Dieimmernochhofft - ….nicht mehr zu ertragen….

  • Hallo zusammen,

    Nie hätte ich geglaubt, mich je in einem solchen Forum anzumelden……

    Ich war viele Jahre mit einem Alkoholiker verheiratet, ein klassischer Kneipengänger. Er war ständig in der Freizeit angetrunken, aber nie bösartig. Wir haben uns in halbwegs verbliebener Freundschaft getrennt.

    Habe mich in einen anderen Mann verliebt. Typ einsamer Wolf, macht alles mit sich selbst klar……

    Dieser Mann hatte in seinem Leben immer mal exzessive Alkoholphasen, versprach mir aber natürlich das Blaue vom Himmel, dass das mit mir nie mehr ein Thema wäre.

    Tatsächlich trank er über ein halbes Jahr nichts, wir zogen zusammen.

    Dann ging es langsam los. Mal ein oder zwei Bier, mal nichts, mal Vollsuff. Dann wieder nur Radler.

    Die Abstände immer kürzer, das Wesen völlig verändert, er stinkt und redet dummes Zeug, wo er sonst eigentlich kein großer Redner ist. Jetzt so schrecklich, dass ich es kaum noch ertrage. Nach jedem Exzess quasi eine Entschuldigung….nonverbal, mit Tränen und in den Arm nehmen. Dann geht es am nächsten Tag wieder los. Ich komme später von der Arbeit als er und da sitzt ein angesoffenes Wrack, das nichts mehr auf die Reihe kriegt.

    Inzwischen wird dann auch bei der Arbeit getrunken. Bierdosen werden versteckt oder noch schnell draußen entsorgt, bevor ich heim komme.

    Verbringt er den ganzen Tag mit mir, geht es komischerweise auch mal ohne. Sobald er auch nur eine Stunde allein ist, geht es los. Muß ich samstags arbeiten oder er hat Freitag früher Feierabend, ist der Ablauf vorprogrammiert.

    Von dem Kerl, den ich liebe, ist kaum noch was übrig. Und schuld ist alles, nur nicht er.

    Er will keine Therapie, will nicht zum Arzt…….

    Es ist ein nicht endender Horrorfilm…..seit zwei Jahren.

  • Hallo

    Herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Ja die Hoffnung kann es auch sehr schwer machen.

    Es ist gut, dass du dich hier angemeldet hast.

    Hier wird es um dich gehen und darum, was du tun kannst, damit es dir besser geht. Er scheint keine Krankheitseinsicht zu haben und du kannst sie nicht beeinflussen.

    Ich kann dir den link zum freischalten noch nicht geben, bin mit Handy unterwegs.

    Wird aber nachgeholt.

    Lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hi,

    ich komme mal von der Alkoholikerseite.

    Dein Partner lässt, nach Deinen Beschreibungen zu urteilen, ja mit nichts erkennen, dass er aufhören möchte.
    Dass er nicht zum Arzt oder in Therapie will, würde ich absolut beim Wort und ernst nehmen.

    Was würdest Du jemandem raten, der Dir genau das erzählt, was Du hier erzählst? Hört sich das nach etwas an, was Du bewahren möchtest?

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Morgenrot 3. Dezember 2025 um 16:37

    Hat den Titel des Themas von „….nicht mehr zu ertragen….“ zu „Dieimmernochhofft - ….nicht mehr zu ertragen….“ geändert.
  • hallo,

    du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, und kannst dort überall schreiben. Nur bitte in den ersten 4 Wochen nicht bei den Usern aus dem Vorstellungsbereich. Das sind die User mit den orange/roten Namen.
    Ich wünsche dir einen hilfreichen und guten Austausch.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Es gab Zeiten, in denen er sagte, er läßt es jetzt.

    Da war er nur an diesen Freitagen und Samstagen voll. Sonntag war toll, die Woche ging und Freitag das gleiche Spiel.

    Er hat dann reduziert und kurz ging das, bis er eben allein war.

    Zum Arzt gehen ist ihm peinlich. Mit dem Chef reden auch. Wir leben sehr ländlich.

    Er schiebt vor, er hätte Depressionen. Ja, er ist ein etwas anderer Mensch als andere.

    Aber: was war zuerst? Die Henne oder das Ei?

    Depressionen fördern den Hang zum Alkohol, Alkohol löst Depressionen aus.

    Uns geht es sonst prima. Tolle Wohnung, keine finanziellen Sorgen…..er hat keinen Grund.

    Liebe ist da, aber auch die Krankheit….und die verändert eben alles.


    Ich will ihn noch nicht aufgeben. Im Originalzustand ist es schön mit ihm. Aber jetzt ist er seit Monaten kaum noch im Originalzustand.

    Hab ihm schon gesagt, er soll sich eine Wohnung suchen und kann mich besuchen, wenn er nüchtern ist.

    Aber dem gibt doch besoffen keiner eine Wohnung.


    Was ich jemand anderem raten würde? Klar…..verschwinden.


    Ich weiß nicht, warum….aber ich löffel die Suppen immer aus, die ich mir einbrocke.

    Hab auch meinen Exmann nie im Stich gelassen. Der war jetzt aber auch nicht so exzessiv. Ich konnte nur dieses Landleben-Kneipendasein nicht mehr und wir lebten nur noch wie Bruder und Schwester. Dann schaffe ich diese Trennung und komme von Pest zu Cholera???

    Wann klickt es denn im Schädel? Erst, wenn er alles verloren hat????

    Trennung ist auch nicht so einfach, selbst wenn ich wollte. Es steckt sehr viel Geld in dieser Wohnung, darum kann ich mir nicht einfach schnell was anderes suchen. Er wird besoffen keine kriegen. Also wer soll jetzt raus?

    Und ich will das verdammt nochmal nicht……..warum kriegt der Idiot das nicht hin?

  • Und ich will das verdammt nochmal nicht……..warum kriegt der Idiot das nicht hin?

    Das wird nicht viel helfen. Die Situation ist, wie sie ist. Viele Leute machen den Fehler, zu denken, jetzt hab ich schon viel reingesteckt, jetzt stecke ich noch mehr rein, damit, vielleicht, irgendwann, sich doch noch was ändert. In erster Linie läuft damit Dein eigenes Leben so weiter, und Du wirst nicht jünger dabei.

    Wenn er süchtig ist, muss er trinken.
    Die Fähigkeit, Pausen zu machen, sagt darüber gar nichts.
    Ich war auch Exzesssivtrinker, Pausen jederzeit, aber wenn gesoffen, fast immer bis zum Exzess, bis ich einfach nicht mehr konnte.

    Bei mir war noch, ich habe gerne getrunken.
    Und ich wusste, wenn ich irgendwo hingehe mit dem Problem, dann sagen die mir, ich soll aufhören.
    Und ich mit meinem alkoholgetränkten Denken, ja, dann bin ich nüchtern, aber was habe ich dann noch vom Leben? Buckeln, bis ich in die Kiste hüpfe, und das nüchtern. Wozu soll das gut sein?

    Ich war immer überzeugt, dass ich aufhören kann, nur wozu?

    Und für Dich ist überhaupt nicht wichtig, warum er trinkt. Er trinkt und hört nicht auf, das ist der Punkt.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
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  • hallo,

    Er bekommt es nicht hin, weil er krank ist. Er ist auch kein Idiot, denn Alkoholismus ist eine schwere Krankheit.
    Natürlich macht er dir Versprechungen, damit will er dich erst einmal wieder "ruhigstellen", damit er in Ruhe weiter trinken kann. Von solchen Versprechungen gibt es unzählige und eine davon wird ein nasser Alkoholiker sehr oft anwenden.

    Du schreibst von deinem EX, fällt dir da vielleicht ein Muster auf, warum passiert es dir zum zweiten Mal. Bist du eine Kümmerin? Da lohnt es sich mal bei dir hinzusehen, denn es könnte dir auch erneut passieren.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Ja, das bin ich wohl.

    Die Kümmerin…….

    Vielleicht hab ich ja auch einen Vaterkomplex. Der hat auch viel zuviel getrunken. War kein so krasser Alkoholiker und hat immer noch alles geregelt gekriegt, aber er hat getrunken.

    Ich hab in meiner Verzweiflung auch schon versucht, viel zu trinken, aber das ist wohl nicht mein Weg.Ich rauche wie ein Schlot….und wenn ich das nicht machen würde, müßte ich vermutlich Drogen nehmen.Wenn mich morgen jemand zwingt, damit aufzuhören, hätte ich auch ein Problem.

    Alkohol hilft mir ne halbe Stunde und ist mir den dicken Schädel am nächsten Tag nicht wert.

  • Ist denn hier jemand, der immer wieder exzessiv getrunken hat und es ohne Therapie geschafft hat?

    Und wann hat es wirklich Klick gemacht? Natürlich drohe ich mit Trennung. Dann heißt es im Suff „geh doch“…danach kommt das Geheule……

    Ich habe, wie schon gesagt die Konstellation, dass das hier theoretisch meine Wohnung ist, in der viel Geld drin steckt, weil aufwändig renoviert wurde, womit wir noch nicht mal fertig sind, weil er ja gerade keinen Nerv hat. Ich krieg ihn hier nicht raus, auch wenn es mir irgendwann ernst damit wäre. Ich habe ihn täglich vor der Nase. Wir haben viele Räume. Man kann sich etwas aus dem Weg gehen, aber das ist kein Zustand.

    Niemand weiß von der Situation. Bisher hat es vermutlich noch keiner mit bekommen, da er ja eher ein Einzelgänger ist und in seinem Job auch (noch) gute Arbeit macht. Alle denken, ich sei jetzt glücklich und ich kann mit niemandem darüber reden. Wir kannten uns auch schon 10 Jahre, bis wir zusammen kamen.

  • Ich könnte mir vorstellen, dass Dich meine Vorstellung hier interessieren könnte

    Lebenskuenstler
    7. Januar 2025 um 17:46

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
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  • Das ist toll geschrieben. Ich hab heute mittag schon einige Deiner Beiträge gelesen und mag Deine Ausdrucksweise und auch Ehrlichkeit. Und ich finde soviele Parallelen.

    Ich kenne sehr viele Menschen mit gelegentlichen oder auch ausgeprägten Alkoholproblemen. Landleben, Kneipenwochenenden. Das war früher einfach normal und die meisten trinken wie mein Ex immer noch ihr Bier.

    10 am Tag und mehr sind kein Problem und führen auch nicht mehr zum Vollrausch.

    Bei meinem jetzigen Partner sehe ich aber was völlig anderes. Er trinkt keinen Schnaps oder Wein, tatsächlich nur Bier. Eigentlich finde ich, dass er ab dem 3.schon blöd wird und sehe es an den Augen. Dann sabbelt dieser sonst wortkarge Mensch auf einmal los, regt sich über jeden Scheissdreck auf. Wenn er dann allein ist, schüttet er gut weitere 10 noch rein. Dann wird er garstig und böse, sieht wirklich schrecklich aus. Dann schafft er wie Du damals diese Trockenphasen, hat es am Magen und schläft schlecht. Er zittert nicht oder sowas, ist nur sehr nervös und gereizt. Irgendwie ging das bisher auch alles ohne Kot und Kotze. Soweit kam es nie. Er stammelt dann im Schlaf…..wie jetzt gerade. Nicht dass es ihm nicht auch leid tut nach einem richtigen Exzess. Aber entschuldigen kann er sich nicht mit Worten…….

    Aber generell ist er ein Typ, der wie Du und ich eigentlich keinen echten Sinn im Leben sieht.

    Ich dachte auch schon oft daran, mich umzubringen, schon seit 30 Jahren. Das Leben ist einfach Scheisse….

    Täte ich es, wären viele Menschen schockiert. Ich, immer so offen und freundlich zu jedermann, große herzliche Klappe, überall bekannt durch meinen Job. Wenn die wüßten…..

    Ich habe mir immer Aufgaben und Gründe gesucht, morgens aufzustehen, selbst wenn ich es nicht wollte. Hatte viele Haustiere, war engagiert im Job. Innerlich war ich allein, hab ein, zwei wirklich gute Freundinnen weiter weg, mit denen ich über meine eher freudlose Ehe sprechen konnte. Hier bei uns hätte ich mich niemandem anvertrauen können. Früher fragten mich viele, wie ich es mit meinem Mann aushalte und als ich mich trennte, war ich dann doch in mancher Augen das böse Weib, das den armen Kerl verläßt.

    Und dann verliebte ich mich in diesen einen, hatte ich ja schon 10 Jahre vorher, schaffte es aber dort noch nicht aus meiner Ehe raus. Dieser eine hatte viele Parallelen zu mir selbst, nur dass er sich eigentlich sehr einigelte und nicht viele Kontakte wollte. Mir war das recht. Wir zogen ein paar km weiter, wo mich nicht absolut jeder kannte und dann war es erst echt schön. Nun hab ich die Hölle und weiß nicht weiter. Den Sonntag schafft er in meiner Gegenwart und Montag geht das Spiel los. Er schüttet sich in den zwei Stunden, die er vor mir heim kommt, manchmal soviel rein, dass ich es nicht fassen kann. Und er glaubt immer noch, ich merke nix. Spreche ich ihn an, ist er beleidigt und wird pampig.

    Es ist nicht jeden Tag gleich, aber seit 5 Monaten sehe ich die Steigerung und möchte ihn an manchen Tagen töten. Vermutlich muß ich ihm jetzt konsequent zeigen, dass ich mich von keinem Versprechen mehr einlullen lasse. Aber ich krieg den ja hier nicht mal raus……..selbst wenn ich das jetzt ernsthaft durchziehen wollte.

  • Ich kann gut verstehen wie es Dir geht. Ich kann Dir leider keine Tipps geben, da ich wie Du auch in dieser verzweifelten Situation war. Mein XY ist im Januar verstorben und ich habe, obwohl ich die Situation vorher beenden wollte, furchtbar gelitten. Jetzt geht es mir gut. Das Leben ist wieder schön. Eine Trennung tut immer weh, aber es gibt auch wieder ein neues schönes Leben.

  • Hallo,

    Natürlich drohe ich mit Trennung.

    damit machen wir uns selbst unglaubwürdig. Ich habe auch immer gedroht, und irgendwann wurde ich nicht mehr ernst genommen. Kündige immer nur das an, was du auch ausführen kannst, wozu du bereit bist.

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Ist denn hier jemand, der immer wieder exzessiv getrunken hat und es ohne Therapie geschafft hat?

    In der Sucht gibt es keine Kopien, nur Originale. Jeder reagiert anders und hat seinen eigenen Verlauf. Geschichten von Alkoholikern können Co‑Abhängige höchstens hoffen lassen oder die Illusion wecken, man könne jemanden mitziehen oder beeinflussen.
    Genau das führt aber dazu, sich immer tiefer zu verstricken und das eigene Leben unbemerkt der Krankheit eines anderen unterzuordnen.

    Deshalb empfehle ich dir, dich zuerst bei den Co‑Abhängigen einzulesen. Dann erkennst du schnell. Das funktioniert nicht. Du kannst dich nur um dich kümmern, und er muss sich um sich kümmern.

    Exzessiver Säufer? Ich kenne nur süchtig oder nicht. Rausgekommen bin ich nur, weil ich selbst begriffen habe, wie tief ich drinstecke. Mein Umfeld war mir mitten in der nassen Sucht egal , es hat mich nur genervt. Erst als ich selbst verstanden habe, was los ist, hatte irgendetwas davon überhaupt Bedeutung. Am Ende zählt nur eins: Der eigene Kopf muss sagen, jetzt reichts, erst ab diesem Moment interessieren Wege nach draußen. Davor ist alles von außen Gerede, Vorschläge, Appelle komplett wertlos.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ja, man muss leider dazusagen, dass die meisten nicht dauerhaft aufhören.

    Und keiner steckt drin. Ich kannte einen, der hat in München drei Mietshäuser versoffen, oder hat vor Saufen so viel versemmelt, bis sie weg waren, und sich dann umgebracht.
    Sagt der nüchterne Mensch, der hätte doch ein schönes Leben haben können.War nicht.

    Hier im Forum kann man öfter beobachten, dass Leute kommen, die wirklich wissen dass es 5 nach 12 ist. Bleiben hier auch Wochen oder Monate. Und dann ist irgendwas, da nimmt der Suchtdruck überhand, und dann fangen sie wieder an.

    Ja, die Cogeschichten zeigen sehr deutlich, wie Frau (in der Mehrzahl sind es Frauen) sich daran vergeblich abarbeiten kann.

    Ich wünsche Dir eine zielführende Entscheidung.

    LG LK

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  • Spontan fällt mir ein, die Hoffnung in der einen Richtung sausen lassen und sich nur auf das konzentrieren, was Du tatsächlich machen kannnst. Macht hast Du nur über Dein eigenes Handeln.

    Als Alkoholiker musste ich radikal und kompromisslos sein, um aufzuhören. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Musste ich lernen.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
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    Aber das Gras wächst.
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  • Hallo

    Erst mal willkommen hier. Ist gut, dass du hergefunden hast. Es gibt wirklich viele angehörige, die in einer ähnlichen Situation stecken oder gesteckt haben. Und nachfühlen können, wie es dir gerade geht.

    Hast du denn mal überlegt, ob du selbst auch ausziehen könntest? Oder was könnten für dich konkrete nächste schritte sein?

    Schreib ruhig alles auf, was dir durch den Kopf geht, um dich zu sortieren. Das kann sehr helfen.

    Herzlichen gruss

  • Hallo und willkommen Dieimmernochhofft,

    ich kann das sehr gut nachvollziehen, was bei dir abgeht. Ich habe im Laufe der Ehe mit meinem ersten, alkoholabhängigen Mann, auch viele schlimme Gedanken gehabt. Weil ich so hilflos war und so viel gemacht hatte und nichts hatte was gebracht. Er war abhängig und die Sucht war sein Meister. Und er konnte und wollte nichts daran ändern.

    Wir hatten eine schöne Eigentumswohnung, die ich mit viel Liebe eingerichtet hatte. Ich hatte meine Kinder dort großgezogen. Und hing daran. Ich wusste, dass ich diesen Zustand mit der Ehe nicht mehr aushalten konnte und dachte, ER könne gehen. Lag er doch sowieso nur besoffen im Bett oder hing auf dem Sofa.

    Aber er sah das, logisch, nicht ein. Und irgendwann hab ich für mich gesehen, dass nur ich was an meinem Zustand ändern konnte. Wohnung hin oder her, ich ging dort mehr und mehr kaputt. Und so hab ich den schweren Schritt gemacht und bin ausgezogen. Und das war das Beste, was ich machen konnte. Keine Wohnung kann so schön sein, dass mich das Leben darin zerstört.

    Also ich verstehe deine Gefühle sehr gut. Und möchte dich ermutigen darüber nachzudenken ob der Weg für dich da raus nicht auch machbar sein kann. Es ist möglich und es lohnt sich.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

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