Halbmond02 - Alkoholabhängiger Partner
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Hallo ihr Lieben, es ist jetzt über eine Woche her, seitdem mein Partner in die Entzugsklinik gegangen ist. Wir haben uns gestern kurz getroffen und geredet, ich habe ein paar Fragen gestellt. Ich weiß nicht wie lange er noch da bleibt außer dass er dort Angebote wahrnimmt und Gruppentherapie macht, da die Wartezeiten für Einzeltherapie sehr hoch sind. Es tut weh ihn so zu sehen, aber ich habe es meiner Meinung nach geschafft trotzdem bei mir zu bleiben. Ich schaffe es mitfühlend zu sein ohne dabei Verantwortung für ihn zu übernehmen. Habe weder Tips gegeben noch bin ich in Panik verfallen, auch wenn ich ein paar Dinge gehört habe, die mir nicht so gut gefallen. Ich versuche die Dinge so zu sehen wie sie sind, es liegt einfach nicht in meiner Hand. Ich bin stolz, dass ich mich mittlerweile besser abgrenzen kann. Klar gibt es Luft nach oben, aber die gibt es wohl immer.
In letzter Zeit habe ich viel mit Freunden über meine Situation geredet und auch im Forum hier gelesen und ich habe gemerkt, dass es mir hier manchmal zu "doll" wird. Es gibt viele schlechte Erfahrungen, viele Warnungen und viele schlimme Schicksale zu lesen und ich merke, dass mich das zu sehr beeinflusst. Ich nehm es mir sehr zu Herzen und anstatt dass es mir hilft, fühle ich mich manchmal von außen dazu verdammt, dass meine Beziehung scheitern wird. Ich denke, ich muss wieder mehr in mich gehen und in meiner Situation leben anstatt mir so viele andere durchzulesen.
Es ist noch vieles ungewiss und ich bin dabei mir Stück für Stück, ohne Druck, zu überlegen was ich möchte und was nicht. Zum Beispiel möchte ich nie wieder Alkohol in der Wohnung haben. Ich selber trinke gar nichts mehr seit September und habe momentan auch nicht vor, irgendwann wieder dieses Zeug anzufassen. Es hat einfach zu viel Leid verursacht für mich.
Liebe Grüße, Halbmond
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auch im Forum hier gelesen und ich habe gemerkt, dass es mir hier manchmal zu "doll" wird. Es gibt viele schlechte Erfahrungen, viele Warnungen und viele schlimme Schicksale zu lesen und ich merke, dass mich das zu sehr beeinflusst. Ich nehm es mir sehr zu Herzen und anstatt dass es mir hilft,
Ging mir am Anfang auch so. Da wurde mir empfohlen eine Auszeit im Forum zu machen.
Ich habe darauf gehört.
Aber ich habe auch gespürt, dass mir das lesen hier mehr half. Es hat mich angeregt, vieles zu überdenken. Ich versuchte bei mir zu bleiben! Was für mich stimmig war, nahm ich an, was sich falsch anfühlte, habe ich so stehen lassen.
Ich musste mir von Seiten der EKA ganz schön viel anhören, teilweise fühlte ich mich angegriffen. Aber ich vertraute meiner eigenen Wahrnehmung und wusste, dass diese Vorwürfe nicht auf mich zutreffen.
Vielleicht hilft dir meine Erfahrung etwas weiter. -
Hallo ihr Lieben, mein Partner ist seit letzter Woche vom klinischen Entzug wieder zuhause. Mir geht es okay, ich bewahre meinen Abstand und habe beschlossen, dass wir weiterhin zusammenleben können unter der Bedingung, dass es in der Wohnung nie wieder Alkohol geben wird. Er hat die Bedingung akzepiert. Bringt er Alkohol her, muss er ausziehen. Ansonsten ist ihm und auch mir noch vieles unklar und ich werde einfach schauen müssen, wie es sich entwickelt. Ich bewahre meinen Abstand und mein Stück zurückgewonnene Selbstständigkeit und mir wird sehr langsam (aber immerhin) etwas klarer, was ich eigentlich von dieser Beziehung möchte bzw. nicht mehr möchte. Wir sind unausgesprochen eine WG geworden, kein Druck in jegliche Richtung. Momentan fehlt mir emotionale Tiefe und ich weiß nicht, wie lange ich bereit bin darauf zu warten, jedoch möchte ich genau das machen: warten. Warten bis ich mir sicher bin, was ich möchte. Warten, um ihm eine Chance zu geben, denn er ist in einer Warteliste für einen Therapieplatz und seit neuestem beim Psychologen. Realistisch gesehen wird es dauern und dem möchte ich einen angemessenen Raum geben, solange es mir dabei nicht schlecht geht. Ich habe mir noch keine Gedanken machen wollen, was ich machen werde, sollte er rückfällig werden - das werde ich in meinen nächsten Therapiesitzungen ansprechen.
Was mir in letzter Zeit sehr geholfen hat, waren Mantras, die ich mir auf einen Zettel geschrieben und auf meinen Schreibtisch gelegt habe. Zum Beispiel: "Ich arbeite mit ihm, solange ich mich dabei nicht selbst verliere" (wichtig, um mich in meiner Situation im Fokus zu behalten) oder "Ich erkenne an, dass etwas Neues passiert, ohne daraus schon Bedeutung für mich oder unsere Beziehung abzuleiten" (super gegen Dauergrübeln) oder "Ich kann zulassen, das er seinen Weg selbst geht" (das hilft mir aus dem Kontrollieren und unbedingt-helfen-Modus herauszukommen).
So wie es ist, ist es nicht perfekt, es ist ein Dazwischen. Es ist ein wieder auf die Beine kommen, neu evaluieren. Und vorallem ist es langsam.
Liebe Grüße, Halbmond
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Hallo ihr Lieben, die letzten zwei Tage waren für mich nervenaufreibend.
Mein Partner erzählt mir rein gar nichts aus seiner Gefühlswelt. Freunden schon. Er sagt er geht "nur mal spazieren", ist dann aber über Stunden weg und über Freunde höre ich, dass er sich mit anderen Freunden getroffen hat, zu mir sagt er davon kein Wort. Habe gestern mit ihm darüber geredet und herausgefunden, dass er eine komplett verzerrte Wahrnehmung hat, wie ich wohl reagieren würde. Er denkt sich in seinem Kopf die schlimmstmögliche Antwort aus, die ich geben könnte (zB "Du gehst also spazieren um zu trinken"), hält sie für wahr und sagt mir dann erst Recht nichts. Er sagt selber, er sei manchmal paranoid. Er sagt, er weiß nicht warum es ihm so schwerfällt mir etwas zu erzählen, er fühlt sich überwacht. Mir geht es nicht um Überwachung, sondern darum sich mitzuteilen um eine Basis für neues Vertrauen zu schaffen. Ich will kein "Ich habe mit xy das und das gemacht", sondern einfach nur "Ich treffe mich mit xy, kann ein bisschen dauern". Er sagt, er versteht das und will sich bessern, aber kann mir nicht sagen wie. Das habe ich so ähnlich schon einmal gehört und das zerrt an mir.
Heute hat er einen sehr wichtigen Amtstermin verpasst, er ist einfach nicht hingegangen und hat nicht einmal abgesagt. Auf meine Frage hin warum, kam ein "Es ist nicht so wichtig, ich mache einfach einen neuen Termin. Ich weiß schon was ich tue." - der Termin war aber wichtig und in mir löst das starke Gefühle von Unzuverlässigkeit und Verdrängung aus. Ich habe lange versucht mit ihm zu reden und meine Sorge zu erklären, zu verstehen was los ist, warum er nicht hingegangen ist und er findet Ausreden. Er hat noch nicht alle benötigten Dokumente zusammen, auf der Arbeit ist zu viel zu tun, es sei nicht wichtig, er hätte es vergessen, ich würde überreagieren - alles auf einmal. Er sagt, er ist seiner Arbeit treu und der Termin lag in seiner Arbeitszeit - das wird er aber aufgrund der Öffnungszeiten immer tun, auch wenn er einen neuen macht. Ich denke mir, wie soll das dann erst mit einer Therapie werden, wenn er sie bekommt? Macht er sie dann doch nicht, weil die Termine in seiner Arbeitszeit liegen könnten? Das Ende des Gesprächs war, dass er mir gesagt hat meine Sorgen seien lächerlich, er wohl schnell einen neuen Termin machen müsse und dann wurde die Tür zugeknallt. Seitdem Ignorieren.
Mir geht es nicht gut. Ich habe mir versprochen, dass ich auf mich achte und allem einen Raum gebe, solange ich mich nicht schlecht fühle. Ab wann ist das Maß voll? Ich bin gelähmt. Ich fühle mich nicht respektiert, nicht gewertschätzt. Ich sehe, dass er versucht auf seine Art Nähe herzustellen und dann sehe ich unsere tiefgreifenden Kommunikationsprobleme. Er sagt, er ist noch nicht so weit, weiß nicht wie sein "normal" aussieht. Ich habe das Gefühl, ich komme darin nicht vor. Er verneint das und verhält sich mir gegenüber dann aber so, als bin ich die böseste Person auf dem Planeten, die immer übertreibt und immer angreift mit allem was ich anspreche. Das tut weh, ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Sein Verhalten schreit nach Unsicherheit und Überforderung, bei Gesprächen kann er mich nicht anschauen, geht durch den Raum, seine Stimme zittert und er sagt immer wieder "Ich weiß es nicht". Ich weiß es mittlerweile auch nicht mehr. Ich finde so kein neues Vertrauen. Und doch bin ich hier. Es ist so verdammt schwer.
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Hallo Halbmond,
Da kommt mir vieles bekannt vor.
Ich hab das in ähnlicher Weise auch so erlebt.
Es ist schwer Vertrauen aufzubauen, wenn man eigentlich gar nicht mehr wirklich in das Leben mit eingebunden wird. Diese versuchte Nähe und dann wiederum Distanz ist sehr zermürbend.
Du kannst nur für Dich entscheiden, ob du weiterhin damit umgehen kannst.
Ich konnte es irgendwann nicht mehr.
Fühl dich mal gedrückt.
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Hallo ihr Lieben, ich zittere gerade und mein Herz pocht wie wild. Ich habe etwas gerochen und nachgeschaut als er geduscht hat - in seinem Rucksack sind ungeöffnete Bierdosen. Fuck. Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll.
Edit: Habe ihm gesagt, er muss sofort zur Nachsorge, er hat gesagt "okay" und ist jetzt gegangen. Ich vertraue ihm nicht. Er hat den Rucksack mit den Bieren mitgenommen.
Nochmal Edit: Er hat gesagt er trinkt jetzt abends wieder. Dass ich nicht bekommen werde, was ich von ihm möchte. Habe gesagt, er muss dann ausziehen, er sagt nur "okay". Habe gesagt, dann muss ich unsere Beziehung beenden, er sagt "Wenn du das musst" und geht rauchen. Habe ihn gefragt, ob ihm das alles wirklich so egal ist und er sagt nein, aber auch nicht mehr. Er will offensichtlich weitertrinken. Ich bin versteinert. Das waren 6 Jahre Beziehung und ich erkenne ihn nicht wieder, die Sucht hat ihn im Griff. Ich kann nicht fassen, dass es das jetzt gewesen sein soll.
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Hallo Halbmond,
es scheint, dass er wieder trinkt, oder?
Ich habe mir noch keine Gedanken machen wollen, was ich machen werde, sollte er rückfällig werden - das werde ich in meinen nächsten Therapiesitzungen ansprechen.
Hattest du diese Sitzung schon und ist für dich dabei etwas herausgekommen? Also was du tun könntest?
Momentan fehlt mir emotionale Tiefe und ich weiß nicht, wie lange ich bereit bin darauf zu warten, jedoch möchte ich genau das machen: warten. Warten bis ich mir sicher bin, was ich möchte. Warten, um ihm eine Chance zu geben, denn er ist in einer Warteliste für einen Therapieplatz und seit neuestem beim Psychologen. Realistisch gesehen wird es dauern und dem möchte ich einen angemessenen Raum geben, solange es mir dabei nicht schlecht geht.
Es geht dir jetzt schlecht mit der gesamten Situation und der Ungewissheit ob er trinkt oder nicht. Und die Zeichen stehen er auf: er tut es. Er scheint dich zu ignorieren, kommt seinen Terminen nicht immer nach, scheint genervt. Und du versuchst wieder, es gerade zu biegen, was nicht in deiner Verantwortung liegt, redest dir den Mund fusselig, das volle Programm. Voll der Stress.
Am besten ist es, dass du versuchst dich zu beruhigen. Denn ich weiß wie es mir in solchen Situationen ging. Da war von totaler Wut, Fassungslosigkeit, Traurigkeit alles dabei. Die Wut kannst du vielleicht gut nutzen um für dich in's Handeln zu kommen.
Liebe Grüße Aurora
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Liebe Halbmond,
Du hast noch Hoffnung gehabt, dass er aufhören möchte und aufhört. So habe ich aus deinen Beträgen rausgelesen.
Diese Hoffnung ist absolut nachvollziehbar. Manchmal hält uns leider die Hoffnung in unserem inneren Zustand verhaftet. Dort, wo man weiterhin hofft und handlungsunfähig bleibt.
Ich wünsche dir viel Kraft.
Liebe Grüße Ino -
Hallo Aurora , danke für deine Antwort. Ich habe in meiner Therapie noch nicht darüber reden können, denn ich bin krank geworden und musste die Sitzung absagen.
Am besten ist es, dass du versuchst dich zu beruhigen. Denn ich weiß wie es mir in solchen Situationen ging. Da war von totaler Wut, Fassungslosigkeit, Traurigkeit alles dabei. Die Wut kannst du vielleicht gut nutzen um für dich in's Handeln zu kommen.
Er hat mir eben gesagt, dass er wieder abends trinkt und auf die Frage hin was er jetzt macht, sagte er "nichts". Habe ihm gesagt, dass er dann ausziehen muss und ich die Beziehung beende. Darauf kam nur ein "Wenn du das musst.." und er ist auf den Balkon zum Rauchen gegangen. Also ja, er trinkt wieder. Und ich denke, er will daran momentan nichts ändern. Ich habe mich geschützt und ausgesprochen, wovor ich Angst hatte. Ich habe immer noch Angst, Sorge und bin unendlich traurig und wütend und weiß nicht, wie ich das alles bewältigen soll.
Danke für deine Antwort Ino . Das habe ich stark gemerkt, ich bin innerlich total zerrissen. Ich will das alles nicht aufgeben, aber es liegt auch nicht in meiner Hand, dass es funktioniert und wenn er nicht mitmacht, wenn er sich nicht ändern will und alles dafür tut, dann muss ich meine Konsequenzen durchziehen. Ich habe das Gefühl meine Selbstachtung ist total am Boden. Ich habe Angst, dass ich meine Entscheidung Schluss zu machen bereuen werde und gleichzeitig weiß ich, dass ich es nicht anders machen kann, egal wie sehr ich möchte. Das tut wahnsinnig weh sich einzugestehen.
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Ich bin nur am Weinen und will einfach mit ihm reden und bei ihm sein, ohne den ganzen Scheiss mit dem Alkohol. Es tut so weh, dass das nicht geht.
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Liebe Halbmond,
Das tut wahnsinnig weh sich einzugestehen.
So ist es. Die Akzeptanz der eignen Machtlosigkeit tut weh. Zu sehen, was die Sucht mit einem geliebten Menschen treibt, ist schrecklich. Dieser Schmerz ist deins und der ist absolut legitim. Die Frage ist wie geht es weiter?
Liebe Grüße Ino -
Hey Ino , eine wichtige Frage. Ich glaube nach diesem großen Schritt heute muss ich mich erst einmal sammeln. Es war bei mir schon einmal so weit, dass ich gesagt habe, er müsse ausziehen und kurz bevor das der Fall war, hatte er einen Zusammenbruch, eine Art Einsicht, und ist in den medizinischen Entzug gegangen. In den 3 Wochen in denen er weg war, konnte ich endlich wieder in meiner Wohnung atmen. Ich dachte, ich bin vorsichtig genug wenn er wiederkommt, aber meine Hoffnung hat mich eingeholt. Jetzt ist die Beziehung vorbei, ich habe es ausgesprochen und kann es nicht mehr zurücknehmen. Aus Angst ich könnte es trotzdem irgendwie zurücknehmen, habe ich direkt meinen Freundinnen davon erzählt, sozusagen als Rückhalt und Verstärker.
Als ich heute anfing so doll zu weinen, habe ich nicht nur um die Beziehung geweint, sondern auch um mich. Um all die schlimmen Dinge, die ich mitgemacht habe, um meine Zeit, meine Stärke, meine Fürsorge und Empathie. Und ich war irgendwo erleichtert, dass ich nicht mehr alles tragen muss. Gerade trauere ich um alles gleichzeitig. Ich hoffe, ich kann Kraft daraus gewinnen und es so durchziehen, wie ich gesagt habe.
Liebe Grüße, Halbmond
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Ich wünsche es DIR… sehr… 🙏👍
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Liebe Halbmond,
Als ich heute anfing so doll zu weinen, habe ich nicht nur um die Beziehung geweint, sondern auch um mich. Um all die schlimmen Dinge, die ich mitgemacht habe, um meine Zeit, meine Stärke, meine Fürsorge und Empathie. Und ich war irgendwo erleichtert, dass ich nicht mehr alles tragen muss. Gerade trauere ich um alles gleichzeitig. Ich hoffe, ich kann Kraft daraus gewinnen und es so durchziehen, wie ich gesagt habe.
Ich hatte damals auch einen Tag, da war es so und es war besonders schlimm. Ich hab geweint, hier zuhause in meiner damals dann eigenen Wohnung. Ich hab geweint um alles, so ähnlich, wie du es auch beschreibst.
Ich musste dann raus, weiß gerade nicht ob ich an dem Tag gearbeitet hatte oder anders unterwegs gewesen bin, und hatte die ganze Zeit dass Gefühl, innerlich weiter zu weinen. Und hier zuhause ging es dann richtig weiter.
Danach war ich innerlich leichter. Und konnte weitergehen. Ich drück dir die Daumen, dass es bei dir auch so sein wird.
Liebe Grüße Aurora
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Danke Aurora.
Ich muss mir ein paar Sachen von der Seele schreiben, ich hoffe das ist okay. Vielleicht ist es ein bisschen wirr. Es ist so schwer, die letzten 6 Jahre hinter mir zu lassen. Es tut so weh, wenn ich an alles denke, was wir zusammen erlebt haben und erleben wollten. Es ist ja nicht so, dass dieser Mensch komplett verschwunden ist, es ist die Sucht. Es fällt mir so schwer damit abzuschließen. Ich hatte schon ein paar Beziehungen, aber dieser Schmerz fühlt sich viel stärker an. Ich weiß nicht wie ich abschließen soll ohne dennoch ein Stück Hoffnung zu behalten, dass es anders und besser werden kann. Es fühlt sich so schmerzhaft an, all die Hoffnungen, den eingespielten Alltag, die gemeinsamen Zukunftpläne zurückzulassen.
Auch denke ich zum Beispiel an sein respektloses Verhalten, das vorher nicht da war und ich sehe wie er sich Schwer tut und windet und weiß, das ist gerade nicht er, das ist die Sucht, das ist Überforderung und denke mir, wie kann ich auf jemanden böse sein, der offensichtlich eine schwere Zeit hat und nicht er selbst ist? Mein Verständnis scheint grenzenlos zu sein, das tut mir nicht gut. Ich weiß nicht, wie ich mich davon loslösen kann.
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Hallo Halbmond,
Mein Verständnis scheint grenzenlos zu sein, das tut mir nicht gut
ich kann dich gut verstehen, da ich beruflich auch viel Verständnis haben musste, und dann habe ich es zuhause übernommen. Verständnis ist das eine, aber dadurch verschwimmen ja auch die eigenen Grenzen immer weiter.
Das hat sehr lange gedauert, bis ich das bremsen konnte und etwas zu ändern. Verständnis kann auch ausgenutzt werden, und dass tut sehr weh, und in diesem Schmerz etwas anders zu machen, ist mir schwer gefallen. Aber es ging nicht ohne diese Veränderungen, die anfangs nur minimal waren.lg Morgenrot
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Es ist ja nicht so, dass dieser Mensch komplett verschwunden ist, es ist die Sucht.
Auch wenn ich deinen Gedanken verstehe - du kannst nicht alles allein auf den Alkohol schieben. Respektloses Verhalten z.B.
Menschen verändern sich …
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Auch wenn ich deinen Gedanken verstehe - du kannst nicht alles allein auf den Alkohol schieben. Respektloses Verhalten z.B.
Menschen verändern sich …
Das verstehe ich. Als er diese kurze Zeit nüchtern war, ist klar gewesen, dass Alkohol seine Bewältigungsstrategie und Gefühlsbetäubung ist, er kann mit mir nicht über seine Gefühle reden, weder benennen noch mitteilen, er weiß teilweise nicht mal wie er fühlt. Er ist nicht verlässlich, sieht es als Angriff, wenn ich sage, dass ich mich schlecht fühle, wenn er mich ausschließt. Ich bin überzeugt, dass seine Respektlosigkeit ein Zusammenspiel von all dem ist; Überforderung, Verteidigungsmodus, fehlende Bewältigungsstrategien. Ich denke nicht, dass ich ihn grundlegend falsch einschätze.
Ich glaube ich muss mir mehr klarmachen, dass all das trotzdem nicht okay ist. Ich darf so nicht behandelt werden, ich will nicht so behandelt werden, auch wenn ich Verständnis zeigen kann. Es überschreitet meine Grenzen. Ich glaube das ist der Kern, der mich gerade so fertig macht. Verständnis mit Grenzüberschreitung gemischt.
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Hallo ihr Lieben, ich hatte mir für heute einen Akuttermin bei meiner Therapeutin besorgt.
Ich weiß, was ich jetzt machen muss, aber es hapert an der Umsetzung. Ich weiß, dass ich ihm die neue Kündigung für den Untermietvertrag geben muss, dass ich ihm nochmal klipp und klar sagen muss, dass die Beziehung für mich keine Chance mehr hat und dass er so schnell wie möglich hier raus soll. Aber wie soll ich das machen? Ich bin selber noch am Verarbeiten und ich habe ein unendlich schlechtes Gewissen. Ich habe Angst unfair zu sein. Ich weiß, das liest sich vielleicht irrational, vorallem weil ich mich selber unfair behandelt fühle, aber ich schaffe es gerade nicht, es anders zu betrachten. Ich will weder unfair, noch gemein, noch die Böse sein. Und ich weiß nicht wie.
Grenzen zu setzen fällt mir aufgrund vieler Erfahrungen in der Vergangenheit und Kindheit sehr schwer und ich habe mühsam erlernen müssen für mich einzustehen und das klappt immer noch nicht jedes Mal (Überraschung
), vorallem bei so wichtigen Entscheidungen nicht. Ich habe Angst das Gespräch zu suchen, ihm das alles so klar zu sagen und dann seine Reaktion zu ertragen. Überforderung. Alarm. Schockstarre.Desweiteren habe ich es hier noch nicht geteilt, aber vielleicht liest es sich heraus - ich bin hochsensibel (und vermutlich auch neurodivergent, aber habe bisher keine Kraft gefunden die Diagnose anzugehen). Mein Nervensystem nimmt alles gefühlt zu 200% wahr, jede noch so kleine Stimmungsschwankung fühlt sich für mich sehr doll an. Ich kann damit gut leben, aber bei solchen Situationen wie jetzt seit September die anhaltende Alarmbereitschaft, die großen Emotionen und Entscheidungen, das schaff ich nicht zu regulieren.
Wie habt ihr das geschafft? Das Gespräch zum endgültigen Schlussstrich während man aber zusammen wohnt? Während man selber noch nicht richtig abgeschlossen hat, am Verarbeiten ist? Es fühlt sich für mich unmöglich an.
Liebe Grüße, Halbmond
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