Petra 889 - Es muss sich etwas ändern

  • Ich überlege morgen zum Arzt zu gehen. Ob ich den Mut habe, weiß ich aber nicht.

    Es erfordert Mut, seinem Arzt zu sagen: Ich bin Alkoholiker geworden und ich brauche Hilfe.‘ Aber damit bist du direkt in den besten Händen, musst nicht um den heißen Breis herumstottern und dein Arzt kann dir auch die nächsten Schritte aufzeigen.

    Bei mir lösten sich nach diesem ‚Geständnis‘ sofort alle Knoten und ich bekam so viel Verständnis und liebe Worte von meinem Arzt, dass ich vor Erleichterung weinen musste. Alle Angst vorher war vollkommen umsonst.

    Alkoholsucht ist eine Krankheit. Da ist der Arzt der richtige Ansprechpartner.
    Riskiere nichts bei deinem Start ins nüchterne Leben.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Guten Morgen Petra,

    ich möchte dir auch Mut machen, zum Arzt zu gehen und dein nüchternes Leben zu beginnen. Es lohnt sich so sehr.

    Gegen die Suchtgedanken kann man arbeiten, aber als erstes beginne deine Entgiftung mit ärztlicher Begleitung und sorge dafür, dass deine Wohnung alkoholfrei ist. Kann dich dabei jemand unterstützen? Die Flaschen entsorgen? Veilleicht in der ersten Zeit die EInkäufe erledigen? Oder mit du bestellst mit Lieferdienst.

    Viele Grüße
    Seeblick

  • Guten Morgen, Petra,

    ich wünsche dir, dass du heute deine Angst für einen Moment nach hinten schieben kannst und du zum Arzt gehen kannst.
    Glaube mir, wenn der 1. Satz raus ist, wird es einfacher.

    Ich kenne diese Scham und diese Angst so gut.
    Als ich dann endlich nüchtern werden konnte, wurde mir klar, dass mich diese Scham und diese Angst jahrelang gelähmt haben und mich in der Suchtspirale gefangen hielten. Noch heute bin ich ganz oft traurig, dass ich dieses Forum nicht eher gefunden habe.

    Hier erlebte ich zum ersten Mal überhaupt, dass auch ganz viele Frauen alkoholabhängig werden. Ganz normale Frauen, die alle (nach außen hin) funktionierten und trotzdem Alkoholiker geworden sind. Das war ja meine größte Scham. Und mir wurde klar, dass ich krank bin…nicht schwach, nicht willenlos, nicht irgendwie ,runtergekommen‘. Ich bin krank.

    Die Alkoholsucht und ist eine Krankheit, die zwar nie wieder weg geht, aber sie geht zum Stillstand zu bringen.
    Und damit das ohne Schaden zu nehmen auch gut gelingt, ist der Arztbesuch so wichtig.

    Dank dieser Selbsthilfegruppe konnte ich mich endlich auf meinen nüchternen Weg machen.
    Hier finde ich ganz viel Unterstützung….loslaufen musste ich aber alleine.
    Das nüchterne Leben ist so schön.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Ich war beim Arzt. Ich hab im Wartezimmer gezittert und schweißausbrüche gehabt. Habe eine Blutabnahme bekommen und kriege übermorgen die Ergebnisse. Es war der blanke horror, aber bin auch froh es ausgesprochen zu haben. Danke für die ganzen lieben Worte! Ich hab kein Alkohol mehr im Haus. Lieferdienst gibt es auf dem Dorf leider nicht aber ich werde versuchen zu schauen, wie ich es mit dem Einkauf hinbekomme. Mir fällt jetzt erst auf wie Alkohol im Supermarkt zelebriert und verharmlost wird. An jeder Ecke steht etwas im Angebot.

  • Du kannst richtig stolz auf Dich sein.
    Jetzt ist der Anfang gemacht und es geht voran, wenn Du jetzt stark bleibst.
    Hast Du Unterstützung vom Arzt für Deine Entzugsymptome bekommen ?

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Guten Morgen Petra,

    super, dass Du es jetzt durchgezogen hast und zum Arzt gegangen bist.

    Du hast wieder gezittert und geschwitzt, das ist ein Zeichen für den Entzug, der jetzt wieder einsetzt.

    Deswegen war es sehr gut, dass Du Ernst gemacht hast.

    Wie geht es Dir jetzt und bist Du erstmal arbeitsunfähig?

    LG Elly

    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Das hast du super gemacht. 👍🏻

    Sei stolz auf dich, diesen wichtigen Schritt gegangen zu sein.

    Wie geht es jetzt bis Mittwoch weiter?
    Kannst du ambulant durch deinen Arzt begleitet entgiften oder besprecht ihr am Mittwoch weitere Schritte?

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Er sagte ich solle mich melden, wenn ich akut Hilfe brauche. Soll erstmal zuhause bleiben und eine AU nehmen, aber ich möchte lieber arbeiten, das lenkt mich gut ab, daher hab ich ausgemacht, sollte es nicht gehen, werde ich mich melden wegen einer AU und er stellt sie dann auch aus, ohne das ich nochmal vorstellig werden muss, falls ich nicht möchte. ( muss nämlich eine Weile dorthin fahren)

    Das zittern und das schwitzen ist auch wieder weg. Also grad geht es mir sogar sehr gut, bin richtig motiviert und auch stolz auf mich. Und bin sehr froh dieses forum hier gefunden zu haben, es motiviert mich, was ihr schreibt. Habt ihr Tipps für die ersten Tage?

  • Du wirst ambulant betreut. Das ist super.
    Scheue dich nicht, den Arzt anzurufen, wenn es dir doch nicht so gut gehen sollte. Es ist wichtig, dass du gut auf dich achtest.


    Damit wir dich freischalten können, klicke bitte diesen Link an und schreibe kurz was in das freie Feld.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Ich war in den ersten Tagen gar nicht einkaufen. Weil ich überhaupt nicht einschätzen konnte, was der Anblick der ganzen Weinflaschen mit mir macht. Ich wollte das auch gar nicht so genau wissen.
    Dann habe ich jemanden mitgenommen und ganz stur meinen Einkaufszettel abgearbeitet….ohne nach links oder rechts zu gucken.
    Aber das wurde mit der Zeit auch einfacher.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Ja ich habe meine mama eben kontaktiert und gefragt, ob sie für mich einkaufen würde, habe gesagt ich hätte migräne. Kann ihr das nicht erzählen...

    Ich kann da leider nichts schreiben, da steht ich habe keine Berechtigung dafür

  • Deine Bewerbung hat schon vorgelegen, Petra.

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Und Du kannst Du überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Elly

    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Petra,

    schön zu hören, dass du dich getraut hast, zum Arzt zu gehen. Überlege dir das mit der AU: Dein Körper braucht Erholung und deine Psyche auch.

    Deine Mutter zu fragen, war eine gute Idee. Wenn du alleine einkaufen gehen solltest, dann vielleicht mit einem Einkaufszettel und nur diesen abarbeiten und schnell wieder aus dem Supermarkt verschwinden.

    Deiner Mutter, dem engsten Kreis solltest du nach und nach schon erzählen, dass du keinen Alkohol mehr trinkst, alkoholkrank bist. Dir wird dann (hoffentlich) auch nichts mehr angeboten.

    Du hast noch nach Tipps für die ersten Tage gefragt: Viel Trinken (Wasser, Tee), Ablenkung (z.B. putzen, aufräumen), spazieren gehen (Strecken, an denen keine Kneipe/Kiosk ist), oder anfangen ein kleines Tagebuch zu schreiben. Hast du einen Film, den du schon lange sehen wolltest? Ein Buch, das du lesen möchtest?

    Wenn du die Artikel noch nicht kennst: schau man nach dem Notfallkoffer und den Grundbausteinen.

    Viele Grüße

    Seeblick

  • Ja den Koffer hab ich schon verschlungen. Ich hab sehr viele Filme die ich schauen möchte, das ist eine gute Idee.

    Ja ich überlege auch wegen der Krankmeldung, bin auch unfassbar müde auf einmal. Aber ich hab das Problem ja selbst verschuldet und dann krank zu sein ist auch doof, grad weil ich anfang des Jahres lange krank war, weil ich operiert werden musste. Habe angst den job zu verlieren

  • Du hast eine der wichtigsten Entscheidungen in Deinem Leben getroffen und sie braucht jetzt Achtsamkeit von Dir.
    Es hat einen Grund, warum Du krank geschrieben bist.

    Ich war in den ersten Tagen auch völlig k.o. und habe dem nachgegeben, wann immer ich konnte. Ich bin tagsüber auf meinem Zimmer im Sessel eingeschlafen und habe 2 Stunden geschlafen.
    Der ganze Organismus ist im Ausnahmezustand und schnell erschöpft.
    Das Suchthirn erkennt seine Chancen, wenn Du geschwächt bist.

    Nur Du kannst jetzt auf Dich achtgeben und für Dich sorgen.

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Anfang des Jahres ist 10 Monate her. Und eine OP ist ja nicht nichts.

    Ist das ein richtiger Arbeitsplatz oder ein Job? So schnell gibt es keine Kündigung.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Petra,

    ich finde es klasse, wie konsequent Du es angehst!

    Ich hatte am Anfang zwar nicht das Gefühl, mich ablenken zu müssen, aber ich sag Dir trotzdem, was ich die erste Zeit sehr, sehr oft und viel gemacht habe:

    Spazieren gehen! Egal welches Wetter. Einfach frische Luft und Bewegung. Das hat sich nach meiner Entscheidung sooo anders und toll angefühlt. Einfach wie Freiheit!

    Liebe Grüße

    Cadda

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!