Hallo ihr Lieben,
ich bin die Neue. đ Ein neues Mitglied von vielen. Das Forum wird nach meinem Durchstöbern ja doch recht rege besucht. Ich bin also nicht alleine. đđ»
Zu mir und dem Grund, warum ich hier auftauche. Wo fĂ€ngt man an? Ich bin gerade an einem Punkt der Selbsterkenntnis angekommen. Ich habe auf ziemlich ĂŒble Weise spĂŒren mĂŒssen, das mein Alkoholkonsum mich auf Dauer ins Grab bringen wird und vorher mein komplettes Leben (das was noch ĂŒbrig ist) zerstören wird. Ich stand an einem Punkt, an dem ich so verzweifelt war, das ich suizudal wurde. Denn fĂŒr mich ging es weder vor noch zurĂŒck.
Wann hatte ich den ersten Kontakt mit Alkohol? Ăber die Frage hab ich viel nachgedacht. Als Kind. Alkohol zu trinken war in meiner Familie normal. Und so hab ich schnell festgestellt, das man Alkohol trinkt, wenn man erwachsen ist. Das erste Mal getrunken habe ich auch als Kind. Zu Silvester- ein kleines GlĂ€schen Sekt fĂŒr die Kinder. HĂ€tten meine Eltern gewusst, was spĂ€ter mit mir passiert, hĂ€tten sie das nicht getan)
Das erste Mal selbst Alkohol gekauft und mit Freundinnen getrunken habe ich mit 12 Jahren. (FĂŒr mich heute unvorstellbar, wie klein ich noch war)
Ich wĂŒrde behaupten, das ich ein relativ selbstreflektierter Mensch bin. Und so fiel mir schon mit 17 Jahren auf, das mein Alkoholkonsum irgendwie ânicht normalâ ist. Ich habe auch in jungen Jahren bemerkt, das ich ihn nutze, um GefĂŒhle wie Ăngste, Sorgen, Wut und alles was es noch so gibt zu âertrĂ€nkenâ und mich nicht weiter damit auseinander setzen zu mĂŒssen.
Dann kam die starke Sturm- und Drangzeit. Ich habe in einer GroĂstadt gelebt und habe so ziemlich alles mitgenommen. Manche Dinge sind so unglaublich peinlich, demĂŒtigendâŠ. Das ich heute auch 20 Jahre spĂ€ter nicht darĂŒber nachdenken kann. Also habe ich eigentlich mein ganzes Leben lang getrunken. FrĂŒher nur am Woe, irgendwann auch in der Woche- und jetzt ganz am Ende jeden Tag. 1-2 Flaschen Wein. Meistens zwei. Ich kann ja nichts stehen lassen.
Vor ca 15 Jahren habe ich das erste Mal mit einem Arzt ĂŒber meine Alkoholprobleme gesprochen. Er gab mir ein Medikament, welches Ăbelkeit nach dem Konsum von Alkohol auslösen sollte. Geholfen hat es null.
Ich hab mich immer damit zufrieden gegeben, das ich schon irgendwie kontrolliert trinken kann. Hat natĂŒrlich NICHT funktioniert. Bis vor kurzem hab ich immer noch daran festgehalten, bis der persönliche Supergau kam und ich das erste Mal in meinem Leben vor der Weggabelung stand. Auf der einen Seite war der Wegweiser fĂŒr die Hölle, auf der anderen fĂŒr das Leben.
Ich habe mich fĂŒr das Leben entschieden und nun seit ĂŒber 1 Monat nichts mehr angerĂŒhrt. Das erste Mal in meinem Leben habe ich begriffen, dass ich NIE mehr trinken darf. Es sei denn, ich möchte doch zur Hölle fahren.
Ich habe den konsequenten Weg fĂŒr mich genutzt. Ich habe Familie/ Freunde eingeweiht (Die das Problem auch schon gesehen haben) hab mir mehrere Anlaufstellen gesucht und bin mir klar, das ânicht trinkenâ nicht reicht.
Bei mir gibt es seit Kindheitstagen sehr viele Baustellen. Der Alkohol ist fĂŒr mich ein Symptom der VerdrĂ€ngung. Nun muss ich hingucken.
Ich gehöre glĂŒcklicherweise zu den Menschen, die sich ab dem Tag des nicht trinkens super gut fĂŒhlen. Ich bemerke sehr schnell, wie gut ich mich in meinem Körper fĂŒhlen kann und wieviel Energie ich doch eigentlich habe. Hinzu kommt, dass ich kein schlechtes Gewissen mehr haben muss, keine Heimlichtuereien mehr, kein Kater mehr, keine Panikattacken mehr usw usw. Ich fĂŒhle mich momentan einfach nur befreit.
Aber- ich weiĂ natĂŒrlich- wie sehr ich aufpassen muss. Deshalb bin ich hier. FĂŒr einen Austausch.
Ich habe mich vor Ort fĂŒr eine Gruppentherapie angemeldet. Aber bis ich dort âeinziehenâ darf, wird es noch etwas dauern.
Soviel erst mal zu mir.
Liebe GrĂŒĂe und ein đđ»
Yoyo