Angler - Hoffnung kommt hoffentlich

  • Schade, dass manchen einfach zu spät im Leben kommt

    Das war der Satz der dem Fass den Boden ausschlägt, der hat mich echt auf die Palme gebracht! Hier antworten dir Leute die alle zu ihrer Sucht stehen und versuchen mit ihr klar zu kommen, dem einen fällt das leichter dem anderen nicht, du schreibst schade das die....,ich nehme an Einsicht, erst so spät im Leben kommt.

    Die Einsicht die du anscheinend gefunden hast auf deinem Weg nach Shangrila, durch dunkle Täler in denen das Firmament noch mehr auf deine Seele drückte, doch das Licht hat dich wieder zurück führt auf den richtigen Weg geführt, ich war, ich bin, ich weiß es nicht...doch ich stark Wein kann mich nicht bezirzen nur wenn ich will dann trinke ich.....usw.

    Dein Art zu schreiben wirkt unecht, du willst wie Goethe klingen aber das klappt nicht alles was du schreibst widerspricht sich. Als ich hier aufgeschlagen bin hab ich mich auch verändert, ich hab aber geschrieben das es mir Spaß macht etwas zu verändern was ich 40 Jahre hab schleifen lassen, bei dir wirkt alle aufgesetzt.

    Ich bin mir nicht sicher, entweder du hast keine Alkoholsucht oder du bist noch ganz nass, eigentlich denk ich inzwischen keins von beiden. Im Ernst kein Alkoholiker lässt eine Flasche Wein stehen, ich hatte bis zum Schluss alles noch im Griff, nach außen hin wohlgemerkt, aber Zuhause hab ich auch Fusel den ich nicht so gemocht hab mit Multisaft gemischt, wenn es schon zu spät war oder ich schon zu voll war um zum Supermarkt zu latschen.

    Alles aber wirklich alles widerspricht sich und das fällt mir schon lange auf, alles aber wirklich alles widerspricht sich, du bist jetzt nicht erst 5 Tage hier sonst könnte man ja sagen du bist noch durch den Wind. Beziehungsdramen oder Probleme haben/hatten hier auch viele, auch ich, aber selbst das klingt sehr nach Shakespeare für mich.

    Lass doch mal die Hosen runter und schreib in einfacher Form was mit dir geht, kein Shakespeare für Arme, sei jetzt bitte nicht sauer, ich musste das jetzt mal sagen ich glaub dir gerade kein Wort mehr.

    Gruß

  • Und ich weiß auch warum ich heute hier in dem Forum bin.

    Das mag jetzt hart klingen aber bei dem, was Du schreibst, weißt Du nicht, warum Du in einer Alkoholiker SHG bist. Denn Du schreibst die ganze Zeit so als wärest Du kein Alkoholiker.

    Und Du hast offenbar auch nicht verstanden, was der Sinn und Zweck einer SHG ist. Hier geht es um den Austausch von Erfahrungen. Sicheren Erfahrungen um stabil abstinent zu werden und zu bleiben.

    Und die Betonung liegt auf Austausch. Du tauschst Dich hier nicht aus, Du schreibst von Beginn an nur über die endlose Dauerschleife, in der Du Dich befindest, weil Du eine Depression hast. Und Du hast die völlig irrige Annahme das Du Dich mit Willen, Auseinandersetzung mit Dir selbst und Erkenntnis in einen Zustand versetzen kannst, in dem Du nicht mehr süchtig bist. Aber dieser Zustand wird ganz sicher nie mehr eintreten, weil eine Sucht eine unheilbare Krankheit ist. Aber das kannst und/oder willst Du offenbar nicht akzeptieren. Aber ohne Akzeptanz Deiner Sucht und ohne das Du bereit bist konsequent Dich selbst und Deine Abstinenz zu schützen sind die Aussichten das Du stabil abstinent bleibst gleich null. Und das meine ich nicht als Kritik oder Bewertung, sondern als Feststellung.

    Aber noch einmal zurück zu Dir, uns und diese SHG. Was Du schreibst, kann uns nicht erreichen, weil Du Dich in einer inneren Welt befindest, in der sich außer Dir niemand anderes hier befindet. Und wir können Dich nicht erreichen und Dir hilfreiche (praktische) Erfahrungen mitteilen, weil Du das in Deiner inneren Welt nicht zulassen kannst und/oder willst. Damit sind die Grenzen dieser SHG nicht nur erreicht, sondern weit überschritten. Und das wird sich nicht ändern so lange Du nicht einen Weg findest das zu ändern. Und deshalb bist Du hier in dieser SHG nicht richtig, sondern in meinen Augen völlig falsch.

    Wie geschrieben das mag sich für Dich hart anhören, aber Alkoholsucht ist eine sehr schwere Erkrankung die ungestoppt zu massiven Leiden und einem grauenhaften Tod führen. Und solange das bei Dir und vielleicht auch anderen nicht in aller Konsequenz eingeschlagen ist, bist Du hier völlig falsch. Du bist hier sogar eine Gefahr, weil Andere auf die Idee kommen könnten es Dir nachzumachen. Mit der gleichen Konsequenz das Ihre Aussichten stabil abstinent zu bleiben gen Null gehen.

    Und ganz zum Schluss. Das Thema Eigenverantwortung ist beim Stoppen der eigenen Sucht zentral und unabdingbar. Und so leid es mir tut ich kann bei Dir noch nicht einmal im Ansatz erkennen, dass Du Verantwortung für Deine Sucht übernommen hast. Und deshalb macht ein weiterer Austausch für mich tatsächlich keinen Sinn.

    In diesem Sinne alles Gute Dir.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Guten Morgen Angler,

    Jetzt zieht aber bitte nicht die "Rute" ein, es kommt bei mir und vielleicht auch anderen so rüber als hättest Du die Weisheit in punkto Trockenheit mit Löffeln gegessen, der letzte Satz von dir hat es in sich gehabt "schade das andere erst so spät die Einsicht hatten" das klingt halt etwas abgehoben, vor allem ist es wie von Kazik schon erwähnt für Frischlinge die vielleicht noch nicht ganz im klaren über ihre Situation sind ein falsches Signal.

    Ich hatte selber schon solche Schnapsideen, das ich so stark bin, nein von mir selbst überzeugt bin, das ich über den Dingen stehe und die Ratschläge der Erfahrenen für mich nicht zutreffen, ich könnte meine Freunde am Lagerfeuer empfangen und sogar auch Bier servieren, ich glaub ich hatte den selben Quatsch im Kopf, entweder du erkennst das und schreibst mal was mit dir wirklich geht, den in deinem Faden ist von allem etwas dabei, vor allem aber der Eindruck das du selbst nicht richtig bescheid weißt ob du nun Sucht, Liebes oder psychisch krank bist.

    Wäre schön wenn du antwortest wir beißen nicht.

    Gruß R/no

  • Mal ein Beitrag "zur Güte".

    Da steht etwas falsch geschrieben, das Missverständnisse erzeugt:

    Angler hätte es in der Hand, dies richtig zu stellen. Ich ermutige dich, das zu tun!

    Schade, dass manchen einfach zu spät im Leben kommt

    Ich hatte den Satz so "interpretiert": Schade, dass manches einfach zu spät im Leben kommt.

    Und verstehe es so, dass Angler es bedauert, dass er diese Einsicht so spät gewann.

    Jeder darf natürlich lesen, was er will, sollte aber doch bei dem bleiben, was da geschrieben steht. Oder nachfragen.


    Eine andere Sache:

    Und deshalb bist Du hier in dieser SHG nicht richtig, sondern in meinen Augen völlig falsch.

    Lieber Kazik,
    so etwas empfinde ich nicht hilfreich, sondern destruktiv. Das lindern auch keine lieben Grüße am Ende.
    Ist nicht dein erster Versuch, sozusagen einen "Kopf zu fordern"… es obliegt glücklicherweise ausschließlich den Admins.

  • Ich hatte den Satz so "interpretiert": Schade, dass manches einfach zu spät im Leben kommt.

    Servus Oskar, sind aber auch nur Vermutungen, wenn man alles durchliest kann man schon den Eindruck bekommen das es so gemeint ist wie ich es verstanden habe, dieses Rätsel kann aber nur Angler selbst aufklären.

  • Vielleicht sollten wir hier alle mal wieder ein bisschen mehr aus unseren eigenen Erfahrungen schreiben und weniger darüber, wie der andere sein Leben sortieren müsste.

    Dann bleibt jeder schön bei sich, und wir müssen uns nicht gegenseitig erklären, wie man richtig atmet.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo,


    Sorry ich war aber mit den ganzen Behördengängen beschäftigt und gucke nicht immer rein.

    Der Satz war so zu verstehen, dass meine Erkenntnis erst sehr spät kam.
    Ich habe in den Beratungen und wo ich überall war eins gelernt: abstinent leben.

    Das habe ich auch über einige Jahre gemacht und auf einmal erwischte ich mich wieder und dachte: das kann doch nicht wahr sein.


    Das bei mir Alkohol nie ein Genussmittel war, wusste ich nicht. Ich hab immer geglaubt, ich trinke zu viel und irgendwann ist was kaputt gegangen und deswegen ist das so.

    Erst auf die Frage: Bin ich mit mir glücklich? Kam ein Nein. Der Alkohol hat immer das Innere überdeckt bis die Probleme größer wurden. Und im Rückgang betrachtet waren alle Probleme die ich hatte nur auf eines zurück zu führen: Alkohol. Meine vermeintliche Hilfe in einsamen Phasen war am Ende der wahre Grund, weshalb ich mich selbst verloren habe.


    Das meine ich damit, weshalb ich es heute anders sehe. Er hat mir nur geschadet und ich möchte nicht mehr von etwas bestimmt werden, was mir so viele Probleme bereitet hat.

    Ich habe leider zu spät das Muster durchschaut, als ich mich schon längst verloren habe. Ich habe in meinem selben nie gelernt eine eigene innere Stabilität auf zu bauen. Es war immer nur ein Gerüst was stark von außen abhängig war. Und da kam der Alkohol.
    10 Jahre habe ich jetzt getrunken, mit den 3 Jahren Pause inkl.

    Ich möchte mein Leben jetzt so weiterführen wie vor diesen 10 Jahren.

  • Hallo !


    Krass was du hier so schreibst. Ich habe echt Gänsehaut bekommen. So vieles kommt mir bekannt vor - inklusive dem Trinken wegen Kontaktabbruch bei einer Toxischen Beziehung in der ich eventuell auch noch stecke - ist gerade Beziehungspause.

    Auch deswegen hatte ich vor 17 Tagen einen Rückfall. Ich bin eigentlich seit Juli 2024 trocken gewesen - dann in Budapest Weihnachten 2025 ein einmaliger ausrutscher und nun leider im Februar ein Getränk, dann im März wieder zwei, drei und im April der völlige Absturz. Nun suche ich mir aber ebenso Hilfe - habe in 8 Tagen einen Termin beim sozialpsychiatrischen Dienst und gehe wieder zum blauen Kreuz. Ich bin mir bewusst alleine schaffe ich es sonst nicht.

    Ich bin bereit aufzuhören ohne wenn und aber. Aber leider gibt es halt manchmal trigger oder ich kann es nicht mehr greifen, dass ich dieser Teufel war der so trinkt bis er umkippt und zugepisst auf dem Boden einschläft. Es kommt mir vor als wäre das ein anderer Mensch und nicht ich - aber nein ich war das. Niemand hat mir das Gift in den Rachen gekippt oder mich gezwungen. Ich war es selber.

    LG Micha 44 Alkoholiker

    Alkohol löst Partnerschaften, Finanzen, den Arbeitsplatz, die Fahrerlaubnis auf...nur Probleme löst er nicht...

  • Aber leider gibt es halt manchmal trigger oder ich kann es nicht mehr greifen, dass ich dieser Teufel war der so trinkt bis er umkippt und zugepisst auf dem Boden einschläft. Es kommt mir vor als wäre das ein anderer Mensch und nicht ich - aber nein ich war das. Niemand hat mir das Gift in den Rachen gekippt oder mich gezwungen. Ich war es selber.

    Das ist die Sucht, sie verlangt nach ihrem Suchtmittel. Du bist nicht dieser Teufel. Ich dachte immer ich will saufen, habe aber gelernt es ist das Saufhirn das nach Alkohol verlangt. Ich wollte nicht saufen, ich musste weil ich süchtig bin

    Heute trinke ich nicht

  • Moin Micha,


    Ich habe früh schon gemerkt, dass meine Trinkmenge nicht gesund war. Das waren immer so 3 bis 4 Bier. Mit Ende 20 macht man sich keine Gedanken, weil es auch unregelmäßig war.


    Erst als ich Familie machte ich mir oft Gedanken. Es gab Situationen da hatte ich gar nicht vor was zu trinken und trotzdem war es dann ein Bier. Aber noch nicht so, dass ich mehr wollte oder konnte.

    Mit Mitte 30 hörte ich auf. Meine Gesundheit war mir wichtiger. Und das lief auch gut.

    Bis 2024, da kam es wieder und letztes Jahr eben dann auch zur Trennung deswegen. Paradoxerweise hörte ich dann damit auf und suchte mir eine Psychologin.

    Da kam dann erstmal raus, dass es ganz tief in mir Verhaltensstörungen habe. Das ist Verlustangst, mangelndes Selbstvertrauen, depressive Lebensansichten seit der Scheidung damals.

    Ich habe nie gelernt mit innerem Druck umzugehen. Also jetzt sowas wie Liebeskummer, Jobverlust usw

    Weil jedesmal war Alkohol im Spiel. Nicht bewusst aber weil er irgendwie vorhanden war. Ob Disco, Feier oder Freunde.

    Und wenn ich dann dieses Unwohlsein spürte, griffe ich zum Bier. Weil es aufeinander Weg war. Das heißt, Alkohol hat bei mir nie den Sinn vom Geschmack gehabt oder Geselligkeit, weil ich permanent irgendwas in mir hatte. Da dockte er gleich an und es war weg. Natürlich wusste ich, das ist nicht gut und mit Partnerin führt das zu Problemen. Außerdem wollte ich ja gar keinen Alkohol. Also trank ich außer Haus für mich allein, damit ich mich runterfahre. Rest kann man hier lesen oder kennt jeder von sich selbst.

    Das heißt, ich kann dafür gar nichts, weil die chemische Wirkung von Alkohol immer bei mir was auslöst. Die Folgen sind aber Niedergeschlagenheit, Panik und Angst. Selbsthass bis hin zu Selbstmordgedanken.

    Das hat mir aber nie jemand gesagt. Es hieß immer: du trinkst zu viel, du bist ein Alki. Also hörte ich auf mit trinken aus Willen weil ich ja nicht so weitermachen konnte.


    Seitdem ich das aber weiß, was da in mir passiert, hat der Alkohol keine Anziehung mehr auf mich. Zum ersten Mal in meinem selben lernte ich, auch mit schwierigen Momenten umzugehen. Und wir haben bald Juni und ich stecke immer noch tief in einer Krise drin. Aber ich weiß auch was er angerichtet hat und wie er bei mir wirkt. Selbst wenn es mir besser geht würde ich nie wieder das Risiko eingehen: aber eins geht. Weil es keine Garantie gibt, ob nicht sofort die depressive Ader getroffen wird. Heißt ich muss nicht mal dem Allohol wieder verfallen aber ich falle wieder in ein Loch und verliere mich selbst.

    Ich kenne mein Leben auch ohne Alkohol und auch jetzt ist es das einzige worauf ich mich wirklich verlassen kann: auf mich und mein ICH.

    Da ich mein Wesen, meinen Charakter und die Emotionen jedoch nicht verändern kann, wird eine Kombination mit Alkohol für mich nie wieder möglich sein.

    Aber das ist nicht schlimm, weil ich ja nicht auf etwas verzichte, was ich nicht darf, sondern mich vor etwas schütze, was mir nicht gut tut. Ich beneide auch nicht meine Kumpels wenn sie trotzdem ein Bier trinken. Sie finden es gut was ich mache da sie selber erkennen, dass sie dauerhaft nicht ohne können. Der Unterschied bei uns liegt darin, dass ich mich wirklich selber mal hinterfragt und kennengelernt habe.
    Ich erkläre das auch genau so. Weil ich würde mir ja auch kein Heroin spritzen, weil es mich ja auch verändern würde. Und Alkohol hat bei mir halt Nachwirkungen was mein Wesen betrifft. Von Lebensfroh zu Depressiv.

    Das versteht jeder und sagt: würde ich dann auch nicht machen.

    Wo ich mir noch sehr schwer tue ist die Zukunft. Nicht was meine Einstellung betrifft sondern wie ich damit nach außen umgehe. Gerade bei neuer Partnerin, falls es mal eine gibt. Das Lable Alkholiker ist ein k.O Kriterium. Weil es immer verbunden ist: das bricht irgendwann vielleicht aus, der darf nichts mit Alkohol usw. ich habe halt meine Erfahrungen gemacht, nach einer Zeit wieder in Berührung gekommen und jedesmal in Phasen wo es mir nicht gut ging. Die Auswirkungen waren so prägend und schockierend, das möchte ich nie wieder erleben.

  • Wo ich mir noch sehr schwer tue ist die Zukunft. Nicht was meine Einstellung betrifft sondern wie ich damit nach außen umgehe. Gerade bei neuer Partnerin, falls es mal eine gibt. Das Lable Alkholiker ist ein k.O Kriterium.

    Einer neuen Partnerin gegenüber hilft nur, mit offenen Karten zu spielen. Falls sie mal fragt, weshalb Du nichts trinkst, nützt Dir ein Herumdrucksen nicht. Wer lässt sich schon gerne von einem neuen Freund hinters Licht führen?

    Was Du auf der Arbeit, gegenüber Kollegen, Nachbarn und Bekannten erzählst, bleibt Dir überlassen. Ich habe nur sehr wenige eingeweiht, die zitierten Personen jedenfalls nicht.

    Eine neue Partnerin würde ich immer zu gegebener Zeit einweihen. Wenn sie dann nicht mehr will, ist sie die Falsche für Dich.

  • Wo ich mir noch sehr schwer tue ist die Zukunft. Nicht was meine Einstellung betrifft sondern wie ich damit nach außen umgehe. Gerade bei neuer Partnerin, falls es mal eine gibt. Das Lable Alkholiker ist ein k.O Kriterium.

    Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Es schränkt auch bei mir die Partnerwahl echt ein. Ich kann nicht mit jemanden zusammen sein, der Alkohol konsumiert - sei es auch nur Gelegentlich. Bin im Moment ja in so einer toxisch gewordenen Beziehung gefangen. Das gute ist aber sie trinkt nicht. Aber mal sehen wie es da weitergeht. Das macht mir auch recht zu schaffen und war meine Ausrede für den letzten Rückfall.

    Alkohol löst Partnerschaften, Finanzen, den Arbeitsplatz, die Fahrerlaubnis auf...nur Probleme löst er nicht...

  • Bin im Moment ja in so einer toxisch gewordenen Beziehung gefangen. Das gute ist aber sie trinkt nicht.

    Hmm, eine toxische Beziehung kann wohl sehr leicht und schnell zum Rückfall führen. Irgendwie fällt mir da gerade der Satan und der Beelzebub ein. Ich wäre da vorsichtig und wenn die Beziehung ja schon toxisch ist wäre es da nicht besser einen Schlussstrich zu ziehen, fürs Nichttrinken brauchst du ja eigentlich niemanden der auf dich aufpasst.

  • Ich will niemanden die Schuld geben und irgendwas behaupten. Aber ich sage es mal vorsichtig: dort wo ich reingeraten bin war emotional sehr intensiv. Fast schon unwirklich perfekt und schön. Da trank ich schon lange nichts und brauchte auch nichts.

    Erst als das ganze dann eben nicht mehr so intensiv war, also dauerhaft kamen Spannungen rein, Einsamkeit, Leere und enorme Anpassung. Das führ auf Dauer zu Druck und Leistungsdruck. Und da ging dann langsam die Tür zum Bier wieder auf. Obwohl ich wusste was passieren kann!


    Das was ich heute weiß und gelernt habe ist aber nicht die Beziehung selber, sondern das bei sich bleiben.

    Zum Sport gehen wenn daheim die Lift brennt. Grenzen setzen. Sich nicht verlieren indem man immer mehr macht damit ja die Liebe wieder kommt. Auch die Angst aushalten müssen, es kann mal eine Trennung kommen.

    Ich kann ja nicht ewig Single bleiben nur damit ich kein Risiko eingehe wieder zu trinken.

    Ich muss den Umgang mit mir lernen. Das ist viel wichtiger.

    Ich war heute auch wieder bei Freunden und da tranken die auch Bier. Wie gesagt mich stört das nicht weil ich bei mir bin. Ich weiß was es anrichtet und das ich es ja eh noch bis wollte. Also gibt es für mich keinen Grund. Ich habe sogar so viel Spaß an dem Abend gehabt, dass ich nicht mal meine Flasche Wasser ausgetrunken habe. Es war nicht mal das Trinken selber da. Auf der Heimfahrt kam mir das alles so hoch und wie das Leben mal früher war. Die dunklen Wälder und mein Licht auf der Landstraße. Glockenklar im Kopf. entspannt.
    Das ist für mich weder trigger noch Verzucht. Das bin ich, wie ich mal war und eigentlich bin.

    Und daher sind die Momente der Konsumtage heute so unbwgreiflich. Vorallem wie blöd ich war als ich dachte: du solltest es lassen aber das eine wird schon gehen… Zack ein Jahr später war ich drin.


    Wie sich das mal ändert wenn es eben auch beziehungstechnisch schwierig wird weiß ich nicht. Aber solang ich bei mir bleibe, ist das die halbe Miete.

    Ich habe nämlich oft eins vergessen: ich kam wie alle anderen auch auf die Welt. Und ich darf auch glücklich sein. Ich muss aber nicht alle Sorgen und Probleme mir annehmen, damit ich den anderen nur glücklich mache aber selbst mich dabei verliere. Weil am Ende sind andere weg und ich mir meinen Problemen und dem Alkohol allein.

    Andere Menschen haben keinen Einfluss mehr darauf, dass ich vor lauter Frust wieder mich abschiesse. Auch ich muss meine Linie haben.

  • Ich war heute auch wieder bei Freunden und da tranken die auch Bier. Wie gesagt mich stört das nicht weil ich bei mir bin. Ich weiß was es anrichtet und das ich es ja eh noch bis wollte. Also gibt es für mich keinen Grund. Ich habe sogar so viel Spaß an dem Abend gehabt, dass ich nicht mal meine Flasche Wasser ausgetrunken habe. Es war nicht mal das Trinken selber da. Auf der Heimfahrt kam mir das alles so hoch und wie das Leben mal früher war. Die dunklen Wälder und mein Licht auf der Landstraße. Glockenklar im Kopf. entspannt.
    Das ist für mich weder trigger noch Verzucht. Das bin ich, wie ich mal war und eigentlich bin.

    Du hast die Sucht nicht verstanden. ;)

    Es geht nicht darum, ob du dich unter saufenden Menschen wohlfühlst oder ob du „bei dir“ bist. Entscheidend ist die Schlussfolgerung, die du daraus ziehst.

    Wenn du aus solchen Situationen ableitest, dass du „nicht gefährdet“ bist oder dass Alkohol für dich keine Rolle mehr spielt, dann ist das genau die " nasse Denkweise". Und genau da wird es gefährlich. Die Sucht zeigt sich doch nicht in dem Moment, in dem du Wasser trinkst, während andere Bier trinken. Sie zeigt sich in dem Moment, in dem du glaubst, daraus eine Sicherheit ableiten zu können.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Guten Morgen,

    Ich will niemanden die Schuld geben und irgendwas behaupten. Aber ich sage es mal vorsichtig: dort wo ich reingeraten bin war emotional sehr intensiv.

    Ich kann ja nicht ewig Single bleiben nur damit ich kein Risiko eingehe wieder zu trinken.

    Vielleicht solltest du und Hope es mal versuchen, ich lese da raus das die Beziehung dich zum Bier zurück bringt, Ihr schreibt ja beide von toxischen Beziehungen bzw. deine Beziehung verursacht bei dir Kummer usw. Wenn man seine Beziehung selbst schon als toxisch bezeichnet sollte man sich trennen, vor allem wenn man durch die Blume sagt das es einen immer und immer wieder zum Alk zurück bringt.

    Ich war heute auch wieder bei Freunden und da tranken die auch Bier. Wie gesagt mich stört das nicht weil ich bei mir bin.

    Wissen diese Freunde das du Alkoholiker bist? Die warst am Vatertag bei denen und die haben Bier getrunken?

    Weißt du ich halte mich seit meinem ersten Tag dem Alkohol fern so gut es geht, Zuhause ist es schwer Frau trinkt ab und zu und auf der Arbeit sehe ich es zwangsläufig mal, aber sonst halte ich mich fern und hab wirklich gar keine Lust auf saufende Freunde.

    Da brauche ich mich gar nicht zwingen, wer bitte kommt auf die Idee sich mit einer Flasche Wasser am Vatertag zu seinen saufenden Freunden zu setzen?

    Es ist wie immer interessant wie du deine Abstinenz angehst, ich will ja nicht sagen mit Füßen trittst.

  • Natürlich wissen die das. Und es war die ganzen Jahre nie so, dass ich auch nur ansatzweise was trinken wollte. Seitdem ich damals abstinent lebte, war das ganze Leben für mich wieder wie früher. Ich habe mich selber nie mit Alkohol gemocht.

    Das wofür ich mich nur verurteile ist, dass ich in einer Phase der inneren Unruhe dachte: das hat früher geholfen, heute wird das schon gehen. Und es half auch. Nur aus den alle paar Wochen wurde dann eine Routine.

    Und der Ansatz in der Suchtberatung war immer: nicht trinken.

    Das klingt jetzt blöd aber mir hat niemand gesagt, dass ich diese innere Spannung mit mir ausmachen muss. Das jeder sowas hat und nicht alle gleich trinken. Ich habe aber durch meinen Umzug mein Fundament aufgegeben und keinen Ersatz aufgebaut. Heißt der Fokus lag auf der Partnerin.

    Und durch die Therapie weiß ich erst, dass Alkohol sofort auf die Emotionen schlägt und damit sowas wie ein Schutz aufgebaut wird. Weil der Körper keine schlechten Gefühle mag. Und das habe ich mir angelernt. Alkohol ist in meinem Leben der letzten 10 Jahren immer auf Beziehungen und Unsicherheit aufgebaut.

    Statt zu sagen: mir geht es nicht gut, ich melde mich jetzt wieder im Studio an, Ging ich schleichend wieder den alten Weg.

    Und nie wollte ich das. Ich habe nie gern getrunken. Und immer wieder kamen die Phasen und ich wusste nicht wieso. Warum fängt man nach Monaten wieder an, nur weil sie schlechte Laune hat?


    Keine Freunde mehr

    Kein Eishockey Verein mehr

    Kein Fitnessstudio mehr

    Kein Garten mehr

    Kein Motorradfahren mehr

    Keine hobbywerkstatt mehr

    Kein Ortsverein mehr

    Keine Familie in der Nähe


    Alles war schlagartig weg. Und ich habe nicht einen einzigen Ersatz für mich aufgebaut. Damit war ich in den ganzen Situationen nur für mich. Nur am Denken, am grübeln, am weinen und am verzweifelt sein. Über verlustangst bis hin zu Panik. Und da war dann Alkohol absolut willkommen.


    Wie sagte meine Therapeutin: was haben Sie denn gedacht? Wie lange wollen Sie das in sich reinfressen? Wenn’s nicht Alkohol gewesen wäre, dann wär es eben was anderes. Die Ursache ist bei Ihnen nicht das Bier. Es ist Ihr Umgang mit sich selbst.

    Der Alkohol ist bekannt, aus Ihrer Vergangenheit. Der war sofort greifbar.

    Aber damit haben Sie nichts ändern können. Ihre Unsicherheit ist genauso da. Und da Sie nie gelernt haben damit umzugehen hätten Sie noch 10 Entziehungen machen können. Die Ursache liegt in Ihnen.


    Ich habe bis heute diese Gefühle in mir, seitdem ich getrennt bin. Dieses innerliche Platzen, dieses nicht aushalten können. Genau das Gefühl warum ich dann immer wieder Bier trank. Aber damals wurde ich ruhiger und das Wissen: sie ist da, morgen wird wieder alles gut.

    Und heute ist es eben nicht so. Sie ist weg und das Gefühl ist trotzdem da. Aber ich habe kein Verlangen auf Alkohol weil ich weiß, das Gefühl gehört zu mir, ich habe es nur nie zugelassen. Ich gehe also heute zum Sport und treffe mich mit Freunden, reguliere mich. Mal wird es besser und mal nicht. Aber ich kann es nur bedingt verändern. Ich habe nach langer Trinkpause wieder angefangen was in einer Katastrophe endete. Und zwar habe ich genau das gemacht, wovor ich mich am Ende am meisten geekelt habe. Und ich wusste nie warum.
    Weil ich so in einem Kreislauf drin war, dass ich mich selbst verloren habe.

    Ich mache jetzt seit 3 Monaten Verhaltenstheraphie und sehe mich erstmal selbst, was ich für Unsicherheiten habe.
    Alkohol hat zum ersten Mal nicht mehr den Anschein von Entspannung, Party und Lebensfreude. Er ist für mich nur noch etwas was mich verändert. Und das möchte ich nicht mehr. Ich habe es gesehen wohin es geführt hat. Daher muss ich auch mir nicht immer sagen: heute nicht. Weil ich diesen Gedanken gar nicht habe.
    Ich habe durch mein Verhalten mit Alkohol, das Wissen das bist nicht du, diese Scham und Wut auf mich, bis hin zu morgendlichen Gedanken das „Ganze zu beenden“ so ein abgrundtiefen Hass. Ich kann es heute nicht mehr begreifen, dass sowas je passiert ist. Es klingt wie als wenn das jemand anderes war, aber nicht ich. Und trotzdem weiß ich es, das warst du. Unvorstellbar. Und das löst richtig Herzrasen aus, weil es eben nicht rückgängig gemacht werden kann. Und jeder Tag fühlt sich absolut normal an. Weder frei noch Gedanken oder Verzicht oder Verlangen, sondern normal.

    Und was mir gut tut sind meine Freunde, dass ich soziale Kontakte habe. Sie kennen meine ganze Story und sie finden es gut, wie offen ich mit allem umgehe.
    Und sie kennen mich auch von damals, als ich ebenfalls nichts trank.

    Du bist wieder der alte ******* hat mir gestern einer gesagt. genauso wie gut mir der Sport tut, und das ist alles trotz Trennung.

    Nein, ich möchte das nie wieder erleben. Nie nie wieder

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