gismo - Selbstreflexion

  • Hallo ich bin neu hier. Bei mir wurde vor über zwei jahre eine Sucht diagnostiziert. Habe damals fast täglich eine Flasche getrunken. Und ja, ich war und bin alkoholiker. Unter Alkohol gefahren, fs weg. Das hat mir schlagartig die Augen geöffnet, Seitdem (seit über zwei Jahren) trinke keinen Alkohol mehr. Abstinenz Belege sind vorhanden. Mpu negativ mangels selbstreflexion. Wie soll ich damit jetz umgehen. Es ist wie gesagt schon über zwei Jahre her und mir geht es super damit.

    Freue mich auf eure Beiträge

  • Hallo Gismo,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Meinen Glückwunsch zu Deinem Entschluss vor 2 Jahren keinen Alkohol mehr zu trinken.

    Hier können wir Dir keine Tipps in Bezug auf die MPU geben, da musst Du Dich anderswo belesen oder einen Rechtsanwalt befragen.

    Hier im Forum tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz wollen.

    Hast Du an diesem Austausch Interesse, oder wolltest Du nur Deine Fragen in Richtung MPU stellen?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo danke für das willkommen.

    Nein ich suche keine hilfe bei der mpu... Ich dachte an einen Austausch und erfahrungen zum "warum" habe ich angefangen zu trinken. Wie andere es erlebt haben. Ich hatte wohl einen kalten Entzug gemacht. Aber eher unbewusst.

  • Nach den zwei Jahren Abstinenz gehe ich bei Dir davon aus, dass Du eine lebenslange Abstinenz willst.

    Hier ist der Link zur Freischaltung für den Austausch im offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und ganz kurz etwas dazu schreiben.

    Danach werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Linde66 29. Januar 2026 um 23:43

    Hat den Titel des Themas von „Selbstreflexion“ zu „gismo - Selbstreflexion“ geändert.
  • Hallo Gismo,

    Elly ist nicht mehr online, deswegen habe ich dich freigeschaltet und dein Thema in den entsprechenden Forenbereich verschoben.

    Du kannst dich jetzt überall austauschen, nur bitte die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den Usern mit den orangeroten Namen.

    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch.

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich dachte an einen Austausch und erfahrungen zum "warum" habe ich angefangen zu trinken. Wie andere es erlebt haben.

    Ich habe mit 13 angefangen aus Neugier, cool sein. Da Dopamin ausgeschüttet wird hat es mir gefallen. Habe mit Kumpels gelacht, gefeiert. Schleichend wurde es zur Sucht. Aus Spaß wurde: Ich brauche jetzt was. Und daraus wurden: Kater, Entzüge, Körper Psyche kaputt, Anzeigen, Führerschein garnicht erst bekommen, Schlägereien sogar mit Polizisten, Trennungen. Jeder Lebensbereich zerstört

    Heute trinke ich nicht

  • Oha. Das mit dem feiern war bei mir ähnlich man wird lockerer. Im laufe der Zeit kam bei mir der gesamte Stress und Ärger zusammen. Haus gekauft, Frau war schwanger, Kind auf Baustelle geboren, hab den kompletten Umbau alleine gemacht und nebenbei noch zehn Stunden kappo auf Arbeit. Danach zur Belohnung ein "feierabendbierchen". Dann zwei?dann3? Irgendwann täglich eine Flasche Wodka. Zum runterkommen. Klar...fs weg mit 3,6pro. Das ganze hat bei mir gerade mal vier Jahre gedauert. Ich bin überrascht wie sehr einem der alkohol dabei unterstützt, sich in seine negativen gedanken reinzusteigern, obwohl man glaubt sich Danach besser zu fühlen. Leider ist es am nächsten Tag oft schlechter.

  • Herzlich willkommen auch von mir, gismo .

    Du wirst deinen eigenen Weg gefunden haben, kennst du schon unsere Grundbausteine?

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40


    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Gelesen habe ich von fehlender Struktur. Ich hatte sehr wohl eine Struktur. Die bestand aus Arbeit, Danach Arbeit. Leider hatte der alkohol dabei auch seinen festen Platz gefunden...

    Hallo gismo,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Du schreibst, dass du viel gearbeitet und dabei viel getrunken hast – das kenne ich wirklich sehr, sehr gut. Arbeiten um zu Saufen und Saufen um zu Arbeiten: eine vermeintlich tolle Kombination.

    Wenn ich etwas erledigen musste, worauf ich keine Lust hatte, habe ich es mir einfach schön gesoffen und dann durchgezogen. Es musste ja erledigt werden. War es eine schöne Arbeit, habe ich dabei auch viel getrunken – die schöne Arbeit musste ja gefeiert werden,Und wenn gerade nichts zu tun war, habe ich mir neue Arbeit gesucht. Natürlich um dabei wieder zu saufen. 😉

    Nach getaner Arbeit stand ich dann oft betrunken vor meiner Frau. Wenn sie mich beschimpft hat, habe ich ihr stolz erklärt, was ich doch alles geleistet habe….

    Heute arbeite ich immer noch viel, aber ich bin trocken. Und die gleiche Arbeit gelingt mir jetzt deutlich besser: mit klarem Kopf und mit gutem Gewissen. Trinken tue ich dabei auch, Kaffee oder Cola-Zero 😋

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • Hallo zwieback. Danke für deinen Kommentar. Sehr erstaunlich, die ähnlichkeit. Wenn eine Arbeit Spaß macht, trinkt man weils Spaß macht und dann feiern wenns fertig ist. Man redet sich ein wie viel man doch geschafft hat, aber eigentlich ist das nur ein bruchteil von dem was man sich vorgenommen hat, weil man nach kurzer zeit erstmal ne pause braucht und ein kleines Bierchen...und dann auf morgen verschieben. In den letzten zwei Jahren habe ich doch um ein vielfaches mehr geschafft. Und nebenbei noch dreimal die Woche zum Sport. Ist schon echt erschreckend, wie viel Lebenszeit einem der alkohol nimmt...

  • Und genau deshalb rate ich dir, weiterhin hier im Forum aktiv zu bleiben.

    Zu verlieren hast du gar nichts, aber sehr viel zu gewinnen.

    Noch einmal zum Thema alkoholisiertes Arbeiten: Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich Arbeiten doppelt und dreifach machen musste, nur weil ich mit einem besoffenen Kopf irgendetwas vergessen oder falsch gemacht habe. Sehr oft habe ich schneller getrunken, als ich arbeiten konnte, was zur Folge hatte, dass ich sehr aggressiv wurde und Gegenstände kaputt gemacht habe. Im Nachhinein habe ich oft Gegenstände angeschrien, weil das, was ich gemacht hatte, nicht geklappt hat oder nicht schnell genug ging.

    Bleib auf jeden Fall weiterhin hier dran.

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • Wenn du erstmal Süchtig bist sind die Umstände fast egal. Ich habe zum Schluss alles ausprobiert. Viel Arbeit, wenig, keine. Hobbys ohne, keine etc. Umfeld keine, viele. Einen GRund zum Saufen gab es dann IMMER. Die Sucht schreit dann schon nach dem Alkohol!!! Egal was ist.

    Heute trinke ich nicht

  • Ich hätte da mal eine Frage, ich hab mal was über die grundbausteine für ein Leben ohne Alkohol gelesen...Ich bin immernoch auf der Such nach dem warum. Ich trinke ja seit über zwei Jahren keinen Alkohol mehr. Habe mein Leben wieder soweit hergestellt wie vor der Zeit als sich der alkohol in mein Leben eingeschlichen hat. Ich war damals drei bis fünf Mal pro Woche beim Sport. Und das seit über 30jahren. Als corona kam, hat sich einiges geändert, Umzug familiäre Situation, Verein hat sich aufgelöst usw. Da hat sich bei mir eine Unzufriedenheit und Langeweile eingestellt. Seit ein paar Monaten gehe ich wieder regelmäßig zum Sport, habe meinen Arbeitgeber gewechselt und so. Also eigentlich alles super. Keine Rückfallgedanken, der alkohol ist mir eigentlich egal geworden. Kann sich eine Unzufriedenheit wirklich so negativ auswirken?

  • Ich denke, dass ist eine Verknüpfungssache. Anfangs kam mir bei allem der Gedanke an ein Bier. Besonders bei positiven Dingen.

    Die Grundbausteine waren mir eine gute Anleitung, wie ich diese Verknüpfungen durch andere Dinge ersetze. Sehr wichtig, besonders am Anfang.

    Mit der Zeit traten die alten Verbindungen immer mehr in den Hintergrund. Wenn mir jetzt etwas postitives oder negatives passiert, fällt mir alles Mögliche ein, aber kein Alkohol.

    Mein Leben hat sich aber auch stark verändert. Es kommt praktisch kein Alkohol mehr darin vor. Ich werde nie mehr eine Hausbrauerei betreten, o. ä. Angetrunkene Menschen kann ich nicht mehr ertragen. Wahrscheinlich weil sie mein früheres Ich spiegeln. Und ich habe mein Leben an sich stark verbessert.

    Aus diesem Grund kann ich jetzt nicht sagen wie es sich verhalten würde, wenn ich jetzt über einen sehr langen Zeitraum unzufrieden sein würde. Ich denke, ich würde mit allen Mitteln versuchen das zu ändern. Außer mit Alkohol. Denn damit geht es nicht und das weiß ich ja schon.

    Ich persönlich sehe auch Unzufriedenheit als "Ausrede" für das Suchthirn. Wenn man ihm jetzt, besonders am Anfang, diese Ausrede nimmt, hat man ja gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Keine Trigger und ein zufriedeneres Leben.

    Die Trigger-Verknüpfungen treten immer mehr in den Hintergrund, aber das zufriedenere Leben bleibt. :)

    So war es jedenfalls bei mir - die letzten vier Jahre.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich denke schon, dass vieles mit einer seelischen Unzufriedenheit zusammenhängt. Da das Gehirn sehr komplex ist, wird es nicht wirklich Auslöser geben. Irgendwer schrieb mal: eines Tages kommt der Punkt, da fliegt die Panzersicherung raus und die geht nie wieder rein. Da wird aus Genuss/ Feiertrinken eine Abhängigkeit bzw. ein ungesunder Konsum.

    Ich kann nur von mir sprechen, dass die Toleranz und das Verlangen- obwohl man es weiß- seelischer Natur ist. Mit sich selbst irgendwie unzufrieden obwohl alles eigentlich toll ist. Die Selbstverwirklichung des Menschen ist in unseren Genen. Das ist unser Überlebenswille.

    Ich sag es mal anders: wenn es dir kacke geht, wann nimmst du Heroin?

    Genau, weil du es nie versucht hast, die Auswirkungen durch Wissen erlent hast und es nicht versuchst.

    Bei Alkohol ist es anders. Er ist gesellschaftlich akzeptiert und es wird gefördert. Wäre er verboten, wären weniger abhängig.

    Ich glaube auch sehr, dass die meisten von uns da reingeraten sind weil der Alkohol das Wesen verändert hat. In vielen Fällen erstmal positiv (Partys, Feiern, Gesellschaft usw.) dieses Gefühl ist stark verankert. Wenn man auch dann lernt, dass es bei Stress hilft, ist man irgendwann drin.

    Die wenigstens sind nach ein paar Getränke abhängig, das ist ein Erlernen.

    Ich habe mal in der Suchtberatung gefragt, wieso so viele junge Menschen jedes Jahr nach Malle fliegen, sich zu kippen und im Alltag keine Probleme haben.

    Hatte ich auch nicht... Für MICH ist die Abhängigkeit auch mit dem Alter und dem Leben verbunden. Erfahrungen, Betrachtungsweisen usw. Man sieht halt alles anders als mit 16. Reflektierter und sachlicher, weniger aus dem Bauch raus. Und viele Sachen davon, die man früher nie hatte, muss man dann ertragen oder durchleben. Positiv und negativ. Und da dockt dann häufig der Alkohol an, der Gefühle und Gedanken beruhigt.

    Der Mensch nimmt immer Drogen um sein Bewusstsein zu verändern. Der Umgang mit Gefühlen ist für MICH das elementarste an der Alkoholabstinenz. Wenn man das aushält, sich durchkämpft und auseinandersetzt, kann man es schaffen. Der Konsum ist lediglich die Betäubung.

  • Also eigentlich alles super. Keine Rückfallgedanken, der alkohol ist mir eigentlich egal geworden.

    Das habe ich auch gedacht doch nach 4 Monaten abstinenz war ich wieder am Saufen. Weil es mir egal geworden ist. Man muss weiter dran arbeiten, reflektieren, aufpassen. Süchtig bleibt man für immer!!

    Heute trinke ich nicht

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