Chewie - Nüchtern sein ist nicht das Ende. Es ist der Anfang

  • Dankeschön für eure erste Hilfe gerade eben <3<3

    Ich habe wohl zuviel freizeit im moment und mache mir viel gedanken über mich und mein zukünftiges Trockenes leben.

    heute hat meine Frau zu mir gesagt ich bin langweilig,weil ich nie was mit ihr unternehmen würde im April war ich noch der Alki und wollte was unternehmen aber sie wollte nicht, was auch veständlich war denn wer will schon mit seinen vollgesoffenen Partner irgendwo einkehren (voll peinlich).

    Nun ist es so dass ich schnell rote brennende augen bekomme (wind,hitze,klimaanlage,müdigkeit) und sie hat mir immer wieder unterstellt ich hab wieder gesoffen, ich hätte wieder glasige augen "na hatt das bierchen wieder geschmeckt"waren ihre worte.

    Es nagt an mir und es ist führ mich nicht gerade hilfreich denn so komme ich wieder an einen punt an wo ich nicht hin will.

    Ich nehme es meiner Frau eigentlich auch gar nicht übel,denn wer glaubt denn schon einen Alkoholiker der immer lügen tut um zu saufen

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Das ist wirklich nicht hilfreich.
    Was weiss deine Frau über die Alkoholkrankheit?

    Je mehr meine Frau darüber Bescheid wusste, desto mehr Verständnis konnte sie mir entgegenbringen.
    Gespräche und Erklärungen haben ihr Eigeninteresse geweckt und sie hat sich dann selbst damit auseinandergesetzt.

    ich hätte wieder glasige augen "na hatt das bierchen wieder geschmeckt"waren ihre worte.

    In meiner Reha habe ich mitbekommen, dass eine Mitpatientin genau vor so etwas Angst hatte.
    Sollte die Gefahr solcher Verdächtigungen und Diskussionen bestehen, wurde eine Möglichkeit genannt, sich einen Alkoholtester zu kaufen.
    Kommt eine solche Situation hoch, puste ich und die Sache ist geklärt ohne weitere Diskussion und Streiterei. Das passiert vlt. ein oder 2 mal und dann sollte die Sache geklärt sein.
    Ich habe mir daraufhin einen Tester zugelegt, habe ihn glücklicherweise noch kein einziges Mal benutzt.

    Verloren gegangenes Vertrauen kann ich dadurch nicht zurückgewinnen, aber ich kann weitere Missverständnisse verhindern, die die ohnehin schon angeschlagene Beziehung nicht durch Misstrauen und unnötige Streitereien zusätzlich belastet.

    heute hat meine Frau zu mir gesagt ich bin langweilig,weil ich nie was mit ihr unternehmen würde

    Es kommt ja darauf an, was sie mit dir unternehmen will. Aktionen die dich triggern könnten oder in die Nähe von Alkohol bringen sollten vorerst tabu sein.
    Wenn deine Frau versteht, warum das so ist, findet ihr vlt. zusammen Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Wenn ich richtig nachgelesen habe, bist du bald 4 Monate abstinent. Am 17. Mai hast du das letzte Mal geschrieben.
    Wenn du keine andere SHG hast, dann wäre mir das viel zu wenig für mich.

    mache mir viel gedanken über mich und mein zukünftiges Trockenes leben.

    Die Gedanken habe ich mir auch gemacht, aber ich habe sie mir hier gemacht und ich habe Rückmeldungen bekommen, an denen ich mich orientieren konnte und die mich weiter gebracht haben.

    Wie sah dein Weg die letzten drei Monate aus? Was hast du getan um deine Abstinenz zu stabilisieren?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Das ist wirklich nicht hilfreich.
    Was weiss deine Frau über die Alkoholkrankheit?

    Je mehr meine Frau darüber Bescheid wusste, desto mehr Verständnis konnte sie mir entgegenbringen.
    Gespräche und Erklärungen haben ihr Eigeninteresse geweckt und sie hat sich dann selbst damit auseinandergesetzt.

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • ich habe sie noch nicht darauf angesprochen aber ihren reaktionen nach zu urteilen beschäftig sie sich nicht damit.

    für sie war und ist es immer nur so dass ich einfach nicht trinken soll

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Wenn ich richtig nachgelesen habe, bist du bald 4 Monate abstinent. Am 17. Mai hast du das letzte Mal geschrieben.
    Wenn du keine andere SHG hast, dann wäre mir das viel zu wenig für mich.

    Die Gedanken habe ich mir auch gemacht, aber ich habe sie mir hier gemacht und ich habe Rückmeldungen bekommen, an denen ich mich orientieren konnte und die mich weiter gebracht haben.

    Wie sah dein Weg die letzten drei Monate aus? Was hast du getan um deine Abstinenz zu stabilisieren?

    Ich habe 2 SHG Besucht aber beide waren für mich persöhnlich nichts,es gab nur kaffe und kuchen und es wurde nicht weiter auf meine sachen eingegangen. gefühlt war es einfach ein herrentreffen es wurde mehr über die renovierungen der räumlichkeiten gesprochen wie über Alkoholprobleme

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Wie sah dein Weg die letzten drei Monate aus? Was hast du getan um deine Abstinenz zu stabilisieren?

    Nun ja ich habe viel Sport (Krafttraining)gemacht,Fahre viel fahrrad und hab dementspechend meine ernährung komplett umgestellt.

    Alkohol ist daher Tabu aber ich wäre nicht hier wenn es so einfach wäre auch wenn ich es mir wünschen würde.Ich meide alles wo in der gesellschaft gesoffen wird generell meide ich im moment unter menschen zu gehen.Auch wenn ich lange nicht mehr geschrieben habe lese ich täglich hier im forum. Um meine Abstinenz zu stabilisieren? ist eine gute frage so wie es im moment aussieht hab ich wohl nichts getan um sie zu stabilisieren

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Sei Vorsichtig dass sich zwischen dir und deiner Frau keine Front bildet. Sie hat Angst und das verstehst du, wie du schreibst.

    Kannst du ihr das so sagen- vielleicht wenn der Tester da ist? Es macht einen Unterschied ob man sagt ‚siehste bätsch’ oder ‚du machst dir sorgen, gel? Verstehe ich - schau was ich besorgt habe‘.

    Vielleicht findet ihr ja einen Sport oder so was, den ihr gemeinsam machen könnt. Fahrrad fahren und Fitness ist toll, aber eben ohne sie. Ich meine nicht als Ersatz sondern ergänzend. Muss ja kein Zumba sein 😆

  • Hallo Chewie,

    da man sich ja nicht gegenseitig in den Kopf schauen kann: Reden hilft.

    Versuche nochmal ein Gespräch mit deiner Frau zu führen, dass du ihre Angst verstehst (und vielleicht hilft ja der Alkoholtester), du kannst ihr sagen wie es dir geht und vielleicht die Alkoholkrankheit erklären.

    Außerdem findet ihr vielleicht etwas, was ihr gemeinsam unternehmen könntet - sei es ein abendlicher Spaziergang oder ein neues Hobby, das ihr ausprobieren möchtet.

    Viele Grüße
    Seeblick

  • Hallo Chewie, erstmal: toll gemacht. Du hast ein Problem erkannt und um Hilfe gebeten. Und vor allem: du bist nicht rückfällig geworden.

    Ich möchte dir nochmals, weil es schon etwas her ist, die HALT-Regel ans Herz legen. Hier das Zitat von Elly:

    Auch die HALT-Regel, die ich erst hier kennengelernt habe, ist eine gute Hilfe!

    H - Hungry - Hunger vorbeugen - Gut essen! Und auch das Trinken nicht vergessen!

    A - Angry - Ärger vorbeugen oder abbauen.

    L - Lonley - Sich in der SHG oder nahen Menschen anvertrauen. Nicht einsam bleiben.

    T - Tired - Bei Müdigkeit sofort gegen wirken. Sich Ruhe gönnen, genügend schlafen bei Erschöpfung.

    Vor allem Punkt 1 war für mich anfangs (im ersten Jahr) total wichtig. Sobald mein Magen richtig gefüllt war, war der Druck weniger bis ganz weg. Das durfte für mich auch gerne was schnelles und nicht so gesundes sein. Hauptsache der Trinkdruck wurde weniger. Und ich weiss, wie plötzlich und wie schlimm der kommen kann. Ich erinnere mich noch gut an meinen letzten. Da war ich fünf Monate trocken und vorher hatte ich mich tierisch aufgeregt und war mit meiner Wut alleine. Und das auch noch an Silvester, kurz vor Mitternacht. Es kam so heftig über mich. Aber ich hatte Menschen, die ich anrufen konnte. Und der Druck ging weg. Wie bei dir.

    Ich möchte dir gerne von meiner Erfahrung berichten. Vielleicht kannst du etwas für dich heraus ziehen, was dir hilft.

    Ich bin Alkoholikerin. Das ist für mich kein Schimpfwort, das ist keine Niederlage, das ist kein Stempel. Es ist meine Krankheit. Eine Krankheit die ich selber zum Stillstand bringen kann. Ich werde nie wieder "normal" (was immer das auch heissen mag) trinken können (will ich heute auch gar nicht mehr ;)).

    Aber mir das einzugestehen, war mitunter für mich der wichtigste Schritt. Denn er hat alles weitere ins Rollen gebracht. Die Trinkpausen davor, hatte ich immer nach ein paar Wochen oder Monaten im Kopf, dass ich es ja nochmal probieren könne, vielleicht jetzt weniger trinken könne, geheilt sei.

    (Spoiler: konnte ich nicht, war ich nicht ;))

    Ich wollte einfach nicht auf Alkohol verzichten für mich weiteres Leben. Ich konnte mich nicht verabschieden. Das hat für mich den großen Unterschied einer Saufpause zur Trockenheit gemacht.

    Wie sieht es bei dir aus? Hast du wirklich für dich begriffen, was es bedeutet Alkoholiker zu sein? Oder gibt es da noch eine leise Stimme der Hoffnung in deinem Kopf, dass alles irgendwann nur wie ein böser Traum war und du wieder ganz "normal" trinken kannst.

    Ich bin Alkoholikerin. Ich werde immer Alkoholikerin bleiben. Ich habe eine Krankheit, die mein Leben lang andauert, also muss ich auch ein Leben lang für mich daran arbeiten. Darum gehe ich in Meetings, lese und schreibe hier und tausche mich mit anderen Alkoholikern aus. Das ist die Arbeit, die ich in meine Gesundheit investiere. Diabetiker müssen auch ein Leben lang an ihrer Gesundheit arbeiten. Meine Krankheit erfordert dies ebenso.

    Dann noch zu deiner Frau:

    Kannst du dir vielleicht vorstellen, dass du dich mal in Ruhe mit ihr hin setzt und das Gespräch suchst? Ihr erklärst, was das für eine Krankheit ist und das es mit "trink doch einfach nicht" bei Weitem nicht getan ist? Vielleicht mag sie sich ja irgendwann einmal selbst ein wenig mit der Krankheit auseinander setzen. Dass dein Körper und Geist nach vier Monaten noch erschöpft ist, viel Neues zu lernen und zu verarbeiten hat, ist ganz normal. Das dauert seine Zeit.

    Es ist für frisch Trockene wie für Langzeit-Trockene gleichermaßen wichtig:

    meine Genesung steht an erster Stelle!!! Ich mache nichts, was meine Trockenheit gefährden könnte!!!

    So, genug geschrieben, sorry für die Frikadelle an deinem Ohr. ^^


    Edit: Nur für heute trinken ich keinen Alkohol.

    Das hat mir in der Anfangszeit unheimlcih geholfen. Tag für Tag angehen. Nicht direkt das große Ganze sehen. Kleine Schritte

  • Auch wenn ich lange nicht mehr geschrieben habe lese ich täglich hier im forum. Um meine Abstinenz zu stabilisieren? ist eine gute frage so wie es im moment aussieht hab ich wohl nichts getan um sie zu stabilisieren

    Mit Deinem ersten Satz hast Du den letzten schon widerlegt, Chewie.

    Das Wichtigste hast Du getan: Durch das tägliche Lesen hier bist Du am Thema dran geblieben. So konntest Du Dir, als es brenzlig wurde, hier Hilfe holen, statt Dich dem Suchtdruck zu ergeben. Respekt!

    Und darauf kannst Du aufbauen. Dazu musst Du keine Romane schreiben, aber gern öfter Deine Gedanken und Nöte rund ums Trockenwerden teilen.

    Denn die goldene Regel kennst Du ja bestimmt schon:

    Nur nicht trinken reicht nicht.

    Das ist sicher auch für Deine Frau eine Umstellung.

    Wie kam es denn dazu, dass Du dir vorgestern Abend Bier gekauft (und dann zum Glück wieder entsorgt) hast? Schwelt da schon länger eine Unzufriedenheit bei Dir oder ein Ungleichgewicht?

    Du schreibst, dass Du Menschen gerade meidest. Weil Du nur Leute kennst, die bei Treffen Alk konsumieren? Fühlst du dich dadurch einsam?

    Das sind so Fragen, mit denen Dich hier beschäftigen kannst - und wodurch du übrigens auch andere bei ihrer Selbsthilfe bereicherst.

    Einen guten Start in die nächste Abstinenzphase und einen neuen trockenen Tag!

  • Chewie mir hat es immer geholfen zu sagen heute lasse ich das Glas stehen. Dieser Satz ist für mich extrem wichtig.

    Denke auch, dass Gespräche über die Sucht und über die Abstinenz wichtig sind.

    Und lieber langweilig und nüchtern als der betrunkene Alleinunterhalter.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • AnnaBlume   Seeblick

    Danke ja ich werde auf jeden Fall mit meiner Frau in Ruhe darüber reden.

    Sport machen wir schon ab und zu zusammen im Fittnessstudio nur oft schaffen wir es nicht zu den selben Zeiten Fahrradtouren machen wir auch gelegentlich

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Wie sieht es bei dir aus? Hast du wirklich für dich begriffen, was es bedeutet Alkoholiker zu sein? Oder gibt es da noch eine leise Stimme der Hoffnung in deinem Kopf, dass alles irgendwann nur wie ein böser Traum war und du wieder ganz "normal" trinken kannst.

    Danke Twizzler für deine Worte.

    Ja ich habe begriffen was es bedeutet Alkoholiker zu sein und ich merke ja auch dass ich das niemals vergessen darf. Ich muss meine Abstinenz weiter stärken. Ich weiß dass ich niemals wieder normal trinke kann dass habe ich in der Vergangenheit immer wieder gemerkt,klar konnte ich es reduzieren aber irgendwann war ich wieder bei den großen Mengen angelangt wo mein Körper und Geist nicht mehr mitgemacht haben. Es ist also ein Teufelskreis

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Rennschnecke ja ich bin schon seid ein paar Wochen unzufrieden mit mir selber warum weiß ich nicht ich bin schnell gestresst und es nervt mich dann alles einfach nur. Wenn ich irgendwelche Arbeiten erledigen bin ich mit meiner fertigen Arbeit selten zufrieden und so kam wohl eins zum anderen. Dass ist auch der Grund warum ich im moment Menschen meide. Gesoffen habe ich immer alleine und Heimlich Hatte keine Saufkompanen

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Heute war ich schon beim Zahnarzt und kann noch nichts essen wegen der Betäubung,jetzt frage ich mich war es überhaupt gut sich betäuben zu lassen?ist da ggf. Alkohol drin? Ich hätte besser vorher fragen Sollen

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

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