E69 - Leberzirrhose C3, Ängste, Depression

  • Hallo zusammen. Ich bin trockener Alkoholiker. Habe schon 3-mal den Entzug gemacht. Auch mit Langzeittherapie und Nachsorge. Bin dann aber nach mehr als 10-Jahren rückfällig geworden. War mir zu sicher. Nun bin ich seit mehr als 2-Jahren wieder trocken. Leider mit Leberzirrose C3. Bin hier, um mit irgendjemandem über meine Ängste und Depressionen sprechen zu können. Da meine Sucht bekannt ist, werde ich auch immer wieder, natürlich verdeckt, gemoppt. Wie geht ihr damit um? Ich glaube nicht, dass ich da ein Einzelfall bin.

  • Hallo E69,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Weißt Du, was die Gründe oder der Auslöser immer wieder ist, als Du rückfällig geworden bist? Ein Alkoholiker kann nicht mehr kontrolliert trinken.

    Meinen Glückwunsch zu erneuten 2 Jahren Abstinenz. Ich gehe davon aus, dass Du eine lebenslange Abstinenz auch aufgrund Deiner Erkrankung möchtest.

    Ich werde nicht gemobbt, bei mir ist jedoch auch nicht jeder über meine Alkoholsucht informiert. Nur der engste Familien- und Freundeskreis. Wie äußert es sich, dass Du gemobbt wirst, magst Du das mal schildern?

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern im Forum klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Du brauchst nur ganz kurz etwas zu schreiben und wir schalten Dich frei für den offenen Bereich.

    Danach werden wir Dein Thema in den offenen Bereich zu den "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo E69,

    du bist jetzt freigeschaltet und kannst dich überall austauschen. Nur bitte die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern mit den roten Nicknamen.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo E69,

    herzlich willkommen auch von mir.

    Deine Vorstellung hier in deinem Thread konnte im Forum gelesen werden.
    Den Text aus deiner Bewerbung kann nur von den Mods gelesen werden.

    Wenn du den Inhalt deiner Bewerbung hier im Forum teilen möchtest, dann melde dich hier kurz dazu und wir können deinen Bewerbungstext hinzufügen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo zusammen. Ich leide unter Ängsten welche ich aufgrund meiner Erkrankung (Leberzirrose Endstadium und KHK) habe. Dazu kommt noch das Mobbing bei der Arbeit: "Der trinkt schon wieder!" Deswegen habe ich auch Angst vor Krankschreibungen. Wie geht Ihr mit sowas um?

  • Hallo E69,

    Deinen neuen Beitrag habe ich dem bereits vorhandenen hinzugefügt.

    Bitte eröffne für Dich persönlich keine weiteren Themen, sondern schreibe einfach hier unten weiter.

    Hast Du mit Deinem Arzt schon über die Ängste gesprochen und vielleicht würde Dir eine Psychotherapie helfen?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich habe mal mit einem Neurologen/Psychiater darüber gesprochen. Als Antwort bekam ich leider nur die Auskunft, dass diese Ängste völlig normal sind. Damit war dann Punkt und Aus. Die tollen Tabletten, welche mir von ihr als Einschlafhilfe verschrieben wurden, knallten dann auf meine Leber. Also wieder absetzen, und weitere Besuche dort unterlassen.

  • Linde66 13. September 2025 um 20:25

    Hat den Titel des Themas von „E69“ zu „E69 - Leberzirrhose C3, Ängste, Depression“ geändert.
  • Hallo E69,

    ich drücke dir ganz fest die Daumen, daß du vor Ort Hilfe dafür findest.

    Und damit du mit deinen Fragen hier im Forum besser gesehen wirst, habe ich die Überschrift ergänzt.

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich habe mal mit einem Neurologen/Psychiater darüber gesprochen.

    Und ich habe einen Psychologen gemeint. Da ist ein Unterschied.

    Eine Psychotherapie ist Austausch. D.h. ich hatte pro Sitzung 50 Minuten Zeit mit der Psychologin zu sprechen und das dann auch 10 x in Folge. Das hat mir sehr geholfen.

    Eine Psychotherapie kann Dir Dein Hausarzt verschreiben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Guten Morgen E69 und herzlich willkommen,

    Ich musste zuerstmal nachschauen wegen deiner Krankheit und jetzt weiß ich gar nicht was ich schreiben soll ohne das es nur nach Floskeln klingt. Ich wünsche dir das du hier den Kopf ein bisschen frei machen kannst und wir dich unterstützen können bis dir geholfen werden kann. Vielleicht möchtest du ja deine Geschichte erzählen, mich würde sie auf jedenfall interessieren.

    LG R/no

  • Hallo R/no

    Meine Geschichte? Seit meiner Jugend Alkoholiker mit hin und wieder Trockenphasen. Wenn Alkohol, dann mindestens 35%ig, alles Andere war doch nur Zankerei. Ich hatte dann auch keine Ruhe bis die Flasche leer war (eine habe Flasche war schon ein Erfolg). Die Umstände entsprechend: Vater und Bruder sowie Schwägerin Alkoholiker, alle daran verstorben. Aber - Ich will es nicht auf die Umstände schieben (Familie, Druck, Trauer, usw.), ein jeder ist für sich selbst verantwortlich. Habe trotzdem etwas aus mir gemacht, Lehre, Meister, Studium. Ein Therapeut meinte mal: "Was hätte aus Ihnen werden können?!" Leider war die Sucht aber immer zu stark. Ich träumte mir dann meine Welt zurecht. Ehrlich, es ist sehr schwer für mich mit der realen Welt klar zu kommen. Dreimal Entzug (Entgiftung) und eine Langzeittherapie 4-Monate. Führerschein weg, aber dann MPU bestanden. Und meine Krankheit? Nun ja, ich selbst habe meinen Körper zerstört. Niemand sieht das, aber ich bin Schwerbehindert mit GdB 90 unbefristet. Innendrinn so ziemlich alles kaputt. Habe aber noch Glück gehabt, Gehirn ist nicht betroffen, jedenfalls noch nicht. Ach ja, Zwei Beziehungen kaputt, wegen Alkohol. Bin jetzt aber wieder verheiratet. So, das ist mein Alkoholikerleben in Kurzform.

    VG E69

  • Ich wusste einfach nicht wie ich mit dir ins Gespräch kommen soll, so genau wollte ich das gar nicht wissen aber trotzdem danke. Wie geht das jetzt weiter mit deiner Diagnose auch wegen der Arbeit und dem Mobbing, stell ich mir echt unangenehm vor. Erzähle es deinem Arzt der kann dich Krankschreiben und führe ein Mobbingtagebuch, falls du das noch nicht machst. Wie alt bist du denn wenn ich fragen darf.

    Gruß R/no

  • Hallo E69 und schön, dass du in unsere SHG gefunden hast!

    Leberzirrose Endstadium und KHK

    Das sind harte Diagnosen.

    Stehst du damit noch auf einer Warteliste für eine Transplantation oder wurde das durch KHK ausgeschlossen? Ich kenne mich damit überhaupt nicht aus. Du brauchst auch nicht darauf zu antworten, wenn dir hier was zu persönlich ist…

    Mobbing bei der Arbeit: "Der trinkt schon wieder!"

    Sind das immer wieder die gleichen Personen? Kannst du vielleicht in einem anderen Bereich arbeiten? Kannst du darüber mit Chef, Betriebsrat oder so reden?

    Ganz ehrlich, ich kenne natürlich nicht die Umstände im Einzelnen, aber dieses Mobbing würde ich mir unter keinen Umständen (vor allem in deiner Situation und mit deiner Diagnose und deinem GdB) nicht antun..

    Da kannst du auch klar kommunizieren, dass du deswegen krankgeschrieben bist, vielleicht regt das ja bei dem ein oder anderen zum um- oder nachdenken an…

    Als Antwort bekam ich leider nur die Auskunft, dass diese Ängste völlig normal sind. Damit war dann Punkt und Aus.

    Die Ängste sind sicher normal und die hätte wahrscheinlich jeder in deiner Situation. Aber geht es nicht vielmehr darum, dir Strategien aufzuzeigen, wie du mit diesen Ängsten umgehst, wie du ihnen begegnest?

    Ein Therapeut meinte mal: "Was hätte aus Ihnen werden können?!"

    Solche Aussagen finde ich befremdlich. Ist man nur dann etwas, wenn man im Beruf Erfolg hat oder nach außen hin glänzt?

    Die Frage ist doch, wer das überhaupt beurteilt oder warum es überhaupt beurteilt werden soll. Am Ende kannst das nur du selbst. Ich weiß zwar so gut wie nichts von dir, aber eins ist sicher: Du hast den Absprung aus der Sucht geschafft. Und das ist eine ganze Menge wert.

    Lass dir bitte von niemandem einreden, dass du nicht genug oder zu wenig bist.

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Ich versuche einmal eure Fragen zu beantworten.

    Ich bin jetzt 62-Jahre alt, Jahrgang 1963

    Zunächst einmal, ich bin, da nachweislich trocken noch auf einer Liste in Warteposition da mein Score so am Anfang ist des dritten Stadiums ist. Bauchwasser hatte ich, Varizen in der Speiseröhre sind auch vorhanden, Nervenschäden sowieso, die Leber hat selbstständig Bypässe geschaffen. Dummerweise kann sie aber dadurch nicht mehr entgiften, da der Blutfluss durch die Leber stark eingeschränkt ist. Gottseidank aber noch keine Ammoniakvergiftung im Hirn feststellbar. Daher ja auch die Überwachung durch die Klinik.

    Es sind natürlich immer wieder die gleichen Personen, dummerweise gehört aber auch mein Chef und der Betriebsrat dazu. Von daher, Betriebsräte? Pah... Betriebliches Widereingliederungsmanagement, klar Papier ist zur Doku wichtig. Haben wir gemacht, Punkt und Aus!

    Thema Strategien, ich bin sehr stabil in meiner Trockenheit, auch weil mein Körper die rote Laterne geschwenkt hat. Suchtdruck habe ich nicht. Es ist nur wie schon gesagt, schwierig in dieser Welt zurecht zu kommen. Da war der Rausch schon ein probates Mittel zum träumen.

    Ich weis auch, was ich alles erreicht habe. Sowohl beruflich, wie aber auch das Leben mit der Sucht. Denn die Sucht zu überwinden, oder ihr zu trotzen ist etwas, was die meisten Menschen in ihrem Leben nie erfahren, oder erreichen werden!

  • Was ich noch sagen möchte: Menschen die immer wieder mit dem "Totschlagargument" -trinkt schon wieder kommen, halten sich selbst für absolut Woke, Weltoffen, und grenzenlos Tolerant. Die "Gutmenschen" halt! Sie haben überhaupt keine Vorstellung davon wie weh das tut! Auf diese so hinterhältige Weise kann man Menschen auch vernichten.

  • Menschen die immer wieder mit dem "Totschlagargument" -trinkt schon wieder kommen, halten sich selbst für absolut Woke, Weltoffen, und grenzenlos Tolerant. Die "Gutmenschen" halt!

    Ich kann deinen Frust verstehen, aber diese Pauschalisierungen bringen dich jetzt auch nicht weiter.

    Kannst du mit deinem GdB nicht auch eher in Rente ohne Abschläge. Dieses Mobbing auf Dauer (und dann noch vom Betriebsrat und Chef) macht dich doch mürbe..

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Ohne Abschläge kann ich in 2 1/2-Jahren. Normal bis 66 1/2, und mit der Schwerbehinderung halt 2-Jahre früher. Habe dann 47-Jahre gearbeitet. Erhalte dann ein im Verhältnis gute Rente (viele Rentenpunkte), aber dann noch Kranken und Pflegeversicherung und Einkommenssteuer. Macht dann keine 50% vom jetzigen Nettogehalt. Urlaubs- und Weihnachtsgeld ist dann ja auch noch futsch. Unsere Politiker sollten sich was schämen!

    Ich versuche aus diesem Mobbing für mich meine Stärke zu generieren. Aber, es tut halt weh. Geht aber auch irgendwann vorbei. Ich weiß, was ich von diesen Menschen zu halten habe.

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