Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Mir wurde auch irgendwann bewusst, dass ich mich in einer missbräuchlichen Beziehung "sicher" fühle, weil ich so geprägt wurde und es nicht anders kenne.

    Hallo Kintsugi,


    Lieben Dank für deine Nachricht. Dieser Satz trifft es so gut… nur wie soll man es schaffen davon weg zu kommen? Die Gefahr ist so groß dass man wieder an solch einen Charakter gerät.


    Wie lange warst du mit deinem Partner zusammen? Wie hat er auf die Trennung reagiert?


    Diese Wut die du beschreibst erlebe ich auch gerade… ich bin einfach nur sehr enttäuscht und wütend das er mich mit seinem Verhalten zu solch einem Schritt zwingt… .


    Lieben Dank für dein Mut zusprechen.


    Alles liebe für dich


    Hope

  • Guten Morgen Hope,

    Die Gefahr ist so groß dass man wieder an solch einen Charakter gerät.

    Genau das ist der Punkt. Solange Du so "tickst", dass Du Dich klein machst und denkst, Du könntest helfen und eventuell sogar Schuld sein, besteht ein hohes Risiko, dass Du wieder an solch einen Charakter gerätst. Deshalb ist es auch wichtig, an DIR zu arbeiten, nicht an ihm.


    Ich glaube, dass viele Co-Abhängige, die hier ankommen denken, wenn der Alkoholiker aufhören würde zu trinken, dann wäre die Welt wieder in Ordnung. Nein, wäre sie nicht. Weil der Co-Abhängige immer in Lauerstellung sitzen würde und an seinem Verhalten vermutlich wenig ändern würde. Der co-abhängige Teil wäre immer noch co-abhängig, bloß vielleicht etwas ruhiger, falls der Alkoholiker wirklich aufhören will zu trinken.


    Es ist daher wichtig, dass Du erkennst, dass Du auch an Deinen Mustern etwas verändern solltest. Zwei Kranke können nicht miteinander gesund werden. So ähnlich habe ich das hier mal gelesen und ich denke, das ist wahr.


    Diese Züge, die als Co-Abhängigkeit vorhanden sind, die hat man ja in sich drin. Also wenn ich mal von mir spreche:

    Ich habe selbst gesoffen, aber ich war auch co-abhängig. Am Ende der Beziehung mit meinem (immer noch saufenden) Ex-Partner sehr stark. Was ich alles durchgehen lassen habe, nur weil ich dem Alkohol die Schuld in die Schuhe geschoben habe. Wahnsinn...


    Aber letzendlich war MEIN Verhalten schon immer so, ich hatte schon immer diese Anteile in mir. Denn in meiner Ehe damals habe ich mich exakt genau so verhalten, obwohl mein Ex-Mann nicht gesoffen hatte. Dennoch habe ich mir da endlos viel gefallen lassen, denn er hatte ja schließlich so eine schlechte Kindheit und so viele Sorgen. Es würde ja sicherlich bald besser werden, wenn alles ruhiger läuft im Alltag. Immer hatte ich eine Ausrede für ihn. Er wäre doch ansonsten so ein toller Mensch. Dieses schlechte Verhalten... ach, da kann er doch gar nichts für, ICH war ja schließlich auch irgendwie mit Schuld.


    Wenn man dazu neigt, so ein Verhalten an den Tag zu legen, dann läuft doch etwas falsch. Jemand, der nicht so tickt würde doch bei so einem Alkoholiker, der sich so aufführt überhaupt nicht bleiben. Das würde sein Selbstwertgefühl doch gar nicht zulassen.


    Deshalb ist es so wichtig, bei einem selbst zu gucken, was da falsch läuft.


    LG Cadda

  • Hallo Cadda,


    Danke für deine Nachricht. Ich lese mich in deinen Erzählungen wieder. Mein Ex Mann war auch sehr schwierig… er trank nicht, grenzte mich jedoch extrem ein… kontrollierte mich… denn ich gehörte aus seiner Sicht ihm. Am Ende traute ich mir nicht einmal mehr das Haus zu verlassen… . Ich ging zur Verhaltenstherapie was mir enorm half. Noch heute schimpft er über die Therapeutin ;) sie hätte alles zerstört… schmunzel.


    Sein Verhalten begründete ich (bis heute… was ich jedoch ändern muss) mit seiner schweren Kindheit.


    Lösen konnte ich mich von ihm erst mit meinem neuen Partner… .


    Im Grunde bedeutet demnach Co zu sein, eine Störung der Persönlichkeit… geprägt durch kindheitliche erfahrungen… oder? Das zu durchbrechen stelle ich mir sehr schwer vor. Ist das überhaupt möglich… man sehnt sich ja nach einem ungesunden gegenüber… das er einen schadet, wird erst später erkannt.


    Mir ist es wichtig, dass ich es nicht an meine Kinder weiter gebe. Einen emotionalen „Schaden“ werden sie durch die Trennung oder durch das bleiben bekommen… dessen bin ich mir durchaus bewusst… sie lieben ihren Papa sehr. Ich wünsche mir durch den Schritt der Trennung… der leider an die neue (noch nicht sichere) Wohnung gebunden ist, dass sie später eine gesunde Beziehung führen können und nicht in die Sucht verfallen… .


    Aktuell prüft das Jobcenter ob die Wohnung geeignet ist… die Vermieter hingegen werden bereits ungeduldig… :( .


    Mein Partner trinkt noch immer… und das obwohl ich ihm am Montag sagte, dass ich eine Pause brauche und ich diese ab 1,1. durchsetzen werde. Er weiß nicht das ich umziehen möchte, vor seiner Reaktion hätte ich Angst. Er hat ja schließlich auch Angst seine Kinder zu verlieren… Sein Wunsch war es immer, dass er einen wichtigen Part in ihren Leben darstellt. Aus seiner Sicht nehme ich ihm dann die Kinder weg… auch wenn ich hier bei euch lernen durfte, dass er es durch sein Verhalten selbst hervorruft.


    Gut finde ich, dass er eines geändert hat… seit Montag geht er jeden Morgen pünktlich zur Arbeit.


    Schlaft gut ihr lieben

  • Hallo…ein kleines Update für euch…


    Nach dem Vorfall am Sonntag, teilte ich meinen Partner ja mit, dass ich ab 1.1 eine Pause machen werde, er seine Problematik in den folgenden 6-12 Monaten angehen solle und ich bereits den Erstkontakt bei der Diakonie (tel.) hatte und nun einen weiteren Termin (persönlich vor Ort) in der Suchtberatung machen werde. Ich machte ihn den Vorschlag zu den persönlichen Termin mitzukommen. Er hatte sich dazu bisher nicht geäußert… nun rief mich gestern die Diakonie an und wir vereinbarten den Termin für kommenden Donnerstag Nachmittag… sodass mein Partner nach der Arbeit mitkommen könnte.


    Für mich ist es ein Zeichen… sagt er zu mitzukommen, erkennt er sein Problem und ich hätte mir tatsächlich überlegt zu bleiben um ihn zu unterstützen… ihn halt zu bieten. Lehnt er es ab… gebe ich ihn auf… .


    Nun stellte ich meinen Partner heute die Frage ob er mitkommen möchte… und er lehnte es genervt ab. :// Er gehe doch nicht zu so etwas… .


    Es war wohl dann doch zu viel des guten. Leider hat mir die aktuelle Situation so sehr zugesetzt das ich nun krank bin… mein Magen rebelliert einfach und ich bin so erschöpft… Mist alles… gerade mit 2 kleinen Kindern muss ich doch stark sein.


    Die Aussicht Alleinerziehend zu werden ist für mich sehr hart. Ich weiß nicht was ich machen kann und hab noch immer Schuldgefühle meinen Partner und Kindern gegenüber wenn ich gehe. Und was ist wenn ich es alleine nicht schaffe… ich so wie jetzt krank bin?


    Weil es mir nicht gut geht, kümmert er sich heute mit mir gemeinsam um die Kinder und den Haushalt… .

    Nüchtern ist er ein so liebevoller Vater… er spielt mit den Kindern…und ist für sie da. Besser kann man es sich nicht wünschen.


    Alles liebe

    Hope…

  • Liebe Hope,


    ich kann deine Ängste nachvollziehen, ich habe den Schritt gewagt und bin nun alleinerziehend mit zwei Kleinkindern. Es geht! Es ist nicht immer einfach (dass ist es nie, Kinder sind ein full-time job) ABER es ist VIEL EINFACHER als mit einem dritten Erwachsenen Kind zuhause! Du wirst es merken, wenn du auf dich allein gestellt bist und du plötzlich weniger Arbeit hast, als vorher 😉


    Es gibt immer Hilfe! Du bist nicht auf einen unzuverlässigen Partner angewiesen. Ich habe mit den Kindern zusammen Corona überstanden. Wenn das einzige was dich hält die Angst ist, dann lass mir dir diese hiermit nehmen. Wenn dich die Hoffnung hält, dann lass auch diese los. Er hat dir doch deutlich mitgeteilt, dass er keine Hilfe will. Kannst du deine angekündigten Konsequenzen wahr machen? Wenn nicht, dann ist das für ihn die Einladung genau so weiterzumachen wie bisher.

    Weil es mir nicht gut geht, kümmert er sich heute mit mir gemeinsam um die Kinder und den Haushalt

    Kein Applaus dafür...das sollte selbstverständlich sein. Und zwar auch wenn du gesund bist. Deine Schuldgefühle schickst du mal schnell in die Wüste. Es ist dein Recht (ich sehe es sogar als Pflicht) Dich und die Kinder an erste Stelle zu setzen. Kümmer dich um euch. Er ist erwachsen, er kann sich um sich selbst kümmern.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • ich kann deine Ängste nachvollziehen, ich habe den Schritt gewagt und bin nun alleinerziehend mit zwei Kleinkindern.

    Danke für dein Mut zusprechen. Ehrlich, der Schritt fühlt sich so enorm schwer an… ich glaub ich muss mir immer wenn ich… so wie jetzt schwanke, deine Zeilen durchlesen. Ich versuche mir gerade jetzt die ganzen Vorfälle in Erinnerung zu rufen. Vielleicht geben diese mir ja Kraft… .


    Ich habe mit den Kindern zusammen Corona überstanden. Wenn das einzige was dich hält die Angst ist, dann lass mir dir diese hiermit nehmen.

    Danke für das aussprechen… exakt an Corona hatte ich gedacht. Ich erlebe es in meinem Umfeld wie hart diese Erkrankung ist. Was wenn ich in der Zeit den Haushalt nicht schaffe (nicht lachen… das ist mein Ernst) … zu erschöpft bin um die Kinder gut zu versorgen… ich mein Baby nicht mehr stillen kann, weil durch die körperliche Belastung die Milch wegbleibt? Mein Partner ist da der Meinung es muss alles stimmen, sonst sieht er das wohl der Kinder gefährdet. Ich möchte meinen Kindern jedoch ein gutes Zuhause ermöglichen. Wie hast du das geschafft? Vor allem die Kraft zu finden wieder neue Energie zu bekommen finde ich für mich persönlich eine Herausforderung.



    Kannst du deine angekündigten Konsequenzen wahr machen? Wenn nicht, dann ist das für ihn die Einladung genau so weiterzumachen wie bisher.

    Der Mietvertrag ist ab 1.1… ich warte nur auf das Go des Jobcenters… diese stören sich an den erhöhten Nebenkosten für Energie :/ . Daher könnte ich diese Ankündigung wahrmachen. Mir ist heute bereits aufgefallen das er überrascht wirkte als ich ihn von dem festen Termin bei der Suchtberatungsstelle erzählte… er war danach nachdenklich. Ich denke ich hatte in der Vergangenheit zu oft gedroht und es nie umgesetzt… daher nimmt er mich gefühlt nicht ernst.


    Wie hatte dein Ex Partner reagiert als du ihm erzählt hattest das du mit den Kindern gehst? Habt ihr noch Kontakt zueinander?


    Viele Grüße und Danke für deine Wünsche

  • Ich weiß nicht was ich machen kann und hab noch immer Schuldgefühle meinen Partner und Kindern gegenüber wenn ich gehe.

    Ich kenne diese Schuldgefühle sehr gut - vor allem den Kindern gegenüber. Bei mir hat es eine Weile gedauert, bis ich erkennen konnte, was es für die Kinder bedeutet hätte weiterhin in einem Umfeld zu bleiben, in dem Stimmungsschwankungen, erhöhte Reizbarkeit, Alkohol und ein täglicher Eierlauf an der Tagesordnung gestanden hätten.


    Kranksein mit Baby und Kleinkind ist immer hart. Meine Kinder waren noch vor Corona so klein, es war trotzdem hart.

    Dann bleibt eben ein Großteil des Haushaltes liegen und in der Not finden sich fast immer Helfer (Freunde, Nachbarn, Familie - falls in der Nähe). Ich kann dir versichern, auch wenn es für dich noch ein bisschen dauert, dass Kranksein in ein paar Jahren wieder viel "einfacher" ist.

  • Liebe Hope,


    wenn du noch weiterhin Kontakt zur Diakonie hast, frag doch mal wegen Familienhilfe nach.

    Es gibt Möglichkeiten für Alleinerziehende, du bist nicht alleine.


    Dein Mann merkt nun, dass du mehr und mehr Nägel mit Köpfen macht. Rechne damit, dass er nun Gegenmaßnahmen auffährt um dich wieder in die Spur zu bringen.

    Diese Energielosigkeit hatte ich damals auch. Alkoholiker sind "Energiefresser".


    Liebe Grüße

    Aurora

    Es ist nicht genug zu wissen, man muß auch anwenden;

    es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.


    Johann Wolfgang von Goethe

  • hallo ihr lieben und einen schönen ersten Advent

    wenn du noch weiterhin Kontakt zur Diakonie hast, frag doch mal wegen Familienhilfe nach.

    Es gibt Möglichkeiten für Alleinerziehende, du bist nicht alleine.

    Das werde ich, lieben Dank für den Tipp.


    Dein Mann merkt nun, dass du mehr und mehr Nägel mit Köpfen macht. Rechne damit, dass er nun Gegenmaßnahmen auffährt um dich wieder in die Spur zu bringen.

    Ich versuche seit Anfang Oktober (!) mit ihm ein Gespräch im nüchternen Zustand zu führen. Alkoholisiert hat es einfach keinen Sinn mit ihm zu reden.


    Da er ja jeden Tag bereits angetrunken nach der Arbeit nach Hause kommt und mir sonst aus dem Weg geht, kam es nie dazu… . Gestern hatte ich ja das Gefühl das es bei ihm „klick“ machte und er für sich erkannt hat, dass ich tatsächlich vorhabe meine Konsequenzen aus all dem zu ziehen. Nun kam es endlich zu einem kleinen Gespräch… zwar auch nicht so wie gewünscht, ( er verließ immer wieder das Zimmer… ) aber immerhin wurde kommuniziert.


    Er findet das eine Therapie für ihn nur Nachteile bring. Da es wohl in seiner Krankenakte vermerkt wird. Zudem meint er das es von ihm aus gehen sollte und nicht von anderen ob er sich Hilfe sucht. Das er es auch alleine schaffen wird. Ich teilte ihm mit das ich nicht mehr kann und er auch einen Blick für mich haben muss… ich muss Kraft für die Kinder haben und das kann ich so nicht mehr. Er findet das ich ihm keine Chance geben würde… .


    Ich bin mir nun sicher das er weiß dass ich vorhabe mit den Kindern weg zu ziehen… . Er kam dann gestern Abend vom Einkaufen nach Hause und führte mit mir Gespräche… er war nüchtern. Heute hatte er wieder ausgeschlafen, doch nahm er mir… nachdem ich ihn um Hilfe gebeten hatte, die Kinder ab. Er hört mir zu… ist aufmerksam… es ist ein gutes Miteinander.


    Ich finde er bemüht sich gerade sehr.


    Liebe Grüße

    Hope

  • Ich finde er bemüht sich gerade sehr.

    Bemühung ist ne 4- in der Schule.

    Aber ab davon, denn darum geht es nicht. Es geht um dich!


    Ich habe wirklich das Gefühl manchmal in dieser SHG das Menschen einfach Blind sind. Ich meine auch das das eine Online SHG ausmacht. Eine dritte Perspektive einzuholen.


    Du hast nun einige davon, ein "bemühen" würde mir nicht reichen. Auch zudem das zeitlich begrenzt sein würde ( Schau dich im Forum um ! )


    Das Leiden geht weiter, hier im Forum sind viele Erfahrungsberichte, lese diese mal durch.

    Wenn etwas möglich erscheint, mach ich das, wenn das nicht klappt gehts ans Unmögliche und ansonsten das undenkbare.

    Die stärksten Bäume wachsen nicht im besten Boden, sondern im stärksten Wind.

  • Ich habe wirklich das Gefühl manchmal in dieser SHG das Menschen einfach Blind sind. Ich meine auch das das eine Online SHG ausmacht. Eine dritte Perspektive einzuholen.

    Habt bitte etwas Geduld mit mir, ich dachte es ist ok wenn ich eure Meinung zu der aktuellen Entwicklung einhole. Bitte schreibt mir klar wenn ich es fürs erste dabei beruhen lassen sollte.


    Du hast nun einige davon, ein "bemühen" würde mir nicht reichen. Auch zudem das zeitlich begrenzt sein würde ( Schau dich im Forum um ! )

    Hier im Forum bin ich bereits fleißig am lesen. Danke für deine Gedanken.


    Alex? Weshalb würde dir die Zeitliche Begrenzung nicht ausreichen?

  • Er findet das eine Therapie für ihn nur Nachteile bring. Da es wohl in seiner Krankenakte vermerkt wird. Zudem meint er das es von ihm aus gehen sollte und nicht von anderen ob er sich Hilfe sucht. Das er es auch alleine schaffen wird. Ich teilte ihm mit das ich nicht mehr kann und er auch einen Blick für mich haben muss… ich muss Kraft für die Kinder haben und das kann ich so nicht mehr. Er findet das ich ihm keine Chance geben würde… .

    Da würden bei mir alle Alarmglocken läuten!

    Alex? Weshalb würde dir die Zeitliche Begrenzung nicht ausreichen?

    Es geht hier nicht um mich, es geht um dich.

    Wir können dich hier nur mit der Erfahrung unterstützen.


    Wenn du mich direkt fragst, ich wäre schon weg. Egal, was daran hängt. Denn wenn es um mich gehen würde, würde ich das Beste aus MEINEM Leben machen.

    Aber ich verstehe auch dich. Es ist nicht einfach.

    Wenn etwas möglich erscheint, mach ich das, wenn das nicht klappt gehts ans Unmögliche und ansonsten das undenkbare.

    Die stärksten Bäume wachsen nicht im besten Boden, sondern im stärksten Wind.

  • Liebe Hope,


    genau DAS meine ich mit Gegenmaßnahmen um dich wieder in die Spur zu bringen:

    Er kam dann gestern Abend vom Einkaufen nach Hause und führte mit mir Gespräche… er war nüchtern. Heute hatte er wieder ausgeschlafen, doch nahm er mir… nachdem ich ihn um Hilfe gebeten hatte, die Kinder ab. Er hört mir zu… ist aufmerksam… es ist ein gutes Miteinander.

    Er ist freundlich, hilfsbereit, verständnisvoll, nüchtern...


    Das ist ein Teil, den Abhängige ganz oft benutzen, um den Partner wieder in Hoffnung zu wiegen.

    Ich bin ganz oft darauf reingefallen, habe neue Hoffnung gehabt und gedacht, er hätte es endlich kapiert und alles würde gut werden. Es hat immer ein paar Tage, manchmal auch länger, angehalten. Dann ging es mit seiner Trinkerei wieder los, immer, wenn ich endlich sicher war, alles wäre paletti...


    Wenn er merkt, dass du darauf nicht anspringst, wird er noch andere Argumente rausholen:

    dass du schuldig bist, die Familie zerstörst, ihn zerstörst usw.


    Ich bin gespannt, wie es weitergeht.


    Liebe Grüße

    Aurora

    Es ist nicht genug zu wissen, man muß auch anwenden;

    es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.


    Johann Wolfgang von Goethe

  • … . Er kam dann gestern Abend vom Einkaufen nach Hause und führte mit mir Gespräche… er war nüchtern. Heute hatte er wieder ausgeschlafen, doch nahm er mir… nachdem ich ihn um Hilfe gebeten hatte, die Kinder ab. Er hört mir zu… ist aufmerksam… es ist ein gutes Miteinander.


    Ich finde er bemüht sich gerade sehr.

    Das kann doch schon ein guter Anfang sein.

    Ich will dir keine Hoffnungen aus der Ferne machen und kann auch nicht in die Zukunft sehen!!! Und weiss ja auch nicht, wie oft er sich schon sehr bemühte.

    Das weisst nur du.

    Sollte es diesmal nicht dauerhaft funktionieren und das Drama wieder von vorn beginnen, hast du sicher einen Plan, denn ewig wirst du ja nicht diesen immer wiederkehrenden Zustand ertragen wollen.

    Genau an diesem Plan solltest du weiter arbeiten, für den Fall X.

    Viel Erfolg.

  • Liebe Hope,

    Wie hast du das geschafft? Vor allem die Kraft zu finden wieder neue Energie zu bekommen finde ich für mich persönlich eine Herausforderung.

    Die Kraft kommt wie von selbst, weil ich sie nicht mehr an jemanden verschwenden muss. Ich will nicht lügen, es ist anstrengend mit zwei Kleinkindern...aber ich bin sehr weit davon entfernt mit Milchstau oder sonstigen Problemen das Kindeswohl zu gefährden. Im Gegenteil, die Kinder und ich haben mittlerweile einen schönen Alltag geschaffen und ich kann die Zeit mit ihnen genießen, ihnen die Aufmerksamkeit schenken, die sie brauchen. Und ich kann auch mir viel besser die Aufmerksamkeit geben, die ich brauche. Meine Bedürfnisse in den Vordergrund stellen. Ich gehe weiterhin zur Suchtberatung für Angehörige und habe auch das Jugendamt im Boot. Die helfen auch, wenn es mal finanziell eng wird.

    Wie hatte dein Ex Partner reagiert als du ihm erzählt hattest das du mit den Kindern gehst?

    Zu dem Zeitpunkt hat er die Trennung nicht wirklich wahrhaben wollen. Ich habe gesagt, dass ich Abstand brauche und mir eine Wohnung nehmen werde. Er war damals verständnisvoll, weil er dachte, ich würde mich schon wieder einkriegen. Das war vorteilhaft, denn so hatte ich die Zustimmung mit den Kindern auszuziehen. Als er bemerkt hat, dass die Trennung endgültig ist, war er nicht mehr so verständnisvoll. Aber da hatte ich schon meinen sicheren Rückzugsort.

    Habt ihr noch Kontakt zueinander?

    Ja, aber nur sehr eingeschränkt. Mit Kindern geht es auch nicht ohne. Allerdings bestimme ich, wann/wie ich Kontakt zulasse (nur schriftlich). Bei uns ist es irgendwann eskaliert und ich habe den Umgang gerichtlich regeln lassen.


    Damit will ich niemanden Angst machen. Eher Mut. Alle Strapazen, die ich jetzt durchmache, sind immer noch besser als das, was ich in der Beziehung mitgemacht habe.


    Bleib dran!

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Hallo ihr lieben,


    Ich wollte eure Antworten etwas auf mich wirken lassen. Daher schreibe ich jetzt erst.


    Im Forum lese ich fleißig mit und bin auf einige Beiträge von Süchtigen gestoßen, wo sie beschreiben wie dankbar sie sind, dass Ihre Frau an ihnen fest hält. Das sie dadurch den heilungs Prozess positiv beeinflussen und den süchtigen mehr Kraft geben all das umzusetzen (so lass ich es für mich heraus) .


    So etwas lässt mich ja nun schon wieder zweifeln. Weshalb? Mein Mann sagte zu mir, dass man so etwas doch gemeinsam angehen müsse. Ein Alleingang (wenn ich weg ziehen würde) wäre für ihn höchster Verrat. Zum einen wünsche ich mir ihn helfen zu können… zum anderen fehlt mir nach vielen Versuchen das Thema mit ihm zu besprechen… einfach die Kraft. Hier frag ich mich, weshalb es die anderen Frauen schaffen können… und ich für mich gefühlt meinen Mann bereits aufgegeben habe.

    Wenn du mich direkt fragst, ich wäre schon weg. Egal, was daran hängt. Denn wenn es um mich gehen würde, würde ich das Beste aus MEINEM Leben machen.

    Aber ich verstehe auch dich. Es ist nicht einfach.


    Danke für deine klare Antwort Alex… für mich ist das Neuland. Es fühlt sich für mich hart und kalt an diesen Schritt zu gehen. Ihn in dieser Situation zu verlassen.


    Ich sehe wie er trotz des Alkohols versucht hat an uns festzuhalten… er irgendwie gekämpft hat um unsere Familie ankommen zu lassen. In den 4 Jahren unserer Beziehung, mussten wir bereits 3 mal umziehen (erste Whg zu teuer… zweite Schimmelig… die dritte Kündigung weg. Eigenbedarf ) jetzt mit der Kündigung von dieser Wohnung ist es das 4 mal wo wir wieder suchen müssen. Wir sind alle erschöpft und sehnen uns einfach nur anzukommen.


    Er trinkt mehr und mehr… ja, auch jetzt wieder… . Samstag hatte er nichts getrunken und ich machte mir Hoffnung …


    Das kann doch schon ein guter Anfang sein.

    Ich will dir keine Hoffnungen aus der Ferne machen und kann auch nicht in die Zukunft sehen!!! Und weiss ja auch nicht, wie oft er sich schon sehr bemühte.

    Das weisst nur du.

    doch bereits Sonntag, während eines Telefonats startete er wieder fleißig. Und dann lässt er mich bei seinem Bruder auch nicht gut dastehen. Was mich enorm verletzt.


    Wenn er Nüchtern ist sehne ich mich nach ihm… sobald er trinkt… würde ich ihn am liebsten auf den Mond schießen… ehrlich ich liebe ihn. Aber nur sein Nüchterne Persönlichkeit… die andere… da ist er ein Mann der ständig mir versucht zu zeigen was ich doch alles falsch in seinen Augen mache. Er gibt mir das Gefühl nicht richtig zu ticken… . Ich hatte ihn für Weihnachten Hosen gekauft… er sollte sie anprobieren und ich wollte sie einpacken. Jetzt hat er sie versteckt und kann sich plötzlich nicht mehr daran erinnern wohin er sie getan hat. Das ärgert mich sehr… . Auch führt er mich oft an der Nase entlang… hier hat er Glück das ich bereits so erschöpft bin… dem Thema gegenüber müde werde. Sonst wäre ich beherzter mit ihm und würde klare Grenzen durchsetzen. Da das jedoch immer zu Sinnfreien Streitigkeiten führt, ohne Ergebnis… hab ich das für mich gelassen. Es tut mir einfach nicht gut.


    Achelias, es tut gut das zu lesen. Hoffnung zu bekommen das alles besser werden wird ist etwas schönes… Aber vielleicht gebe ich ihn diese Möglichkeit bereits nicht mehr? Ich glaube tatsächlich dass ich ihn bereits aufgeben habe. Es gab eine Zeit, da hatte ich die Flaschen gezählt… jetzt ist es mir gleich. Ich gehe in sein Zimmer und sehe die 15-20 leeren Bierdosen und Flaschen um sein Bett stehen… und damit verliere ich jedes Mal etwas mehr Hoffnung. Ich lasse es stehen… beziehe sein Bett nicht mehr… sag dazu nichts mehr. Ich gebe ihn auf. Ich sag ihn oft das ich nicht seine Mutter bin… er muss für sich wissen was er möchte, er entscheidet nicht ich. Nur hängen wir an den Entscheidungen mit dran… den Weg den er geht… gehen wir still mit. Blöd alles :///


    Entschuldigt Bitte meine nicht so positiven Gedanken. Ich bin einfach nur unendlich traurig…


    Die Kraft kommt wie von selbst, weil ich sie nicht mehr an jemanden verschwenden muss.


    Lieben Dank das hoffe ich sehr. Ich werde wenn ich die Wohnung genehmigt bekommen sollte… zur Verhaltenstherapie gehen. Ich möchte so etwas nicht noch einmal erleben… das ist ein Muster was ich ehrlich durchbrechen möchte.


    Kintsugi… würdest du zu deinem Partner wieder zurück gehen, wenn er trocken werden würde?


    Ja, aber nur sehr eingeschränkt. Mit Kindern geht es auch nicht ohne. Allerdings bestimme ich, wann/wie ich Kontakt zulasse (nur schriftlich). Bei uns ist es irgendwann eskaliert und ich habe den Umgang gerichtlich regeln lassen.

    Da hast du sehr viel Geschafft… Hut ab, ich weiß aus meiner ersten Ehe wie hart so etwas sein kann. Bei meinem jetzigen Mann würden uns nach meinen Wegzug 400 km trennen… das ist für ihn sehr hart. Für mich hingegen ist es die Chance wieder in meiner Heimat zu sein… mit meinen Freunden und der Familie.


    Lieben Dank das ihr euch meiner annehmt. Das hilft mir sehr und spendet mir Trost.


    Alles liebe


    Hope022

  • Achelias, es tut gut das zu lesen. Hoffnung zu bekommen das alles besser werden wird ist etwas schönes…

    ...Ich gehe in sein Zimmer und sehe die 15-20 leeren Bierdosen und Flaschen um sein ...

    Liebe Hope022,


    verzeih' bitte - du hast das kleine Wörtchen KANN überlesen!


    Nichts wird besser werden, wenn er weiter säuft.


    Absolut nichts, im Gegenteil, es wird immer unerträglicher - bitte Beiträge der vielen anderen Co.s lesen.


    Ich komme selbst aus einer Familie, wo der Vater soff, ich selbst trank vor ca. zwei Jahren noch Alkohol.


    So lange dein Liebster trinkt, kannst du in Hoffnung schwelgen, doch ändern wird sich nichts.


    Sicher habe ich mich ungeschickt ausgedrückt, ich will niemanden Hoffnungen machen. Im Gegenteil, bleib wachsam, trau deinen Sinnen, lass dich nicht belügen.

    Und zieh die Reissleine bevor du auf den Boden aufschlägst.

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