• Nur ist das mit Sucht und Suchen absoluter Blödsinn. Sucht ist schlicht und einfach das alte Wort für Krankheit.

    Oder was glaubst Du, was ein Schwindsüchtiger sucht?

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Aber dann muss man wie gesagt die Themen aufarbeiten.

    Muss "man" das? Vielleicht besteht tatsächlich kein Handlungsbedarf?!

    Manchmal passt es einfach nicht und dann ist eine Trennung nötig, damit es wieder positiv im Leben weitergehen kann.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Pinguin , ich fasse mich jetzt mal kurz, sonst wird das hier noch eine Suchtbesprechung nach Lehrbuch. Dafür ist der Thread und auch ein Selbsthilfeforum nicht gedacht.

    Du bist selbst keine Alkoholikerin. Das heißt nicht, dass du nichts über Sucht wissen kannst. Aber Wissen von außen und die Erfahrung einer selbst erlebten Sucht sind zwei verschiedene Dinge.

    Du vermischst mehrere Sachen. Ja, es gibt Risikofaktoren und Begleitumstände, die eine Suchtentwicklung begünstigen können, familiäre Belastung, Trauma, psychische Probleme und anderes. Aber damit ist die Sucht noch lange nicht erklärt.

    Sonst wäre die Sache ja einfach: Ursache finden, Thema aufarbeiten, fertig.

    Was mich bei dir eher wundert, ist, wie viel du inzwischen über deinen Noch-Ehemann zu erklären versuchst. Welche „Punkte“ er hatte, warum er getrunken hat und was er nun aufarbeiten müsste. Das sind zunächst einmal deine Annahmen über ihn.

    Und dieses „Dann muss man die Themen aufarbeiten“ habe ich schon erklärt. Ich kann persönliche Baustellen anschauen, wenn sie da sind. Aber daraus wird kein allgemeines Gesetz für Alkoholiker.

    Und der Satz „Im Wort Sucht steckt das Wort suchen“ klingt nett. Mehr aber auch nicht. Ein Wortspiel ist noch keine Erklärung für Sucht. Genauso wenig wie Punkt, Punkt, Komma, Strich erklärt, warum daraus plötzlich ein Mondgesicht wird.;)

    Ich bin inzwischen fast zwanzig Jahre trocken und habe hier in dieser Zeit tausende Suchtgeschichten gelesen. Und wenn wir schon bei Wissenschaft sind. Rückfälle sind bei Alkoholabhängigkeit sehr häufig. Je nachdem, welche Studie man liest, welche Menschen untersucht werden und was überhaupt als Rückfall gilt, unterscheiden sich die Zahlen erheblich.Gerade im ersten Jahr werden in Untersuchungen teilweise Werte von etwa 70 Prozent genannt, im weiteren Verlauf sogar deutlich höher.

    Wenn irgendein Lehrbuchmodell zuverlässig erklären würde, welches „Thema“ ein Alkoholiker suchen und aufarbeiten muss, damit er anschließend trocken bleibt, müssten diese Zahlen wohl etwas anders aussehen.

    Deshalb bitte ich darum, dieses theoretische Geplänkel darüber, wie Alkoholiker angeblich nach Schema F funktionieren, hier jetzt auch gut sein zu lassen.

    Theorie kann Zusammenhänge erklären und Richtungen zeigen.

    Sie ist aber kein Bauplan für jeden Alkoholiker.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • liebe pinguin

    du möchtest anscheinend auf krampf dein altes leben zurück, das ist utopie. denn das leben entwickelt sich, mit und ohne alk immer weiter, es wird in 5 jahren garantiert anders sein als heute. ob uns das gefällt oder nicht. anpassung ist der knackpunkt.

    ich kann mich darüber aufregen und mir selbst das leben durch meckern und unzufriedenheit zur hölle machen oder aber ich gucke was ich mit den veränderungen anstellen kann um es für mich passend zu machen. und genau das solltest du jetzt tun. es ist völlig gleichgültig wieso und warum einer säuft, solange derjenige nicht selbst da raus will kannst du 1000 bücher zu dem thema lesen und es ändert nichts. das einzige was du ändern kannst ist dein umgang damit. du hast die wahl. versuchst du den rest deines lebens das rad der zeit zurück zu drehen und bist unglücklich oder guckst du nach neuen ufern die erobert werden wollen und läßt das vergangene vergangen sein.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Ja, der „böse“ Alkoholiker eignet sich natürlich hervorragend als Allzweckbegründung für alles, was irgendwann in die Hose gegangen ist. Streit, Trennung, Familie kaputt, Lebensplanung gescheitert. Irgendwo findet sich schon noch eine Flasche, die man dafür verantwortlich machen kann.

    Nur wird bei dieser Rechnung die eigene Verantwortung erstaunlich gern übersehen.

    Dann kommen die Erklärungen. Familie, Kindheit, Muster, Co‑Abhängigkeit und was sonst gerade griffbereit ist. Kann alles eine Rolle spielen. Nur nimmt mir keine dieser Erklärungen meine eigene Handlungsfähigkeit ab. Wir reden hier schließlich über erwachsene Menschen.

    Wenn der Säufer wegen seiner aktiven Sucht irgendwann nicht mehr vernünftig handelt, heißt das nicht automatisch, dass der andere Erwachsene daneben ebenfalls handlungsunfähig wird. Dann muss der eben für sich sorgen. Grenzen setzen. Konsequenzen ziehen. Sich und gegebenenfalls die Kinder aus der Schusslinie bringen. Das kann schwer sein. Verdammt schwer sogar.

    Aber „schwer“ ist für mich nicht dasselbe wie „ich konnte nichts tun“.

    Genauso wenig, wie ich meine Sauferei später anderen auf die Rechnung schreiben kann, kann ich ein jahrelanges Bleiben, Mitmachen oder Nicht‑Handeln vollständig dem Alkoholiker auf die Rechnung setzen. Er trägt seine Verantwortung.

    Aber nun ist es ja nicht so, dass ich Alkoholiker oder Alkoholismus reinwaschen will. Ich bin der Letzte, der das romantisiert. Mein eigenes Lebensmodell als Säufer war nämlich eine ganz andere Baustelle.

    In meiner nassen Zeit haben sich die Prioritäten auch nicht plötzlich verschoben, sondern schleichend – was es für alle Beteiligten nicht einfacher macht. Irgendwann drehte sich erstaunlich viel darum, wie ich das Saufen organisiert bekomme: Vorrat, Gelegenheiten, Zeiten, Ausreden. Verstecken war nie mein Hauptthema, aber die ganze Logistik drumherum schon.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Saufen ist der Elefant im Raum, der den Blick auf andere Themen verstellt.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
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  • Da schließe ich mich als jetzt nüchterner Alkoholiker an.Beide Seiten, Co und nasser Alkoholiker haben die Verantwortung für ihr tun.

    Wenn der/die Co, das Verhalten des Alkoholikers nicht mehr mittragen bzw. verantworten kann, dann sollten sie eine Entscheidung treffen.

    Trage ich das weiter mit....oder treffe ich eine Entscheidung um das Geschehen zum Selbstschutz für mich und die Kinder zu beenden.

    Wenn der Alkoholiker keine Entscheidung gegen die Sucht trifft, wird sich nichts ändern.

    Beide Seiten müssen irgendwann so oder so eine Entscheidung für "sich persönlich"treffen.

    Alles andere wird eine "never ending story". Solche Entscheidungen gegen die Sucht oder den Süchtigen zu treffen ist natürlich nicht einfach., Das ist ganz klar. Wunder gibt es bei der Sucht aber nicht.

    Die Sucht ist der entscheidende Faktor um ins Handeln zu kommen. Ansonsten dreht sich das Karussel immer weiter.

    Einmal editiert, zuletzt von Bono59 (27. August 2026 um 09:57)

  • Aber nun ist es ja nicht so, dass ich Alkoholiker oder Alkoholismus reinwaschen will.

    Irritierende Formulierung, wo doch Alkoholsucht eine Krankheit ist. Mein Punkt ist, ich habe getrunken und bin davon abhängig geworden, mehr nicht. In meinem Fall da ich erst relativ spät (Mitte 40) ernsthaft mit dem Saufen angefangen habe, war mir sogar völlig klar, dass ich abhängig werden würde. Und ich bin es geworden. Das entschuldigt nichts macht mich aber auch nicht schuldiger. Es bleibt eine Krankheit.

    Und noch ein Gedanke zu Beziehungen. Bekanntermaßen wird eine Alkoholiker*in nicht mit dem Saufen aufhören, wenn keine Krankheitseinsicht und keine eigene Entscheidung vorhanden ist. Und ebenso wird eine Alkoholiker*in sich in den seltensten Fällen freiwillig aus einer Beziehung (mit oder ohne Kinder) lösen, wenn das eigene Saufen fremd schädigend wird, weil das ja wieder Krankheitseinsicht voraussetzen würde. Außerdem wäre das ja unbequem denn im Grunde geht es ja darum, ungestört der Sucht nachzugehen.

    Bei mir gab es in der Zeit des abhängigen Trinkens keine CO. Und das war kein Zufall, ich habe in der Zeit des abhängigen Trinkens keinen Menschen so dicht an mich herangelassen, das dadurch mein Saufen gestört worden wäre.

    Und ich schreibe das es kein Zufall war, aufgrund meiner Vorgeschichte. Als es bei mir mit meinen meist schweren Depressionen losging, merkte ich relativ schnell das mein Umfeld (auch meine Beziehung) nicht verstand was mit mir los war. Und dass das die Beziehungen belastete und eine Gefahr bestand, dass ich mein Umfeld in meinen depressiven Sumpf mit reinziehe.

    Kommt dazu das mir meine Unabhängigkeit sehr, sehr wichtig ist. Und aus diesem Grund habe ich mich bezüglich meiner Depressionen auch professionelle Hilfe gesucht oder bin, wenn ich zu instabil war in eine Klinik gegangen. Auch wenn das mein Umfeld und auch meine Beziehungen manchmal nicht verstanden haben. Und meinten, dass ich das mit Ihrer Unterstützung auch hinbekommen würde. Aber ich bin und war mir nach wie vor sicher, dass ich mit einer (schweren) Depression in professionelle Hände gehöre.;)

    Und das war eben auch der, vielleicht auch unterbewusste Grund, warum ich als ich ernsthaft mit dem Saufen begonnen habe am besten niemand dabei haben wollte.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Irritierende Formulierung

    Ich habe sie vertsanden . ;) Wenn ich sie im Kontext von Co. und Alkoholiker betrachte .:mrgreen:

    Mit „reinwaschen“ meinte ich genau den Zusammenhang davor. Nur weil ich sage, dass auch der andere Erwachsene Verantwortung für sein eigenes Handeln trägt, will ich damit dem Alkoholiker seine Verantwortung nicht abnehmen.

    Sucht ist eine Krankheit. Aber sie handelt nicht an meiner Stelle und übernimmt hinterher auch nicht die Rechnung. Vieles in meiner nassen Zeit lässt sich durch die Sucht erklären. Entschuldigt ist damit nicht automatisch alles. Die Sucht erklärt einiges.
    Die Verantwortung für mein Handeln bleibt trotzdem bei mir.

    Das war mit „reinwaschen“ gemeint.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Und noch ein Gedanke zu Beziehungen. Bekanntermaßen wird eine Alkoholiker*in nicht mit dem Saufen aufhören, wenn keine Krankheitseinsicht und keine eigene Entscheidung vorhanden ist. Und ebenso wird eine Alkoholiker*in sich in den seltensten Fällen freiwillig aus einer Beziehung (mit oder ohne Kinder) lösen, wenn das eigene Saufen fremd schädigend wird, weil das ja wieder Krankheitseinsicht voraussetzen würde. Außerdem wäre das ja unbequem denn im Grunde geht es ja darum, ungestört der Sucht nachzugehen.

    Hi Kazik! Dann gehöre ich zu den seltensten Fällen. Ich war einsichtig und wollte mich trennen, um meine Familie zu schützen. Und unbequemer ist es doch, wenn ich nicht "ungestört" trinken kann? Oder hab ich was missinterpretiert ?

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • Und noch ein Gedanke zu Beziehungen. Bekanntermaßen wird eine Alkoholiker*in nicht mit dem Saufen aufhören, wenn keine Krankheitseinsicht und keine eigene Entscheidung vorhanden ist. Und ebenso wird eine Alkoholiker*in sich in den seltensten Fällen freiwillig aus einer Beziehung (mit oder ohne Kinder) lösen, wenn das eigene Saufen fremd schädigend wird, weil das ja wieder Krankheitseinsicht voraussetzen würde. Außerdem wäre das ja unbequem denn im Grunde geht es ja darum, ungestört der Sucht nachzugehen.

    Eine Beziehung beginnt ja nicht mit dem Schild: „Achtung, Alkoholiker.“

    Am Anfang ist da einfach ein Mensch, der trinkt. Vielleicht viel, vielleicht auffällig, vielleicht so, dass es irgendwie mitläuft. Dann kommen Beziehung, Alltag, Familie und der ganze normale Wahnsinn. Sucht entwickelt sich schleichend. Und genau deshalb wirkt rückblickend vieles plötzlich so eindeutig. Dann heißt es: „Ich war mit einem Alkoholiker zusammen.“

    Ja. Am Ende vielleicht.;)

    Aber ab wann war das überhaupt als Sucht erkennbar? Ab wann war es nicht mehr „er trinkt halt viel“, sondern Abhängigkeit? Mittendrin sieht man das oft nicht so sauber. Und während die Sucht wächst, läuft die Beziehung weiter. Mit Geld, Haushalt, Kindern, Nähe, Erwartungen, offenen Zahnpastatuben und dem üblichen Kleinkrieg. Nicht jeder Konflikt ist automatisch ein Suchtproblem.

    Es gibt auch Trennungen ohne irgendeine Suchtgeschichte. Man hat einfach keinen Bock mehr aufeinander.Die Lebensvorstellungen passen nicht mehr zusammen. Oder irgendwo taucht ein neuer Prinz oder eine neue Prinzessin auf und plötzlich denkt einer,
    „Ach schau an. So könnte man also auch leben.“

    Bevor dann wieder reflexartig gerufen wird: „Es muss die Sucht gewesen sein“, lohnt manchmal ein Blick ganz an den Anfang der eigenen Geschichte. Da steht erstaunlich oft schon: „Ich wusste, dass er viel trinkt.“

    Und wenn dieses „viel trinken“ danach jahrelang Teil des gemeinsamen Lebens war, dann zeigt das eben auch: Man hat sich in diesem Leben eingerichtet. Vielleicht gehofft, verdrängt, ausgehalten, mitgetragen oder schlicht noch keinen Grund gesehen, etwas zu verändern.

    Das ist keine Schuldzuweisung. Aber es gehört zur Geschichte genauso dazu wie später die Sucht.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • so mal gleich forne weg, bevor gleich wieder wer schreit, ich aber nicht, ich meine hier niemanden explizit und doch jeden einzelnen dem der schuh passt.

    ich gewinne mit zunehmendem alter immer mehr den eindruck das es in der gesellschaft immer krasser wird die eigenen fehler zu sehen, geschweige denn diese anderen gegenüber einzugestehen. und was mich fast noch mehr verwirrt ist, das menschen auf die, die ihre fehler zugeben und reflektieren ja schon fast aggressiv reagieren. ist mir in nem minijob passiert. hatte was falsch gemacht und bin direkt zum vorgesetzten um es zu melden und weitere folgen zu vermeiden. der kam überhaupt nicht klar damit. der hat sich nicht an dem fehler hoch gezogen, sondern daran das ich es gemeldt habe und dazu stand. hätte ihm wohl besser gefallen wenn ich versucht hätte es zu vertuschen..... ob das wohl sein eigenes vorgehen in solchen fällen ist?

    wurscht. warum ist es so normal andere für die eigenen versäumnisse verantwortlich zu machen statt bei sich selbst zu gucken und es zu ändern. da bleibt man lieber im sumpf hocken, jammert über die böse welt und schiebt die schuld dafür anderen in die schuhe.

    ja veränderungen sind unter umständen extrem schwer, ja sie tun womöglich auch extrem weh. und ja es tut auch weh in spiegel zu gucken und sich zu sagen, man da hast du aber so richtig sch..... gebaut. streite ich überhaupt nicht ab. aber da ich der einzige bin der meine eigenen situation positiv verändern kann werde ich das wohl tun müssen wenn die alternative unwohlsein und ewiges rumheulen ist. aber auch dafür kann man sich entscheiden, nur ich für meine person mache dann einen bogen um solche menschen. wie sagt hartmut immer so schön, wer will findet wege wer nicht will findet gründe. ich habe mich für wege entschieden. verdammt steinig am anfang, flogen unzählige knüppel in die beine. aber ich bin auf meiner grünen wiese angekommen.

    und die muss ich gleich mähen. schönen gruß vom campingplatz

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Aber sie handelt nicht an meiner Stelle und übernimmt hinterher auch nicht die Rechnung.

    Aber ist nicht das genau das Kennzeichen von Sucht, das ich etwas tue, was ich nicht süchtig gar nicht tun würde. Das die Sucht das Heft des Handelns übernommen hat.

    Und natürlich übernimmt die Sucht niemals die Rechnung für irgendwas.

    Und nur zum Verständnis, meine Überzeugung ist das ich immer Eigenverantwortung habe. Egal ob ich süchtig bin, besoffen bin oder in einer schweren Depression stecke.;) Nur das diesbezüglich kein Missverständnis entsteht.

    Und unbequemer ist es doch, wenn ich nicht "ungestört" trinken kann?

    Hi Hera,

    zunächst einmal finde ich es super, dass Du Dich zum Schutz Deiner Familie getrennt hättest. Und gleichzeitig überrascht es mich nicht, weil ich Dich bis jetzt nicht anders hier gelesen habe.;)

    Aber gleichzeitig ändert das nichts daran, das die wenigsten Alkoholiker*innen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe und auch wenn ich hier in allen Bereichen lese dies tun. Und meine Erklärung dafür ist das es eben wesentlich unbequemer sich zu trennen, sich eine neue Bleibe zu suchen, etc. und letztendlich auch insgesamt in die Gänge zu kommen, um die eigene Sucht zu stoppen. Das wäre ja das aller unbequemste.

    Mein Punkt ist, dass ich mir relativ sicher bin das alle Abhängigen relativ schnell schnallen, dass sie abhängig sind. Das lässt sich ja gar nicht, nicht merken. Oder anders gesagt so dumm kann kein Mensch sein. Aber es ändert sich eben auch überhaupt nichts in allen Lebensbereichen einer Alkoholiker*in, wenn aus dem merken nicht eine wirkliche Krankheitseinsicht, die Übernahme von Eigenverantwortung und das eigene Handeln resultiert.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Es gibt auch Trennungen ohne irgendeine Suchtgeschichte.

    Das ist unbestritten so. Aber wie schreibst Du immer so schön wir sind hier ein Suchtforum und hier geht es vorrangig um Sucht.;)

    Und nur damit keine Missverständnisse aufkommen. In einer Beziehung zwischen einer, einem Süchtigen kann es aus allen möglichen Gründen zur Trennung kommen und kommt es meiner Meinung nach auch. Aber das ändert nichts an der Tatsache, das meiner Meinung nach eine aktive Sucht nicht besonders Beziehungskompatibel ist.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Unter der Voraussetzung, dass er es will. Du weißt ja nicht, warum der Einzelne trinkt. Ob er nichts (mehr) zu verlieren hat. Wenn das so wäre, würde jeder irgendwann an den Punkt kommen. Tun aber nicht alle.

    Mir war das klar, weil ich Verantwortung meinen Kindern gegenüber hatte, sie haben sich eine trinkende Mutter nicht ausgesucht. Egal wie betrunken ich war, da hab ich mit mir nicht diskutiert. Bei meinem Mann wären sie in den besten Händen gewesen. Ich hätte sie verloren, aber das wäre für die beiden die einzige Option gewesen, normal aufzuwachsen.

    Alkoholiker sind oft hart zu sich selbst. Also ICH war es. Und da war und ist mir meine Bequemlichkeit sch***egal. Wohnungsmarkt, Kinder, die mit nur einem Elternteil aufwachsen, Finanzen, ... was juckt einen das, wenn das Hauptziel das tägliche sich-Abschießen ist??

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • hm, ein süchtiger merkt natürlich irgendwann das er süchtig ist. nur möchte ich bezweifeln das es sehr schnell von statten geht. ich könnte absolut nicht sagen wann ich die rote linie überschritten hatte. es ist eben schleichend, irgendwann muß man es zugeben aber bis dahin hat man schon ne ganze weile trinken müssen. auch die einsicht kommt auch eher schleichend als von jetzt auf gleich. das kann man ja auch aus den beiträgen rauslesen das es in der regel ne weile braucht bis man sich dieser bitteren wahrheit stellen kann.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Du weißt ja nicht, warum der Einzelne trinkt. Ob er nichts (mehr) zu verlieren hat.

    Ich weiß, dass ich ab dem Zeitpunkt, ab dem ich süchtig wurde, nur noch aus einem Grund getrunken habe. Weil ich süchtig war. Und ich bin mir sicher, das dies bei jedem Süchtigen so ist.

    Und zu dem nichts zu verlieren. Wenn ich in einer Depression stecke, habe ich, wenn ich es zulasse durchgängig das Gefühl nichts mehr verlieren zu können. Das ist bei mir das Wesen der Depression. Aus diesem Grund war es für mich auch so wichtig, dass ich hier noch einmal gelernt habe, dass ich meine Sucht strikt von meiner Depression trenne. Denn, wenn ich das nicht trenne dann würde eine gute Wahrscheinlichkeit bestehen, dass ich wieder saufe. Weil ich ja nichts mehr zu verlieren habe.;):(:)

    Alkoholiker sind oft hart zu sich selbst. Also ICH war es. Und da war und ist mir meine Bequemlichkeit sch***egal.

    Wie geschrieben, ich habe Dich hier nicht anders kennengelernt.

    Aber wie dorothea gerade geschrieben hat die meisten Alkoholiker*innen bleiben lieber in der IAS Ecke. Und nicht nur die.;)

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • ich gewinne mit zunehmendem alter immer mehr den eindruck das es in der gesellschaft immer krasser wird die eigenen fehler zu sehen, geschweige denn diese anderen gegenüber einzugestehen. und was mich fast noch mehr verwirrt ist, das menschen auf die, die ihre fehler zugeben und reflektieren ja schon fast aggressiv reagieren

    Genau das habe ich bei meiner Gruppensitzung beim Verkehrspsychologen festgestellt: Das Wetter, meine Frau, mein Mann mein Arbeitgeber, meine Schulden bis hin zu : mein Hund war krank. Alles Begründungen warum man/frau im Suff Auto gefahren ist.

    Ich für mich habe erkannt, der einzige Grund für meine Suff-Fahrt ist die Person die mich im Spiegel anblickt.

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