen, alle um uns herum missionieren zu müssen. Z. B. : "Wie, Ihr trinkt 'zur Feier Eures Hochzeitstages' ein Glas Sekt? Ihr wisst aber schon, dass das Gift ist?" Sehe ich hier nicht.

    Die vermeintliche Härte (die ich gestern bei meiner Antwort auch kurz bei mir selbst befürchtet habe) resultiert wohl eher aus dem, was wir hier gelernt haben: Wir können niemandenbretten, trockenlieben oder -verstehen. Betroffene mussen selbst zur Einsicht und in die Puschen kommen, sonst wird es immer schlimmer.

    Von außen sagt sich das natürlich leicht, ich hätte auch nicht in Deiner Haut stecken mögen. Und da ich bei deinen wiederholten Gesprächen mit ihm nicht dabei war, kann ich auch nicht beurteilen, wie empathisch Du dabei vorgegangen bist und ob Du genügend Hilfsangebote gemacht bzw. aufgezeigt hast.

    Es spricht auf jeden Fall für Dich, dass Du Dir so viele Gedanken dazu machst.

    PS: Wenn seine Frau ihn wegen seiner ungebremsten Sucht verlassen hat, was naheliegt, ist das aus gesammelter Forumserfahrung heraus doch auch alternativlos, weil sonst schlimmstenfalls beide untergehen . Warum sollte es beim Arbeitgeber - nach genügend Chancen zur Besinnung - anders sein?

    Aber ein blödes Gefühl bleibt wohl immer ...

  • Warnen kann ich aber im Zusammenhang mit der Ersatzbeschäftigung nur vor einer "Überkompensation". Statt der Trinkerei X mache ich jetzt z.B. den Sport Y, aber nicht bloß "normal", sondern um nicht auf dumme Gedanken zu kommen,

    Das nennt man ja auch nicht umsonst Suchtverlagerung.Mit dem Ruhestand ist das so eine Sache.Viele arbeiten mit Vorfreude darauf hin.Wenn es dann soweit ist, kommt bei vielen die bange Frage, was jetzt? Ich werde nicht mehr gebraucht! Vor allen Dingen Männer definieren sich oft über den Job.Ehrlicherweise hatte ich auch Anlaufschwierigkeiten als ich endlich meinen Ruhestand genießen konnte.Meine Frau geht noch arbeiten. Die ersten 2 Monate war alles gut aber dann viel mir die Decke auf den Kopf 1.Station 7 Monate Ehrenamt bei der Tafel.Jetzt habe ich einen 538€-Job,der da er variabel ist,gut in mein Leben passt. Hobbys, Enkelkinder. Tun muss man tun (hab ich von Hartmut übernommen:)).Ist aber genau so.Letztens habe ich gelesen, das viele erst nach der Berentung mit dem Saufen richtig anfangen.So ein Blödsinn.

  • Liebe Leute!

    Nachdem ich hier schon länger nichts mehr in meinem Faden geschrieben habe, möchte das mal nachholen.

    Jetzt haben wir also bald Mitte August und der Sommer bzw. die Urlaubszeit verabschieden sich langsam. Darüber bin ich ganz schön froh, muss ich sagen. Denn diese Zeit empfinde ich als ziemlich anstrengend. Nicht aufgrund der alkoholbezogenen Versuchungen des täglichen Lebens (vom Urlaub, den Biergärten über die Seen bei uns hin zu den vielen Veranstaltungen im Sommer), sondern eher um sinnvolle und produktive Alternativen zum früheren Leben zu finden und auch auszuleben. Dafür bietet sich der Sommer ja geradezu an - und das ist (leider auch) mühsam.

    Gefunden habe ich da zwar so einiges und ich mache auch vieles, doch es ist schon anstrengend, den Tag entsprechend zu strukturieren.

    Es ist eigenartig: Mir kommt es so vor, als versuchte ich die verlorene Zeit von früher jetzt "hereinzuarbeiten". Mit dem Ergebnis, dass mein Tag eigentlich 30 Stunden haben müsste. Hiermit plagt sich auch meine Therapeutin herum, also dass das trinkbedingte Nichts- oder Wenigtun von früher plötzlich von mir ins Gegenteil (dem Versuch, aktiver denn je zu sein) verkehrt wird und dem entgegengesteuert werden sollte.

    Wenn ich abends noch meine Tagesaktivitäten zusammenfasse (es ist so eine Art Tagebuch oder eher Notizkalender), denke ich mir immer wieder: Das war ganz schön viel für heute. Allerdings beginnt der nächste Tag meist in 4 bis 6 Stunden und will wieder genutzt werden.

    Es ist schon sonderbar. Werde ich z.B. auf eine Veranstaltung eingeladen, von der ich weiß, dass es doch eher nass ("feuchtfröhlich") zugeht, bleibe ich dieser wenn möglich fern (geht bei mir nicht immer). Dieses dadurch entstehende Zeitfenster (also wenn ich nicht hingehe) will nun aber gefüllt werden, so z.B. durch intensive Sporteinheiten (um mich müde zu machen), Arbeit (um mich abzulenken) oder sonst was, um gar nicht erst auf die Idee zu kommen, hinzugehen. Dabei nehme mir aber x Sachen zugleich vor, weil ich so viel nachholen bzw. unternehmen möchte, was ich früher - außerhalb meiner Trinkpausen - nicht gemacht habe.

    Durch diese Aktivitäten wirke ich zwar nach außen hin aktiver und ausgeglichener (sagt man mir inzwischen nach) und mein Gesundheitszustand ist auch wieder dort, wo ich mir nie erwartet hätte, wieder hinzukommen, aber zufrieden bin ich oftmals nicht. Weil das alte, gewohnte Leben nicht mehr da ist. Gut, ich habe auch nicht vor, hier alte Zeiten wiederkehren zu lassen. Denn das frühere Leben war weder gesund, erfüllend noch kann ich sonst etwas Positives daran finden (ich kann mich auch an so manches nicht mehr erinnern). Einzig und allein fehlen mir zwei drei damals (teils seit der Jugendzeit gepflegte) Sozialkontakte mit Freundinnen und Freunden von früher, welche es so nun nicht mehr gibt, weil unsere Lebensstile einfach nicht mehr zusammenpassen. Erstaunlich ist es dennoch, wie schwer es ist, sich von alten Lebensweisen und Erinnerungen geistig komplett zu distanzieren.

    Insgesamt ein bisschen ein Dilemma, in dem ich stecke...

    Ich bin mir nicht sicher, ob hier das Suchtgedächtnis mit hinein spielt (eigentlich habe ich kein Bedürfnis nach Alkohol und mir ist dieser ziemlich egal - trinke ja sowieso keinen mehr). Vermutlich muss ich einfach noch lernen, in denjenigen Zeiten, in denen ich früher getrunken habe, nun gezielt "nichts" (bzw. nichts, dass in einem Produkt, einer Leistung etc. endet) zu tun, um tatsächlich zufriedener (oder sagen wir innerlich ausgeglichener) zu werden. Kann man so etwas lernen, wirklich mal "nichts" zu tun? Derzeit fühle ich mich ein wenig wie ein Getriebener.

    Dann noch eine kurze Episode: Ich war heute gegen frühen Nachmittag an einer Tankstelle, stehe an der Zapfsäule und sehe wie ein Auto kommt, zwei Männer (wirkten nicht auffällig, waren locker, leger angezogen und plauderten) steigen aus, gehen in den Tankstellen-Shop und wie sie herauskommen, hat einer von ihnen eine große Flasche Klaren unter dem Arm. Der mit der Flasche setzt sich (wenigstens!) auf den Beifahrersitz und während der andere noch startet und losfährt, dreht der Beifahrer schon den Verschluss auf und nimmt einen großen Schluck direkt aus der Flasche). Warum ich das schreibe? Weil mir so etwas zu meinen nassen Zeiten zwar aufgefallen wäre (beim Autofahren trank ich nie), ich das aber eher mit "Die machen sich sicher einen gemütlichen Nachmittag" abgetan hätte, während ich nunmehr alleine schon beim Zusehen einen flauen Magen bekomme und mich frage, wie man so leben bzw. sich so sein Leben ruinieren kann...

    Auch so ändert sich so manches.

    Ok, ich merke, es wird schon wieder zu lange.

    Wünsche Euch noch einen schönen Sonntag.

    LG, Stef.

  • Dieses dadurch entstehende Zeitfenster (also wenn ich nicht hingehe) will nun aber gefüllt werden, so z.B. durch intensive Sporteinheiten (um mich müde zu machen), Arbeit (um mich abzulenken) oder sonst was, um gar nicht erst auf die Idee zu kommen, hinzugehen

    Und wenn du versuchst die Perspektive zu wechseln? Nicht zu denken ‚eigentlich wäre ich jetzt auf der Party, wie fülle ich die Lücke?‘ sondern gezielt andere Zeiträume mit Dingen zu verbringen die nicht anstrengend sind?

    Ich hatte am Anfang tierisch Probleme mit Freitag und Samstag Abenden. Alles mögliche hab ich versucht um die alternativ zu meinem sonstigen ‚um die Häuser ziehen‘ zu füllen. Erst als ich angefangen habe nicht mehr die Abende in den Focus zu stellen sondern Samstag und Sonntag früh- die ich früher verpennt habe- zu nutzen fing es an Spaß zu machen. Heute mach ich oft Freitags und samstags abends gar nix. Schaue Serien, lese und gehe früh schlafen, denn an den Tagen danach hab ich meistens was vor. Und manchmal auch nicht. Und das ist inzwischen auch nicht mehr so wild.

  • einen großen Schluck direkt aus der Flasche

    Das hatte ich gerade am Freitag. An der Haltestelle saß ein Mann. Der hatte wohl gerade Feierabend und war wohl, wie ich eben noch einkaufen gewesen. Auf einmal hängt er sich eine Flasche mit Klarem an den Hals. Und es war ihm sogar recht egal, dass ich ihn wohl nicht ganz unauffällig angeglotzt habe. Hm, schade halt um sein Leben. X/

    Hatte ich hier noch gar nicht erwähnt. Weil es für mich selbst jetzt keine große Bedeutung hat. Ist mir nur gerade eingefallen.

    Eigentlich bin ich wegen des folgenden Zitats hier hängen geblieben.

    Derzeit fühle ich mich ein wenig wie ein Getriebener.

    In der Traumdeutung habe ich mal gelernt, wenn dich etwas verfolgt, höre möglichst auf davonzurennen. Bleibe stehen und drehe dich um und schaue ihm entgegen. Es wird sich als das offenbaren, vor dem du eigentlich (im echten Leben) davon läufst.

    Auf den Wachen Zustand übertragen habe ich da den Rat, mache mal nichts. Fülle die leere Zeit, wegen eines abgesagten Events z.B., einfach mal nicht.

    Und dann schaue was passiert. Wahrscheinlich gar nicht viel. Vielleicht kommt mal ein bisschen Langeweile auf. Dann gehe halt ne Runde spazieren. Und/oder gehe in dich und schaue mal, was da kommt. Dann siehst du vielleicht, was dich treibt. Oder du stellst einfach fest, dass gar nichts groß passiert, wenn du keine Action hast.

    Das würde dann schon einiges an Druck herausnehmen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Das Gefühl des Getriebenseins hatte ich phasenweise in den ersten Monaten.

    In der stationären Reha wurden dazu verschiedene Beschäftigungen vorgestellt, z. B. Malen, Schnitzen, Diamond-Painting, Handarbeiten, Puzzles ...

    Ich habe dort wie so manche wieder mit dem Stricken begonnen, und immer, wenn diese undefinierbare Unruhe in mir aufkam, ein paar Reihen gestrickt. Das brachte mich runter, soll an den monotonen Bewegungsabläufen liegen.

    Interessanterweise habe ich das schon lange nicht mehr gebraucht, obwohl neues Strickzeug griffbereit liegt.

  • Liebe Leute!

    Mitte September haben wir und damit ist der Sommer nun definitiv zu Ende. Rückblickend betrachte ich die Zeit mit gemischten Gefühlen.

    Positiv ist in erster Linie, dass ich durch das Weglassen des Alkohols einen derartig aktiven Sommer gehabt habe wie die letzten 10 oder 15 Jahre nicht. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich in den letzten 2 1/2 Monaten mehr gemacht als die letzten drei oder vier Sommer zusammen. Ich hätte mir nicht gedacht, wieviel Energie tatsächlich noch in meinen nicht mehr ganz so jungen Knochen steckt. Sportlich habe ich meine Form wie vor 10 Jahren erreicht; zu nassen Zeiten wäre ich z.B. nie auf die Idee gekommen, mich an einem Sonntag Morgen um 4 oder 5 Uhr ins Auto zu setzen, zwei Stunden zu fahren und dann bei einer Sportveranstaltung einen Marathon zu laufen (und auch noch ziemlich gut abzuschneiden). Kulturell interessiere ich mich auch wieder mehr und - für mich absolut unüblich - sogar Urlaub bin ich gefahren. Und das ohne Laptop und Dauerverbindung ins Büro. Im Ergebnis: Lang vergangene Zeiten sind ein Stück weit wiedergekehrt. Vielleicht spielte dabei auch derjenige Umstand mit, dass ich diesmal nicht bloß eine Trinkpausen mache (früher war diese jährlich eingeplant), sondern überhaupt den Entschluss gefasst habe, das mit dem Alkohol endgültig sein zu lassen.

    Als nicht ganz so positiv empfinde ich es wiederum, dass von meinem alten Leben kaum noch etwas übrig geblieben ist. Leben, wohnen, Sozialkontakte, Umfeld... Mit kommt es vor, als sei ich vor einem Jahr mit einer Dampfwalze über mein bisheriges Leben gedonnert oder hätte mich mit einer Machete durch den Dschungel meines gewohnten Daseins gehackt. Was auch zum einen oder anderen Kollateralschaden geführt hat. Um mich in geordnete Bahnen zu bringen, war eben so einiges beiseite zu schaffen. Hier - muss ich sagen - hänge ich tatsächlich noch alten Bekanntschaften nach, von denen entweder ich mich oder die sich von mir verabschiedet haben. Weil die Veränderung dann doch sehr groß bzw. umfassend war. Nun wieder alles neu aufzubauen und mich in meinen Lebensbereichen so zu etablieren, dass ich für mich zufrieden bin, ist ein langwieriger Prozess, den ich mir anfangs tatsächlich einfacher vorgestellt habe. Aber sei's drum. Gelegentlich gibt es nach zwei Schritten vorwärts eben auch einen Schritt mal zurück - ich kann es nicht ändern.

    Interessant finde ich zurückblickend auf das letzte Jahr, dass mein Umfeld wie auch die "hartnäckigsten" Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Arbeit sehr wohl wissen, dass ich nichts trinke, nach wie vor diesen Umstand aber geradezu ignorieren. Will heißen, zu Anlässen gibt es (von Geschäftspartnern und Mitarbeiter/-innen) nach wie vor die früher üblichen Flaschen Whiskey, Cognac oder anderes als Geschenk, bei Feiern wird mir immer noch das Gläschen Sekt in die Hand gedrückt (das ich dann einfach eine halbe Stunde in der Hand halte und dann irgendwo abstelle), bei jedem Ausflug werde ich x mal gefragt, ob ich ein Bier möchte und und und... Die werden es nie lernen, wobei ich es zeitweise fast schon wieder amüsant finde, wie unaufmerksam so manch einer sein kann. Weil man vielleicht auch gar nicht mit einem Nicht-Trinkenden in der Runde rechnet und damit umgehen kann.

    Vorausblickend auf den Herbst hoffe ich, dass mir das trübe Wetter nicht zu sehr auf das Gemüt schlägt. Ich spreche hier nicht von einer Herbstdepression oder ähnliches, sondern eher dahingehend, dass witterungsbedingt die Zeiten "drinnen" länger werden und früher war dann doch oft auch die einkehrende Langeweile der Grund, zur Flasche / zum Glas zu greifen. Daher muss ich mir auch neue Indoor-Hobbies suchen. Wieder eine Aufgabe mehr - ach herrje! Wie auch immer: Der Griff zur Flasche / zum Glas ist keine Option mehr, da dies mein "Mindset" (ich muss sagen, ich hasse diesen Anglizismus) nicht zulässt. In der Hinsicht ticke ich für meine Verhältnisse glaube ich recht einfach: "Du hast in der letzten Zeit mehr erreicht als die letzten 20 Jahre davor - fängst Du mit der Trinkerei wieder an, dann schießt Du Dich in Deine persönliche Steinzeit zurück." Und das habe ich nicht vor. Meine Notbremsung vor ca. einem Jahr mitsamt der Neuausrichtung meines Lebens hat mich bis jetzt so dermaßen viel gekostet (sozial, emotional, materiell, finanziell) - das brauche ich kein zweites Mal. Achtung Sarkasmus: Manche sprechen so auch über ihre gescheiterte Ehe. Den Zwinker-Smiley erspare ich mir hier aber mal lieber...

    Vielleicht auch ein Weg, um trocken zu bleiben.

    Das wären sie also mal wieder gewesen, ein paar Zeilen, um zu zeigen, dass ich noch da und guter Dinge bin, trocken zu bleiben.

    So, und da sich nun auch noch die Sonne blicken lässt, geht es mal wieder raus in die Natur zum Auspowern.

    Ich wünsche einen schönen Sonntag.

    LG, Euer Stef.

  • Ggf. an den Tipp von Carl Friedrich denken und dafür sorgen, dass beide Hände gut gefüllt sind ...

    Mir drückt keiner mal eben ein Glas Alk in die Hand. Nein heißt nein. Zur Not ließe ich es, ohne es zu ergreifen, zu Boden fallen. Das war aber bislang in den ganzen Jahren noch nicht nötig.


    Heute benötige ich den 2 Hände-Trick nicht mehr. Aber in den Anfangsjahren war es 'ne prima Idee, zumindest für mich.


    Hier - muss ich sagen - hänge ich tatsächlich noch alten Bekanntschaften nach, von denen entweder ich mich oder die sich von mir verabschiedet haben.

    Das ging mir auch so. Das zeigt jedoch, das wahre Bindeglied der Beziehung war der gemeinsame Konsum von Alk. Ohne ihn läuft nichts mehr.


    Lies mal bei Alex auf dem Weg nach. Auf Angebote, mal etwas "ohne" zu machen, wartet er seit Jahren. Es wird voraussichtlich auch keins mehr eintrudeln.


    Ich habe mal zu Beginn meiner Abstinenz im Netz gelesen: "Und dann ist nichts mehr so, wie es einmal war." Daran musste ich mich auch erst mal gewöhnen. Da mein Weg für mich alternativlos ist, habe ich mich da irgendwie "durchgewurschtelt", das trifft es für mich persönlich am besten.


    Heute habe ich nur noch einen sporadischen Kontakt zu genau einem alten Saufkumpanen. Er ist ein netter Kerl, mittlerweile Rentner, Jedoch trinkt er täglich und zu viel. Beim letzten Telefonat im Frühjahr erzählte er, dass er bereits einen Leberschaden habe, aber er werde das Trinken nicht aufgeben. Das war für mich das untrügliche Zeichen, ihn seines Weges laufen zu lassen, auch zu meinem eigenen Schutz. Ich kann nur für mich sorgen oder Rat erteilen, wenn jemand aufhören will. Ich kann nicht meine Umgebung trocken legen.


    Ja, es dauert, bis sich neue Kontakte knüpfen lassen. Die Zeit sollten wir uns nehmen, aber auch zugestehen.

    "Du hast in der letzten Zeit mehr erreicht als die letzten 20 Jahre davor - fängst Du mit der Trinkerei wieder an, dann schießt Du Dich in Deine persönliche Steinzeit zurück." U

    Richtig so.

    Mir erklärte mal ein Polytox, der Schmacht auf einen Joint hatte: "Gebe ich jetzt nach, dann fängt die ganze Schei... wieder von vorne an."

    Du kannst nur auf Dich selbst achten, andere, die nicht unserer Fakultät angehören, verstehen zumeist nichts von der Krankheit. Sie denken einfach, nach ein paar Monaten sei man wieder auf null gestellt und könne wieder wie ein Normaler mal etwas trinken. Das ist grob falsch und oftmals das klassische Einfallstor für einen Rückfall.

    Alles Gute.

  • Lies mal bei Alex auf dem Weg nach. Auf Angebote, mal etwas "ohne" zu machen, wartet er seit Jahren. Es wird voraussichtlich auch keins mehr eintrudeln.

    So ist es. In diesem Leben nicht mehr. ^^

    Es hat sich so viel geändert. Dabei dachte ich nur, ich trinke halt nicht mehr.

    Aber heute kann ich tatsächlich sagen, ich lebe ein Glückliches Leben.

    Dachte nicht, dass es das für mich gibt. (War dann auch gleich ein guter Grund zum Saufen)

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Interessant finde ich zurückblickend auf das letzte Jahr, dass mein Umfeld wie auch die "hartnäckigsten" Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Arbeit sehr wohl wissen, dass ich nichts trinke, nach wie vor diesen Umstand aber geradezu ignorieren.

    Vielleicht hat das damit zu tun, dass du bei Arbeit nicht unmissverständlich rüberbringen konntest (oder es eben nicht so richtig ankam), dass du überhaupt gar keinen Alkohol mehr trinkst? Nicht nur ‚gerade jetzt nicht‘ oder ‚in nächster Zeit nicht‘…. sondern überhaupt nie (wieder).

    Ich würde mir kein Sektglas in die Hand drücken lassen, das noch ne halbe Stunde festhalten schon mal gar nicht.
    ‚Danke, für mich nicht.‘ ‚Kann ich bitte einen O-Saft (oder ein Wasser….) haben? Das ist meine Reaktion, wenn ich irgendwo neu bin und mir wird Alkohol angeboten.

    Ich erkläre mich dann auch überhaupt nicht, wieso, weshalb, warum. Für mich bitte ein Wasser (oder ne Cola oder was auch immer).

    Stehen bei irgendwelchen offiziellen Empfängen oder Anlässen auf dem Tablett neben Sekt nicht auch Gläser mit O-Saft drauf? So erlebe ich das inzwischen immer öfter.

    Alkohol wird es ja immer geben und er wird auch immer getrunken werden. Es ist schwer, ich behaupte ja: Fast unmöglich, sich da komplett abzukapseln, aber sich so‘n Glas in die Hand drücken zu lassen, finde ich persönlich einen Schritt zu weit.

    Hier - muss ich sagen - hänge ich tatsächlich noch alten Bekanntschaften nach, von denen entweder ich mich oder die sich von mir verabschiedet haben. Weil die Veränderung dann doch sehr groß bzw. umfassend war.

    Was, außer Alkohol, hat sich denn mit diesen Bekanntschaften verbunden?

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Liebe Leute!

    Erstmal freut es mich über das viele Feedback! Danke dafür.

    Da ich heute noch beruflich unterwegs bin und nur auf dem Handy schreiben kann, versuche ich kurz zu antworten. Sofern es sich zeitlich machen lässt, würde ich morgen dann mehr schreiben wollen...

    Was, außer Alkohol, hat sich denn mit diesen Bekanntschaften verbunden?

    Hier ist es so, dass das Leben über viele Facetten verfügt, auch jenseits des Alkohols. Durch meine Lebensumstellung hat sich z.B. mein Wohnort geändert, dann gab es die Trennung von meiner Partnerin, damit verbunden auch der Wegfall von gemeinsamen Freundinnen und Freunden (die keine "Trinkkumpane" waren) und gemeinsamen Aktivitäten (auch fernab des Alkohols), familiäre Schwierigkeiten, gleichzeitig neue Bekanntschaften, die wiederum nicht zu früheren passten. Da gäbe es durchaus auch noch mehr aufzuzählen. Schlussendlich griff ein Rad ins andere und es entstanden somit auch - wie ich weiter oben schrieb - so einige Kollateralschäden. Natürlich ist das Leben einem steten Wandel unterworfen, aber ich finde es dennoch schade, dass viele schöne Dinge von früher aus und vorbei sind... Einerseits weil es sein musste, andererseits weil es sich so ergab...

    Vielleicht hat das damit zu tun, dass du bei Arbeit nicht unmissverständlich rüberbringen konntest (oder es eben nicht so richtig ankam), dass du überhaupt gar keinen Alkohol mehr trinkst? Nicht nur ‚gerade jetzt nicht‘ oder ‚in nächster Zeit nicht‘…. sondern überhaupt nie (wieder).

    Gerade auf der Arbeit sollte inzwischen jedem klar sein, dass ich nichts mehr trinke. Das Warum kann den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern egal sein und es geht sie auch nichts an. Dass hinter dem Rücken geredet wird, ist klar. Mich wundert eher diese Ignoranz des Bekannten, was aber auch nichts anderes für mich bedeutet, als dass man selbst den betreffenden Personen anscheinend vollkommen egal ist. Sprich: Veränderungen werden bestenfalls am Rande wahrgenommen, aber sie sind einem gleich. Unwichtig. Irrelevant. Weil es nicht interessiert oder weil man sich dann ja vielleicht Gedanken über das Gegenüber oder womöglich sogar über sich selbst machen müsste...

    Lies mal bei Alex auf dem Weg nach. Auf Angebote, mal etwas "ohne" zu machen, wartet er seit Jahren. Es wird voraussichtlich auch keins mehr eintrudeln.

    Ich habe mal zu Beginn meiner Abstinenz im Netz gelesen: "Und dann ist nichts mehr so, wie es einmal war." Daran musste ich mich auch erst mal gewöhnen. Da mein Weg für mich alternativlos ist, habe ich mich da irgendwie "durchgewurschtelt", das trifft es für mich persönlich am besten.

    Ja, und das finde ich eben deshalb schade, da es auch Bekanntschaften und Aktivitäten jenseits des Alkohols gab und auch diese sich inzwischen größtenteils gegen null hin bewegt haben. Ok, es gibt Neues, aber nicht alles von früher muss zwangsläufig schlecht gewesen sein. Ich sehe das z.B. bei Freizeitaktivitäten, die ich früher mit Freunden unternommen habe, wobei eigentlich ich derjenige war, der da am meisten getrunken hat, während die anderen sich doch schwer zurückgehalten haben. Hier haben wir uns dann quasi auseinandergelebt, Schritt für Schritt. Ich weiß, das klingt jetzt etwas widersprüchlich bzw. legt den Schluss nahe, dass das Bindeglied doch der Alkohol war, aber dem ist nicht ganz so. Vielmehr haben Zerwürfnisse in den bisherigen Sozialkontakten dazu geführt, dass auch auch andere Kontakte weggefallen sind.

    Warum nimmst du es?

    Nein danke genügt doch.

    Wenn es O-Saft gibt, nehme ich natürlich diesen. Oft hole ich mir auch direkt am Empfang ein Mineralwasser und gehe mit diesen dann unter die Leute. Und die Sache mit den zwei vollen Händen kenne ich und wende diese Methode wenn es geht auch an. Nichtsdestotrotz gibt es einfach Situationen, da wird man komplett "überrumpelt", etwa wenn man man bei einer Feier oder einem Empfang den Raum betritt und einem sofort jemand ein Glas in die Hand drückt. Dieses dann abzulehnen, wenn x Leute herschauen (was natürlich richtig wäre), sorgt schon ein wenig für eine schiefe Optik bzw. befeuert das die Gerüchteküche. Ja, und mit dem "man" meine ich natürlich mich, wobei andere vielleicht hier gefestigter und "gerader" sind als ich. Hier spielt dann doch ein wenig meine Erziehung mit, alte Muster von denen sich zu trennen es nicht ganz so einfach ist. Vielleicht sollte ich hier aber einfach mehr üben... Konsequenter im "nein sagen" zu sein.

    Ja, es dauert, bis sich neue Kontakte knüpfen lassen. Die Zeit sollten wir uns nehmen, aber auch zugestehen.

    Ja, richtig, es ist eine Frage der Zeit. Und wenn ich bedenke, wieviel Zeit ich dafür verschwendet habe, mir mein Leben zu ruinieren, dann darf es auch ein bisschen Zeit brauchen, um mir wieder ein neues Leben aufzubauen.

    In diesem Sinne lasse ich es für heute erst mal gut sein.

    Ich wünsche noch eine gute Nacht!

    LG, Euer Stef.

  • Mich wundert eher diese Ignoranz des Bekannten, was aber auch nichts anderes für mich bedeutet, als dass man selbst den betreffenden Personen anscheinend vollkommen egal ist. Sprich: Veränderungen werden bestenfalls am Rande wahrgenommen, aber sie sind einem gleich. Unwichtig. Irrelevant. Weil es nicht interessiert oder weil man sich dann ja vielleicht Gedanken über das Gegenüber oder womöglich sogar über sich selbst machen müsste...

    Ist sowas nicht gerade bei der Arbeit ganz häufig so?
    Ich erzähle bei der Arbeit zum Beispiel nur mit 1 Kollegin auch mal was privates. Andere bekommen einiges mit, denken sich ihren (zum Teil wirren) Teil, reden, tuscheln, aber es interessiert doch nicht wirklich jemanden, was ich mache oder nicht mache. Um mich geht es doch dann gar nicht, es ist der Flurtratsch, der mal mehr und mal weniger Futter braucht.

    Das finde ich jetzt auch nicht schlimm. Aber gerade, wenn es doch mal ausnahmsweise zu einem ganz ‚besonderen Anlass‘ Alkohol gibt, ist es meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass ich kein Glas Sekt in die Hand gedrückt bekomme.

    Hier haben wir uns dann quasi auseinandergelebt, Schritt für Schritt. Ich weiß, das klingt jetzt etwas widersprüchlich bzw. legt den Schluss nahe, dass das Bindeglied doch der Alkohol war, aber dem ist nicht ganz so. Vielmehr haben Zerwürfnisse in den bisherigen Sozialkontakten dazu geführt, dass auch auch andere Kontakte weggefallen sind.

    Das ist wohl oft im Leben so.
    Ganz unabhängig vom Alkokol trinken oder abstinent werden und sein verändern sich ja die Menschen. Nicht nur du, die anderen ja auch.
    Natürlich ist es um einige Freundschaften schade. So habe ich es jedenfalls auch empfunden, als damals durch die Trennung von meinem Ex-Mann der gesamte Freundeskreis praktisch für mich weggebrochen ist, Aber waren das dann tatsächlich Freundschaften?

    Ich muss aber auch gestehen, dass ich selbst auch nichts getan habe, was einen weiteren Kontakt hätte bestehen lassen können.
    Und so ist das eben …..die einen gehen, anderen kommen. Natürlich nur, wenn ich offen bin für Neues. Sonst kommt natürlich keiner. Mir persönlich fällt das ziemlich schwer. Ich habe aber auch bemerkt, dass ich das nicht wirklich brauche. Ich bin gern für mich.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Ja, was soll ich sagen, wie ich erst jetzt hörte, ist er vor ca. einem Monat verstorben. Er war noch keine 40 Jahre alt...

    Zu denken gibt mir das irgendwie schon... [mochte ihn irgendwie gerne, obwohl er hoffnungslos dem Alkohol verfallen war]...

    LG, Stef.

  • so ist das eben …..die einen gehen, anderen kommen. Natürlich nur, wenn ich offen bin für Neues. Sonst kommt

    Ich vergleiche das mal mit einmal Zug, mit dem ich durch mein Leben fahre.Es steigen Menschen dazu, begleiten mich eine Zeit und steigen wieder aus.Bei anderen geh ich in ein anderes Abteil und dann gibt's Menschen, die fahren mit mir und bleiben solange der Zug fährt .

  • Ja, normalerweise komme ich mit unseren "Abgängen" (ein hässliches Wort, finde ich) in der Firma leichter klar. Bei ihm hier war es halt so, dass wir uns irgendwie ein wenig ähnlich waren. Und ich konnte ihn gut leiden. Trotz der Trinkerei war er ein Mensch, mit dem ich irgendwie doch meistens (auf der persönlichen Ebene) recht gut klar kam. Ein freundlicher, umgänglicher, jovialer Zeitgenosse. Vermutlich auch hier wohl mehr Schein als Sein...

    Was bleibt ist noch der Gedanke, dass ihm nach seinem Jobverlust (er hatte sonst wohl nichts mehr in seinem Leben), womöglich alles egal gewesen sein dürfte. Und irgendwie denke ich nach wie vor: Vielleicht wäre es besser gewesen, ihn im Betrieb zu halten...

    Dann aber fühle ich mich wieder auch meinem Unternehmen verpflichtet... und dass es nicht mehr ging, war offensichtlich. Bei der Arbeit meine ich. Ich denke, das war auch ihm irgendwie klar. Es war, glaube ich, allen klar.

    Ja, der Alkohol, da sieht man, wie es enden kann...

  • Guten Morgen, liebe Leute!

    Durch meinen Beruf und andere Verpflichtungen komme ich unter der Woche kaum dazu, mich mit Grundlegendem mich selbst betreffend zu beschäftigen. O.k.: Wohl eher will ich das gar nicht wirklich. Nachdem aber "aus den Augen" nicht "aus dem Sinn" bedeutet, schlägt das Unterbewusste meistens am Wochenende, bei mir sehr oft am Sonntagmorgen, zu. Und da ich zu dieser Zeit nicht wirklich jemanden habe, um darüber zu sprechen, lande ich immer wieder hier im Forum. Weil ich mir auch denke, dass ich mit meiner Situation nicht allein bin. Bzw. finde ich mich in so vielen Fäden mal stärker und mal schwächer wieder.

    Was ich bei mir feststelle ist, dass ich mich nicht an ein (mein?) tatsächlich alkoholfreies Leben erinnern kann. Zumindest die vergangenen 30 Jahre war der Alkohol immer irgendwie präsent. Mal gab es längere Trinkpausen (auch sehr lange), mal kürzere. Aber irgendwann war er wieder da, der Alkohol.

    Denke ich nun an die vielen Jahre zurück, bin ich erschüttert (könnte auch erschrocken sagen), was die Trinkerei eigentlich aus mir gemacht hat. Langsam, schleichend... über die Jahre. Aus einem optimistischen, geselligen Jungen mit bereits damals einem gewissen Hang zum Abenteuer (die "wilden Jahre" dauerten bei mir etwas länger) bin letztlich dann "ich" geworden. Gut, hier spielt vielleicht auch meine Arbeit eine gewisse Rolle. Nein, ziemlich sicher sogar. In meinem Job hat man leider keine echten Freunde; auch hat man nicht nur einen Betonklotz an Verantwortung, sondern man muss auch viel einstecken bzw. aushalten können, um über die Runden zu kommen. Dass hier das Glas oder die Flasche die denkbar schlechteste Hilfe sind, ja da brauchte ich sehr lange, um das zu realisieren.

    Als dann immer mehr schief lief, zog ich die Notbremse und versuchte noch zu retten, was zu retten ist. In dieser Phase stecke ich immer noch fest. Zwar habe ich wirklich viel verändert und umgestellt, aber: Was mich irritiert ist, dass sich nach wie vor keine "richtige" Zufriedenheit einstellt. Ich sehe andere Menschen und denke mir oft: Die haben ein schönes, normales Leben. Wobei, ob das denn tatsächlich so ist, ist eine andere Sache. Das sorgt dann wieder für Frustration, weil ich gefühlt auf der Stelle trete. Ich könnte es auch so sagen: Während sich andere über 30 Jahre ein schönes Leben aufgebaut haben, habe ich mir über 30 Jahre mein schönes Leben ruiniert. Dass ich mir diese 30 Jahre nicht zurückholen kann, diese Erkenntnis spukt dann, wenn ich Ruhe habe, immer wieder in meinen Gedanken herum.

    Klar gilt es nach vorne zu schauen und natürlich wird das Leben weitere Entwicklungen und auch Überraschungen bereithalten. Das motiviert selbstverständlich. Aber dieser Rückblick auf eine Zeit, die so anders war als sie hätte sein können, trübt schon auch ab und an mal die Stimmung.

    Nun gibt es hier im Forum Mitglieder, die schon sehr lange abstinent leben. Hattet ihr auch solche nicht gerade die Stimmung aufhellenden "Phasen"? Bzw. kann man nach so langer Zeit der Trinkerei eigentlich "zufrieden" sein? Ich selbst kann mir das kaum vorstellen.

    Deshalb schreibe ich heute hier... Ich bin mir sicher, es gibt auch positive Beispiele.

    Nachdem die Sonne scheint, zieht es mich an die frische Luft (in der Gegend findet auch ein (Mittelalter-)Markt statt - so etwas mag ich sehr gerne).

    Danke fürs lesen und noch einen schönen Sonntag!

    Euer Stef.

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