Seppel1986 - Ich bin Alkoholiker

  • Genau das gleiche, fast exakt das gleiche hab ich auch schon geschrieben 😉

    Ich habe mal angefangen mich bei dir einzulesen, gefühlt die letzten 2 Stunden. Ich dachte immer meine Geschichte wäre so einmalig und da sieht man wie oft das vorkommt. Die guten Ratschläge von den Mitforisten die dir versucht haben zu helfen, gibst du jetzt an die neuen, wie mich weiter.

    Ich hoffe bei dir entwickelt sich alles zum positiven und dass du mit deinen Jungs eine gute Zeit hast.

    Wer weiß, vielleicht kann ich auch irgendwann mal den neuen gute Ratschläge mit auf den Weg geben.

  • Vielleicht habe ich die letzten Tage zu viel gelesen, nicht nur hier. In den Ergebnissen immer wieder Berichte zum Dry January, wie gesund und wichtig, wie auch immer. Ich erwische mich immer wieder wie ich anfange mit mir zu verhandeln, komm halt den Januar durch und dann belohnst du dich.

    Beschäftige ich momentan einfach zu viel mit dem Thema? Ist es gut wenn das den ganzen Tag so präsent ist?

    Morgen will ich endlich mal wieder zum Sport, vielleicht brauche ich mehr Abkenkung.

  • Nicht falsch verstehen, ich will weiterhin abstinent leben, ich schreibe nur was in meinem Kopf passiert, momentan null Verlangen nach Alkohol aber immer wieder erwisch ich mich, vor allem wenn ich in die Zukunft schaue. Planen auch grade unseren Urlaub, die letzten Jahre war es normal das ich da noch etwas mehr getrunken habe.

  • Servus Seppel,

    erst mal auch von mir ein Willkommen, du scheinst dich gerade ordentlich zu quälen.

    Meine ehrliche Frage ist . Was hält dich im Moment eigentlich davon ab, wieder zu saufen?

    Dass sich die Sucht nach jahrelangem Saufen in jeder Situation sofort wieder anbietet, ist normal. Die kennt nur eine Antwort auf alles, was auf dich einprasselt. Und die heißt saufen. Ein anderes Muster kennt sie nicht. Genau deshalb fühlt sich das alles so zäh und widersprüchlich an.

    Die Umstände um dich herum heißen aber nun Leben. Und das ändert sich nicht, nur weil du aufgehört hast zu trinken. Die Sucht interessiert das auch nicht. Am Ende liegt es bei dir. Keiner sagt, dass das einfach ist.

    Aus meiner Erfahrung heraus liegt der Hebel darin, aktiv zu werden. Ins Tun zu kommen. Die Saufgedanken nicht einfach laufen zu lassen, sondern sie bewusst zu unterbrechen. Das alte Muster lässt sich nur mit der Zeit überschreiben. Das war mein Weg.

    Ganz konkret. Was machst du, wenn es aufkommt? Setzt du den Gedanken etwas entgegen? Lenkt du dich bewusst ab? Machst du etwas anderes in dem Moment?

    Morgen will ich endlich mal wieder zum Sport, vielleicht brauche ich mehr Abkenkung.

    Morgen und vielleicht , der Klassiker. Oder doch übermorgen, nur eventuell? Vielleicht erst in drei Tagen.:whistling:;)

    Das erinnert mich stark an mein eigenes „Aufhören wollen“. Morgen war immer der richtige Tag. Kennst du das Bild in der Kneipe: „Morgen Freibier“? Du gehst am nächsten Tag wieder hin – und das Schild hängt immer noch.

    Warum hast du heute keinen Sport gemacht, als dir der Gedanke kam? Genau das meine ich: nichts aufschieben, sondern umsetzen, sobald es auftaucht.

    Dazu viel Glück.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Servus Hartmut, im Moment halte nur ich mich vom Saufen ab, nur mein Wille etwas zu ändern. Mir macht niemand Vorwürfe und niemand würde mich abhalten mir Bier zu holen. Ich könnte jetzt losfahren und keiner würde mir die Hölle heiß machen. Ich möchte nicht mehr, ich will klar sein und bleiben, ich möchte gesund bleiben, die Menge an Bier die ich getrunken habe reicht für ein Leben.

    Ich bin ein Grübler, schon immer, wenn es mich überkommt lenke ich mich ab.

    Ich koche was, trinke viel Tee und geh spazieren.

    Ich bin in einem Studio angemeldet und trainiere in der Gruppe, immer Mittwochs und Freitags, deswegen morgen und nicht heute. Die letzten Wochen habe ich ausfallen lassen, deswegen will ich morgen wieder.

  • Urlaub soll Entspannung und Erholung vom Alltag sein, Belohnung ist auch dabei.
    Die war bei mir auch mit Alkohol.

    Meinen ersten abstinenten Urlaub habe ich nach fast 6 Monaten gemacht.
    Es war eine FeWo, Selbstversorgung und ab und an ein Restaurantbesuch.
    Obwohl ich schon 6 Monate abstinent war, war der Urlaub teilweise anstrengend.

    Bei vielen Menschen ist der Alkohol im Urlaub näher und das sieht und spürt man fast überall.
    Ich war froh, dass ich mit der FeWo einen alkoholfreien Rückzugsort hatte und ich nicht ins Restaurant musste oder wie im Hotel zum Essen.

    Ich weiß nicht, was für eine Art Urlaub du planst, aber für mich kommt auch heute noch nur eine Form in Frage,
    bei der ich selbst entscheiden kann, wann und ob ich mich einem alkoholbelastetem Umfeld aussetze.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Dass jemand einen Rückfall hatte, weil er zu viel hier war, habe ich noch nicht erlebt.

    Das aber aufgehört wurde zu schreiben und eine Woche später war dann der Rückfall da, schon öfters.

    Natürlich musst du nicht alles lesen und zu allem etwas schreiben.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich werde weiterhin mitlesen und ab und zu mal schreiben was mich grade so beschäftigt, habe aber für mich entschieden wieder in die Gänge zu kommen, aktiver zu leben und dem Thema Alkohol nicht so viel Raum zu geben. Urlaub ist erst im Juni, hoffe das ich bis dahin stabiler bin und muss mir nicht jetzt schon darüber den Kopf zerbrechen. Versuche das Positive zu sehen, wenn ich so weiter mache habe ich bis zum Urlaub paar Kilo weniger.

    Danke für den Anstoß Hartmut.

  • Mir geht's gut, war heute beim Arzt wegen einem anderen Thema, sprachen aber auch über den Alkohol, positives Feedback bekommen und einen Termin für Blutwertkontrolle. Samstag steht ein wichtiger Geburtstag an, weiß noch nicht wie ich das meistern soll, wäre schon wichtig hinzugehen. Schon überlegt vorzugeben das ich Antibiotika nehme und deswegen nicht trinken darf. Ich weiß der Großteil hier wird mir empfehlen nicht hinzugehen, die Option habe ich auch in Erwägung gezogen, bin noch unschlüssig. Fest steht nur das ich nichts trinken möchte, fühle mich grad wohl und tue einiges für mich und meine Gesundheit, das gesparte Geld investiere ich in leckeres und Wellness. Die Raucherei beschäftigt mich momentan sehr, will schon lange aufhören, rauche durch den Bierverzicht deutlich weniger, war sonst immer so ein Kreislauf, Bier Kippe, Kippe Bier. Jetzt reicht mir ein Päckchen für zwei Tage, vll will ich zu viel auf einmal.

  • vll will ich zu viel auf einmal.

    Bei mir wäre das so gewesen. Es sind zwei verschiedene Süchte und jede muss einzeln betrachtet werden. Mach ich das gleichzeitig, ist die körperliche und psychische Belastung viel höher und ich laufe Gefahr, dass ich weder die eine noch die andere in den Griff bekomme.

    Ich habe mich zuerst auf meine Alkoholsucht konzentriert.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • vll will ich zu viel auf einmal.

    Hallo Seppel,

    ich denke, du liegst mit deiner Annahme gar nicht so verkehrt.

    Auch ich möchte aus gesundheitlichen Gründen unbedingt mit dem Rauchen aufhören. Mein Hausarzt riet mir aber dringend davon ab, da mein Körper und meine Psyche sich mit doppeltem Entzug und Suchtverlangen auseinandersetzen müssten. (Und du merkst ja bei dir selbst, welchen Einsatz, welche Kraft du allein hinsichtlich deines Alkoholismus benötigst.)
    Ich entschied mich bewusst, erst die Alkoholsucht anzugehen, da ich eher eine Zigarette zu jedem Bier geraucht als ein Bier zu jeder Zugarette getrunken habe. Das Biertrinken hätte also meine Nikotinsucht getriggert, Rauchen triggert aber nicht meine Alkoholsucht.
    Auch meine Therapeutin in der Suchtberatung riet mit unmissverständlich dazu, das Nikotinproblem erst anzugehen, wenn ich in meiner Alkoholabstinenz gefestigt genug bin.

    Lieber erstmal ein Problem und gefestigt dann das zweite Problem lösen als beide Probleme zeitgleich anzugehen und beide nicht zu lösen.
    Und das Schöne ist, die Strategien, die ich in Bezug auf den Alkohol entwickelt und gefestigt habe, lassen sich später auf die Nikotinabstinenz übertragen, ich fange dann nicht bei Null an.

    Also lass uns noch ohne schlechtes Gewissen rauchen und uns über jede Zigarette freuen, die wir jetzt schon weniger rauchen, weil wir nicht mehr trinken, weil wir mehr ohne Qualmerei unternehmen.

    LG Kyra

  • weiß noch nicht wie ich das meistern soll, wäre schon wichtig hinzugehen.

    Wenn Du das nicht weißt, dann kann die Lösung nur heißen: Ich bleibe fern. Kurz und ganz einfach.

    Schon überlegt vorzugeben das ich Antibiotika nehme und deswegen nicht trinken darf.

    Meiner Meinung nach totaler Blödsinn (sorry). "Ich trinke nicht oder nicht mehr". Das ist doch eindeutig und eine ganz klare Kante. Warum hinter irgendwelchen Lügen verstecken, die noch dazu absolut unnötig sind.

    Mittlerweile stehe ich da komplett drüber. Soll doch wer will Alkohol konsumieren und wer keinen will kann es doch lassen. Mittlerweile sind so viel Leute alkoholfrei unterwegs, dass Abstinenz auch keiner Erklärung bedarf.

    Wenn ich das nicht trennen kann oder an mir zweifel, dann bleibe ich von dieser Party fern.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Genau diese Antworten habe ich erwartet, zwar was anderes gehofft aber irgendwie schon beim Schreiben geahnt was kommt. Angenommen ich bleibe fern, da brauche ich ja eine Begründung. Soll ich der ganzen Familie und Freunden sagen ich bin Alkoholiker und es ist noch zu gefährlich für mich an dieser Feier teilzunehmen? Möchte nicht den Geburtstag jemand anderen nutzen für mein Outing.

  • Möchte nicht den Geburtstag jemand anderen nutzen für mein Outing.

    Kann ich gut verstehen, dann hast Du immer noch die Möglichkeit zu sagen Du trinkst nicht weil Du einfach derzeit nichts trinkst. Wie Rene72 schon gesagt hat, in der jetzigen Zeit braucht man keinen Grund mehr um nicht zu Trinken, sag einfach Du hast Dir im neuen Jahr vorgenommen nichts zu trinken, Dry January z.B.

    Man muss nicht jede Entscheidung ausführlich begründen ;)

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dich irgendjemand schief anschaut, wenn du an dem abend nichts trinkst.

    Es gibt so viele Gründe nichts zu trinken zb autofahren. Ausserdem merke ich in meinem Umfeld ,das es immer mehr Nichttrinker gibt

    und sich Niemand wundert." Outen" würde ich mich bei so einer Gelegenheit jetzt auch vielleicht nicht grade. Es geht doch auch keinen was an in welcher Situation du grade steckst.

    Es gibt mit Sicherheit auch noch andere auf dem Fest, die nichts trinken.

  • Angenommen ich bleibe fern, da brauche ich ja eine Begründung. Soll ich der ganzen Familie und Freunden sagen ich bin Alkoholiker und es ist noch zu gefährlich für mich an dieser Feier teilzunehmen?

    Also ich sage immer ich bin krank. Wer soll da bitte was sagen? Fertig. Kein Triggern, kein Risiko, kein Stress. Für die Abstinenz die sooo wichtig ist muss ich auch mal verzichten aber für die Trockenheit mache ich es mittlerweile gerne

    Heute trinke ich nicht

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