• O doch.

    Selbstzerfleischung ist niemals gut.
    Im konkreten Fall kam bei mir die Angst hoch, zum zweiten Mal ( & in Folge ) ein teures Fahrrad gekauft & dabei eine Fehlinvestition getätigt zu haben. Aber das passiert mir auch bei weitaus geringeren Anlässen.
    Jedenfalls erleichtert mich so ein Zustand nicht sondern laugt mich im Gegenteil mental extrem aus.
    Aber komme mal aus alten eingefahrenen Bahnen heraus!
    Das mag gehen, aber sehr schnell gerät man auch in sie wieder hinein.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Hallo Dante,

    natürlich passieren mir auch ab und an Ausraster. Ich habe gelernt mit meiner eigenen Strategie
    schnell wieder auf den Boden zurückzufinden.
    Mir fallen dann immer sehr schnell schlimme Berichterstattungen ein.
    Ein Beispiel von unzähligen anderen, ist der vor kurzem gezeigte Beitrag zu Haiti. Am Strandgebiet so weit das Auge reicht, Luxus pur. Im Hinterland, was hier wenige auf dem Schirm haben, Elend ohne Ende. Dort leben Familien von sage und schreibe 44 Cent 3 Tage. Hungern ist dort Standard.

    Was um Himmels Willen sind da meine GROßEN PROBLEME ?
    Eben, Nix !

    Immer wieder helfen mir solche Gedanken auf den Boden der Vernunft zurückzukehren.
    Der Ausraster wird schnell zu einem „ Es wird schon weitergehen“ Gefühl.

    Lieben Gruß
    Nobby :oops:

  • Alles ruhig.
    Über der Stadt liegt eine gewisse & für Berlin ganz untypische Gelassenheit. Fast alles ist längst nicht so hektisch wie gewohnt, nur in den Supermärkten scheint die Stimmung noch gereizter zu sein, & mir kommt es eher voller als sonst vor.

    Ich selbst verspüre kaum Unruhe. Schön, die Oper fällt aus, da muss ich mich noch um die Kartenrückgabe kümmern. Die Urlaubsreisen sind z.T. rückabgewickelt. Aurora erhält ihre Zahlung für die Ferienwohnung auf Sylt zurück abzüglich einer Bearbeitungsgebühr. Unser Büsum-Urlaub wird auch, so bald man etwas verbindliches zusagen kann, von der Vermittlungsagentur umgebucht.

    Meine einzige Sorge ist die um Klopapier, aber das würde erst in drei Woche akut. Außerdem vermisse ich es, mit Sohn Fußball zu gucken & dabei ne Zigarre zu schmauchen.

    In zwei Wochen habe ich Urlaub, & die werden wohl sehr sehr ruhig werden. 8)

    & Alkohol? Keine Thema, noch nicht 1x ein Gedanke daran. Wozu auch?

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Ein gutes viertel Jahr ist mein letzter Eintrag her, nichts & alles hat sich gewandelt.
    Derzeit laufe ich mit einem argen Paket kleiner & großer Kümmernisse umher, was mich auch ziemlich auslaugt.

    Aber der Schlußpunkt gestern nach fast Stunden Grübelei nach dem Bettgang:
    Ich trinke nicht. Kurz danach war ich eingeschlafen. ;)

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
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  • Was soll ich schreiben?

    Ich nehme die Folgen meiner Nichttrinkerei eben hin. Ich lebe, sehr intensiv, mit viel zu Bewältigendem;
    aber immer mit viel Ruhe & Zeit für mich selbst & für meine Frau.

    Die Seuche bremst natürlich einiges, & wir wären wesentlich mehr außerhalb unterwegs. Der Stadtbummel, der Tagesausflug, die Urlaubsreise, so etwas fehlt. Mir fehlt die Sauna.

    Aber sonst? Alles friedlich (weil trocken).

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
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  • Ich nutze gerade die Gelegenheit & blicke in "Dantes Weg" bis zur Zeit unmittelbar nach der Therapie zurück.

    Vieles von dem, was ich damals so schrieb, kommt mir fast fremd vor.

    2007 der Ärger mit meinem AG, was mich so sehr belastete. Heute lache ich fast darüber. Überhaupt war die Sache ein für allemal im Sommer 2007 ausgestanden, wo ich auf meinem Wunschstellwerk war & dort eine feste Position hatte.

    Dann die Sache mit Tochter & Enkelkind. :(
    Das wird nie gut. & anders, als ich am 26. III. 2012 schrieb, fühlte sich die Folgezeit sehr wohl wie eine permanente Katastrophe an, wenn ich jetzt zurück blicke. Erst in den letzten Monaten wurde es ruhig, aber diese Ruhe ist trügerisch.
    Trotzdem verharre ich nicht in angekrampfter Position, auf irgendwelche Rückeschläge wartend. Das ist übrigens ganz neu bei mir.

    Auch jetzt noch, nach so vielen Jahren findet eine Entwicklung statt, hin zum gelassenen. So manche Erfahrungen in der Partnerschaft spielen dabei eine Rolle, die ich damals ja nicht hatte, die Übung im trockenen Umgang mit Belastungen natürlich auch, obwohl Alkohol irgendwie gar kein Thema mehr bei mir zu sein scheint.
    & das Alter spielt auch eine Rolle, glaube ich. Ich bin in einer Position, wo ich niemanden mehr etwas beweisen muss, auch mir selbst nicht. Ich bin satt & habe alles zum Leben.

    Einziges nie ernsthaft in Frage gestelltes Kontinuum in meiner trockenen Vita ist meine Frau. Ich bin so froh, sie zu haben!

    Den auf Seite 15 erwähnten & für die Ewigkeit geplanten Lodenmantel habe ich übrigens vor eineinhalb Jahren ins Armenkaufhaus abgegeben, nachdem ich ihn davor schon wenigstens 3 Jahre nicht mehr & auch überhaupt recht selten getragen hatte. Zu unpraktisch, das Ding. :mrgreen:
    Die Winterschuhe sind allerdings noch im Einsatz, sobald es draußen auch mal winterlich kalt wird.

    Dann die Sache mit den fünf Säulen.
    Irgendeine Säule ist immer in Restauration, nicht selten sind es mehrere oder gar alle, die in Arbeit sind; so schrieb ich damals.
    Das kann ich auch heute nur bestätigen.

    Die Säule "Gesundheit" ist nach einer kurzjährigen Krise solide & stabil.

    Die Säule "soziale & wirtschaftliche Sicherheit" ist in ähnlicher Verfassung.

    Die Säule "Familie/familiäres Umfeld" hat sich verändert. Einst streichholzdünn ist sie heute ein ziemlich solides Element, allerdings ganz anders als mensch vermuten könnte. Die Familie braucht mich, jedes einzelne Mitglied, & ich bin über dieser Anforderungen doch sehr gewachsen & stark geworden.

    Gegenstück dazu die Säule "Freunde/Beziehungen". Vormals schon ziemlich marode & dünn, ist sie jetzt eher noch dünner, dafür aber stabil.
    Von meinen alten Freunden ist niemand mehr übrig geblieben, von gelegentlichen flüchtigen Telefonaten abgesehen. Neue Freunde sind durch dieses Forum hinzu gekommen, aber auch da ist der Kontakt vor allem räumlich bedingt selten.
    (Nur das Lämmchen macht da eine Ausnahme ;) )

    Die Säule "Werte & Normen, Spirituelles" vorher schon mehr eine Chimäre, ist zur völligen Luftnummer verkommen.
    Nicht, dass ich keine gesellschaftlichen Vorstellungen hätte; ich bin bloß von einem Zustand der völligen Desillusionierung in dem eines bequemen Fatalismus gewechselt. & komischerweise trotzdem wieder bereit, etwas zu tun.
    Spirituelles hat in meinem Leben eh nie eine Rolle gespielt. Irgendeine Altersfrömmigkeit kann ich bei mir nicht ausmachen.

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  • Gibt es eigentlich auch negative Verhaltensweisen, die sich auch nach langjähriger Abstinenz nicht ändern, schlechtes Verhalten, dass man nie so richtig ablegen kann?


    Na klar !

    Weil "nur" NICHT trinken eben NICHT "nur" reicht.


    Selbst asketisch lebende Menschen haben nicht automatisch einen klaren Geist, wachen Verstand, noblen Charakter, gutes Herz und ein angenehmes Verhalten <---- innen und außen.
    Diese Themen gehen sicher Hand in Hand.

    Das waren noch Zeiten , wo man sein kann wie "man" ist
    mit allen Schatten, Macken und Facetten.
    Wobei es offensichtlich immer noch der einfachere Weg ist, sich in der Erkenntis solcher Wesenszüge auf ein "Du" zu beschränken.

  • lieber Dante,

    Zitat

    (Nur das Lämmchen macht da eine Ausnahme ;) )


    das freut mich aber jetzt, ich bin froh das es dich / euch gibt. Wir haben ja schon einiges zusammen erlebt, und ich hoffe, das dies auch alles bald wieder möglich sein wird. :)

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Mal nach vorne kramen, mein altes "erstes" Tagebuch.

    Das hat den Vorteil, dass man mich schneller finden kann, wenn ich ab & zu hier in der Offenen etwas schreiben werde.

    In den letzten Wochen schaue ich nämlich vergleichsweise oft wieder ins Forum. Das mag am Urlaub liegen, oder am neuen Rechner.

    Vielleicht auch an etwas anderem.

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  • Vielleicht ist das, was da bei mir auf Arbeit abläuft,eine gute Eingewöhnung auf die Rentenzeit. So ein Stellwerksbetrieb unterscheidet sich zwar recht deutlich von einem Arbeitsalltag im Büro oder im Verkaufsraum oder einer Fabrik. Aber ich habe keine Pläne mehr, was die berufliche Zukunft angeht. Vor einem Jahr war ich noch darum bemüht, mich bis zum Renteneintritt auf den richtigen Stellwerken einzurichten. Das hat nicht funktioniert, & nun mach ich auf Halbrentner, bin auf 1x in Doppelbesetzung aktiv oder in Reserve.
    Aber ob ich das neun Jahre so machen kann?
    Ich sollte in kleineren Schritten denken. Bis 2024 bleibt das aktuelle Stellwerk noch am Netz. Nach der Schließung sind es dann noch vier Jahre bis zur Rente.


    Da hat sich ja einiges getan:

    Besagtes Stellwerk ist nämlich weiterhin in Betrieb, ich aber seit eineinhalb Jahren nicht mehr im Stellwerksdienst tätig.

    Ich bin derzeit aushilfsweise in der Datenpflege tätig & warte auf meinen Rentenantritt in schlapp 4 Jahren.

    Da gibt es natürlich eine Geschichte zu,

    die mit unserer häuslichen Situation zu tun hat & die zu entwickeln sehr viel Zeit & Kraft abverlangten - mehr als ich zur Verfügung hatte.

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  • Hallo Dante, ich bin eine von den Neuen und habe den Sonntagvormittag genutzt, deinen Thread durchzulesen. Sehr interessant, danke dafür, dass du deinen Weg mit uns teilst. Ob ich trocken bleiben kann, auch wenn auf meinem Weg Steine und Schicksalsschläge den Weg unwegsam erscheinen lassen und ein Glas Wein zum Verweilen lockt......, das weiss ich noch nicht. Vielleicht ist mir dann alles egal.

    Dir war das bislang nicht egal, trocken zu bleiben, das steht bei dir nach so vielen Jahren immer noch als eine Säule unter der Lebensscheibe. Vielleicht ist das die 5. Säule Spiritualität: wachsam bleiben, auf sich und andere achtgeben, trocken bleiben.

    Dieses Bild mit den 5 Säulen in deinem Thread hat mir gut getan und hilft mir weiter.

    LG Matcha

  • Ich bin gerade bei einer Schriftquellenforschung.

    Hier in "Dantes Weg" bin ich dabei recht schnell durch & nutze die Gelegenheit,

    diesen Thread wieder nach vorn zu ziehen.

    Meinen Anspruch, ab & zu etwas hierzulassen, habe ich nämlich nicht aufgegeben. 😉

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  • Hallo Dante, ich hätte da eine Frage...hast du deinen Spitznamen nach Herrn Alighieri gewählt? Die 9 Kreise der Hölle aus der er entkommen muss.

    Ist nicht wichtig es geht mir nur durch den Kopf...

    Gruß R/no

  • Ja, dem ist so.

    Zu den Anfängen meiner Internetzeit brauchte ich für irgendeinen Chat einen Nickname.

    Da ich zu diesem Zeitpunkt gerade die Komödie von Dante Alighieri las, wurde es eben Dante.

    Dabei ist's geblieben, egal wo im www (außer FB).

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  • Das war der Stand von Februar, René.

    Von den vier Jahren ist ja schon ein halbes um.

    &, ganz wichtig, kurz nach diesem Post hat sich etwas wichtiges getan,

    & so wie es jetzt aussieht, werde ich Ende nächsten Jahres in Rente gehen dürfen.

    noch 513x schlafen, dann ist Rente 8)

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