Sebi882 - Übermäßiger Alkoholkonsum meiner Partnerin - Werde ich verrückt ?

  • Tja, was soll ich sagen ? Sie hat sich endgültig von mir getrennt, sie hat ihren Alkoholkonsum absolut eingesehen, dass das ihr Leben bestimmt und dass sie mir damit unendlich schadet und wehtut. Und um mir weiteres Leiden zu ersparen, sei es vorbei, obwohl sie mich sehr liebt.

    Ich kann dir nur sagen, dass die Unberechenbarkeit eines Alkoholikers auch andere Schlüsse zulässt, die dich wieder um den Finger wickeln lassen. Eine clevere Strategie.;) Ich tue etwas gegen das Saufen. " Ich liebe dich und möchte dir Leid ersparen" Das hatte ich in den "nassesten" Jahren auch gemacht. Ich hatte da oft argumentativen luftleeren Raum mit Worthülsen versprüht.

    Wenn ich mich trenne, sage ich nicht "Ich liebe dich".

    Ein Tipp aus Erfahrung: Jetzt gilt es aufzupassen und die richtigen Schlüsse für dich zu ziehen. Dass eine Trennung ein Stück Sterben ist, weiß ich, aber das fühlt meist nur der, der verlassen wurde. Der Schmerz geht vorbei. Dauert, aber geht vorbei.

    Jede Entscheidung, die du triffst, ist immer das, was du jetzt bist und wie du dich fühlst. Wenn du dir die Erfahrungen anschaust, die du mit einer Alkoholikerin gemacht hast, fühlt es sich nicht so prickelnd an. Oder?

    Schau dich mal um, es ist Frühling und es gibt draußen so viel zu entdecken, ohne Klötze, ohne Sucht und ohne Ängste, was hat der Säufer an meiner Seite wieder peinliches veranstaltet.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Den gleichen Gedanken hatte ich auch sofort, alles Taktik.

    Die letzten Tage hat sie wieder wirres Zeug geschrieben, wahrscheinlich ist sie fröhlich am Trinken. Es ist ja keiner da, der sie hindert.

    Heute kam gar nichts, mal gucken, wie die nächsten Tage werden.


    Bei der letzten Umarmung hat es sich jedenfalls angefühlt, als ob ich den „echten Menschen“ gehen lasse und nur noch die andere Seite von ihr präsent bleibt. Der Gedanke hilft ein bisschen beim Loslassen.


    Ich bleibe stark !

  • wahrscheinlich ist sie fröhlich am Trinken

    Ich weiß nicht ob sie "fröhlich" trinkt. Denn sie wird es müssen. Aber es sieht danach aus, dass sie trinkt.

    mal gucken, wie die nächsten Tage werden.

    "Gucken" ist gut. Vor allem auf Dich "gucken". ;) Lebe Dein Leben weiter. Mach Pläne für Dich und setze am besten auch gleich etwas um.

    Eine Kleinigkeit, die Dir Freude bereitet.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich mache mich nicht nervös. Ich merke tatsächlich, dass der Abstand größer wird, das hilft.

    Ich tue mir auch weiterhin viel Gutes, ich bin oft bei meinem Sohn, koche wieder mehr und genieße die Zeit mit mir.

  • Ich mache mich nicht nervös. Ich merke tatsächlich, dass der Abstand größer wird, das hilft.

    Und warum blockierst Du sie nicht auf dem Handy?

    Dann bist Du heraus aus allem und bekommst online nichts mehr mit.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • das ist meine Methode „langsam“ abzuschließen.

    Hm, meistens gestaltet sich "langsam" als schwieriger.

    Ich hatte ja in meinem Leben auch schon Beziehungen. Wenn sie zu Ende waren, dann war mindestens ein Jahr Funkstille. Wenn das irgendwie möglich war.

    Sonst ist das, wie ein Pflaster ganz langsam abziehen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Wenn doch die Beziehung beendet ist, dann ist es zu Ende, Sebi.

    Wieso willst Du dann immer wieder von ihr kontaktiert und informiert werden?

    Das macht doch gar keinen Sinn.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Danke für die letzten Beiträge. Auch an dich Hera , das ist eine gute Sichtweise. Wenn ich nicht da bin, hat sie Zeit, sich um sich selbst zu kümmern. Ob sie das tut, ist eine andere Frage. Ich befürchte nicht.

    Jedenfalls ist immer noch Funkstille. Und ja, ich mache mir Sorgen. Aber es wird besser. Und mir geht es bald NOCH besser.


    Könnt ihr mir eine Frage beantworten ? (Ich hoffe, das ist nicht zu detailliert für das Forum)

    Sie lügt sehr viel. Offensichtlich nicht immer im Bezug zum Alkoholkonsum. Ereignisse werden sich ausgedacht, Leute häufig kontaktiert, zu denen sie nicht viel Kontakt hat. Urlaube, die nie stattgefunden haben. Andere hätten was zu ihr gesagt, was sie nie getan haben. Dinge bestellt, die nie ankommen....

    Im Grunde kenne ich sie überhaupt nicht, weil ich nie weiß, was in ihrem Leben wirklich passiert ist.

    Zudem braucht sie für alles eine Bestätigung, ob alles richtig ist, was sie so macht.

    Gehört das alles zum Krankheitsbild ? In einer Parallelwelt leben, um sich das Leben schön zu reden ?

  • Hallo Seb,

    wenn du mehr über die Alkoholkrankheit, die Sucht wissen möchtest, dann kannst du in den vielen Lebensgeschichten der Alkoholiker in diesem Forum lesen. Da wirst du Antworten finden.
    Ich kann verstehen, wenn du verstehen möchtest, denn es kann helfen damit umzugehen.
    Die Gefahr dabei ist, dass du dich selbst nicht in den Vordergrund stellst.
    Ihr beide steht noch ganz am Anfang und jeder von euch muss seinen eigenen Weg für sich finden.

    Viele Grüße
    Nayouk


    Viele Grüsse

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ich bin jemand, der für alles eine rationale Erklärung braucht, so bin ich halt....... Aber Rationalität ist hier schwierig, das konnte ich schon diverse Male rauslesen.

    Warum hängst Du so sehr an einer Beziehung, die Dir nicht guttut?

    Ganz ehrlich ? Keine Ahnung. Eine Bindung ist immer noch da, schließlich ist auch Liebe mit im Spiel. Und Liebe kriegt man nicht einfach so abgeschüttelt.

    Das macht die Zeit, ich weiß. Und ich bin auf einem guten Weg dahin.

  • Gehört das alles zum Krankheitsbild ?

    Die Frage ist: Warum hat dich das angesprochen? Gibt es bei dir ein Bedürfnis sich zu kümmern und wenn ja, kennst das auch von früheren Beziehungen und willst du das in zukünftigen Beziehungen auch?

    Wir wollen die Expartner irgendwie verstehen. Aber ist es nicht viel spannender zu verstehen was wir für einen Gewinn für uns aus einer solchen Partnerschaft hatten?

    Ich musste mir diese Frage ganz intensiv stellen, weil ich schon sehr viele extrem eigenartige Partnerdynamiken erlebt habe und mich fragen musste, ‚warum eigentlich nicht normal?‘

    Was du von ihr erzählst klingt unehrlich und verrückt, aber dadurch eben nicht alltäglich. Brauchst du diesen Reiz?

    Erst wenn man das eigene Bedürfnis dahinter versteht, tappt man vielleicht nicht gleich in die nächste Katastrophe.

    Zumindest in der Theorie.

  • Meine Therapeutin sagt immer "Sie suchen sich immer die pychisch Angeschlagenen." ;)


    Nee, stimmt schon, was reizt mich daran ? Ich bin eher ein ruhiger Typ, vielleicht brauche ich dafür eine Gegenpol. Mit Alkohol bin ich eigentlich schon immer konfrontiert, aber seit dieser Beziehung noch nie so nah dran. Möchte ich auch nicht wieder. Und mein Bewusstsein dahingehend ist schon geschärfter.


    Ein bisschen "Helfersydrom" (blödes Wort) habe ich schon, aber es sollte halt ein Geben und Nehmen sein. Aber in der CO-Rolle ist es eben sehr einseitig und das ist das was nicht guttut, glaube ich.

  • Ich bin jemand, der für alles eine rationale Erklärung braucht, so bin ich halt...

    Sie ist süchtig und tut in dieser Rolle Dinge, die man nicht bis ins Detail erklären kann. Du bist derjenige, der das mit deiner Rationalität nicht akzeptieren will – und das ist alles. Es liegt nicht an ihr, sondern an dir. Sie ist nur das Werkzeug deines Denkens und Handelns. Leg das Werkzeug einfach weg, und die Sache ist erledigt.

    Rational genug?

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

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