Fruechtetee - Nochmal den Mut haben....

  • Und zack der Gedanke....hätte ich jetzt auch gemacht....


    Ich finde diesen Gedanken erstmal gar nicht schlimm. Wichtig ist doch, welche Bedeutung du dem gibst.
    Ist es eher ein ‚boah, das hätte ich jetzt auch gern‘ dann Hand zur Faust geballt und durchgehalten oder ein ‚ist das schön, dass ich das jetzt nicht mehr muss‘ und mit einem Lächeln im Gesicht zurück in die Vorstellung….


    Aber...bin völlig überrascht,wo mir Alk begenet ,bzw wie oft ich selber die Möglichkeit genutzt habe ,um an meinen Stoff zu kommen.

    Alkohol ist doch so ziemlich überall allgegenwärtig. Die Welt wird nicht trockener, nur weil wir nicht mehr saufen.
    Solche Momente können doch auch als persönliche Rückschau gesehen werden….sachlich, es war eben so, und jetzt ist es anders.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Aber...bin völlig überrascht,wo mir Alk begenet

    Ich bin auch immer überrascht wo der Alk auftaucht. Ich hatte diese Woche Urlaub und bin morgens über den Wochenmarkt gegangen. Als ich an einem Kaffee vorbei kam, saßen dort zwei Frauen die sich ein Sektfrühstück "gegönnt" haben.

    Ich glaube uns fällt das aber auch eher auf wie nicht Alkoholiker. Für meinen Teil finde ich gut wenn man es Wahr nimmt und immer dran erinnert wird wie es war und wie es jetzt ist.

    Schön das du dich auf den Film konzentrieren konntest und er dir gefallen hat. Dann hattest du wohl keinen Saufdruck. Oder?

  • Wir können nicht alles im Voraus planen und berücksichtigen. Da gilt es dann zu improvisieren

    Da hast du wohl recht...ich glaube ,es war eher die Mischung aus ...och nö....und das Erstaunen,dass ich das überhaupt nicht auf dem Schirm hatte(weil es vorher komplett normal für mich war,ein Glas Wein vorher zu trinken). Meine innere Sirene hat garnicht vorher angeschlagen.

    Für den nächsten Besuch hast Du es jetzt auf dem Schirm

    Genau! LG

  • Ich finde diesen Gedanken erstmal gar nicht schlimm. Wichtig ist doch, welche Bedeutung du dem gibst.

    Das stimmt absolut! Es war eher eine Mischung aus allem möglichen. Letztlich hat der Tee gut geschmeckt und der Film war auch gut.

    Aber auch hier...viele Filmszenen mit Alk. Mir wird immer deutlicher bewusst,wie "normal" es ist,diese Szenen überall anzutreffen.

    Nur bemerke ich all das verstärkt. Aber klar,bin bei diesem Thema sensibilisiert. LG

  • Hallo Anna Sophie,nein es hat keinen Druck verursacht und der Film war wirklich gut.

    Aber du hast Recht. Ich bin da gerade besonders sensibel unterwegs,weil ich begonnen habe mich abzugrenzen.....

    Ein kleine schöne Geschichte am Rande war kürzlich der Einkauf meines Mannes.

    Ich war echt ein bisschen genervt,dass er so lange gebraucht hat. Wieder Zuhause angekommen,sagte er mir,dass er in drei verschiedenen Läden war,um Sauerkraut zu kaufen. Ich glaube,ich habe ein bisschen dumm geguckt. Er sagte mir dann,dass er in zwei Läden keins ohne zugesetzten Alk bekommen. Wir hatten vor dem Einkauf nicht drüber gesprochen. Wie schön war das denn,dass er von sich aus so drauf geachtet hat 😊......

  • Wie schön war das denn,dass er von sich aus so drauf geachtet hat 😊......

    Das finde ich so schön von deinem Mann. Und auch gut für dich so eine Unterstützung zu haben. Und man liest aus den Zeilen das du oder besser ihr beide auf einem Guten Weg seid.

    So was zu lesen freut mich immer und macht auch mir Mut. Danke.

  • Nur bemerke ich all das verstärkt. Aber klar,bin bei diesem Thema sensibilisiert.

    Das stimmt. Nachdem ich mir vor ein paar Jahren ein neues Auto gekauft habe, habe ich plötzlich überall auf der Straße diese Marke fahren sehen.

    Ja, und beim Alkohol habe ich auch erst dann gesehen, wie tief er doch hier in der Gesellschaft verwurzelt ist.

    Danke für die Kinoerinnerung. Dafür bin ich auch hier. Um nicht zu vergessen. Mir ist gerade eingefallen, dass ich damals sogar während des Films raus bin, um noch „ein“ Bier zu holen. Habe dann zwei geholt und eines auf dem Weg zum Kinosaal abgeext, damit ich nur mit einem zurückkomme.

    Musste meistens auch bis zu zweimal auf die Toilette während des Films.

    Jetzt ist mir wieder klar geworden, wie schön es heute ist, einfach gemütlich auf seinem Stuhl zu sitzen und den ganzen Film am Stück genießen zu können.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Liebe Anna Sophie,danke für deine lieben Worte.

    Ja,er ist ist eine gute Unterstützung....am Anfang eher abwartend (vielleicht traute er meinem Abstinenzentschluss zu Anfang nicht),aber mittlerweile sagt er oft so etwas wie....wir müssen da nicht mehr mitmachen....habe den Eindruck,meine Abstinenz ist ein "Gemeinschaftsprojekt" geworden ;)

  • Jetzt ist mir wieder klar geworden, wie schön es heute ist, einfach gemütlich auf seinem Stuhl zu sitzen und den ganzen Film am Stück genießen zu können.

    Ist das nicht doll,sich über so eine Kleinigkeit (bei dem Hintergrund) freuen zu können?!

    Ich habe gerne vorher ein Glas Wein getrunken und dieses zügig,damit ich mir noch ein frisches mit in den Kinosaal nehmen konnte.

    Hier in der Nähe gibt es ein ganz tolles kleines Kino,das hat im Kinosaal eine Bar. Ein Traum.....😉

  • Hallo Früchtetee , ich hab gerade alles mal überflogen und auch gedacht , wir sind nicht alleine. Bei uns war vorgestern Osterfeuer und ich dachte erst gar nicht dran hin zu gehen. Trotzdem wurde mir wieder mal bewusst, wie komisch es ist zu Hause zu sitzen und wirklich alle anderen stehen alle dort ums Feuer herum und trinken. Es nervt mich dann doch manchmal. Aber gestern morgen, bin ich froh gewesen das ich Ostern nicht mit einem Kater verbringen muss und ich einfach den Tag genießen kann und auto fahren kann ,essen kann ....an den Abenden bin ich schon wehmütig. Ich setze die Priorität nun anders . Trotzdem beneide ich die Leute, die nur 1 mal im Monat trinken können etwas ,da bin ich ehrlich . Dass mit dem Sauerkraut finde ich süß, ich wusste gar nicht dass es dass ohne Alkohol gibt . Es ist toll dass er dich so unterstützt.

  • Ich setze die Priorität nun anders . Trotzdem beneide ich die Leute, die nur 1 mal im Monat trinken können etwas ,da bin ich ehrlich .

    Warum beneidest du die Leute, die nur 1 mal im Monat trinken können? Was vermisst du?

    Meine Priorität: Ich. Und mich gibt es nur absolut nüchtern. Jeden Tag.

    Ich beneide niemanden, der Alkohol trinkt. Weil Alkohol genau der Stoff ist, der mich hat süchtig werden lassen und weil auch dieses einmal im Monat irgendwann in der Sucht enden kann.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Ich beneide auch Menschen, die nur ab und zu rauchen... ich finde es gut wenn man nicht süchtig ist ! Ist dass denn so verwerflich ? Natürlich wäre ich lieber so ein Mensch als ein süchtig geworden zu sein . Darf man denn so Äußerungen nicht auch machen ?Man ist doch nicht immer fröhlich und positiv mit einer Sucht...sonst wärs doch wohl keine . Ich kann überzeugt sagen ich bin froh ,es gerade nicht zu sein aber ich Lüge mir auch nicht in die Tasche

  • Hallo Tiffy,danke für deine Antwort. Tasächlich hat mein Mann ja erst im dritten Geschäft Glück gehabt. Trotzdem eigentlich komisch,denn wir reden ja hier nicht von dem Wunsch "Weinbrandbohnen ohne Weinbrand" kaufen zu wollen.....

    Trotzdem wurde mir wieder mal bewusst, wie komisch es ist zu Hause zu sitzen und wirklich alle anderen stehen alle dort ums Feuer herum und trinken. Es nervt mich dann doch manchmal

    Ich verstehe so gut ,wie du das meinst! Aber....ich sehe das nur als Momentaufnahme. Im dem Moment "nervt" mich meine Abstinenz,weil sie mir das Gefühl des ausgeschlossen-seins vermittelt. Gerne mache ich dann etwas anderes(diesmal Kino), um mich da rauszuziehen.

    Aber ,es war meine Entscheidung abstinent zu werden und es ist meine bewusste Entscheidung,es auch zu bleiben. Mir fällt gerade auf,dass das mit dem "nerven" garnicht wirklich stimmt. Eigentlich habe ich am liebsten alleine getrunken und ein Gruppenmensch bin ich NIE gewesen,dh ich wäre auch in der nassen Zeit nicht gerne hingegangen. Hätte mich zwingen müssen,um mich nicht auszuschliessen und dummen Komentaren aus dem Weg zu gehen.....Also hätte es einiges an Bier dort gegeben,"um die Sache für mich geschmeidig zu machen".

    Das fällt nun weg,da ich abstinent lebe. Ok,ich habe das Gefühl hier im Dorf "auf dem Präsentierteller" zu leben. Immer schon und jetzt noch doller,da ich nicht mehr mitmache. Aber ich spüre,dass ich eine neue Freiheit geschenkt bekommen habe. Sie erlaubt es mir,mich gegen das "mitmachen" zu entscheiden. Diese Freiheit hatte ich gefühlt vorher nicht....

    Ist das nicht großartig????!:)

    Trotzdem beneide ich die Leute, die nur 1 mal im Monat trinken können etwas ,da bin ich ehrlich

    Die Leute,die bei uns ums Osterfeuer stehen,trinken in den seltesten Fällen nur einmal im Monat. Manchmal denke ich (nur ganz dezent übertrieben), wir könnten eine eigne SHG Dorfgruppe füllen;).

    Nein,tatsächlich ist da nichts schön zu reden! LG

  • Ich beneide auch Menschen, die nur ab und zu rauchen... ich finde es gut wenn man nicht süchtig ist ! Ist dass denn so verwerflich ? Natürlich wäre ich lieber so ein Mensch als ein süchtig geworden zu sein .Natürlich wäre ich lieber so ein Mensch als ein süchtig geworden zu sein . Darf man denn so Äußerungen nicht auch machen ?

    Natürlich darfst du das sagen. Aber solche Sätze füttern das Suchtgehirn. Es hört nicht „ich wäre gern frei“, sondern „andere können trinken" – vielleicht ich irgendwann auch wieder“.

    Der Gedanke ist menschlich, aber er ist auch ein klassischer Trigger. Wir Alkoholiker beneiden niemanden, der trinken kann , weil genau das uns kaputt gemacht hat.

    Abstinenz heißt. Ich vergleiche mich nicht mehr mit Trinkern, sondern mit mir selbst.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Da gebe ich dir recht Hartmut .Ich möchte auch nicht mehr so sein und ich sehe es selber wo es endet oder enden kann ,daher sollte ich mich mit mir selbst vergleichen. Es fällt mir aber noch nicht leicht nach nur 2 Monaten Abstinenz. Ich wünschte einfach im Vergleich um es versuchen zu erklären ,es würde mir leichter fallen . Ich habe auch lieber alleine getrunken für mich .... So war auch die Chance größer nicht aufzufallen .gesellig war ich zuletzt nicht mehr und ging auch nicht mehr ins Dorf um Menschen zu meiden . Trotzdem wird man einfach nicht mehr gefragt wenn was ansteht oder man kapselt sich automatisch ab . Da tatsächlich alles hier gefühlt begossen wird ,ist dass auch nicht möglich .Trotzdem vermisse ich ein paar Leute und muss damit klar kommen das ich vieles mit der Abstinenz aufgeben musste . Ich habe viel dazu gewonnen an Lebensqualität und dass sehe ich auch so . Ich verstehe auch triggerpunkte .Ich kann halt nur nicht immer spositiv denken.Und ja auch hier sind nüchtern betrachtet alle ganz schön oft voll .

  • Ich kann halt nur nicht immer spositiv denken.

    Ich brech es mal runter, auch wenn’s hier Früchtetees Thread ist.

    Es geht nicht um positiv oder negativ. Bei mir ging es damals nur darum, was die Sucht zulässt und was nicht. Dass Sauffreunde, „Kumpels“ und Festivitäten wegfallen, macht etwas mit einem, sehe ich auch so, aber so ist das eben. Ich habe ja weiterhin die Wahl. Es verbietet mir ja keiner, wieder zu saufen, an der Flasche zu hängen und das wieder mitzumachen, was eben auch wieder dahin führt wie früher, wenn ich unterwegs nicht verrecke, wieder aufhören muss.

    Und ja – da trennt sich eben auch die Spreu vom Weizen. Plötzlich war ich die Spaßbremse, die nicht mehr mittrinken wollte. Oder der, der den Säufern den Spiegel vorhält und deshalb nicht mehr eingeladen wird.

    Aber das war nur der Übergang, bis ich das Leben entdeckt habe, das mir vorher gar nicht bewusst war. Es gibt ein alkoholfreies Leben und zwar ein gutes. Kein perfektes, denn es ist ein freies Leben, nicht an der Flasche orientiertes Leben

    Ich hab ja nicht ohne Grund aufgehört. Und es gibt auch einen Grund, warum 95 % rückfällig werden. Ich muss den Spagat zu den 5 % schaffen. Denn nur nüchtern bin ich lebensfähig und nicht mehr Spielball der Sucht

    Nüchtern lebe ich. Mehr gibt es dazu nicht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Liebe Tiffy,ich kann das gut nachempfinden.

    Sooo vieles ändert sich,wenn man abstinent und risikominimiert lebt. Hier im Dorf geht zZt fast garnichts,was dem ständigen Alkoholkonsum geschuldet ist,der hier herrscht. Das Gefühl zu "vereinsamen" kenne ich gut,auch das Gefühl nicht mehr eingeladen zu werden......das kenne ich selber auch zu gut.

    Ich bin ja zeitlich ähnlich lange abstinent wie du und wir gehen gerade ähnliche erste Schritte.....aber,seit ein paar Tagen ändert sich bei mir etwas ganz zaghaft. Ich stelle wirklich fest,dass ich eine neue Art von Freiheit bekomme und das ist nicht nur auf Alkoholkonsum bezogen.

    Habe mich hier im Dorf oft angepasst. War ja die Neue und bin nicht besonders selbstbewusst. Das fällt jetzt gerade ziemlich weg. Meine Kontakte habe ich fast gänzlich eingestellt (Einladungen sind sehr selten geworden) und ich habe jetzt ganz selten eine Dorf-Situation,die mich zwingt mich anzupassen. Bin mittlerweile stellenweise froh,mich ausgeklingt zu haben. Mir fehlt manchmal der Kontakt zu anderen,aber das gemeinsame trinken so gut wie garnicht.

    Ich entscheide nur noch für mich und was meine Abstinenz stützt. Und das tut unser Dorfleben ganz sicher nicht!!!

    Vielleicht können wir ja gemeinsam gesündere (und natürlich spannende,erfüllende,spassige) Freizeitaktivitäten auf die Beine stellen?! Also theoretisch.....das wird!!! LG

  • Da hast du vollkommen recht . Aktivitäten sind wichtig und ja dass kann man gern machen . Einsam will keiner sein . Ich vermisse auch nicht diese Trinker gelage .... Immer war jemand total peinlich bzw .im dümmsten Fall ich und es gab getratsche. Viele dumme Sachen wären nicht passiert im nüchternen Kopf. Mancher hier kam so um . Dass ist eigentlich das was ich gerade so denke . Was hätte vermieden werden können ohne Rausch. Ich sehe vieles langsam anders und auch wie gefährlich es war . Ich akzeptiere es dass ich abhängig geworden bin und manche harten Worte richtig sind . Es ist ein Prozess dass Leben umzukrempeln . Das mit dem anpassen kenne ich zugute. Eigentlich ist es schlimm das man sich versucht anzupassen und mit macht obwohl es einem gar nicht gut tat . Die meisten würden meine Abstinenz hier weder schützen noch stützen . Manchmal ist die Wahrheit hart .Aber wor machen weiter und ich hoffe der Weg bleibt der ,der uns gut tut.

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