Elara - Befreiung – ich lasse dich los, um mich nicht zu verlieren.

  • Jump!   Tabsi   Panama

    Guten Morgen,

    danke für die vielen wirklich lieben Worte.

    Ihr habt ja so recht. Ich kann nicht immer nur drohen und dann wieder einknicken, das weiß er wahrscheinlich auch und deshalb kommt er dann immer wieder lieb angekrochen.

    Mein Sohn hat mir empfohlen, eine Liste mit Argumenten zu machen, warum ich nicht mehr will und sie durchzulesen, wenn ich wieder zweifle. Das hilft mir wirklich, auch wenn es unglaublich schwer ist.

    Und wenn ich wieder Selbstachtung vor mir haben will, dann gehe ich jetzt meinen eigenen Weg und der Rest wird sich dann wieder ergeben. Ich freue mich auf viele schöne Momenten mit meinen Kindern und meiner Enkelin. Die ist jetzt schon zwei Jahre alt und ich war viel zu selten da, weil ich mich unter Druck gesetzt habe wegen meinem Mann.

    Zitat

    Worauf wartest Du noch?
    Du hängst genauso an dem Säufer, wie er an der Flasche.
    Du machst Androhungen, Dich zu trennen, setzt es aber nicht um.
    Genau wie er schwafelt, sich Hilfe zu holen oder trocken zu werden und alles bleibt beim Alten.
    Das macht unglaubwürdig, wenn ich Konsequenzen androhe und sie nicht umsetze. Deine Kinder stehen hinter Dir, aber irgendwann glauben sie Dir vielleicht auch nicht mehr

    Die Zeit ist gekommen zu gehen. Meine Frage „Should I stay or should I go“ ist beantwortet und es gibt für mich nur noch eine Richtung. Die Zeit ist reif. In einem Faden habe ich einmal gelesen, wenn man sich trennt, tut es ein Jahr lang weh. Aber wenn man sich nicht trennt, dann verliert man irgendwann alles in so einer Beziehung. Schlimmstenfalls auch den Kontakt zu den Menschen, die momentan noch zu einem halten, weil es irgendwann wirklich unglaubwürdig ist. Ich merke ja selber, ich kann nicht nur immer jammern und heulen, dass ich nicht mehr kann, aber nichts daran ändern wollen.

    Mein Kopf ist klar in der Sache, den Rest bekomme ich hin, auch wenn ich noch viel heulen werde, bis ich damit durch bin.

    Ich bin froh, das Forum hier gefunden zu haben, das mir geholfen hat, die Augen zu öffnen und zu begreifen, dass es an der Sucht liegt und nicht an mir.

    Liebe Grüße an alle.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Hallo Elara,

    wir können jederzeit deinen Thread-Titel ändern. :)

    Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit. Du hast hier gute Unterstützung, denn viele Leute hier haben das so ähnlich auch schon durch...

    Bleib dran! :thumbup:

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Liebe Linde66 .

    Das mit dem Ändern des Thread-Titels finde ich eine gute Idee.

    Wie wäre es mit:
    Befreiung – ich lasse dich los, um mich nicht zu verlieren.

    Es ist unglaublich, wie sich viele Fäden ähneln und es hat mir wirklich die Augen geöffnet, dass ich nicht alleine damit bin, nicht schuld daran bin, aber auch nichts daran ändern kann.

    Dankeschön und liebe Grüße, Elara.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Linde66 19. Juni 2026 um 09:55

    Hat den Titel des Themas von „Elara - Should I stay or should I go?“ zu „Elara - Befreiung – ich lasse dich los, um mich nicht zu verlieren.“ geändert.
  • Ich hatte so eine Liste im Kopf mit den schlimmsten Erlebnissen/ Ausfällen und Situationen, die ich erlebt habe, wenn er betrunken war. Das hilft wirklich sich das geballt immer wieder vor Augen zu halten. Und einem dann klar ist, dass das immer noch schlimmer wird, dann wird es wirklich leichter sich zu sagen, dass man das so nicht mehr will.

  • Hierzu will ich nochmal was sagen:

    Du hängst genauso an dem Säufer, wie er an der Flasche.

    warum auch, solange Du es ihm bequem machst.

    Solche Aussagen finde ich unangemessen.

    Es ist vollkommen egal ob ich es einem Alkoholiker bequem mache oder unbequem. Er trinkt weil er süchtig ist und nicht, weil ich mich falsch verhalte. Da wird ein Zusammenhang konstruiert, den ich für sehr fragwürdig halte.

    Auch dieser Vergleich mit dem "am Säufer hängen". Ich verstehe schon was gemeint ist und habe das anfangs für mich auch "schuldhaft" übernommen. Und eine Gemeinsamkeit konstruiert, die mich eher gehalten hat, nach dem Motto: wir müssen uns ja BEIDE ändern.

    Es ist aber nun mal so, dass getrixt, versprochen und gelogen wird. Auch hängt sehr viel dran. Das ist kein hängen "am Säufer", sondern an der Illusion es wird besser, an der Hoffnung, am Festhalten an kurzen besseren Momenten, auch Angst vor Veränderung, vielleicht existentielle Sorgen und und und.

    Klar, jetzt kommt vielleicht der Alkoholiker muss ja auch soo viel verändern. Na ja, es ist erstens eine Notwendigkeit und zweitens muss er selten dafür alles aufgeben was er hat, sondern im Gegenteil er kann es dadurch behalten.

    Aus meiner Sicht sind das völlig unterschiedliche Dynamiken auf Alkoholiker- und auf Angehörigen-Seite. Und diese Gleichmacherei hat mir selbst jedenfalls eher den Blick für das Wesentliche verstellt. Nämlich dass ich ins Handeln kommen muss. Und dass meine Ängste, Gedanken, Sorgen völlig normal sind.

  • Solche Aussagen finde ich unangemessen.

    Ich finde Tabsis Aussagen inhaltlich passend und treffend. Aber es ist Elaras Thread, und ich sehe nicht, dass sie jemanden braucht, der für sie in die Bresche springt.

    Manchmal verhindert genau das sogar, dass Betroffene selbst antworten oder sich mit einer Frage auseinandersetzen. ;)

    Und noch etwas: Du schreibst aus deiner Sicht als Meinung, nicht aus eigener Erfahrung. Das ist völlig in Ordnung. Aber wie kannst du für Alkoholiker sprechen? Ich bin Alkoholiker, und du beschreibst teilweise, wie Alkoholiker im Suchtverhalten denken, fühlen oder reagieren würden.

    Woher weißt du das? Das sind Annahmen, keine gelebten Erfahrungen. Ich habe genau diese abwartende Haltung von Co-Abhängigen ausgenutzt. Solange nichts passiert ist, habe ich mir mein Nest gebaut, mich eingerichtet und weitergemacht. Und genau deshalb bin ich vorsichtig, wenn Co-Abhängige anfangen zu erklären, wie Alkoholiker funktionieren.

    Es geht hier auch nicht darum, Schuld zu verteilen. Leid gibt es auf beiden Seiten genug, sonst wären viele von uns gar nicht hier.

    Die entscheidende Frage ist doch nicht, wer warum gelitten hat. Die entscheidende Frage ist, was ich heute daraus mache. Denn wenn ich mein ganzes Leben unter meinem Leid, meinen Erklärungen und meinen Begründungen begrabe, dann löse ich mich nicht daraus.

    Nicht als Alkoholiker, nicht als Co-Abhängiger. Dann richte ich mich einfach darin ein.

    Und wenn ich mich darin eingerichtet habe, brauche ich irgendwann auch keine weiteren Erklärungen oder Rechtfertigungen mehr. Dann ist das eben mein Leben geworden. Die Geschichten mögen unterschiedlich sein. Das Verhalten oft auch.

    Die Suchtmechanik auf beiden Seiten ist jedoch erstaunlich ähnlich.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Die Suchtmechanik ist auf beiden Seiten ähnlich, denn ich war Co-abhängig und bin trockene Alkoholikerin.

    Ich freue mich für Elara, dass sie einen Entschluss gefasst hat, den sie hoffentlich umsetzt.
    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nicht leicht ist, aber von einfach war nicht die Rede. Da wo die Angst ist, ist auch der Weg. Nur so kann sie heilen.

    Mein Umfeld wird sich nur verändern, wenn ICH mich bewege.

    Ich habe da immer so ein Mobile im Kopf.
    Wenn ich 1 Figur ( mich) bewege, fangen sich auch alle anderen Figuren an sich zu bewegen.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

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