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  • Ich eröffne dann auch mal ein eigenes Thema...


    Irgendwie bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, ob ich hier richtig bin.
    Oder ob ich mich eigentlich nur anstelle. :?:
    Weil ich rein objektiv betrachtet zwar schon viel getrunken habe, und auch regelmässig, aber eben noch nicht süchtig war. Ich hatte auch keinen körperlichen Entzug und hatte schon öfter Phasen, in denen ich nichts getrunken habe...


    Aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass es so eben nicht weiterging.
    Es war zu regelmässig, fast jeden Abend, dann auch zu viel (statt 1 Glas halt schon 2-3). Manchmal auch noch mehr, wenn es mir schlecht ging. :oops:
    Und ich kenne andere Leute mit Suchtproblematik, daher wollte ich da eben nie hin.


    Nun bin ich bei Tag 22.
    Und was mich am meisten besorgt ist, dass es mir nicht leicht fällt, zu verzichten. :shock:
    Tagsüber kein Thema, aber abends. Da war halt der Wein normal. Und er ist es für meinen Partner immer noch...
    Und er hat mir halt auch geschmeckt.


    Vielleicht ist es auch, weil ich mir nicht sicher bin, was ich machen soll. 40 Tage ohne? Das ist denke ich zu wenig, weil ich da den positiven Effekt noch nicht merken würde.
    100 Tage ohne? Das ist eigentlich mein Ziel.
    1 Jahr? Das ist mir fast ein zu langer Zeitraum...
    Nie mehr? Daran darf ich gar nicht denken...
    Ich habe echt Angst vor dem Versagen, wenn ich mir ein zu hohes Ziel setze.


    Ich sag ja, ich stelle mich einfach an... :oops:

  • Hallo Jessica,


    ich hatte dir schon vorhin im Vorstellungsbereich geschrieben; weiß nicht ob du den Beitrag schon gelesen hast.


    Du schreibst:


    Ich hatte auch keinen körperlichen Entzug und hatte schon öfter Phasen, in denen ich nichts getrunken habe...


    Es gibt sehr viele Alkoholiker, die nicht körperlich abhängig sind oder nur phasenweise trinken. Ich habe auch sehr viele Jahre nur phasenweise getrunken und war trotzdem schon sehr süchtig.


    Ob du süchtig bist, kann dir natürlich hier keiner sagen, aber ich denke,dass sobald man sein Trinkverhalten hinterfragt, ist man zumindest schon stark gefährdet, in eine Abhängigkeit zu geraten.


    LG
    Carmen

  • [/1 Jahr? Das ist mir fast ein zu langer Zeitraum...]


    Ich hatte mal vor einigen Jahren an einer Studie einer Uniklinik teilgenommen. Kontrolliertes Trinken.
    Die gingen davon aus, dass ein Alkohliker durchaus an der Konsequenz, nie wieder trinken zu dürfen, zerbrechen kann.
    Psychisch nicht vertretbar.
    Ich glaube wir waren so 10-12 Probanten.
    Alle zu diesem Zeitpunkt trockene Alkoholiker.
    Jeder dachte, das kann ein Weg zurück zum "Genuss" sein.
    Exaktes Trinktagebuch. Montag ein Bier, Dienstag keins, Mittwoch ein Bier. Donnerstag und Freitag lassen wir aus. Samstag sogar mal 3 Bier.
    Nach der 2. Sitzung fehlten schon 3.
    Ich weiß nicht mehr. Ich denke, nach der 5. Sitzung hatte ich meine Trockenheit verloren und saß ganz leicht bedattert im Sumpf.
    Dachte so, die Herren Professoren lassen sich tolle Sachen einfallen.
    Ja, sie wollten uns angeblich den psychischen Druck nehmen; Nie wieder Alkohol, oh je.
    Schuss in den Ofen.
    Ich weiß im Prinzip schon sehr lange, es gibt keinen Weg, als die Nüchternheit. Ich, nur ich kann diesen Weg beschreiten. Hilfe eingeschlossen. Aber durch die Leute, die etwas davon verstehen. und nicht durch Scharlatane, die eine merkwürdige Wissenschaft entwickeln wollen.
    Und selbst wenn ich, du, oder weiß Gott wer mit psychologischen Problemen zu kämpfen hat, da kann auch nur derjenige diese verjagen. Indem er sich damit abfindet, dass es nun mal so ist.


    Zitieren klappt bei mir gar nicht. Na ja.

    Habe lange mein Problem negiert, bis es zu spät war. Stehe jetzt vor einer Situation, die ich noch nicht überschauen kann (Haus, Ratenzahlung, noch intakte Familie, Job weg, Führerschein weg).


  • Hallo Jessica,


    ich hatte dir schon vorhin im Vorstellungsbereich geschrieben; weiß nicht ob du den Beitrag schon gelesen hast


    LG
    Carmen


    Liebe Carmen, doch vielen Dank für beide Antworten!


    Du hast geschrieben, dass du nach 5 Wochen erst einen Effekt bemerkt hast. Dann hoffe ich mal, dass das bei mir dann auch kommt.


    Wie ich Stress abbaue, weiss ich schon. Es war einfach in den letzten Monaten zu viel...
    Und jetzt dauert es halt, bis ich wieder runterkomme, auch weiss, was ich noch alles ändern will und kann in meinem Leben...
    Und bis es mir wieder besser geht.


    Mein Partner trinkt eigentlich nicht wirklich zu viel... es passt noch zur empfohlenen Menge der WHO.
    Im Moment ist es bisschen mehr als sonst. Vielleicht kompensiert er meine Menge mit? : :D
    Ich habe oft mehr als er getrunken, und das, obwohl ich als Frau nur die Hälfte trinken dürfte... :oops:


    Lieber Marianee


    Danke auch dir für die Erfahrung!
    Ich weiss auch nicht, ob es sich lohnt, überhaupt wieder was zu trinken...
    Momentan trinke ich einfach nichts...



    Es ist nur schade, dass es so schwer ist... ich hatte mir das leichter vorgestellt.

  • Ich wollte dir noch was schreiben. Ich trinke nun seit fast 7 Wochen nicht mehr und habe immer noch mit Stimmungsschwankungen und leichten Depressionen zu kämpfen. Aber es wird ganz langsam besser. Der Alkohol hilft vielleicht ganz kurzfristig, aber langfristig verstärken sich die psychischen Probleme massiv durch den Konsum und ein Teufelskreis entsteht. Ich habe meinen Partner , der sich aus Alkohol garnichts macht ( er trinkt vielleicht ein oder zweimal im Jahr ein Glas) mal vor kurzem gefragt, ob es schlimm für ihn wäre, nie wieder Alkohol trinken zu dürfen. Er hat mich dann ganz verwundert angeschaut und meinte, dass es ihm völlig egal sei. Nicht süchtige Menschen beschäftigen sich nämlich weder mit ihrem Trinkverhalten noch interessiert es sie, ob, wann und wieviel sie trinken dürfen.

  • Guten Morgen Jessica,


    ich denk nun schon ne Weile nach über Deine Geschichte. Als ich an dem Zeitpunkt war, wie Du jetzt, hab ich alles als noch „nicht schlimm“ empfunden und weiter gemacht. Wo es geendet hat, hätte es nie enden dürfen. Aber im Nachhinein betrachtet, war es an dem Zeitpunkt, an dem Du jetzt stehst, bereits vorprogrammiert.


    Ob das nun bei Dir so ist, das weiß ich natürlich nicht, aber ich bin ganz ehrlich... allein die Tatsache, dass Du Dich hier angemeldet hast und dass es Dir schwer fällt, auf Alkohol zu verzichten, sagt ja eigentlich alles aus. Ich halte normalerweise nichts von Ferndiagnosen und Einschätzungen, aber bei Dir kreist mir immer wieder im Kopf, dass Du vermutlich am Anfang einer psychischen Abhängigkeit stehst und bis einen die voll im Griff hat, geht’s schnell. Eine körperliche Abhängigkeit ist dann ebenfalls schnell erreicht.
    Aber diese Gedanken, dass man trinken möchte, um zu entspannen, um gut drauf zu sein oder was auch immer... die sind halt gefährlich im Alltag.


    Das was Carmen da gesagt hat, stimmt. Einem nicht süchtigen Menschen ist Alkohol völlig egal.


    Leider gibt es davon in der heutigen Zeit nur noch so wenige Menschen, dass einem die eigene Abhängigkeit zu spät bewusst wird. Alle Anderen trinken ja auch und das geht schon im Jugendalter los. Bei vielen normalisiert sich das Trinkverhalten, wenn die Partyzeit zu Ende ist und manche kommen nicht wieder raus, so war es bei mir.


    Für mich ist es akut, wenn der Alkohol zum Alltag gehört. Als ich anfing, mir zu Hause -außerhalb einer Party oder einem Treffen mit Freunden- meinen Wein zu genehmigen, war das mein Untergang.


    Es ist gut, dass Du hier bist. Sein stolz und dankbar, dass Du bereits zu diesem Zeitpunkt Dich selbst reflektierst und handelst. Dir kann dadurch eine ganz widerliche Zeit erspart bleiben, durch die Du Dir in ein paar Jahren wünschen würdest, Du hättest früher gehandelt. Nämlich an dem Zeitpunkt an dem Du jetzt bist. Glaub mir...!


    Ganz liebe Grüße
    Cadda

  • Liebe Jessica,


    ich möchte mich hier Cadda anschließen.
    Alkohol ist die gefährlichste Droge überhaupt. Wenn du in ihr hängst, geht ab einem Zeitpunkt gar nichts mehr.
    Sie übernimmt für dich die "Verantwortung". Dieser Punkt kommt schleichend, dann geht es plötzlich rasend schnell.
    Du verlierst nicht nur die Kontrolle, du wirst alles andere dem Alkohol unterordnen. Soziale Kontakte, dein normales Denken, du beginst zu lügen, du verlierst evtl. deinen Job, du findest die falschen Freunde und, und, und...
    Wenn du jetzt die Möglichkeit hast, die Kurve zu kriegen, nutze sie.
    Lass die anderen trinken und achte nur auf dich.
    Selbst wenn du jetzt denkst, ein Glas....oh, es werden mehr werden.
    Ich selber bin ein Gegener des kontrollierten Trinkens, zumindest für die, die ihre schmerzliche Erfahrung gemacht haben und sich mühsam aus der Sucht befreit haben. Das funktioniert nicht.
    Es ist allemal besser, jetzt, wo du am Anfang stehst, nicht auf die Zielgerade einzubiegen. Denn dieses Ziel ist nicht das, was du erreichen willst.
    Glaub mir bitte!


    LG, marianee

    Habe lange mein Problem negiert, bis es zu spät war. Stehe jetzt vor einer Situation, die ich noch nicht überschauen kann (Haus, Ratenzahlung, noch intakte Familie, Job weg, Führerschein weg).

  • Wow, vielen Dank für eure Gedanken!
    Ich musste ein wenig darüber nachdenken, bevor ich antworte.
    Und ich mag auch nicht dauernd über Alkohol nachdenken, manchmal ist es abends einfacher, nicht daran zu denken. Und tagsüber denke ich eh nicht viel dran...


    Aber heute mag ich antworten :-)


    Die letzten drei Abende ging es besser. Zweimal hat mein Mann nichts getrunken. Das war natürlich einfach. Wir sind dann früh ins Bett.
    Gestern hat er nur eine halbe Flasche Wein getrunken, das geht. Ich muss aufpassen, dass ich nicht anfange, ihn jetzt z kontrollieren. Es ist alleine meine Entscheidung und meine Sache, nichts zu trinken.


    Carmen:
    Es motiviert sehr dich zu lesen, weil du mir einfach ein wenig von der Zeit her voraus bist.
    Leider habe ich auch grosse Stimmungsschwankungen und bin auch depressiv. Das Problem habe ich einfach, auch ohne Alkohol.
    Aber ich kann es nicht "behandeln" damit und muss es eben grad aushalten.


    Cadda:
    Psychisch abhängig bin ich sicher. Sonst würde es mir ja nicht fehlen.
    Und es stimmt schon, es ist sicher besser, früher damit aufzuhören.
    Ich habe vor ca. 1.5 Jahren mal zwei Monate nichts getrunken. Das ging auch ganz gut. Danach nur wenig, vielleicht zweimal die Woche.
    Irgendwann fing ich dann wieder an mehr zu trinken, als ich andere Medikamente abgesetzt hatte...
    Das war aus heutiger Sicht keine gute Idee...


    @mariannee:
    Ja, ich werde sie nutzen.


    Wobei ich mir immer noch nicht sicher bin, ob es 100 Tage werden, 1 Jahr, oder nie mehr...
    Immerhin lasse ich den Gedanken an nie mehr seit 2-3 Tagen zu...
    Aber es gibt da noch ein paar Dinge, die ich nicht weiss, wie ich das händeln soll.
    Und ich weiss nicht, ob ich das hier schreiben kann, oder ob ich andere dann triggere...

  • Guten Morgen Jessica.


    Genau das ist ja eben das Tückische. Es ging vor 1,5 Jahren mal 2 Monate lang und danach ging es gut... eine Weile. An die Zeit erinnert man sich nach den Trinkpausen immer und immer wieder und handelt dann immer und immer wieder so. Klappt ja danach immer eine Weile ganz gut. Dennoch landet man doch immer wieder am selben Punkt. Wenn man über einen bestimmten Punkt hinaus ist, kann das nämlich einfach nicht mehr funktionieren, dass es dauerhaft ganz gut klappt. Ich glaube, das haben hier wohl so ziemlich alle über eine sehr, sehr lange Zeit versucht. Ich hab mir wirklich von Herzen gewünscht, ganz normal trinken zu können. Ich hab mir so unendlich viele Pläne überlegt. Nur Alster zu trinken. Nur WeinSCHORLE trinken. Nur an den Wochenenden zu trinken. Sogar nur in der Woche trinken, war auch schon dabei. Um an den Wochenenden in der Öffentlichkeit nicht unangenehm aufzufallen. Nur Alster zu trinken, das war übrigens auch ein ganz schlauer Plan von mir. Lasst Euch gesagt sein, auch mit Alster kann man sternhagelvoll werden. Man muss nur genug trinken... Meine Güte, wie dämlich. Aber die Not macht erfinderisch.


    Wie gesagt, viele beginnen ihre Trockenheit NICHT mit dem Plan NIE wieder. Das muss jeder für sich selbst sehen. Bei mir war es so. Ich wusste schon eine SEHR lange Zeit, dass ich Alkoholikerin bin und definitiv aufhören werde, zu trinken. Da für mich aber immer schon ganz realistisch im Kopf war, dass es dann NIE wieder sein wird, brauchte ich sehr lange, bis ich dann wirklich endlich aufhörte. Aber es war vorprogrammiert. Ich war sogar schon hier im Forum immer am lesen und ich habe quasi meinen Ausstieg aus der Sucht in der Theorie perfekt durchdachte. Während ich mir meinen Wein reingezimmert habe, wusste ich, irgendwann wird das vorbei sein und wenn es vorbei ist, dann für immer.


    So ist es zumindest bei mir. Ich habe dann aufgehört mit dem Wissen, das wars für immer und von diesem Gedanken hab ich mich bisher auch nicht in die Irre führen lassen.


    Wie gesagt habe ich aber nun wirklich schon sehr oft gelesen, dass es anders herum auch klappen kann. Dass man aufhört zu trinken und danach die Theorie im Kopf soweit ausgereift wird, dass man sich Schritt für Schritt dem Ziel nähert, abstinent zu bleiben, mit der 24 Stunden Taktik.


    Welche der zwei Varianten man wählt, ist letztendlich egal, solange man trocken bleibt.


    Cadda

  • Hallo Jessica,


    Wie wäre es wenn du mit deinem Mann ein ernstes Wörtchen reden würdest?
    Es muss nicht bedeuten dass du ihn sofort zu Trockenheit bewegen willst wenn du ihm sagst dass es dir sehr schwer fehlt, selber nicht zu trinken, wenn er neben dir eine oder "nur" halbe Flasche Wein trinkt. Sag ihm, dass er es möglichst außer Haus, und nicht in deinem Beisein, trinken kann.
    Oder hast du schon mit ihm darüber geredet?


    Ich fände es wirklich Schade, dass deine Bemühungen zur Trockenheit, die ja noch so zart ist, durch den Partner zunichte gemacht werden können.


    Warum sitzest du neben ihm wenn es dir schwer fehlt?


    LG ideja

  • Hallo Ideja


    Nein, ich habe mit meinem Mann nicht gesprochen darüber. Ich möchte das ganz bewusst nicht. Es ist meine Entscheidung, momentan nichts zu trinken, und es wird auch meine sein, gar nichts mehr zu trinken, wenn es soweit ist. Ich möchte das von niemandem abhängig machen.
    Er hat es ja gemerkt, und er fragt mich auch gar nicht mehr, ob ich auch was will, und er trinkt selbst auch erheblich weniger.
    Aber wenn ich anfange, mit ihm zu diskutieren, mich zu rechtfertigen- wird meine Entscheidung nur wackeln, und das will ich auf keinen Fall!


    Hallo Carmen


    Vielen Dank für deine Nachfrage!
    Ich habe im Moment so viele andere Baustellen, weswegen es mir einfach nicht gut geht.
    Das macht alles momentan schwierig.
    Ich glaube nicht mal, dass das direkt mit dem Alkohol zusammen hängt.
    Was mich echt stresst, ist, dass ich nicht gut schlafe. Da ist der Gedanke, abends mal was zu trinken, damit ich schlafen kann, recht nahe...
    Ansonsten geht es ganz gut. Ich vermisse den Alkohol ansonsten nicht wirklich momentan und habe auch nicht wirklich Lust drauf.


    Hallo Cadda


    Ich bin einfach noch nicht so weit, den Gedanken wirklich komplett zuzulassen.
    Bei mir hat das viel mit unbedingt normal sein wollen zu tun. Ich wurde viel gemobbt, weil ich anders war als Kind- darum gebe ich unheimlich viel darauf, so zu sein wie die anderen und nicht aufzufallen...
    Zudem würde das auffallen, wenn ich nichts mehr trinke. Nichts trinken tun fast nur ehemalige Alkoholiker und ich will als solcher "erkannt" werden.
    Ich brauche für mich einen anderen Grund. Aber den finde ich schon noch...
    So wie manche halt Vegetarier sind oder irgendein ausgefallenes Hobby haben...


    Liebe Grüsse


  • Hallo Jessica,
    wie weit ist es wohl vom "alkoholfreien" Bier zum alkoholhaltigen Bier?
    Wie schnell ist man rückfällig, wenn das Zeug griffbereit in der Bude steht und der Partner vor deinen Augen trinkt?
    Und wieso nimmst du dir eine Autorin zum Vorbild, die mit ihrem alkoholfreien Bier auf Partys geht?
    Für mich klingt das wie Ausreizen was geht, wie das Spiel mit dem Feuer und irgendwie verharmlosend.
    Der Ablauf, also Dose kaufen, Dose öffnen, ansetzen, trinken, ist ja identisch. Und der Geschmack ja auch. Das kann das Suchtgedächtnis triggern und man rennt in die nächste Tankstelle und holt sich ein "richtiges"...


    Ich weiß nicht, wie tief du schon dringesteckt hast. Aber wenn man nicht wirklich Abstand vom Alk gewinnt, ist der Weg zurück in die Sucht bzw. tiefer rein in die Sucht nicht weit.
    Wäre es für dich vorstellbar, daß du zwecks Risikominimierung mehr Sicherheitsabstand herstellst?
    Lieber Gruß, Linde

  • Hallo ,


    mir ist das gleiche aufgefallen wie Linde. Habe es dir nochmal in deinen eigenen Thread kopiert.



    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )


  • [...]


    Zudem würde das auffallen, wenn ich nichts mehr trinke. Nichts trinken tun fast nur ehemalige Alkoholiker und ich will als solcher "erkannt" werden.
    Ich brauche für mich einen anderen Grund. [...]


    Hallo Jessica,


    den Satz kann ich definitiv nicht teilen schau' einfach in die islamischen Länder rüber, da ist nicht-trinken völlig normal (was hinter geschlossenen Türen passiert ist was anderes)
    Es reicht doch wenn du nicht möchtest...


    es gibt hunderttausend "Gründe" nichts zu trinken, von
    - das geht dich nix an
    - ich nehm' medikamente
    - ich brauch' den Scheiß nicht
    - ich will nicht
    - ich muss noch fahren
    - mein Kind mag es nicht wenn ich nach alk stinke
    - Ich bin gesundheitlich angeschlagen
    - mein Lebenspensum ist voll
    - ich will nicht
    - ich habe keine Lust
    - ohne Alk fallen mir bessere Sprüche/Witze ein
    - ich habe eine Jeans und Stiefel Allergie (wenn ich mit Jeans und Stiefeln aufwache habe ich immer Kopfweh)
    - ich will nicht
    - Ich mache einen nüchteren Monat
    - ich bin Mitglied in einer Sekte
    - Ich unterstütze die Straight Edge unterstützung
    - mein Körper verwandelt Alkohol in TnT
    - ich möchte meinen Trainingsstand nicht versauen
    - ich möchte nicht



    und und und...
    Wenn das den Leuten denen du gefallen willst nicht reicht solltest du schleunigst rennen und zwar ganz weit weg.


    Also allein zur Risikominimierung würde ich deinem Mann raten schleunigst das Haus zu verlassen wenn er trinken will und dich nicht verlieren will.


    Die deutlich bessere Alternative wäre doch ein "exotischer" Saft oder eine besondere Saftschorle oder ausgefallene Teesorten ...
    Da hat man auch gleich einen "Aufhänger" und Anfangsgespräch,


    "Ach Annans-Pappel Tee aus einer kleinen Manufraktur in Takkuluma, echt selten und fast nicht zu bekommen"...


    Grüße


    Barthell

  • Ich habe mir noch nie nach einem alkoholfreien Bier ein richtiges geholt.
    Aber ich sag doch, dass ich keines mehr trinke, seitdem ich hier schreibe.


    Ich kann von meinem Mann nicht verlangen, nichts mehr zu trinken, nur weil ich nicht mehr will!!!
    Das wäre ja mal mega egoistisch!


    Entweder ich schaffe es so, ohne dass alle Welt auf mich Rücksicht nimmt, oder ich lasse es bleiben.


    Und ich war noch nicht süchtig, deswegen war ich ja unsicher, ob ich hier schreiben darf oder nicht...
    Jetzt bin ich es wieder...
    Aber ich bin zur Zeit eh unsicher, habe grad überall das Gefühl, falsch zu sein...

  • Ich hab die grösste Mühe damit, zu dem zu stehen, was ich denke, fühle und möchte.
    Oft weiss ich nicht mal, was ich will, sondern schaue, was andere wollen.
    Meine Gefühle waren schon immer "falsch".
    Und ich wurde zu oft als dumm betitelt.


    Momentan triggert mich alles in diese Richtung.
    Darum hab ich vielleicht auch überreagiert. Das tut mir leid.


    Mir ist es vielleicht darum wichtig, MEINEN Weg zu finden.


    Das schliesst aber gar nicht aus, hoffe ich, dass wir uns auf unseren Wegen unterstützen...?
    Und trotzdem bin ich froh über Erfahrungen!!!

  • Jessica, das ist doch auch alles nicht einfach. Ich find das total toll, dass Du Dich schon so rechtzeitig kümmerst. Zu dem Zeitpunkt dachte ich auch, das wäre ne gute Idee. Du hinterfragst das ja selbst. Aber es ist nicht einfach zu hören, „dies und das geht nicht, Du liegst falsch“ usw.


    Das ist nicht mal klugscheißermäßig gemeint, sondern bei uns Betroffenen gegen zwangsweise die Alarmglocken an und man hat direkt das Bedürfnis, Dich zu schützen oder zu warnen. Weil man aus eigener Erfahrung weiß „ooooh neeeeein, das geht schief, wenn sie es so macht“. Tja und dann kommt es besserwisserisch und überheblich rüber, wenn alle mit dem Holzhammer zu Dir kommen :-)

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