josy - Mein Freund trinkt seit der Schwangerschaft

  • Ich kann dir nur wie folgt Mut zusprechen: du liest dich klar und stark. Du hast die Kraft für dich und dein Baby zu sorgen. Das ist die Hauptsache

    Und genau darauf vertraue ich auf mich selbst. Ich hab mir die letzten Wochen und Tage einen Plan gemacht. Für mich persönlich ist das wertvoll und ich werde auch nicht mehr zögern. Ich glaube ich hab es mir lang genug versucht schön zu reden.

  • Panama ja genau am Freitag war der letzte. Aber wie gesagt so viel Energie und Eigeninitiative gab es seit Monaten nicht. Normalerweise stürzt er ab, liegt dann einen Tag rum und am nächsten Tag folgt dann der nächste Absturz. Dazwischen gibt es nichts.

    Zu meinen Eltern ist er von sich aus gegangen und hat ihnen klar gesagt das sein Konsum ein Ende haben muss. Mit seinen Eltern hat er kein gutes Verhältnis, aber meinen Vertraut er. Jedenfalls hat er dann sowas gesagt wie er brauche Hilfe und ob sie ihn auch bei dem Weg unterstützen werden. Daraufhin hat er eben auch ohne äußeren Einfluss seine Therapeutin angerufen und sie um Hilfe gebeten. Es ist ziemlich verworren irgendwie. Ich will mir keine Hoffnung machen, aber seit er wieder trinkt hat er diese Anstalten nicht einmal gemacht. Geschweige denn war er so ehrlich mit seinem Umfeld und hat die offen nach Unterstützung gefragt.

  • Ich habe ihm natürlich nichts davon erzählt dass ich drauf und dran bin auszuziehen.

    Das ist gut.

    Und sage ihm auch auf gar keinen Fall, daß du dich in einer online-SHG angemeldet hast.

    Liebe Grüße, LInde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo josy ,

    solche Energieschübe und erstaunlch entschlossenen Anläufe kenne ich leider zur Genüge. Er wird gemerkt haben, dass es Dir jetzt allmählich reicht und vielleicht fürchtet er, dass Du ihn verlässt. Das Ganze wirkt auf mich ein wenig melodramatisch, die Eltern einzubinden etc. In der Tat, es wäre gut, wenn sein Konsum ein Ende hätte, da Ihr Eltern werdet - aber er allein ist dafür verantwortlich. Deine Eltern hindern ihn ja sicher nicht dran, den Konsum zu stoppen, warum also teilt er ihnen das auf diese Weise mit? Ich sehe darin den Appell an Dich.

    Warte mal ab, was er tatsächlich tut. Nur das alleine zählt. Falls er es ernst meint, wären Kontakt zur Suchtberatung, Entgiftung, ggfs Reha die nächsten Schritte. In "trockenen Tüchern" ist danach aber auch noch längst nix. Schau Du am besten für Dich selbst, wie Du Deine eigenen Pläne und Wünsche umsetzen kannst und verlass Dich nicht zu sehr auf ihn.

    Liebe Grüße!

  • Hallo josy,

    Ich kann dir zu dem Thema jetzt nicht wirklich was raten. Wenn du ihm noch eine Chance geben willst und du dich dabei gut fühlst, ist es doch erstmal in Ordnung. Bleib wachsam und schau wie sich die Dinge entwickeln. Den Plan B würde ich persönlich aber immer griffbereit haben wollen.
    Wozu ich dir aber dringend raten möchte: Bitte einigt euch nicht auf das gemeinsame Sorgerecht. Vielleicht ist er jetzt so euphorisch und voller Tatendrang, dass er die gemeinsame Sorgeerklärung unterschreiben möchte. Bitte mach es nicht! Damit hast du nur Stress und Ärger, sollte es wieder schlimm werden.
    Ich hätte mir ohne gemeinsames Sorgerecht seeeehr viel Ärger und Kummer ersparen können.

    Ich wünsche dir alles Gute, vor allem für die Geburt!
    Liebe Grüße

  • Welche Form von Unterstützung stellt er sich denn vor?

    Die einzige Unterstützung, die ich (Alkoholikerin)für mich eingefordert habe, war und ist, dass es bei mir in der Wohnung keinen Alk oder Pseudo-Alk mehr gibt.

    Alles andere wollte und musste ich selbst für mich gebacken bekommen, unabhängig davon, wie mein Umfeld darauf reagiert. "Unterstützen" darf nicht heißen "nicht verlassen"!

    Keiner kann wissen, was in seinem Kopf vorgeht: ist er wirklich zur Einsicht gekommen und will künftig ernsthaft ohne Suchtmittel leben - oder hat er nur Angst, Dich zu verlieren?

    Wenn er es ernst meint, verfolgt er das Abstinenzziel auch, wenn Du ausziehst. Vielleicht ist es dann sogar erst mal einfacher für ihn, weil er dann nur für sich selbst und seine Abstinenz Verantwortung übernehmen muss, (noch)nicht für sein Kind.

    Hochschwanger wie Du bist, hast Du allerdings keinen Spielraum, die weitere Entwicklung in der gemeinsamen Wohnung abzuwarten, meine ich, denn da kämest Du mit Deinem Kind nicht zur Ruhe, und das Kind ist im Gegensatz zu ihm wirklich auf Dich angewiesen.

    Alles Gute!

  • Liebe Josy,

    Ich gönne es euch vom ganzen Herzen, dass dein Partner den Kurs ins positive wechselt.
    Meine persönliche Erfahrung ist geprägt von mehreren solchen Situationen, in welchen ich meinen Mann als einsichtig und motiviert für Veränderung erlebt habe. Auch jetzt, er trinkt seit einiger Zeit nicht. Mir ist jedoch, für mich und mein Kind, zu riskant (mir fällt gerade kein passendes Wort ein) erneut Hoffnung zu schöpfen und später wieder die Scherben sammeln zu dürfen.

    Liebe Grüße Ino

  • Was er sich für Unterstützung erhofft weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Ich glaube das war eher ein Eingeständnis an sich selbst, da bisher immer die Rede davon er hätte ja gar kein Problem mit Alkohol. Ich kann mir auch nicht vorstellen das er wirklich davon ausgeht das ich ihn verlassen könnte, da ich sowas nie offen ihm gegenüber geäußert habe.

    Das Sorgerecht werde ich auch nicht teilen unter den Umständen schon 2x nicht und wenn er sich auf den Kopf stellt.

  • Mir ist jedoch, für mich und mein Kind, zu riskant (mir fällt gerade kein passendes Wort ein) erneut Hoffnung zu schöpfen und später wieder die Scherben sammeln zu dürfen.

    Das beschreibt ziemlich gut wie ich mich fühle und wovor ich Angst habe. Deswegen will ich da gar nichts rein interpretieren in sein Verhalten, aber dieser kleine Funken Hoffnung im Hinterkopf lodert noch ein bisschen.

  • Hallo Josy,

    natürlich ist die Hoffnung da, dass es klappt und er tatsächlich aufhört. Mein Mann ist auch erst in die Klinik gegangen, nachdem ich ihn aufgegeben und die Trennung verkündet habe. Ich für mich musste ihm dann noch diese „Chance“ geben, weil er vorher nie so einsichtig war oder in eine Klinik gegangen ist. Aber ich war vorsichtig. Ich habe nicht alles auf 0,00 zurückgesetzt, sondern eine Stopp-Taste gedrückt und erst einmal beobachtet.

    Nun bist du aber nicht ich und du bist in einer ganz anderen Situation.

    Das Fass ist bei mir übergelaufen, als er rückfällig wurde und handgreiflich und verbal ausfallend gegenüber meiner Trochter geworden ist. Handgreiflich gegenüber den Kindern ist er übrigens in den 18 Jahren davor nicht einmal geworden. Möchtest du auch dieses Risiko eingehen?

    Und du wirst in kurzer Zeit entbinden. Was ist, wenn er dann oder kurz danach rückfällig wird? Dann ist deine Situation mit dem Zwerg gleich noch viel schlechter, als jetzt.

    Manche Wege müssen erst gegangen werden, bevor man das Ziel sieht. Wenn es sich richtig für dich anfühlt, dann gib ihm diese Chance. Wenn nicht, dann such dir eine andere Bleibe. Er kann auch aufhören, wenn du nicht dort wohnst. Und ein Entzug und Entwöhnung ohne schreienden Baby ist bestimmt viel angenehmer. Dann kann er dir zeigen, wie ernst er es meint.

  • Sprich unbedingt mit deinen Eltern. Er hat sie ja bereits ins Boot geholt. Falls er wieder rückfällig wird, muss alles vorbereitet sein. Kannst du zur Not mit dem Baby zu ihnen? Hast du einen Plan B wer dich zur Geburt begleitet, falls er besoffen ist?

    Vielleicht muss es im Zweifel schnell gehen. Weitere Chance hin oder her- sichere euch zusätzlich ab (dich und das Baby).

  • Liebe Rennschnecke,

    dem Baby und mir geht es relativ gut. Mein Freund hat es zwar bisher geschafft sein Wort zu halten ich bin und bleibe trotzdem auf der Hut. Ich versuche Dinge zu tun die mir gut tun. Ich lese wieder mehr, treffe mich viel mit meinen Freundinnen. Aufgrund der Schwangerschaft bin ich ja relativ eingeschränkt in meinen Aktivitäten, aber ich versuche das beste daraus zu machen.

    Seit ich ihn nicht mehr Decke und keine Verantwortung mehr für ihn übernehme kommt mir so viel Verständnis entgegen, das ist wirklich überwältigend und nimmt mir viel meiner Sorgen und Ängste.

    Getrennt/ausgezogen bin ich nicht da die letzten Tage dieses Hoffnungsfünkchen wieder angezündet haben.

  • Hallo ihr lieben Leute,

    mittlerweile hab ich ein gesundes Mädchen geboren🍀 Mein Freund scheint weiter Einsicht zu zeigen, hat sich weiter von seinem ungesunden Umfeld distanziert und geht wieder regelmäßig seinen Hobbys nach. Bei der Geburt war er der perfekte Partner für mich. Langsam erkenne ich ihn wieder. Er macht sich wunderbar in den ersten paar Tagen als Papa und kümmert sich mit ganz viel Liebe um uns. Leider lief für mich die Geburt nicht Komplikationslos weshalb eigentlich alles grade an ihm hängen bleibt und ich kann ihm kaum was abnehmen. Ich habe Sorge dass ihm die Situation über den Kopf wachsen könnte. Ich frage mich ob ich Hoffnung haben darf? Kann er wirklich wieder derjenige sein in den ich mich verliebt habe oder mach ich mir nur was vor?

  • Herzlichen Glückwunsch zu Deiner kleinen Tochter, Josy, was für schöne Nachrichten! 👶💐🍀

    Zu Deiner Frage: Also ich könnte sie nicht beantworten, so aus der Ferne, dafür ist es vielleicht auch ein bisschen früh. Alles Gute!

  • Meinen herzlichen Glückwunsch zur Geburt Deiner gesunden Tochter, Josy! 💕

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

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