André - Wie sind eure Erfahrungen?

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Guten Morgen an Alle,


    ich bin 48 Jahre alt. ledig, bin Alkoholiker ( das muss ich mir wohl eingestehen), selbstständig. Dachte ich habe es im Griff und musste vor kurzem die Erfahrung machen, es klappt so gar nicht. Ich habe am 08.07.2022 meinen Lebensgefährten eine Backpfeife gegeben, daraufhin hat er die Polizei gerufen usw.. Nun ist er seitdem bei seinen Eltern und zieht am Wochenende aus.


    Leider ist es mir wie gesagt am 08.07.2022 so richtig bewusst geworden, das ich nichts unter Kontrolle habe. Seitdem trinke ich nicht mehr, gehe regelmäßig zur Suchthilfe und zur Motivationsgruppe, in Kürze soll der Antrag auf eine ambulante Therapie gestellt werden, da ich es mir nicht erlauben kann, 12 Wochen auszufallen.


    Mir ist bewusst das ich nie wieder Alkohol trinken sollte, da ich so eine Schwelle habe, bei der ich dann ins Böse/ Unberechenbar gehe. Jetzt zieht wie gesagt mein Partner aus, er hat relativ viel gelitten die letzten Monate durch meine Gefühlsschwankungen und ich habe immer gesagt ich hole mir Hilfe, aber es war nie der Punkt da.


    Jetzt ist er es, aber ich komme an ihn nicht mehr ran, ich habe das Gespräch gesucht, er blockt ab, was kann/ soll ich tun, habt Ihr damit Erfahrungen. Ich höre immer mit einem Alkoholiker kann man nicht zusammen leben, ich wäre schon viel früher gegangen usw.. Ich weiß er ist enttäuscht, ich meine aber auch, er liebt mich noch sehr. So wie ich ihn auch. Also derzeit zerreißt es mir das Herz.


    Grüße an Alle André

  • Hallo Andre


    willkommen hier im Forum.


    Die Erkenntnis Alkoholiker zu sein ist schon mal nicht verkehrt. Hilfe zu suchen, ist einfach klasse.


    Mal eine direkte Frage, da es ja auch um eine Beziehung geht. Ist die Hilfe für dich oder möchtest du damit nur nach außen zeigen, dass du etwas gegen deine Alkoholsucht machst? Für mich ein gravierender Unterschied für den Verlauf.


    Leider ist es mir wie gesagt am 08.07.2022 so richtig bewusst geworden, das ich nichts unter Kontrolle habe. Seitdem trinke ich nicht mehr,

    Hast du überwacht entgiftet (Arzt/Klinik) oder einfach so aufgehört? Das Forum richtet sich auch an Alkoholiker, die eine lebenslange Abstinenz anstreben. Ist das bei dir auch so?

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo Hartmut,


    die Hilfe ist für mich. Ich bin nun ca. 5 Wochen trocken und habe schon in Teilen ein anderes Lebensgefühl, Ich mache mehr, die Haut ist besser, ich bin wacher. Ich schlafe mehr durch. Das ist schon ein schöneres Lebensgefühl als am nächsten Tag nicht zu wissen was gestern war.


    Und was ich nie wieder möchte, ist das ich jemanden schlage. Mir ist ohne Grund einmal die Hand ausgerutscht, das war vor diesem Tag nie, das war ein sehr erschreckendes Erlebnis für mich.


    Ich habe ab dem 09.07.2022 nichts mehr angerührt und war dann am 12.07.2022 beim Hausarzt und wurde dann begleitet, es ist die erste Entgiftung, ich hatte aber immer mal Pausen beim Trinken. Aber seit Corona da war und viele Negative Einflüsse waren wurde es schlimmer. Das soll keine Entschuldigung sein, aber mich hat vieles runter gezogen.


    Auch das ich nun Hilfe hole und annehme ist das erste Mal. Das Ganze ist für mich mit viel Scham besetzt, ich bin eher der Macher/ keine Schwächen usw..


    Grüße André

  • Hallo Andre,


    danke für deine Vorstellung. Wenn du dich weiter bei uns austauschen möchtest, schalte ich dich für die offenen Bereiche frei. Dazu brauche ich nur kurz für den Gruppenbeitritt eine Bewerbung. Begründung braucht es nicht mehr ausführlich. Ich bitte um Freischaltung reicht da. Ist ja alles gesagt.


    Hier der Link


    Bewerbung - Alkoholiker Forum
    Bewerbung für die Teilnahme am Forum
    alkoholiker-forum.de

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo, ich habe so alles falsch gemacht, was man machen kann, ich habe meinen Lebenspartner komplett ignoriert und mir keine Hilfe geholt, Erst als die Sache eskaliert ist, mit einer Backpfeife und der Polizei habe ich das Trinken eingestellt und mir nun Hilfe gesucht, um meine Problem, den Alkohol, in den Griff zu bekommen.


    Leider für ihn zu spät. er zieht aus, kann nicht sprechen, weil er keine Luft mehr bekommt.


    Wie ist Eure Erfahrung, kann sich das wieder einrenken?

  • Wir kennen ja deinen Lebenspartner nicht. Wenn ich einen Fehler in der Beziehung mache, und ich mache Fehler, dann muss man zuallererst seinen Fehler eingestehen. Ich denke, das hast du getan. Das ist Schritt 1.


    Was danach kommen sollte, wäre ein klärendes Gespräch mit deinem Partner. Mit allen deinen Fehlern, welche du in der Vergangenheit gemacht hast.


    Warum kann er nicht sprechen?


    Eventuell kannst du ihm auch einen ehrlichen Brief schreiben, gib es ihm mit. Sei dir und ihm gegenüber aber wirklich ehrlich. Du hast den Weg gewählt, keinen Alkohol mehr zu trinken. Bleib dabei, ich wünsche dir, dass du clean bleibst. Nur mit einer stabilen Abstinenz wird es dir auch in Zukunft besser gehen. Auch im Hinblick auf Beziehungen.


    Gruss

    Alex

    Wenn etwas möglich erscheint, mach ich das, wenn das nicht klappt gehts ans Unmögliche und ansonsten das undenkbare.

    EX Raucher! Es bringt nichts eine Brücke zu bauen für jemanden, der gar nicht auf die andere Seite will.

  • Hallo André,


    willkommen im Forum. Ich finde es toll, dass du diese Schritte eingeleitet hast. Die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein und das Handeln für eine Veränderung sind wichtige Punkte auf deinem neuen Weg. Du solltest dir ein wenig Zeit gönnen. Was das Schamgefühl angeht und auch für deine Beziehung. Jahrelang hat man seine Gefühle mit Alkohol betäubt, da braucht es ein wenig Geduld, sich zu finden und auch sich selbst zu verzeihen. Wenn du weiterhin stabil bleibst, wird sich zeigen, ob deine Partnerschaft noch eine Chance hat. Zunächst ist es gut, wenn du dich auf dich konzentrierst und für dich gesund wirst.


    Wie geht es dir denn? Hast du Suchtdruck? Kommst du nüchtern im Alltag gut zurecht?


    Viele Grüße

    Seeblick

  • Linde66

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung André“ zu „André - Wie sind eure Erfahrungen?“ geändert.
  • Hallo André,

    herzlich Willkommen hier bei uns. :)


    Damit es nicht so unübersichtlich wird, habe ich deine beiden Themen zusammengefügt und die Überschrift angepasst. Falls du wegen der Überschrift eine Änderung haben möchtest, schreibe mir einfach eine PN.


    Liebe Grüße und gute Gespräche hier!

    Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Alex,


    ich habe mich aufrichtig entschuldigt und die "Hosen runter gelassen" . Ja er sagt er kann nicht sprechen, er ist wie gelähmt, das letzte halbe Jahr war ich auch anstrengend, jeden Tag getrunken, immer Wodka, kleine Flaschen, um es selbst in den Griff zu bekommen, bei größeren Mengen, so ab 300 ml, wurde ich ausfallend. Wir sprechen hier nicht von Genusstrinken, sondern den gesamten Alkohol innerhalb einer Stunde nüchtern zu sich nehmen. Deswegen habe ich auch nie große Flaschen geholt. Wenn es aber dann schlimm war, bin ich angetrunken noch zur Tankstelle gefahren und habe noch was geholt. Tja, dann wurde ich unfair und der Streit ging los. So habe ich ihn dann wenn es heftig war immer rausgeschmissen, er hat dann eine Nacht woanders geschlafen, kam wieder, ein paar Tage Ruhe, dann ging es wieder los. Das so die letzten 6 Monate bis zum 08.07.2022, Ich habe wieder Streit angefangen, dann ist es eskaliert, ich wurde immer böser, habe ihm eine runtergehauen und er hat nach Hilfe gerufen und die Polizei gerufen, ich bin dann abgehauen. Also verstehen kann ich ihn, ich denke er ist einfach "runter" mit den Nerven. Einen Brief gab es schon, er glaubt nur nicht das ich mich bessere. Die Antwort kam per whattsapp, sprechen möchte er aber gerade nicht. Morgen zieht er aus, also seine Eltern holen alles raus. Schwierig.

  • Hallo Seeblick,


    mir geht es soweit gut, danke, es ist halt gerade alles ein wenig viel. Suchtdruck, hmm, in gewissen Situationen denke ich daran, aber es geht mir ohne Alkohol besser. Der Alltag läuft wie immer, das war aber auch schon so als ich getrunken habe. Vorm Schlafen gehen habe ich meistens eine - edit, Medikament - genommen und morgens war alles ok.

    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 () aus folgendem Grund: Bitte hier im Forum keine Medikamentennamen nennen, danke.

  • Hallo Yankee,


    ich stolper gerade über dein "Der Alltag läuft wie immer". Wenn man einfach nur den Alkohol weglässt und sonst nichts ändert, reicht das oft nicht aus. "Nur nicht trinken reicht nicht", heißt es so schön. Oder habe ich dich falsch verstanden und die meinst, dass dein Alltag ruhig verläuft?


    Viele Grüße

    Seeblick

  • Hallo Seeblick, ok mein Alltag verläuft ruhig. Nichts ändern, nein das ist es nicht, ich gehe es an, seit 5 Wochen gehe ich zur Suchthilfe, ich nehme an einer Motiavtionsgruppe teil und muss mir nun noch etwas Mut machen zu den AA zu gehen. Ich habe mich hier angemeldet. Ob das alles nichts ist, weiß ich nicht, aber es ist ein Anfang. Alleine dieses eingestehen ich bin Alkoholiker, ich habe ein Problem, diesem bewusst zu werden, das war/ist für mich ein so enormer Schritt. Ich bin weder so erzogen, noch es gewohnt Schwäche zu zeigen.

    Freitag ist mein Partner ausgezogen, Samstag hätte ich sowas von gerne getrunken, ich habe mich gefragt wozu der ganze Scheiß, aber ich weiß wofür, für mich, ich tue das Ganze nur für mich jetzt.

  • Ich bin weder so erzogen, noch es gewohnt Schwäche zu zeigen

    Ich finde es verdammt stark, dazu zu stehen, Alkoholiker zu sein! :)


    Eine Trennung ist schwer, Liebeskummer grässlich. ABER: Es wird besser, auch wenn Du das jetzt nicht für möglich hältst!


    Das „Schöne“ am Liebeskummer ohne Suff: Man kann klar denken und handeln!!


    LG Cadda

  • Hallo Yankee,


    Wie ist Eure Erfahrung, kann sich das wieder einrenken?

    ich komme von der "anderen Seite" - ich bin Angehörige und mit meinem Mann kam es vor 2 Monaten zu einer ähnlichen Eskalation wie von dir beschrieben. Ich kann dir (noch) nicht sagen, ob es sich wieder einrenken kann. Noch dazu ist mein Mann weiterhin komplett uneinsichtig, trinkt weiter und gibt an allem mir die Schuld. Also ein ziemlich hoffnungsloser Fall!

    Ich bin zutiefst verletzt und traurig, weil auch ich extrem viel mitgemacht, ausgehalten und so sehr für unsere Familie gekämpft habe. Ich war immer verständnisvoll. Mein Vertrauen in ihn ist schwerst beschädigt, wenn nicht zerstört. Ob noch irgendwo Liebe da ist, weiß ich gar nicht - zu sehr stehen Trauer, Enttäuschung, Schmerz und die Sorge um unsere Zukunft (wir haben noch kleine Kinder) im Vordergrund. Der unrealistische Wunsch, dass das alles am besten nicht passiert wäre, er gar kein Alkoholiker ist bzw wenigstens einsichtig und bereit wäre trocken zu werden und alles "wieder gut zu machen" - der ist auf alle Fälle noch da. Versprechungen würden mich jetzt aber kalt lassen. Dafür hab ich in den letzten 2 Monaten seit der räumlichen Trennung zu viel ausgehalten, zu viele Tränen vergossen und zu viele Nächte nicht geschlafen. Es würden nur noch Taten zählen. So etwas wieder grade zu biegen ist nichts von heute auf morgen. Vielleicht braucht dein Lebensgefährte Zeit, viel Zeit und vielleicht muss er auch sehen, dass du deinen neuen Weg eine lange Zeit konsequent gehst...nicht nur 5 Wochen. Mein Vertrauen in meinen Mann ist nicht von heute auf morgen gebrochen. Das war ein ordentlicher Weg.

    Wenn es sich wieder einrenken soll, dann muss dafür die Beziehung, die ihr bisher hattet (geprägt von Alkohol) zu Ende gehen, damit etwas Neues entstehen kann.

    Ich spreche nicht aus Erfahrung, ich kann dir nur berichten, wie es mir gerade geht. Vielleicht geht es deinem Partner ähnlich.

    Ich musste auch die Polizei rufen. Das war extrem demütigend und peinlich für mich. Ich bereue es aber nicht.

    Ich habe auch sehr großen Liebeskummer. Ich kann dich verstehen und v.a. deinen Partner.

    Es gibt für uns alle aber nur eine Richtung: vorwärts! So wie es war, kann und soll es keinesfalls mehr werden. Gehe den Weg für dich und schau hier jederzeit im Forum vorbei. Hier findest du immer ein offenes Ohr!

    Viel Kraft, Saphira

  • Hallo Cadda, ja ich bin klar bei mir, ich bin nun 6 Wochen trocken und ich komme nicht an ihn ran, ich liebe ihn sehr, ich habe so vieles falsch gemacht. Samstag, den 13.08.2022 hätte ich so Lust gehabt was zu trinken ( Saufdruck nennt man das wohl), aber was wäre passiert, ich hätte einen drüber getrunken und hätte Streß gemacht. Ich muss hier auf mich achten. Einen Tag zuvor ist er ausgezogen. Tja, seitdem nichts, ich denke das Kind ist in den Brunnen gefallen und ich muss mich damit abfinden. Ich habe die letzten Jahre echt Stress gemacht, ein auf und ab und er hat es ertragen.

  • Wenn es sich wieder einrenken soll, dann muss dafür die Beziehung, die ihr bisher hattet (geprägt von Alkohol) zu Ende gehen, damit etwas Neues entstehen kann.

    Hallo Saphira, es gibt leider immer diese beiden Seiten. Einmal der Alkoholiker, soweit ich und dann der Partner/ Angehörige. Mein Partner hat mir immer wieder gesagt ich muss was machen, aber ich habe, ich will nicht sagen ihn nicht ernst genommen, ich würde sagen, ich wollte mich vor anderen Menschen nicht bloß stellen. Nun hatten wir diesen schlimmen Vorfall, ich betrunken, schlage ihn und jage ihn durch die Wohnung. Er ruft die Polizei, ich haue ab, das gesamte Programm. Er zieht zu seinen Eltern. Nach diesem Tag war mir sofort klar, so geht es nicht mehr. Was ist das nächste, wie weit gehe ich, ich bin kein Schläger. Also wie gesagt seitdem 08.07.2022 gibt es keinen Alkohol mehr, kontrolliert trinken, vergiss es, mich langsam zu entwöhnen, klappt nicht. Ich bin gleich am nächsten Dienstag zum Arzt und der hat dann den Entzug begleitet, dann darauf die Woche zur Suchthilfe, Motivationsgruppe, nun stellen wir die Anträge für die Therapie, ich bin nun 6 Wochen trocken, Stolz, bin ich nicht, ich denke hätte ich mal früher. Die Gruppensitzungen tun mir sehr gut, da ich sehe das es ein gesellschaftliches Problem ist. Es betrifft so viele. hilft mir aber nicht, ich muss an mich denken und das tue ich nun. Schade ist nur, ich komme so gar nicht an ihn ran, ich denke es ist wie bei Dir, er ist zutiefst verletzt, hat kein Vertrauen mehr und das Umfeld wird wohl auch sagen nichts wie weg. Ich weiß auch das es ohne ihn weitergehen wird, aber ich denke immer, da ist was zwischen uns. Aber wie gesagt ich komme nicht an ihn ran. In bezug auf Deine Situation, wenn er es sich nicht eigesteht er braucht Hilfe, dann gehe nicht zurück, auch wenn die Gefühle da sind. Mein Partner hätte vielleicht schon früher sagen müssen, es reicht, vielleicht wäre es dann nicht eskaliert, aber ich sage ganz klar ihn trifft keine Schuld, ich habe die Schuld. Ich habe es dazu kommen lassen. Nur was nun, Liebe Grüße André

  • Mein Partner hat mir immer wieder gesagt ich muss was machen, aber ich habe, ich will nicht sagen ihn nicht ernst genommen, ich würde sagen, ich wollte mich vor anderen Menschen nicht bloß stellen.

    Oh ja - das hab ich auch. Vielleicht ist sogar die Sache mit dem sich Bloßstellen die schwerwiegendere. Deshalb hab auch ich als Angehörige so lange geschwiegen und gezögert. Es war MIR peinlich, wie mein Mann (zu mir) war. Ich habe es als mein Versagen angesehen...ich hab es nicht geschafft einen "normaleren" Mann zu finden. Es war ja jahrelang wirklich alles toll mit normalen Höhen und Tiefen.


    Ich finde es, auch wenn du das vielleicht gerade nicht so empfindest, trotzdem stark, dass du nach dem Polizeieinsatz im Juli so ehrlich zu dir warst und dich in Behandlung begeben hast. Meinem Mann ist nicht einmal das gelungen. Er hat sich "Hilfe" beim Anwalt geholt und versucht nun mir auf diese Weise weiterhin die ganze Schuld zuzuschieben.

    Bleib deinem Weg trotzdem treu, egal ob du deinen Lebensgefährten damit noch einmal erreichst oder nicht. Wir alle sind Menschen und machen Fehler...manchmal wirklich extrem große Fehler. Doch wir können uns immer dafür entscheiden alles zu tun um diesen Fehler wieder auszubessern. Vielleicht hilft es deinem Partner nicht mehr. Aber dir und den zukünftigen Menschen in deinem Leben bringt es bestimmt etwas.

    Schade ist nur, ich komme so gar nicht an ihn ran, ich denke es ist wie bei Dir, er ist zutiefst verletzt, hat kein Vertrauen mehr und das Umfeld wird wohl auch sagen nichts wie weg. Ich weiß auch das es ohne ihn weitergehen wird, aber ich denke immer, da ist was zwischen uns.

    Ein Teil von mir würde sich nichts sehnlicher wünschen, dass mein Mann das macht, was du gerade tust (Therapie). Trotzdem bin ich so verletzt, dass ich jetzt nicht mit ihm reden könnte und wollte. Ich will ihn nicht sehen und nicht hören. Ich komme dem aber nicht ganz aus, weil wir noch kleine Kinder haben. Mein Vertrauen in ihn ist nicht von heute auf morgen gebrochen, sondern über Jahre. Ein einzelnes Gespräch oder ein paar Wochen Therapie könnten das bei mir nicht reparieren. Ich weiß nicht, ob das überhaupt jemals möglich wäre, es wäre aber wohl ebenso ein langer Weg, wie es dauerte zu brechen. Bei mir stellt sich aber die Frage gar nicht. Mein Mann hat keine Einsicht.

    Keine Sorge - ein Zurückgehen käme bei mir jetzt keinesfalls in Frage. Ich weiß nicht, was wäre, würde er ernsthaft sein Leben ändern, das über lange Zeit "beweisen" - wir haben immerhin Kinder, aber schnell - nein, ganz sicher nicht!

    Nur was nun


    Du gehst deinen eingeschlagenen Weg FÜR DICH weiter! Jeden einzelnen Tag! Was einmal sein wird, kann dir niemand sagen. Du kannst den Weg nur gehen. Es ist nur eines sicher...MIT Alkohol wird der Weg immer tiefer in den Abgrund führen. Vielleicht hat es genau den Verlust deines Partners, diesen heftigen Schmerz, gebraucht, damit du aufwachst. Alles Sanftere davor hat ja nicht gefruchtet. Es heißt, das Leben ist immer FÜR uns und nicht gegen uns. Vielleicht brauchst du genau diesen Verlust um wieder ins Leben zurückzukommen.

    LG, Saphira

  • Ich finde es, auch wenn du das vielleicht gerade nicht so empfindest, trotzdem stark, dass du nach dem Polizeieinsatz im Juli so ehrlich zu dir warst und dich in Behandlung begeben hast.

    Hallo Saphira, ja das bloßstellen, Farbe bekennen, vor anderen und sich selbst, das ist mit das Schlimmste. Wobei meine Familie es in Teilen bestimmt wusste, weiß, mein Freund, klar, der hat es ja ertragen. Aber wenn Du immer ein Macher bist, keine Schwächen zeigst, ich wurde so auch erzogen, Du bist immer irgendwie selbstständig gewesen, teils mit 100 Mitarbeitern, dann ist das für einen ein riesiger, ich kann das Wort nicht mal sagen/finden. Wenn ich noch daran denke den ersten Termin bei der Suchthilfe gemacht zu haben, ich hab da ein Problem. Da war schon ganz viel Überwindung bei, auch bei dem ersten Gruppentreffen. Nun ist es besser. Der Polizeieinsatz, tja, die haben mich auch noch gesucht, mein Bruder hat mich 2 Stunden gesucht, Ich bin dann irgendwann nach Hause. Tja einen Anwalt habe ich auch, aber nur weil ein Verfahren gegen mich wegen vorsätzlicher Körperverletzung läuft. Ich meine ich habe es verdient, ich will mich nur gut beraten wissen. Dann wohnen in unserem Haus noch Onkel und Tante, die alles mitbekommen haben, hier habe ich mich entschuldigt und mein Problem erzählt. Bei den Eltern meines Freundes habe ich mich auch entschuldigt, leider nur per whatsapp, aber derzeit gibt es hier auch keinen Kontakt. Und natürlich auch bei ihm. Ich tue das jetzt auch nicht für ihn, sondern für mich und alle anderen, denn ich bin schon ein Arsch wenn ich einen drüber habe. Und ich leide dann sehr an Gefühlsschwankungen. Tja, verzeihen, ein großes Wort, nicht so einfach, wieder dem anderen eine Chance geben und wieder was rein zu investieren. Alles schwierig, aber was ist der andere Weg wenn man sich liebt. Derzeit weiß ich es nicht, ich weiß ich liebe ihn und hätte ihn gerne wieder bei mir und das er so lächelt wie es früher war. Ich habe mir mal Bilder angeschaut und gesehen wie es sich bei ihm verändert hat. Das tut mir sehr weh. Dieses unbeschwerte war irgendwann weg. Er konnte nichts richtig machen, nicht wegfahren, weil ich danach hätte besoffen und böse auf dem Sofa wartend gesessen hätte für den nächsten Streit. Ich schreibe hier halt so meine Gedanken. Ach und einmal was zu mir, ich bin derzeit so froh, dass sich die Kinderfrage nie gestellt hat, nicht falsch verstehen, aber wenn ich nun noch wüsste, ich hätte da 2 kleine Knirpse, denen ich das Ganze angetan hätte, nein, das wäre unerträglich. Deswegen denke bitte an Deine Kinder, das ist das Wichtigste, es muss diesen gutgehen! LG André

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