Sophiaaa22. Alkoholismus und kaputte Familie - Angehörige

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  • Hallo,


    Ich (über 40) bin neu hier und suche Austausch mit anderen Angehörigen von Alkoholikern.


    Habe gerade meinen Freund verlassen, weil er ein Alkoholproblem hat. Alkoholismus hat in unserer Familie eine lange Vorgeschichte. Dass der Freund von meiner Mutter ein Alkoholiker ist, der nach dem letzten Entzug rückfällig geworden ist, wundert mich nicht. 🌚


    Grüsse in die Runde,

    Sophiaa

  • Ich (über 40) bin neu hier und suche Austausch mit anderen Angehörigen von Alkoholikern.

    Hallo und herzlich Willkommen,

    ja du bist richtig hier.


    Du hast deinen Freund verlassen, weil er ein Alkohol Problem hat. Dann warst du sicherlich Co abhängig.

    Ich kann mehr dazzu nichts sagen, aber frage mal: Wie geht es dir aktuell?

    Wenn etwas möglich erscheint, mach ich das, wenn das nicht klappt gehts ans Unmögliche und ansonsten das undenkbare.

    EX Raucher!

  • Hallo Alex,


    da wir den gemeinsamen Traum hatten, eine Familie zu gründen und ich nun schwanger und allein bin, bin ich traurig...


    Da ich Erfahrungen in der eigenen Familie mit Alkoholismus habe (Bruder ist alkoholkrank und dann richtig fies, der Opa hat gesoffen und meine Oma geschlagen, meine Mutter ist CO bei ihrem alkoholkranken Freund), im Grunde ist meine Familie kaputt deshalb, haben einige Situationen mit meinem Freund ausgereicht, um mich zu verscheuchen.


    Er ist betrunken Fahrrad gefahren - und ist mehrmals gestürzt. Er trank an manchen Tagen ab vormittags und kam dann sturzbettunken abends bei mir an... Und das mich das gestört hat, hat ihn so genervt, dass er mehrmals betrunken unsere Beziehung beendet hat. Mit einer Selbstgefälligkeit als würde er Müll wegwerfen! Dabei habe ich es belassen. Er sagt, ich hätte Schluss gemacht, ich habe den Eindruck, dass er sich an den Abend nicht mehr so gut erinnern kann.


    Als er das letzte Mal bei mir war, wollte er mit einem Bier auf das Kind anstoßen. Das Bier hat ihm nicht gereicht. Er war schon am Schrank zugange, wo ich die Spirituosen aufbewahre.


    Ich habe keine Panikattacken mehr, seitdem wir getrennt sind (wir wohnen getrennt). Nur mache ich mir Sorgen, was ist, wenn das Kind da ist! Wie wird er sich verhalten? Ich will nicht, dass das Kind seelischen Schaden nimmt.


    Ich habe es eine Zeit nicht richtig erkannt, war ja so verliebt! Als co-abhängig würde ich mich nicht bezeichnen. Mein verstorbener Mann war arbeitssüchtig, da war ich definitiv Co-Pilot und habe das dummerweise unterstützt. Aber so verhalte

    ich mich nicht mehr. Ich bin eher sehr hart und konsequent geworden.


    Danke, dass du gefragt hast, wie es mir geht. Ich fühle mich sehr allein.

    Sophia

  • Liebe Sophia, herzliche Willkommen hier bei uns im Forum!


    Hier triffst du auf Menschen, die ähnliches erlebt haben wie du, auf Menschen, die nachvollziehen können, wie du dich fühlst. Mir selbst hilft das sehr oft, mich weniger alleine zu fühlen.


    Erst einmal alles Gute für deine Schwangerschaft und liebe Grüße, Lea

  • Hallo Sophia,

    Das ist sehr traurig und sich alleine zu fühlen, ist kein gutes Gefühl.

    Du bist NICHT allein!

    So viele Menschen gibt's es , die diese Situation oder mehr oder weniger ähnliche, erlebt haben, hinter sich haben oder mitten drin sind.

    Ich möchte Dir nur sagen, willkommen hier.

    Und sei froh, dass du das erkannt hast und dich trennen konntest!!!

    Alles wird gut.

    Alles, was kommen wird ist besser, als das Leben mit dem (nassen) Alkoholiker

    LG Stern.

  • Danke! Das tut gut.

    Im Moment habe ich Streit mit meiner Mutter. Sie hat Silvester meinem Neffen (15) Alkohol richtiggehend aufgezwungen! Meine Schwester war zu schwach, sie rauszuschmeissen.


    Sie hat eine Messie-Wohnung und morgen kommen Handwerker von der Wohnungsgesellschaft. Die ganze Familie hat massiv gearbeitet, damit es nicht so extrem schlimm aussieht - aus Angst, dass sie ihre Wohnung verliert. Sie hat gesagt "bei mir sieht es nur so schlimm aus, weil ihr euch nicht richtig um mich kümmert!"


    Ich habe ihr gesagt, dass ich ihr eine Einrichtung suche, wenn sie ihre Wohnung verliert. Ich kann und will ihre Last nicht mehr tragen.

    Sie trinkt auch ziemlich viel. Sie hatte Silvester keinen der mittrinkt und ich glaube deshalb wollte sie den Jungen animieren mitzutrinken.

  • Alles, was kommen wird ist besser, als das Leben mit dem (nassen) Alkoholiker

    LG Stern.

    Das hoffe ich!


    Er hat Probleme mit dem Älterwerden und sagt, dass er nicht sterben wird (weil die Medizin bis dahin etwas erfindet, was uns unsterblich macht). Da weiss ich jetzt schon, wie diese kommenden Probleme gelöst werden (Alkohol) und wer es abbekommt (ich, wenn ich mit ihm zusammen bin).

  • Sorry für die vielen Postings. Aber das muss alles raus...


    Ich habe den Eindruck, dass ihm der Alkohol irgendwie heilig ist, ein Zeichen für seine Freiheit. Und wenn ich etwas dagegen sage, bin ich unten durch. Also entweder ich akzeptiere das oder er verlässt mich. Friss oder stirb.

    Kennt ihr das?


    Ich frage mich, ob er mich damit zum CO-Abhängigen "erziehen" will. Falls da was dran ist, will ich ihn nie wieder sehen.

  • Hallo und willkommen Sophia,


    na ja, klar ist ihm der Alkohol "heilig" denn er ist von dieser Droge abhängig. Die Sucht steuert da gerade alles bei ihm.


    Ich kenne das aus meiner ersten Ehe gut, diese Drohungen. Obwohl es bei mir andere Drohungen waren aber es läuft immer darauf hinaus, beim Partner/der Partnerin Angst und Schuldgefühle zu erzeugen. Damit er/sie dableibt und somit das kranke System bestehen bleibt. Es ist für den Abhängigen einfacher, in diesem kranken System zu leben, in Ruhe weitersaufen zu können, weil der Partner für alles andere weiterhin sorgt.


    Ich frage mich, ob er mich damit zum CO-Abhängigen "erziehen" will.

    Im Grunde genommen "ja". Er will dich in das kranke System reinziehen. Wenn du das zulässt reingezogen zu werden bist du irgendwann coabhängig. Wenn du dann "richtig" funktionierst.


    Lieber Gruß

    Aurora

    "Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist "gestern", der andere "morgen". Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist."

    (Dalai Lama)

  • Sie hatte Silvester keinen der mittrinkt und ich glaube deshalb wollte sie den Jungen animieren mitzutrinken.


    Damit, liebe Sophia liegst du goldrichtig.

    Alkoholiker fühlen sich nicht wohl, wenn sie in einer weitgehend nüchternen Runde die einzigen sind, die viel konsumieren.

    Dann halten sie sich zur Not auch an solche, mit denen sie sonst nichts konsumieren würden, in dem von dir geschilderten Fall die vermeintlich schwächste in Frage kommende Person. "Trinken unter Niveau" nennt mensch das.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Hartmut

    Hat den Titel des Themas von „Alkoholismus und kaputte Familie - Angehörige“ zu „Sophiaaa22. Alkoholismus und kaputte Familie - Angehörige“ geändert.
  • Hallo Sophia,


    ich finde es sehr stark von dir, dass du es geschafft hast, dich von deinem Freund zu trennen. Dabei wirkst du auch sehr entschlossen.

    Ich war fast zwölf Jahre mit meinem Freund zusammen und habe erst nach neun Jahren bemerkt dass er Alkoholiker ist. Ich habe fast drei Jahre versucht ihm zu helfen und musste doch letztendlich einsehen, dass alles vergebens war.

    Ich wünsche dir dass du deine Stärke behältst. Alles Gute für deine Schwangerschaft 🙃

  • Das ist übel, ich hätte lieber nicht Recht mit meinen Vermutungen. 😱


    Lügen scheinen auch dazu zu gehören. Ich hatte den Eindruck, wenn ich mich verunsichern lasse glaube ich bald meiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr... Dabei bin ich in diesen Situationen ja stocknüchtern und klar.


    Dinge sind einfach nicht passiert, Äußerungen gab es so nicht und ich bilde mir das nur ein.


    Mein Ex möchte jetzt wo er Vater wird auswandern. Und ich denke: gute Reise! Ich bin bitter.

  • Schwesterherz: ich habe mich bis vor einem Jahr um meinen Mann gekümmert, der eine Todesdiagnose hatte, bis er gestorben ist.

    Ich habe nicht die Kraft, mich am Suchtproblem von meinem Ex abzuarbeiten. Außerdem könnte jetzt doch wieder Mal eine schöne Phase kommen... War so gedacht mit meinem Ex-Freund. 😔

    Jetzt wird es anders.

  • Ja, Lügen gehören auch dazu. Ich habe mich oft dabei ertappt, wie ich mir selbst nicht mehr getraut habe. Manchmal hatte ich das Gefühl dass es vielleicht doch alles gar nicht so passiert ist, wie ich es wahrgenommen habe. Tatsächlich habe ich einige schlimme Vorkommnisse sogar vergessen und sie sind mir erst später wieder ins Bewusstsein gekommen. Ich musste mich dann immer selber davon überzeugen dass mein Freund wirklich alkoholabhängig ist und ich nicht übertreibe. Deswegen habe ich immer nach seinem Alkoholvorrat gesucht und ihn auch immer gefunden. Manchmal war ich regelrecht froh, wenn er mal wieder richtig gesoffen hat und es irgendeine Eskapade gab. Dann wusste ich wenigstens wieder dass ich nicht falsch lag und nicht verrückt werde.

  • Schwesterherz: ich habe mich bis vor einem Jahr um meinen Mann gekümmert, der eine Todesdiagnose hatte, bis er gestorben ist.

    Ich habe nicht die Kraft, mich am Suchtproblem von meinem Ex abzuarbeiten. Außerdem könnte jetzt doch wieder Mal eine schöne Phase kommen... War so gedacht mit meinem Ex-Freund. 😔

    Jetzt wird es anders.

    Das mit deinem Mann tut mir sehr leid. Umso schlimmer dass du jetzt noch in so eine Situation gekommen bist.

    Ich denke durch die Erfahrung mit deinem Mann weißt du wie wertvoll unser Leben ist. Vergeude es nicht mit einem Alkoholiker, der keine Hilfe annehmen möchte. Er muss sich selbst helfen.

  • Das funktioniert nicht, wenn es mehrere Menschen mitbekommen oder wenn es in Form von Nachrichten passiert. Dann ist leugnen nur peinlich.


    Mein Ex-Freund hat Mal betrunken angerufen, am Sonntag Nachmittag. Ich meinte "ruf später an, wenn du wieder nüchtern bist. Du weißt, dass ich mit dir betrunken nicht sprechen will". Es kamen 9(!) SMS, dass es vorbei sei und ich ihn nie wieder anrufen solle. Da war er am nächsten Tag kleinlaut, weil es ja schwarz auf weiß dokumentiert war.


    Mein Bruder hat Mal im Suff die ganze Familie terrormäßig angerufen und beschimpft. Das konnte er auch schlecht leugnen. Zu viele Zeugen!


    Was mir richtig Kopfzerbrechen macht ist, dass mein Ex am Anfang als er verliebt war ganz anders war - und jetzt passt er erschreckend gut in meine dysfunktionale Familie, von der ich mich doch schon sehr entfernt hatte...


    ...und verliebt zu sein hat ja auch viel mit den körpereigenen Drogen zu tun. 🤔

  • Außerdem könnte jetzt doch wieder Mal eine schöne Phase kommen... War so gedacht mit meinem Ex-Freund. 😔

    Jetzt wird es anders.

    Diese schöne Phase liegt direkt vor dir! Nicht wie gedacht, mit deinem Ex, aber definitiv wird es ganz wundervoll werden, wenn du das willst 😊


    Das du eine starke Frau bist, hast du ja schon bewiesen. In Zukunft darfst du für dein Baby auch eine starke Mutter sein und es liegt ein wundervolles Leben vor euch!

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