Kaettl - Betroffene

  • Darf ich fragen was du außer reden schon alles probiert hast?


    Ich gehe noch in zu einer Beratungsstelle und spreche mit meiner Psychologin über mein Problem.

    Mittlerweile bin ich so weit dass wenn ich der Meinung bin dass ich nach Hause möchte einfach gehe und nicht warte ob er noch eins trinkt oder nicht. Somit gebe ich die Verantwortung an ihn ab. Desweiteren schenke ich mir wieder mehr Aufmerksamkeit. Drei Wochen lieg es jetzt echt gut, dachte er hat realisiert dass sein Konsum scheiße ist doch am Montag ist wieder alle Hoffnung zerstört worden als ich ihn beim heimlichen Trinken im Keller erwischt habe.

  • Hallo Kaettl,

    auch ein herzliches Willkommen von mir.

    Darf ich fragen was du außer reden schon alles probiert hast?

    Du kannst so ziemlich alles probieren, aber ohne Krankheitseinsicht des nassen Alkoholiker wird das alles nichts bringen. Bei allem was ich probiert habe, wurde ich immer tiefer in diese Suchtspirale mit hinein gezogen. Gefolgt von Gefühlsachterbahne usw. Der nasse Alkoholiker wird alles abstreiten, und immer wieder versuchen dir klar zu machen, wie sehr du daneben liegst und dass deine Wahrnehmungen alle falsch sind. Das wichtigste ist erst einmal, dass du dir deine Wahrnehmungen nicht zerreden lässt, denn die sind richtig.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Darf ich fragen was du außer reden schon alles probiert hast?

    Hallo, aus meiner Erfahrung heraus bringt alles Reden nichts, solange dein Mann nicht einsieht, dass er ein Problem hat und Hilfe will. Je mehr du auf ihn einredest, desto mehr gerät eure Beziehung in eine Schräglage.

    Solange dein Mann an seiner Situation nichts ändern will, wird sich nichts ändern. Mehr als Trinkpausen sind dann nicht drin, keine stabile Abstinenz.

    Aber du kannst was an deiner Situation ändern. Kümmere dich um dich selbst, mach Dinge die dir gut tun. Richte deinen Fokus auf dich selbst, damit es dir wieder gut geht!

    Liebe Grüße

  • Leider ist es bei uns so, dass ich mein Ich sehr vernachlässigt und mich ihm angepasst habe. Wir gehen nur noch selten aus, da er immer k.O. und gestresst ist vom Arbeiten. Ich bin seit einem Unfall erwerbsgemindert und kann und darf nur noch 3h täglich arbeiten. Daher bin ich ja "ausgeruht". Dass aber Haushalt, Kind, Finanzen Einkauf an mir hängt, übersieht er gern. Sorry, ich schweife ab. Ich bin meist die Fahrerin, da er ja alkoholisiert ist oder wir müssen dann immer schnell nach Hause, damit er seinen Drang nachgeben kann.

    Ich lege mir gerade erst Strategien zurecht. Ich plane 1 Woche Urlaub bei meiner Freundin. Da er keinen Urlaub bekommt, kann ich mich einfach aus den Staub machen. Ich statte mich so nach und nach mit Werkzeug und Wissen aus, um ihn nicht mehr im Hilfe bitten zu müssen. Ich habe noch keinen Kontakt zu einer Beratung, ist aber in Vorbereitung. Ein Gespräch mit seinem Hausarzt habe ich auch geplant. Ich suche mir gerade neben meinem Garten, ein Hobby, mache vll Reha-Sport. Ich sortiere erst einmal meine Möglichkeiten und sammle Ideen und nutze den Erfahrungsschatz der anderen hier. Und ich habe den Vorteil, dass ich finanziell alles allein gestemmt kriege, anders als er.

    Hast du Kinder? Das ist, wie ich finde auch immer noch einmal ein anderes Thema. Ich kann mir Zeit lassen und mich demnächst nur auf mich konzentrieren, nachdem ich ihm klar gemacht habe, was alles daran hängt. Und dann ist sein Handeln gefragt.

  • Richtig, so war das bei uns auch. Solange sie nicht mal einsehen, dass sie ein Problem haben, kannst du gar nichts machen. Außer dich um dich selbst zu kümmern.

    Ich fand das Gespräch bei einer Beratungsstelle auch sehr hilfreich. Aber für mich. Um darüber zu reden. Nicht für Tipps ihn trocken zu bekommen.

  • Ja ich habe konder aber nicht mit ihm. Ich bin auch erwerbsunfähig wegen meiner bipolaren Störung. Ich gehe auch bis zu drei Std arbeiten. Leider ist das für mich im Moment eher schlecht da ich dann viel Zeit zum grübeln habe und auch zum Kontrollieren. Ich bin gerade in so einer Abwärtsspirale das kann ich gar keinem Beschreiben. Ich hoffe dass wir das Ruder irgendwie rum kriegen denn noch einmal alleine von vorne anfangen schaffe ich nicht. Ich habe schon einmal alles verloren was ich mir aufgebaut habe. Es tut soooo weh

  • Hast du ein Hobby? Vll kannst du dir etwas aufwendiges suchen. Stricken, Puzzeln oder etwas, was dein Gehirn fordert und wo du länger mit beschäftig bist. Dass du aus dem Grübelmodus raus kommst. Ich löse viele Kreuzworträtsel . Ich kenne mich mit deiner Krankheit nicht aus, weiß also nicht, ob das eine Möglichkeit für dich wäre.

  • Hallo zusammen,

    ich möchte dazu noch etwas loswerden.

    Mein Mann ist nur Biertrinker. Seine Aussage dazu ist immer was ich denn hätte er trinkt doch nur Bier und keine Kurzen oder ähnliches. Wenn ich aber sehe dass es im Durschnitt 6 Bier/Tag sind und sm Wochenende sogar bis zu 10 dann sage ich dazu nur Alkohol ist Alkohol. Er ist so garnicht einsichtig. Normale Getränke sind es kaum, die kann ich an einer Hand abzählen die er in der Woche trinkt. Da kommt er vll auf 2 Liter alkoholfreies.

    Ironie an:

    Also mein Mann ist „nur“ Vodka-Lemon-Trinker. Und auch nur 1-2 Dosen am Tag.

    Ironie aus !

    Meiner Erfahrung nach ist alles „nur“ und tatsächlich sieht es anders aus oder ist bedeutend mehr oder andere Substanzen kommen mit der Zeit dazu (weil die kann man nicht riechen).

    Noch kann ich es nicht lassen ihn zu kontrollieren.

    Das solltest du dringend einstellen. Es ändert nichts an seinem Trinkverhalten und es stresst DICH. Seit ich damit aufgehört habe, geht es mir viel besser. Ich bin befreit, als hätte jemand eine Last von mir genommen.

    Es ist so zermürbend, aber ich liebe ihn über alles und möchte ihn auf keinen Fall verlieren.

    Sorry, aber du hast ihn schon verloren. Sein Herz gehört dem Alkohol. Du bist nur praktisch, solange du nicht störst in der Beziehung zwischen ihm und dem Bier.

    Hat von euch schon mal jemand den Hausarzt eures Mannes darüber informiert welche Vermutung ihr habt?

    Das finde ich übergriffig und bringt doch nichts. Was soll der Hausarzt machen, wenn er nicht hingeht und sich nicht helfen lassen will? Er ist noch nicht bereit zur Einsicht und wird es vielleicht nie werden.

    Dann habe ich noch eine Frage. Gibt es denn auch Fälle die Positiv ausgegangen sind. Man liest hier oft dass das kämpfen gegen den Alkohol oftmals doch nur der Alkohol gewinnt und alles kaputt gegangen ist.

    Die gibt es wohl schon. Einige wenige. Wenn du dich bei den Co‘s mal durchliest wirst du feststellen, dass das eine sehr kleine Minderheit ist. Ich habe auch immer geglaubt, dass ich und die Kinder alles für meinen Mann sind. Und schließlich sind wir beste Freunde und Seelenverwandte, einfach ein besonderes Paar, dass durch viele schwere Zeiten gegangen ist. Aber die Realität ist anders: Er trinkt weiter, obwohl er weiß, dass er mich verliert. Er trinkt weiter, obwohl er weiß, wie er den Kindern weh tut und das sie ihn inzwischen hassen. Er trinkt weiter, obwohl er gerade seinen Job verliert und seine Geschäftsanteile an Wert verlieren. Er trinkt weiter, obwohl er körperlich ein totales Wrack ist und auch sein Hirn merklich Schaden genommen hat.

    Mittlerweile bin ich so weit dass wenn ich der Meinung bin dass ich nach Hause möchte einfach gehe und nicht warte ob er noch eins trinkt oder nicht. Somit gebe ich die Verantwortung an ihn ab.

    Sehr gut. Ich habe das damals auch gemacht. Und genauso musst du die Verantwortung beim Flaschenzählen abgeben. Ich mache inzwischen alle Aktivitäten ohne ihn oder sage ab, wenn er vor hat hinzugehen. Das meiste kann er aufgrund des schlechten gesundheitlichen Zustandes eh nicht mehr machen.

    Hast du Kinder? Das ist, wie ich finde auch immer noch einmal ein anderes Thema. Ich kann mir Zeit lassen und mich demnächst nur auf mich konzentrieren

    Gerade wenn du Kinder hast, solltest du einen Gang höher schalten. Bis vor 5 Monaten habe ich noch geglaubt, dass meine Kinder das nicht so mitbekommen bzw. nicht so darunter leiden. Jetzt sehe und höre ich, welchen Schaden sie bereit erlitten haben.

    Befreie dich. Du verlierst nur wertvolle Zeit. Die Schritte dürfen winzig sein und du darfst auch mal verharren und trauern , aber geh weiter, wenn die Kraft es zulässt. Wenn er dann zur Einsicht kommt und noch nicht so kaputt ist, dass er ein Pflegefall ist oder eine andere Persönlichkeit angenommen hat, dann kann man auch ein Paar mit getrennten Haushalten sein. Das gibt es hier auch mehrfach.

    Bleib stark. Ich denk an dich.

    Liebe Grüße

  • Ja, ich bin noch bei ihm. Obwohl ich ihm mehrfach gesagt habe, dass er ausziehen soll wenn er weitertrinken möchte, wohnt er noch hier. Er kommt jedoch unter der Woche meistens erst in den Morgenstunden nach Hause und schläft dann das ganze Wochenende. Das kann ich vorübergehend aushalten. In 2 Wochen habe ich einen Anwaltstermin. Ich erhoffe mir davon, dass ich weiß wie ich ihn aus der gemeinsamen Wohnung bekomme. Kampflos gebe ich unser zu Hause nicht auf. Die Kinder leben hier seit 13 Jahren und für die Miete bekomme ich hier nichts anderes. Schon gar nicht als Alleinerziehende mit 2 Kindern und 2 Katzen. Mit dem Vermieter bin ich befreundet und die Wohnung kann ich mir leisten. Außerdem wohnen Freunde im Haus und in der unmittelbaren Umgebung und für meinen Mann alleine wäre die Wohnung viel zu groß.

  • Wir haben uns eine Eigentumswohnung gekauft. Es ist mein zweiter Mann. Ich habe mein ganzes Geld darin investiert, wir haben drei Katzen und 2 Frenchies. Ich würde zum 2. x in meinem Leben alles verlieren was mir wichtig ist. Die whg kann ich mir alleine nicht leisten und dann müsste ich mich von meinen Tieren trennen was mir das Herz brechen würde. Ich bin so am Ende mit meinen Nerven. Ich liebe meinen Mann über alles und kann mich nicht damit anfreunden dass ich ihn aufgebe. Ich habe so panische Angst. Ich würde jeden nur so steinigen Weg für mich aufnehmen wenn er es realisieren würde. Ich bin total am Boden.

    gäbe es keine Chance warum gibt es dann diese Hilfegruppen wenn man nichts machen kann

  • Hallo Kaettl!

    gäbe es keine Chance warum gibt es dann diese Hilfegruppen wenn man nichts machen kann

    Du kannst ja was machen aber bloss für ihn kannst du nichts machen sondern nur für dich. Die Hilfegruppen beraten ja dich was du tun kannst, wie es weitergehen kann.

    Ich habe damals auch alles verloren, meinen Mann, das Traumhaus bei dem ich beim Bauen geholfen habe, fast hätte ich auch meine Gesundheit verloren. Um die zu retten musste ich gehen, ich habe jahrelang gebraucht um das zu verarbeiten.

    Es tut mir sehr leid daß ich dir nichts positives in Bezug auf deinen Mann schreiben kann.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Kaettl,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    gäbe es keine Chance warum gibt es dann diese Hilfegruppen wenn man nichts machen kann

    Es gibt eine minimale Chance, dass der Alkoholiker aufhört zu saufen. Ich schreibe saufen, weil es mit normalen Trinken nichts mehr zu tun hat.

    Ich bin trockene Alkoholikerin seit 12 Jahren, die Entscheidung kam aus mir selbst. Weil ich einfach nicht mehr konnte. Seelisch und auch körperlich war ich am Ende.

    Die Rückfallquote ist bei Alkoholikern sehr hoch und die Angehörigen können bedauerlicherweise nichts tun. Der Alkoholiker setzt sich selbst das Glas an den Mund, niemand sonst.

    Jährlich sterben ca. 15.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Alkoholismus.

    Unser Forum wurde damals hauptsächlich für die trockenen Alkoholiker gegründet. Unsere Selbsthilfegruppe in der Abteilung Angehörige ist stark angewachsen, weil das Leid der Angehörigen fast unbeschreiblich ist.

    Mittlerweile gibt es auch viel Unterstützung außerhalb des Internets. U.a. bei der Caritas, etc. Auch da kannst Du Dich erkundigen und Dir Unterstützung suchen.

    Diese Unterstützung ist Hilfe zur Selbsthilfe. D.h. Du lernst, wie Du Dir selbst helfen kannst.

    Lies Dich mal quer durch alle Geschichten der Angehörigen. Es läuft fast immer auf die Trennung hinaus, weil der Alkoholiker nicht den Ausstieg aus der Sucht findet und im schlimmsten Fall nach ein paar Jahren an der Sucht verstirbt.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich liebe meinen Mann über alles und kann mich nicht damit anfreunden dass ich ihn aufgebe. Ich habe so panische Angst. Ich würde jeden nur so steinigen Weg für mich aufnehmen wenn er es realisieren würde. Ich bin total am Boden.

    Weißt du Kaettl, auch du musst deinen Weg erst finden. Und zwar in deinem Tempo. Ich arbeite noch auch mit meinem Mann zusammen und habe auch geglaubt, wenn ich nur noch mehr übernehme und ihm seinen Freiraum lasse und ihn unterstütze, dann wird er wieder zu sich kommen.

    Ende letzten Jahres war ich dann am Ende meiner Kräfte. Ich habe nicht nur die Kinder versorgt und von A nach B gefahren, den Haushalt geschmissen, meinen 40 Stunden-Job versucht perfekt zu machen, sondern auch noch seinen Job gemacht, weil er lieber irgendwo saufen war, anstatt in der Arbeit. Ich war todunglücklich und konnte kaum noch schlafen. Am Ende fühlte es sich wie ein Kampf ums Überleben an. Ein Kampf den ich nie gewinnen konnte.

    Dann bin ich hier aufgeschlagen und habe genauso reagiert wie du auch. Ich wollte nicht hören, dass ich ihm nicht helfen kann, sondern an mich denken soll. Ich war verzweifelt und wütend und habe dann erst einmal nur viel mitgelesen. So war ich unsichtbar. Nun, 6 Monate später, sage ich. Dieses Forum hat nicht meine ursprünglichen Erwartungen erfüllt, aber mein Leben und das meiner Kinder gerettet.

    Und auch ich liebe den Mann noch immer den ich damals geheiratet habe. Aber den gibt es nicht mehr.

    Gib dir Zeit.

  • gäbe es keine Chance warum gibt es dann diese Hilfegruppen wenn man nichts machen kann

    Mir hilft es, die ganzen Erfahrungsberichte zu lesen. Von beiden Seiten. Ich wusste zB nicht das es eine Co-Abhängigkeit gibt und ich mittendrin bin.

    Auch ich liebe meinen Mann. Wir haben uns ein Haus gekauft und gemeinsam modernisiert. Auch ich habe sehr viel Geld und Schweiß investiert. Und auch ich gehe mit ihm jeden noch so steinigen Weg. Ich möchte um unsere Ehe kämpfen. Aber ich habe erkannt, dass er sich den Alkoholmissbrauch eingestehen muss und selbst etwas dagegen unternehmen wollen muss. Und nur dann kann ich ihn unterstützen. Und bis dahin werde ich mir mein Ich wieder holen. Und wenn die Einsicht nicht kommt, muss ich, so sehr wie es mir wehtut und ihn verletzen wird, an mich und meine Gesundheit denken.

    In der Theorie hört sich das für mich gerade gut an, ich werde sehen, ob ich das dann auch so konsequent umsetzen kann.

    Aber ich denke, dass du hier ein offenes Ohr und ehrliche, zum Teil sehr direkte, Antworten erhälst. Und leider gehen die wenigsten Fälle positiv aus. Aber ich verstehe dich. Auch ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Obwohl die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist.

  • Denkt bei eurem Kampf um eure Männer daran - für euch steht vielleicht euer Mann an erster Stelle. Für sie aber nicht. Da steht der Alkohol an erster Stelle und ist wichtiger als ihr. Und dann kommt lange nichts.

  • Wie vorl trinkt dein Mann denn

    Täglich 5-6 Bier in max 4h draußen in seiner Garage. Am Wochenende auch mal bis zu 8.

    Ich habe das erst vor ca 6-8 Wochen wirklich realisiert, da er meinte, sich am Wochenende bereits um 16 Uhr mit einem Bier belohnen zu müssen. Aber da war ich schon längst mitten drin in meiner Spirale. Denn seit ich weiß, wie viel er im Monat für Alkohol und Zigaretten ausgibt, dass wurde mir vor ca 1/2 Jahr bewusst, kriegt er nur ein Taschengeld. (ich merke gerade, wie armselig das von mir ist :oops: ) Und dann vor ca 6 Wochen startete ich mit der Kontrolle, abzählen und fotografieren der Bierkästen.

    Wenn ich ihn zum Abendessen geholt hab, hat er sich immer verhalten, als hätte ich ihn ertappt. Hab ich ja auch. Das war ihm sichtlich unangenehm. Und das letzte Bier nimmt er mit rein, fängt an es zu trinken während wir fernsehen und spätestens 20.30 ist Schicht im Schacht und er schläft. Das restliche Bier trinkt er irgendwann, wenn er nachts aufwacht. Somit hat er morgens, wenn er gg 5h aufsteht, noch Restalkohol und fährt so auf Arbeit. Ich hoffe, dass nie etwas passiert, aber ich wünschte, sie würden ihn bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle früh mal rauswinken. Ich schäme mich für meine Gedanken.

    Wie ist das bei euch?

    Denkt bei eurem Kampf um eure Männer daran - für euch steht vielleicht euer Mann an erster Stelle. Für sie aber nicht. Da steht der Alkohol an erster Stelle und ist wichtiger als ihr. Und dann kommt lange nichts.

    Ich befinde mich gerade in einer Orientierungsphase und realisiere erst, dass ich eigentlich nichts für ihn tun kann, solange er es sich nicht eingesteht. Es fällt mir schwer ihn hier als Alkoholiker zu bezeichnen, aber ich weiß mittlerweile, dass er das ist. Und darüber bin ich unendlich traurig.

  • Dann habe ich noch eine Frage. Gibt es denn auch Fälle die Positiv ausgegangen sind. Man liest hier oft dass das kämpfen gegen den Alkohol oftmals doch nur der Alkohol gewinnt und alles kaputt gegangen ist.

    kommt drauf an, wer kämpft - wenn der alkoholiker aus sich heraus und für sich selbst nicht mehr trinken will, dann kann er durchaus gewinnen. das weiß ich aus eigener erfahrung.

    durch das mitlesen bei den angehörigen habe ich den eindruck gewonnen, wenn die angehörigen kämpfen, bringt es fast nie einen sieg.

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