• Diesen Faden eröffne ich, weil mir der im Titel geäußerte Gedanke schon seit ein paar Tagen durch den Kopf geht - angesichts dessen, was ich hier, aber auch in den Medien so dazu lese und höre.

    Kein anderes Fest wird so dermaßen gefühlsmäßig überhöht und kommerziell ausgeschlachtet wie dieses. Das "Love"-Gedudel im Radio wird vorübergehend durch "Christmas"-Gedudel ersetzt.

    Wohlgemerkt: Mir geht es hier nicht um die naheliegende Konsumkritik, sondern darum, was das mit den Menschen macht.

    Weihnachten ist das Fest der Familie, da kommt man zusammen und macht es sich schön (natürlich auch mit einem "guten" Tropfen). Und wer das nicht machen kann oder will, ist zu bedauern ....

    Und wehe, es gibt unterschiedliche Auffassungen, es ist doch Weihnachten ...! Der Fernseher bleibt zur Feier des Tages auch aus, auch wenn er sonst den ganzen Tag läuft. Doch womit die ungewohnte Leere füllen? Jetzt sei doch mal gemütlich, hieß es schon vor Jahrzehnten bei Loriots Familie Hoppenstedt.

    Nachbarn und Kollegen fragen schon im Vorfeld, wie man Weihnachten verbringt, ob denn auch die Kinder und Enkel kommen, etc. Heutzutage kommt ja noch der Druck hinzu, in den asozialen Medien entsprechende Bilder vom "erfolgreich" verlaufenen Weihnachtsfest zu verbreiten.

    Es wird nicht einfacher, je mehr wir uns vom Ursprung des Festes entfernen, und da kochen schnell die Emotionen hoch. Die Gewaltstastistik in dieser Zeit spricht Bände.

    Oft hört man: Ja, Weihnachten ist schön, besonders mit kleinen Kindern, aber es ist dann auch schön, wenn es wieder vorbei ist.

    Ich habe mit meiner Herkunftsfamilie, die ich auch jetzt wieder kurz besucht habe, auch so manche Dramen an Weihnachten durch.

    Irgendwann (reichlich spät im Leben) habe ich, nicht nur in Bezug auf Weihnachten, gelernt, meine Erwartungen auf ein realistisches Maß herunterzuschrauben, alles nicht so ernst zu nehmen, es eher wie eine Art altbekanntes Theaterstück von außen zu betrachten und mich an dem zu freuen, was möglich ist - und gut ist.

    Wie sagte eine Radiomoderatorin neulich (in Bezug auf die Enkaufshysterie kurz vorm Fest): Leute, es ist doch nur Weihnachten.

    In dem Sinne: Möge die Gelassenheit mit Euch sein!

    Einmal editiert, zuletzt von Rennschnecke (26. Dezember 2024 um 12:48) aus folgendem Grund: Absatz

  • Ich habe schön gearbeitet. Nur an Heiligabend kurz Treffen mit der Familie.

    Es ist ja "nur" Weihnachten. ich musste mich da auch etwas ablenken und bin gut durch gekommen.

    Über mich - Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. – Mahatma Gandhi

  • So, den von mir letztes Jahr um diese Zeit eröffneten Faden hatte ich schon die ganze Zeit gesucht, dabei hätte ich einfach nur bei mir schauen müssen. 😉

    Und wer noch nach einer weihnachtlichen Aufmerksamkeit für Nachbarn u. Ä. sucht, dem empfehle ich, in Reinhard Meys "Es ist Weihnachtstag". ... reinzuhören.

    "Nicht alles so eng sehen" stand in meinen Jugendjahren (also vor Ewigkeiten) auf angesagten Armbändern. Das ist gerade In Bezug auf "Weihnachten in Familie" eine hilfreiche Einstellung, finde ich.

    (Bin gerade auf der Rückreise, bisher hat die Bahn nur 20 min Verspätung, noch könnte der einzige Umstieg klappen.) 🎄🌟

  • Vielen lieben Dank, Linde, ich begebe mich gerade wieder "zurück auf Start" und versuche morgen früh noch mal mein Glück.

    Es gab einen "Personenschaden" auf der Strecke vor uns (zum Glück noch weiter weg) , nichts ging mehr, ich stand über eine Stunde an einem Dorfbahnhof, der Schienenersatzverkehr war wohl wegen der Feiertage nicht so schnell zu organisieren.

    Noch längeres Warten war mir bei der Kälte zu riskant, darum bin ich jetzt in den nächsten Zug eingestiegen, der zurückfährt (nur stündlich) ...immerhin ist der schön warm und das WC scheint nicht gesperrt zu sein.

    Passt leider irgendwie zum Thema dieses Fadens, gerade an solchen überemotionalisierten Tagen ist das wohl nicht so selten.

    Nächstes Mal also lieber wieder mit dem Auto, tut mir leid, Robert...

  • Solche Durchsagen lassen mich innehalten. Sehr traurig sowas. Mag nicht vermuten, was dahintersteckt.

    Wer ist Robert?

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Die Situation hatten wir auch schon. Samt der Freude über das WC.

    Viel Glück und gute Nerven.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Reiner Zufall, Politik soll ja hier kein Thema sein, ist mir gerade noch rechtzeitig eingefallen. 😉

    War auch nicht böse gemeint. Wollte damit nur sagen: Im Zweifel ist mein Sicherheitsbedürfnis stärker als mein nicht geringes Umweltbewusstsein.

    Wobei das auch nach hinten losgehen kann: Just um die Zeit gab es gestern auf der Autostrecke, die ich sonst gefahren wäre, einen sehr schweren Unfall, wie ich hinterher erfahren habe...

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