Rene72 - Mein Weg in die Freiheit – nüchtern leben, ehrlich bleiben

  • Ich lese das so, dass es um den Empfang ging und nicht um den Arzt.


    Ich muss sagen, dass ich das auch wirklich bei vielen Ärzten als absolut unangenehm empfinde beim Empfang. Da steht man teilweise mit zehn Leuten in der Schlange und die Tür zum Wartezimmer ist auch noch offen. Und dann steht da was von 1.5m Diskretionsabstand. Ha ha.

    Und ich war übrigens schon öfter mal beim Arzt und hab da Bekannte getroffen. Und das find ich teils wirklich sehr blöd, wenn die wüssten, weswegen ich da bin.

    Oh ja!!

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Je mehr ich nach Gründen suche, warum ich das Nötige nicht tun kann, desto weiter lauf ich vor meinem eigenen Schutz weg.

    Klar, ich kann meine Energie dafür verwenden, mir selbst Steine in den Weg zu legen, oder ich such mir aus, was machbar ist.

    Analog meiner Signatur.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Je mehr ich nach Gründen suche, warum ich das Nötige nicht tun kann, desto weiter lauf ich vor meinem eigenen Schutz weg.

    Klar, ich kann meine Energie dafür verwenden, mir selbst Steine in den Weg zu legen, oder ich such mir aus, was machbar ist.

    Analog meiner Signatur.

    Nur wer sich ändert, bleibt sich ständig treu. Manchmal sehnen wir uns nach Veränderung. Sich selbst zu verändern, ist dann nochmals eine andere Sache. Es sei denn, wir können uns selbst treu bleiben.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Nur wer sich ändert, bleibt sich ständig treu. Manchmal sehnen wir uns nach Veränderung. Sich selbst zu verändern, ist dann nochmals eine andere Sache. Es sei denn, wir können uns selbst treu bleiben

    Mit der Ergänzung, dass ich die Regularien der Sucht mit einschließen muss, sonst hänge ich schneller wieder an der Flasche, als mir lieb ist.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Mit der Ergänzung, dass ich die Regularien der Sucht mit einschließen muss, sonst hänge ich schneller wieder an der Flasche, als mir lieb ist.

    Nur wer sich ändert, bleibt sich ständig treu. Manchmal sehnen wir uns nach Veränderung . Sich selbst zu verändern, ist dann nochmals eine andere Sache. Es sei denn, wir können uns selbst treu bleiben und sind stark genug unsere eigenen Grenzen nicht zu verraten.

    Einverstanden?

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Hallo Rene 72

    Bitte künftig darauf verzichten, Zitate oder Liedtexte einzufügen, da dies nicht den Regeln entspricht.

    Ein nachträglich verändertes Zitat hat für mich keine Bedeutung, denn meine Trockenheit verdanke ich nicht Kalendersprüchen. Es war weder Sehnsucht noch Treue, und Verrat spielte keine Rolle.

    Es war die Erkenntnis, an einer tödlich verlaufenden Krankheit zu leiden, und die daraus resultierende Notwendigkeit, trocken werden zu müssen. Den Weg passte ich an den Grundbausteine an, da diese von Langzeittrockenen zusammengestellt wurden und auf realen Erfahrungen basieren.

    Es gab einen Grund, warum ich gesoffen hatte, Ganz einfach es war die Sucht, die mich immer wieder zum Glas trieb. Ich war diesem Zwang ausgeliefert und konnte es nicht allein durch Willenskraft schaffen, nüchtern zu bleiben.

    Das Stoppen der Sucht bedeutet nicht das Beenden des Zwangs, Alkohol saufen zu müssen. Es bedeutet vielmehr, diesem Drang entgegenzuwirken und zu versuchen, nicht länger der Kontrolle über sich selbst zu entgleiten.

    Veränderungen waren notwendig, um mich zu schützen, sowohl äußerlich als auch innerlich. Äußerlich bedeutete dies ein offener Umgang mit der Sucht, innerlich die Notwendigkeit alles zu unternehmen, um nicht unnötigen suchtorientierten Reizen ausgesetzt zu sein, in dem Bewusstsein, dass ich meinem Denken zunächst nicht vertrauen kann, da es mich wieder zum Saufen verleiten könnte.

    Denn das Denken, dem ich vertrauen sollte, war genau jenes, das mich in die Sucht getrieben hatte und zugleich das gleiche, das mich nicht aufhören ließ. Daher zunächst die größtmögliche Risikominimierung.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo in die Runde. Ich möchte für mich ein kurzes Fazit der ersten 14 Tage ziehen. Ich fühle mich wirklich sehr wohl in meiner Haut. Ich schlafe wie das berühmte Murmeltier, bin voll Energie und positiv. Es gab anfangs Schwierigkeiten und dennoch hat Licht und Hoffnung Einzug gehalten. Vor 2 Tagen hatte ich eine Krise. Ich wollte bestimmt zu viel für den Anfang. Nie wieder trinken, mein ganzes Leben? Das hatte mich psychisch irgendwie total überfordert. Ich bekam auf einmal Angst vor meiner Zielsetzung, vielleicht suchte ich sogar Ausreden? Ich habe die Strategie gewechselt und sagte mir, schau doch von Tag zu Tag. Das hat mir geholfen. Der lange Weg scheint durch die kleinen Schritte einfacher. Jedenfalls bin ich wieder wesentlich besser auf meinem Weg. Ich wünsche uns allen einen schönen Sonntag voll Kraft und Stärke.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Moin René,


    diese Strategie, von Tag zu Tag zu denken & zu handeln, ist eine altbewährte in Alki-Kreisen.

    Namentlich bei den AA geht man so vor.

    Ansichten zu ändern ist recht einfach, Verhaltensweise zu ändern hingegen alles andere als das.

    Wenn man viel in seinem Leben verändern möchte, fängt man am besten mit einer Veränderung an,

    & zwar mit der, die einem als am einfachsten umzusetzen erscheint. Erst wenn das dann "sitzt" sollte man sich die nächste vornehmen.

    In Sachen Alkoholabstinenz ist das aber nicht anwendbar.

    Abstinenz konsequent umzusetzen ist für einen Alkoholiker nämlich kein leicht umzusetzender Schritt.

    Zudem zieht er fast immer einen ganzen Rattenschwanz von Veränderungen nach sich, die auch häufig keinen Aufschub dulden.

    Bei einem solch großen Veränderungsbedarf ist die Verkleinerung des Zeitfensters, in der man sich bewegt, die richtige Strategie, den Überblick zu behalten.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Hi,

    Ich habe vor allem priorisiert.

    Prio 1: Nüchtern bleiben. Denn sonst wird der ganze Rest irgendwann auch unwichtig.

    Beim Rest, was muss heute, was kann bis morgen warten, und was kann ich auch noch in 6 Wochen erledigen?

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Nie wieder trinken, mein ganzes Leben? Das hatte mich psychisch irgendwie total überfordert. Ich bekam auf einmal Angst vor meiner Zielsetzung, vielleicht suchte ich sogar Ausreden? Ich habe die Strategie gewechselt und sagte mir, schau doch von Tag zu Tag. Das hat mir geholfen. Der lange Weg scheint durch die kleinen Schritte einfacher. Jedenfalls bin ich wieder wesentlich besser auf meinem Weg

    Das kenne ich auch genauso. Dieses „Nie wieder“ war plötzlich so riesig. Ich bin dann auch kleinere Schritte gegangen, nur Heute, Tag für Tag. Und manchmal war es nötig noch kleinere Schritte zu gehen. Dann sagte ich mir, dass ich in den nächsten 20 Minuten das erste Glas stehen lasse. Und es war auch ab und zu nötig, mich zurück zu erinnern. Was passierte nach dem ersten Glas? Das zweite, das dritte…und dann? Benommenheit, Matschkopf, lallen, stinkende Fahne, mich schämen, torkeln usw.

    Das „Zurück Erinnern“ hat mich immer davon abgehalten das erste Glas zu trinken. Bis heute.

    Hast du eigentlich schon einen schönen neuen Zeitvertreib für die Saufzeit gefunden? Vielleicht was in Richtung Sport, wandern oder Rad fahren? Oder hast ein neues Hobby entdeckt, oder für ein altes Hobby ist plötzlich wieder Zeit da? Was tust du in der Zeit, in der du früher gesoffen hast?

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Das kenne ich auch genauso. Dieses „Nie wieder“ war plötzlich so riesig. Ich bin dann auch kleinere Schritte gegangen, nur Heute, Tag für Tag. Und manchmal war es nötig noch kleinere Schritte zu gehen. Dann sagte ich mir, dass ich in den nächsten 20 Minuten das erste Glas stehen lasse. Und es war auch ab und zu nötig, mich zurück zu erinnern. Was passierte nach dem ersten Glas? Das zweite, das dritte…und dann? Benommenheit, Matschkopf, lallen, stinkende Fahne, mich schämen, torkeln usw.

    Das „Zurück Erinnern“ hat mich immer davon abgehalten das erste Glas zu trinken. Bis heute.

    Hast du eigentlich schon einen schönen neuen Zeitvertreib für die Saufzeit gefunden? Vielleicht was in Richtung Sport, wandern oder Rad fahren? Oder hast ein neues Hobby entdeckt, oder für ein altes Hobby ist plötzlich wieder Zeit da? Was tust du in der Zeit, in der du früher gesoffen hast?

    Bis vor 2 Wochen bin ich nach Feierabend so gegen 23 Uhr zu einem befreundeten Berufskollegen an die Theke und habe dort meist alleine den Feierabend mit Bier "eingeläutet". Um sein Pub mache ich neuerdings einen Bogen und fahre einfach nach Hause, schau mal wieder TV und koche mir noch was, mache täglich die Ablage für die Buchhaltung, statt einmal wöchentlich. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir über meine freien Tage noch gar keine richtigen Gedanken gemacht. Das wird sich alles neu ordnen. Ich gehe gern wandern. Das werde ich, wenn es die Zeit erlaubt wieder öfter tun.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Ich hätte nie gedacht, dass genau im Zeitfenster Probleme auftauchen können. Nur gut, dass hier im Forum so viele hilfreich Berichte zu lesen sind.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Zu dem Lebenslang mal was.

    Es ist schon gut, sich das zum Ziel zu setzen. Der Ansatz ist einfach ein anderer, als zu sagen, jetzt mache ich Trinkpause und schiebe den Druck praktisch nur auf.
    Planbar ist es aber nur begrenzt,

    Ich wusste zum Beispiel eine Woche vor dem Aufhören noch nicht mal, dass ich aufhören will. Könnte ja auch umgekehrt gehen.
    Oder morgen früh werde schuldlos in einen Autounfall verwickelt, der mein ganzes Leben umwirft.

    Beim Alkohol ist die Vorstellung vor allem Anfags schwierig.
    Aber erstens weisst Du heute sowieso nicht, wie sich das in einigen Jahren anfühlt,
    Und zweitens verliert die Vorstellung der lebenslangen Abstinenz absolut ihren Schrecken, wenn es kein Kampf mehr ist,
    Du zufrieden abstinent bist und Du fast nur noch merkst, wie viel besser es Dir dann geht.

    Und bis da hin gehst Du einfacher Tag für Tag bzw. in überschaubaren Häppchen.

    LG Lk

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
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  • Eins habe ich bereits gemerkt. Mir geht es auf jeden Fall besser. Die Falten um die Augen sind gefühlt nicht mehr so tief. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein 🫣

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Ich möchte mal etwas positives von gestern berichten. Montags hat mein Sohn Fußballtraining. Ich habe da immer auf ihn 2 Stunden gewartet. Natürlich fanden sich immer paar Leute zusammen und es gab meist 2 Flaschen Bier. Ich wäre zwar gestern sowieso nicht geblieben, wegen des Risikos. Ein sehr guter Freund von mir, er trainiert im Verein ein anderes Team und weiß über meinen Entzug seit Samstag Bescheid, sagte ganz spontan: Zunächst meinen Respekt für Dein Vorhaben, und dass Du Samstag so standhaft geblieben bist. Ich kann Deinen Sohn heute mitbringen, damit Du nicht in Versuchung geraten kannst. Ich fand dies total nett und es gibt sie noch, Leute die einfach akzeptieren, mitdenken und ohne Sprüche helfen. Das gab mir wahnsinnig Schwung und Kraft. Eine Erkenntnis stellt sich ein: Ich muss unbedingt offen mit meiner Alkoholkrankheit umgehen und mit meinen Freunden darüber reden. Nur so haben alle Seiten eine Chance entsprechend zu reagieren und ich kann für mich feststellen, wer diesen Weg mit mir gehen will und meine Entscheidung vorbehaltlos unterstützt. Ich finde so allmählich den Mut damit offensiv umzugehen. Wer soll wissen, dass er gerade einen Fehler macht mir ein Bier anzubieten, wenn er über meinen Entzug nichts weiß. Ich finde es sehr schade, wenn ich hier im Forum lese, dass viele Freundschaften wegen des Entzuges kaputt gegangen sind. Ich schäme mich mittlerweile nicht mehr ein Trinker gewesen zu sein, nein ich bin ein Stück weit stolz den Weg der Abstinenz zu gehen, im Bewusstsein dass dies nicht einfach wird.

    Ich wünsche allen hier einen sonnigen Tag.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • dass viele Freundschaften wegen des Entzuges kaputt gegangen sind

    Hier möchte ich noch mal einhaken.

    Vielleicht habe ich zehn Leute verloren. Aber dadurch durfte ich auch feststellen, dass es keine Freunde waren.


    Denn Freundschaften gehen nicht kaputt, weil jemand keinen Alkohol mehr trinkt.
    Es wurden eben, von allen, Prioritäten gesetzt. Und bei Ihnen kam eben zuerst mal der Alkohol. Ich bin sehr froh, dass ich jetzt weiß, woran ich bin.

    Übrigens habe ich auch kein Verlustgefühl. Denn sie waren ja auch für mich nur Beiwerk zum Trinken.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Das meine ich ja genau so. Ich bin nun gerade in der Phase dies für mich herauszufinden.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

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