summsumm - Heute ist mein erster Tag

  • Vielleicht weiß ich wirklich nicht was "wirklicher" Alkoholismus ist! Ich kann von mir nur sagen ich habe definitiv zuviel über 15 jahre täglich getrunken. Ich möchte abstinent werden, das habe ich Montag beschlossen weil ich es so fühlte das das der richtige Zeitpunkt ist. Das wir am Wochenende zur Familie fahren hat mich davon nicht abgebracht. Egal ob die da was trinken oder nicht, ich liebe meine Familie und brauche sie. Wie wäre es wenn ihr trocken werden wollt und euer Partner säuft......trennt man sich dann? Ist doch nicht Euer Ernst. Es muss doch nicht immer schwarz weiß gedacht werden. Ich bin sicher das auch andere Wege zum Ziel führen. Und es nicht gesagt ob meine Familie doch darauf verzichtet wenn ich komme...denn wie ich schon geschrieben habe sie wissen es ja noch nicht!

    Ich dachte nur ihr habt vielleicht erste Erfahrungen mit der ersten Begegnung gesammelt die ihr weiter geben könnt!

    Manche Kommentare sind hier ganz schön bös...

  • Wie wäre es wenn ihr trocken werden wollt und euer Partner säuft......trennt man sich dann? Ist doch nicht Euer Ernst. Es muss doch nicht immer schwarz weiß gedacht werden.

    doch, genau das hab ich getan denn ich wollte für meine 4 kinder leben. meinen mann hab ich übrigens vor 10 jahren beerdigt, da war unsere jüngste 16. und wenn ich weiter mit gesoffen hätte statt mich zu trennen wäre ich ebenfalls längst in der urne, meine kinder wären waisen und meine enkel hätte ich niemals kennen gelernt. und die sind die tollsten enkel der welt.

    du mußt einfach verstehen das unsere krankheit heimtückisch und tötlich ist. es bedarf etlicher veränderungen um sie zum stillstand zu bringen. ich kann nachvollziehen das es gerade weh tut das du die familie nicht sehen sollst, keine frage. nur ist das eben einfach der richtige weg. wenn du dir nen komplizierten bruch zugezogen hättest und im kh wärst würde es diese diskusion hier überhaupt nicht geben. erkenne die schwere deiner erkrankung und gib ihr den stellenwert den sie hat. sie wird dich umbringen wenn du nicht konsequent abstinent bleibst.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Wie wäre es wenn ihr trocken werden wollt und euer Partner säuft......trennt man sich dann? Ist doch nicht Euer Ernst. Es muss doch nicht immer schwarz weiß gedacht werden. Ich bin sicher das auch andere Wege zum Ziel führen.

    Dein Partner kann auswärts saufen und zu Hause alkoholfrei bleiben. Das ist eine Grenze, die man sich setzen kann. Man kann die Familie treffen, wenn es kein allgemeines Besäufnis ist – auch das ist eine Möglichkeit.

    Aber wenn du überzeugt bist, dass es „andere Wege“ gibt, dann brauchst du hier keine Hilfe – dann geh diese Wege. Oder gab es einen Grund, warum du dich hier angemeldet hast?

    Und ehrlich: Wenn alles so funktionieren würde, wie du es dir gerade zusammenbaust, wärst du nicht süchtig geworden. Genau deshalb bekommst du hier keine bösen, sondern klare Antworten und keine Bestätigung für Wunschdenken.

    Du kannst ins Bierzelt gehen, auf den Tischen tanzen, an jeder nassen Veranstaltung teilnehmen das ist alles deine Entscheidung. Halt dich keiner auf.

    Aber die Sucht interessiert sich nicht für deine Pläne. Sie hat ihre eigenen Regeln, und die gelten, egal wie sehr du dir etwas anderes ausmalst. Wenn ich nicht schwimmen kann, springe ich auch nicht ins Wasser, nur weil mir jemand erklärt hat, wie Schwimmen theoretisch funktioniert. So läuft es eben auch mit Alkoholismus und dem Trockenwerden. Wissen ersetzt keine Fähigkeit und Wunschdenken ersetzt keine Abstinenz.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • ach noch was, ich bin ins kh zur entgiftung in der woche da mein mann 50 wurde und groß gefeiert hat. ich hab auf all das gepfiffen weil ich leben wollte und endlich aus diesem verfluchten teufelskreis raus wollte. ich weiß also was gerade in dir vor geht.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Wie wäre es wenn ihr trocken werden wollt und euer Partner säuft......trennt man sich dann? Ist doch nicht Euer Ernst.

    Hallo Summsumm,

    ich weiß, der Ton hier im Forum wirkt am Anfang wirklich etwas schroff, das ging mir die ersten Tage auch so (bin auch noch recht frisch hier) Das hat mich, gerade die ersten Tage, sogar richig wütend gemacht. Was maßen sich die Leute hier an, es gibt nur einen Weg ist zu eng gedacht, es muss auch andere Wege geben, schwarz weiß Denken, genau so, wie du es beschreibst.

    Mittlerweile habe ich aber verstanden, was das soll. Denn sie haben Recht. Alkoholismus ist eine Krankheit und zwar eine, die, unbehandelt, tödlich ist. Und ich glaube, da liegt auch der Denkfeher. Es ist eben keine Charakterschwäche, die man nur durch "reine Willenskraft" überwinden kann.

    Und wenn du das wirklich verinnerlicht hast, dass es eben wirklich eine Krankheit ist, dann ist der Umgang damit auch ein anderer. Vielleicht mal ein Beispiel, um das zu verdeutlichen zu dem Zitat von oben:

    Wenn du eine schwere Erdnussallergie hast, die schon beim kleinsten Staubkorn eine allergische Reaktion auslösen würde, die unter Umständen tödlich enden kann, würdest du bei deinem Partner bleiben, wenn er weiterhin unbedingt Erdnüsse in deiner Gegenwart essen würde? Würdest du bei eine Partner bleiben, dem deine Gesundheit weniger wert ist, als seine Lust auf Erdnüsse?

    Vielleicht hinkt der Vergleich etwas, aber im Prinzip ist Alkoholismus eben auch eine unheilbare Krankheit, die man managen muss. Und die Folgen sind auch oft nicht so unmittelbar, wie bei einem anaphylakischem Schock. Aber trotzdem nicht weniger lebensbedrohlich, auch, wenn die Folgen oft erst spät zu sehen sind.

    Ich bin jetzt 8 Monate trocken. Und ich meide immer noch Veranstaltungen, auf denen ich weiß, dass übermäßig getrunken wird. Geburtstage von Freunden, Gartenpartys. Den Kontakt zu meiner Familie, die ich auch sehr liebe, habe ich sehr eingeschränkt, weil dort getrunken wird und auch nicht weniger getrunken wird, nur weil ich da bin. Ich werde sogar die Trauerfeier meiner eigenen Schwester nicht besuchen, weil ich weiß, dass das für meine Abstinenz sau gefährlich wird. Nicht, weil ich meine Familie nicht liebe, sondern, weil ich nicht auch sterben will.

    Das sind Entscheidungen, die nicht einfach zu treffen sind. Das sind Entscheidungen, die weh tun.

    Aber es sind Entscheidungen, die mir mein Leben retten. Niemand hat was davon, wenn ich alle Gefahren ignoriere, so tue, als wäre mein Alkoholismus kein Problem, und ich dann wieder in die Sucht rutsche und diesmal vielleicht nicht mehr rauskomme.

    Ich hoffe, du verstehst, was ich damit sagen möchte. Der Satz :" Nur nicht trinken reicht nicht" ist halt wirklich wahr.

    Alles Gute für dich und deinen Weg, den du hoffentlich finden wirst.

  • Guten Morgen summsumm,
    Da kann ich mich Alyfee nur anschließen.

    Ich war hier am Anfang auch etwas irritiert über die vermeintliche härte, welche ich dann aber als Ehrlichkeit und Wahrheit erkannt habe. Mir hat dieses Forum auf meinem bisherigen Weg sehr geholfen und ich bin den Leuten sehr dankbar für die Zeit und die Mühe mir zu helfen.

    Ich habe auch Termine sausen lassen die mir sehr wichtig waren und tu das auch immer noch.

    Ich habe eine schlimme Krankheit das habe ich erkannt. Wenn ich mit Fieber im Bett liege gibt es ja auch keine Diskussion.

    Wie geht es dir denn mittlerweile im Entzug?

    LG Bingo

  • Mir geht es eigentlich sehr gut.... Woche 1 erfolgreich überstanden. Bin am Wochenende bei der Familie gewesen und habe auch da nichts getrunken. Es hat mir auch nichts ausgemacht das die anderen getrunken haben. Einzigst die Nächte sind ne Katastrophe da ich abends furchtbar nervös bin. Aber das wird sich sicherlich bald legen. Medikamente nehme ich schon seit Mittwoch nicht mehr, da ich nicht den ganzen Tag benebelt rumlaufen möchte.

    Mal schauen wie es weitergeht!

  • Saufdruck und innere Unruhe am Anfang des Weges sind nichts Ungewöhnliches. Da läuft ja ein kompletter Reset im Körper ab. Kein Alkohol mehr – das merkt sich der Körper. Und die Trigger-Situationen im eigenen Umfeld, wo früher getrunken wurde, nimmt das Suchtgedächtnis sofort auf und feuert das später wieder ab.

    Es ist keine Heldentat, sich in ein nasses Umfeld zu setzen und zu sagen: "Macht mir nichts aus." Das ist nur die Momentaufnahme dort. Aber im Kopf bleibt es trotzdem hängen.

    Mal schauen wie es weitergeht!

    Es liegt an dir, ob du deinen eigenen Weg gehst oder den, den wir hier empfehlen.

    Dazu alles Gute.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

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