NovaSol - Und noch eine Neue

  • Guten morgen ☀️,

    Mir geht es endlich viel viel besser. Heute Nacht bin ich ein mal hochgeschreckt und mir fiel siedendheiß ein, dass ich meine Selbsthilfegruppe verpasst habe. Ich wollte dann gleich heute früh Bescheid geben, dass alles okay ist, ich nur krank war. Hat mein Liebster aber bereits gestern erledigt. Ich habe grad mit meiner Hausärztin telefoniert, sie würde die Krankschreibung gerne noch bis mindestens Mittwoch kommender Woche verlängern. Im Augenblick ist der Test ohnehin noch positiv und ihr Credo ist, wenn ich kommenden Mittwoch noch zu krank für die Gruppe bin, bin ich erstrecht noch nicht fit genug für die Arbeit. Ich beuge mich und werde das Schonprogramm weiterfahren. Habt alle einen schönen Tag

    So: tag 25 ☺️

  • Guten Morgen NovaSol,

    das sind sehr gute Nachrichten! Also schön weiter auskurieren und erholen.

    So dolle, wie es Dich erwischt hat, hätte ich mich gleich für die ganze nächste Woche arbeitsunfähig schreiben lassen. Denn so hast Du im Kopf, dass Du doch noch Donnerstag und Freitag einsatzbereit sein "musst".

    Vielleicht gelingt es Dir, Dich innerlich schon darauf vorzubereiten, dass Du nächste Woche noch komplett zur Erholung benötigst!

    Besser, ein paar Tage länger arbeitsunfähig zu sein, anstatt sich zu übernehmen.

    Wenn ich eins gelernt habe, im Laufe der Zeit ist, wenn ich keine Rücksicht auf mich nehme und auf mich aufpasse, wer denn sonst?

    Außerdem bist Du gerade bei Tag 25, oder schon bei Tag 25 Deiner Abstinenz, was super ist, aber gerade am Anfang ändert sich so viel in Körper und Seele.

    Pass gut auf Dich auf!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Heute Nacht bin ich ein mal hochgeschreckt und mir fiel siedendheiß ein, dass ich meine Selbsthilfegruppe verpasst habe. Ich wollte dann gleich heute früh Bescheid geben, dass alles okay ist, ich nur krank war.

    Gibt es einen tieferen Grund, sich dort zu melden? Ist es dort üblich? Vielleicht um zu zeigen, dass man nicht rückfällig geworden ist? Eine Art, Rechenschaft abzulegen? Oder mehr das "Pflichtbewusstsein"?

    Gerade am Anfang hatte ich das Gefühl, jemandem nach außen zu zeigen: Seht her, ich trinke immer noch nichts. Ich bin allein für meine Nüchternheit verantwortlich und muss niemandem Rechenschaft ablegen. Es ist meine persönliche Verantwortung, da ich sonst die Gruppe als Vorwand benutzen könnte, um wieder zu trinken, falls sie einmal nicht verfügbar ist oder ein Treffen ausfällt.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Nein, Rechenschaft muss ich nur mir ablegen. Vielleicht war es sowas wie vorauseilender Gehorsam. Es hat niemand verlangt, dass man sich abmeldet. In meiner ersten Gruppensitzung hieß es, wer da ist, ist da und wer nicht da ist, braucht nicht zu gehen. Mein Mann hat wohl Bescheid gegeben, weil er dachte es gehört sich so und ich erschrak, weil mein Hirn gleich 5 Schritte weitergalloppiert ist. A la wenn ich gleich nach dem ersten Treffen fortbleibe, dann denken sie vielleicht ich habe mich nicht wohl gefühlt, oder ich sitze sternhagelvoll zu Hause und dann machen sie sich Gedanken oder ihre Gefühle sind verletzt…also ein klassischer Fall von ich denke, dass sie denken, dass ich denke…

  • Hallo NovaSol,

    es freu mich, dass es dir wieder besser geht und ich finde es gut, dass du den ärztlichen Rat nicht ignorierst.

    also ein klassischer Fall von ich denke, dass sie denken, dass ich denke…

    Es gibt viele solche klassischen Fälle….
    Aber es ist doch anstrengend, sich die Gedanken von anderen zu machen, finde ich. Und ganz oft denken sie ja vielleicht auch gar nix.

    Manchmal ist es auch einfach nur Höflichkeit, warum Termine abgesagt werden.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Gute Besserung!

    Kuriere das Corona lieber gut aus, damit du dich vollständig davon erholen kannst!

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • dann machen sie sich Gedanken oder ihre Gefühle sind verletzt

    Als ich mich da am Anfang geöffnet habe, dachte ich auch danach, was weiß ich wie dicke wir jetzt sind.

    Schnell habe ich aber gemerkt, dass das was ich erzählt habe, gar nicht so der Reißer für alle ist und sich die Geschichten oft ähneln. Was ja gut ist. Weil es mir ja zeigt, dass ich kein besonders dämlicher Fall bin.

    Und obwohl wir so viel voneinander wissen und uns dadurch gut "verstehen", sind wir keine Freunde. (Auch wenn wir uns da so nennen ;))

    Zu zwei Personen habe ich etwas mehr Kontakt. Das hat sich aber erst entwickeln müssen und da war ich sicher schon länger trocken. Also war da auch keine Panik angesagt, wenn ich einmal fehle.

    Ich stelle mir Situationen immer gerne andersherum vor. Ich sitze dort und da kommt eine "Neue". Sie erzählt von sich und ist sehr aufgeregt.

    Ich wünsche ihr innerlich, dass sie es schafft und erzähle auch etwas von mir (wenn ich dran bin). Was wäre, wenn sie das nächste Mal nicht kommt? Habe ich schon öfters erlebt, übrigens. Dann ist nix. Hm, war wohl noch nicht so weit, oder vielleicht kommt sie noch mal. Mal sehen. Warum bin ich nochmal hier? Ach ja, also weiter im Programm.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Danke für eure Sicht der Dinge. Ich muss einfach noch lernen, dass es mir eigentlich egal sein kann, was/ob jemand was auch immer in diesem Kontext von mir denkt. Jeder ist für sich verantwortlich und wie ihr schon sagtest, vermutlich ist es ihnen am Ende des Tages „egal“, da mein Thema.
    Meine Krankschreibung geht nun noch bis nächste Woche Freitag. Und das ist ok, ich habe kein schlechtes Gewissen und merke, dass ich diese Erholung dringend brauche. Ich steuere langsam auf meinen ersten nüchternen Monat zu und muss weiter bei mir bleiben und damit aufhören mich für Gott und die Welt verantwortlich zu fühlen. Ich war noch nie 2 Wochen krankgeschrieben. Ich glaube in den letzten 17 Jahren waren es insgesamt nicht so viele Tage. Aber das ist nichts, was ich mir wie einen Orden an die Beist heften sollte, denn ich bin mehr als einmal wirklich doll krank ins Büro. Da wirste alt wie ne Kuh und lernst immernoch dazu 😜. Mir gehts jedenfalls soweit gut. Ich wurde übernächstes Wochenende zum Oktoberfest eingeladen…Habe abgelehnt, auch wenn ich noch nie dort war und es mir gern einmal angesehen hätte aber das ist mir zu heiß und ich habe mir die Empfehlungen hier aus dem Forum zu Herzen genommen. Das Oktoberfest ist nun mal eine Veranstaltung auf der hauptsächlich getrunken wird, also bin ich raus. Habt alle einen schönen Tag und ein tolles Wochenende

  • Mein Liebster hat mir grad nochmal den Kühlschrank vollgepackt und ist nun für 4 Tage zu Besuch bei seinen Kindern. Eigentlich wollten wir zusammen fahren aber das geht ja nun nicht. So lange war ich noch nicht allein, seit ich aufgehört habe zu trinken.
    Ich hoffe, dass es in mir ruhig bleibt. Es waren ja bisher genau solche Tage, die total eskaliert sind. Unbeobachtet trinken, keiner sieht die Konsequenzen, am letzten Tag Spuren beseitigen und auf die nächste Gelegenheit warten. Mein Mann hat mir ein Häkelset vom einkaufen mitgebracht 😅, zur Ablenkung. Na mal sehen, ob er mich am Dienstag mit verknotetem Körper am Fuße der Treppe vorfindet.

  • Ich schließe mich Nayouk an, genau dafür ist das Forum da : 24 Stunden - irgendjemand ist immer on 😊

    Stricken wär sonst auch noch ne Alternative :mrgreen:

    Viele Grüße, Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Hallo ihr Lieben,

    habe den ersten Abend gut gemeistert. Ich hab’s mir richtig gemütlich gemacht, ein kleines Abendessen, öfchen an, aufs Sofa gekuschelt und Pater Brown geschaut ☺️. Schön war’s. Heute Morgen bin ich eine Runde mit meinem Hund spazieren gewesen, hab gefrühstückt und nun wird wieder geruht. Bisher ist alles ruhig in mir aber ich weiß, dass sich das aus den seltsamsten Situationen heraus ändern kann. Mein Notfallköfferchen ist griffbereit und ich habe keine Angst, sos zu funken, wenn etwas sein sollte. Heute Nachmittag gehe ich nochmal ein kleines Stück spazieren und mehr wird sich heute nicht abspielen. Habt einen schönen Tag 😀

  • ein kleines Abendessen, öfchen an, aufs Sofa gekuschelt und Pater Brown geschaut ☺️

    Das ist ein gutes Zeichen. Wer bei Pater Brown keinen Saufdruck bekommt, ist auf dem richtigen Weg.:):mrgreen:

    Nun habe ich auch die Zeiten, in der ich getrunken habe, mit etwas anderem als "Belohnung" für mich ersetzt, was mit der Zeit geholfen hat, mein Suchthirn umzuschreiben

    .

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Guten morgen, auch der zweite Abend allein lief gut. Ich habe gestern zwar nur Mist gegessen 😅 (Schokolade, Chips, tiefkühlgericht) aber es gibt schlimmeres. Ich bin grad vom Spaziergang mit meiner Hündin zurück und froh, dass ich kommende Woche noch nicht wieder arbeiten muss. Bin noch sehr kurzatmig. Zum Glück ist meine Hündin sehr genügsam und gab sich mit den minispaziergängen zufrieden. Nun liegt sie hier an meiner Seite und lässt sich den Bauch kraulen…wenigstens dazu ist ihr Personal noch in der Lage ☺️. Heute steht also weiterhin schonprogramm auf der Agenda.was mich ein bisschen beschäftigt, ist das meldeverhalten meiner besseren Hälfte. Normalerweise war es zu den Kinderbesuchen so, dass wir morgens und abends kurz telefoniert haben. Freitag ist er ja gefahren. Die letzten beiden Tage rief er deutlich häufiger an (statt wie sonst 2 höchstens 3 mal sind es nun doppelt soviel Anrufe), erkundigte sich nach meinem befinden (klar, kann ich nachvollziehen) aber rief dann 2 Stunden später gleich nochmal an unter irgendeinem (wie ich finde) Vorwand. Gestern haben wir gegen 20 Uhr telefoniert und uns für den Tag verabschiedet und 21:30 rief er nochmal an um zu fragen, ob ich den Ofen anbekommen habe (hä? Den hab ich schon 100 mal allein angefeuert). Ich habe den Verdacht, dass es kontrollieren will, ob ich betrunken bin. Und irgendwie piekst mich das. Ich werde ihm seine Angst nicht nehmen können aber ich fühle mich überwacht. Ich beobachte das mal die kommenden zwei Tage und werde dann wohl mal das Gespräch suchen. Und wenn er anruft um zu prüfen, ob ich nüchtern bin, dann soll er es so sagen aber mir nicht mit so komischen Zeugs um die Ecke kommen (a la…und sonst so? Steht der Kühlschrank noch in der Küche?). Vertraut er mir nicht? Gnaaaah blöd

  • ich kann deinen Mann auch verstehen, bin ja auch Angehörige.

    Wenn ich richtig mitgelesen habe, hatte er es ja schon geahnt, dass du Alkoholikerin bist, oder? Dann tritt das ein, was wir uns immer gewünscht haben, der Partner wird trocken. Das war für mich erst einmal so unfaßbar, und es mußte unbedingt so bleiben, und dann bin auch ich manchmal über das Ziel hinausgeschossen, es war einfach zuviel Vertrauen kaputt gegangen.

    Ihr solltet reden, denn mit dem trocken werden verändert sich alles, nicht nur für den Alkoholiker.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Ja. Als ich es ihm gebeichtet habe, sagte er, dass er bereits die Vermutung hatte, dass da etwas außer Kontrolle geraten ist ist. Es ist ja nicht so, dass ich seine Ängste nicht verstehen kann aber ich kann auch nicht mehr machen, als einzusehen, dass ich Alkoholikerin bin und alles dafür zu tun, dass ich stabil werde/bleibe. Vermutlich werden wir mal in Ruhe darüber sprechen müssen, wenn er wieder da ist. Ich bin nämlich mit meinem Handy auch nicht so verwachsen. Wenn ich weiß, dass wir sonst morgens und abends telefonieren, kann es eben sein, dass ich nach dem guten Morgen sagen das Telefon bis abends nicht mehr in der Hand habe. Ich möchte dann nicht, dass er achten läuft vor Sorge.

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