ich bin 36 und möchte eigentlich Kinder. Aber ich habe angst davor Kinder in die Welt zu sezten mit jemandem der sich dann nicht kümmert und die Kinder mitansehen müssen wie der Vater am Wochenende nur auf dem Balkon sitzt und ein Bier nach dem anderen trinkt.
Die Angst ist berechtigt. Ich bin in so einem Umfeld aufgewachsen. Mein Vater hat getrunken, jeden Abend. Jahrzehntelang. Es war normal. Ich kannte es nicht anders. Meine Mutter ist fast daran zerbrochen. Es hat für unsägliche Spannungen gesorgt. Ich als Kind habe von den Zusammenhängen auch nichts verstanden. Hab nur registriert, daß eigentlich nie Frieden war. Es wurde auch mit den Jahren mehr. Auch wenn es NUR Bier oder NUR Wein war. Er stieg nie auf Hochprozentiges um. Heute weiss ich, daß es trotzdem immense Mengen waren, eben weil viele Biere und Weine auch genug Alkohol enthalten.
Er konnte und wollte nicht aufhören. Und hat sie auch irgendwann verlassen, aber es dauerte. Viel zu lange. Die beiden hielten das System sehr lange aufrecht, saßen es aus. Meine Mutter wollte, daß er aufhört zu trinken (und noch eine ganze Menge anderer Dinge, zu nichts war er bereit). Er wollte, daß sie ihn in Ruhe ließ.
Uns Kindern erzählte man (auch meine Mutter), daß Papa bestimmte Weine nicht vertrug, - irgendwann trank er hauptsächlich Bioweine. Ich habe geglaubt, was sie uns erzählten. Papa hat einen empfindlichen Magen. Daß es nicht normal ist, daß ein Vater JEDEN verdammten Abend trinkt, hat mir keiner erzählt.
Es vermittelte mir ein Bild von Familie, was mich vergiftete. Weil es mir normal vorkam.