SummerSun - Trennung als einziger Ausweg

  • Liebe SummerSun 💛


    Eigentlich bin ich kaum noch in diesem Forum, aber es gibt so ein paar Geschichten die mich interessieren, in denen ich gelegentlich mal reinlese.

    Deine Worte und Gedanken haben mich festgehalten, sie erinnern mich sehr an meine.

    Ich war mit meinem Ex nicht verheiratet und auch keine gemeinsamen Kinder und ich wurde verlassen ( er wollte keine Rechenschaft mehr abgeben über sein trink verhalten und frei nach Schnauze saufen ! )

    Du hast erwähnt, was ist wenn er sich für die nächste Frau ändert und dort alles Glitzer märchenhaft wird.


    Ich bin eine solche Nachfolgerin. Ich kenne seine Ex Frau - mit ihr war er verheiratet und hat Kinder mit ihr. Sie trennte sich von ihm auf Grund seiner Süchte ( er ist polytox ). Als ich mit ihm zusammen kam, freut sie sich so sehr weil er endlich sein Leben im Griff hat und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. ( Patchwork Familie daher der Kontakt zu Ex )

    Sie freut sich für uns & für die gemeinsamen Kinder das Stabilität in unserer Beziehung herrscht.

    Pustekuchen …. Es ging einige Monate lang sehr gut - er Tank nicht.
    Wollte dann kontrolliert trinken. Es kamen auf und abs…. Unzählige Versprechung sich zu ändern - um uns zu kämpfen … bla bla bla …. !
    Wir sind gescheitert, seine Abstürze immer regelmäßiger, der Scherbenhaufen für die Angehörigen immer größer.

    Ich kann dir nur sagen - der Abstand ind die Zeit wird dir Klarheit geben 🧡 schau auf dich… auf dein Kind .

    Ein Kind braucht keine zwei unglücklichen Eltern gemeinsam… du schaffst das

  • An alle: vielen lieben Dank für eure ermutigenden Antworten.

    Mein Mann neigt auch außerhalb seines Konsums zu einer destruktiven Lebensweise. Er zeigt unabhängig seines Konsums narzisstische und bindungsunfähiges Verhalten.

    Und wenn ich eure Geschichten hier so lese und auch seine Vergangenheit betrachte, wird er wieder andere Frauen haben, aber es wird wie vorher ähnlich ablaufen.

    Wer weiß, ob er sich nicht ändern will oder es faktisch nicht kann. Schmerzhaft ist es trotzdem, weil ich so daran geglaubt und gehofft habe. Die Illusion ist weg und zurück bleibt die bittere Realität.

  • In einer Sitzung mit meiner Therapeutin hat diese mir ganz klar geäußert, dass ich Opfer von emotionalem Missbrauch bin. Seitdem ich das weiß, versuche ich noch mehr alle Gemeinheiten an mir abprallen zu lassen. Schockiert bin ich trotzdem, weil das schon sehr krass ist. Aber ja, es ist wohl wahr und ich kann meinem Partner nun einfach gar nicht mehr trauen. Die räumliche Trennung kann ich nun kaum abwarten. Solche Menschen sind unberechenbar. Und ich Frage mich, ob er mich je wirklich geliebt hat...

  • Guten Morgen zusammen,

    ich benötige ein bisschen euren Support. Das gesamte Wochenende habe ich mein Kind betreut, mein Mann war unterwegs, trinken, hat sich nicht an Absprachen gehalten und dann in der einen Stunde, die er betrunken Zeit mit seinem Kind verbracht hat, bevor das Kind ins Bett gegangen ist, so getan als wäre er der Vater des Jahres.

    Ich durfte mir immer wieder kleine Gemeinheiten anhören. Jedes Mal, wenn ich mit meinem Kind nach Hause gefahren bin,hatte ich ein ungutes Gefühl, weil ich nicht wusste, ob mein Mann Zuhause ist, und wenn ja, in welchem Zustand.


    Heute Vormittag hat er nüchtern mit mir gesprochen und erzählt, dass wir ja jetzt alle Orgasachen besprechen müssen und ganz sachlich. Ich habe ihn gebeten, die Gemeinheiten sein zu lassen. Er hat nach diesen Gemeinheiten gefragt, und als ich davon erzählt habe, diese klein geredet.

    Ich bin so wütend, wie er sich selbstherrlich darstellt, als hätte er die Contenaince (schreibt man das so?) und ich wäre einfach empfindlich.

  • Heute geht es mir nach vielen guten Tagen wieder schlecht. Mir ist aufgefallen, dass wir bald alle ausziehen, dass wir unsere eigenen Leben bestreiten und bis auf die Verbindung mit dem Kind nichts mehr da ist. Das bereitet mir ein sehr ungutes Gefühl.

  • Hallo SummerSun, Abschied ist ein Prozess. Das auf und ab der Gefühle, das du im Moment erlebst, gehört sicher dazu. Es ist ja auch ein großer Schritt, den du vor dir hast. Er bedeutet für dich am Ende Freiheit vor den Auswirkungen der Suchterkrankung deines Partners. Es wird sich für dich und die Kinder auszahlen. Bleib dran, auch wenn es nicht immer leicht ist. Du bist auf dem richtigen Weg!

  • Schau mal liebe SummerSun , das hast Du neulich mal geschrieben. Vllt hilft es Dir (ich bekomme es grade irgendwie nicht zitiert, daher kopiere ich es mal:

    "Ich habe gerade einen richtig tollen Moment. Mein Mann kam völlig betrunken nach Hause. An den Beleidigungen habe ich gemerkt, dass er wohl doch ziemlich verletzt ist. Er hat versucht mich klein Zureden und anzugreifen. Und "Alkoholiker" ist wohl jetzt ein Schimpfwort.

    Es ist ein guter Moment. Ich fühle mich entschlossen, dass sich etwas ändern muss. Alle meine bisher gegangenen Schritte sind richtig für mein Kind und mich."

  • Hallo zusammen,

    ich habe mich für letzten Tage mal ein wenig durchs Forum gelesen, um zu Erkenntnissen zu kommen, die sich anscheinend bei den meisten Alkoholikern und den dazugehörigen COs ähneln:

    - Verhalten des A. gleicht dem Eines Teenagers, vernünftige Gespräche sind rar gesät und wenn sie stattfinden, dann nur um danach nicht dazu passende Handlungen folgen zu lassen

    - CO wird oft klein geredet, beleidigt, und es werden irgendwelche Gemeinheiten in den Raum geworfen, die mit dem eigentlichen Sachverhalt nichts zu tun haben

    - Einlullen erfolgt oft, wenn sich CO dann einmal hart zeigt und klare Grenzen setzt, über Liebesgeflüster oder andere Eingeständnisse, die dann aber nie umgesetzt werden

    - es wird alles vernachlässigt vom A, bei den meisten funktioniert es aber noch den Job halbwegs gut auszuführen.

    - die meisten COs stehen oft ganz gut im Leben,.kümmern sich um die Kinder, den Haushalt, arbeiten vielleicht noch nebenbei.


    Diese Erkenntnis hat mich heute sehr schockiert. Es gibt ja As die wahrscheinlich relativ freundlich sind, auch wenn sie trinken, aber die Gemeinheiten, auch wenn sie mal nüchtern sind, scheinen doch eher an der Tagesordnung zu sein. Wahlweise dann auch das Selbstmitleid, wie schwer sie es doch im Leben haben.


    Spreche ich meinen Mann jedoch darauf an, dass er sich in die Opferrolle begibt, ist er außer sich. Ich habe ihm gestern vor Wut einmal alles ins Gesicht gesagt, was ich von ihm halte. Allen voran, dass er ein Feigling ist, der sich lieber betäubt als seine Themen anzugehen. Mir war bewusst, dass ich ihn damit in seinem männlichen Stolz angreife, aber es tat so gut.

  • Bring dich nicht in Gefahr. Nasse Alkoholiker können gewalttätig werden, weil Alkohol enthemmt.
    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo SummerSun,

    ich hab damals meinem ersten Mann meine Verachtung, meine Wut, meinen Schmerz ganz oft in's Gesicht geschrien. Er hat nichts geändert, oft gekontert, es war einfach würdelos für uns beide.

    Erleichterung hatte ich dann, aber nur kurz. Denn der Strudel ging ja weiter.

    Er konnte nichts ändern oder wollte es nicht. Ich bin überzeugt, dass ihm mein Verhalten auch oft wehgetan hat. Also das, was ich ihm an den Kopf geworfen habe. Aber es ist nichts daraus erfolgt.

    Bis ich dachte, ich bin ohne ihn besser dran und er wahrscheinlich ohne mich auch. Aber zuerst mal ging es um mich. Denn so wie ich damals drauf war, mochte ich mich selbst nicht mehr leiden.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich habe ihm gestern vor Wut einmal alles ins Gesicht gesagt, was ich von ihm halte. Allen voran, dass er ein Feigling ist, der sich lieber betäubt als seine Themen anzugehen.

    Oder steckt dahinter die Hoffnung/Absicht, daß du ihn nur ganz empfindlich treffen musst, damit er doch zur Einsicht gelangt? Kann auch sein, daß er nur nüchtern gewirkt hat. Wenn er nüchtern gewirkt hat, kann es auch gut sein, daß er trotzdem schon einen Pegel hatte. Das war für mich eine heftige Erkenntnis dieses Jahr, daß es bei entsprechender Abhängigkeit gar kein Nüchternsein mehr gibt, unter Umständen. Kränkungen können auf jeden Fall nach hinten los gehen, und im Zweifel bist du ihm körperlich unterlegen.

  • Ich habe mich gerade nochmal durch das kontrollierte Trinken gelesen. Das wird ja von vielen Suchtforschern stark kritisiert, weil es eben nicht so einfach ist, für einen Alkoholiker ein normales Trinkverhalten an den Tag zu legen.

    Das kann ich genauso bestätigen. Mein Lebensgefährte hat auch versucht "kontrolliert" zu trinken. Anfangs waren es nur alle zwei Wochen am Wochenende. Das steigerte sich dann aber immer weiter, bzw die zeitlichen Abstände zwischen dem Trinken wurden immer kürzer, bis er am Ende wieder täglich getrunken hat.

  • Und wie könnt ihr damit leben, wenn ihr euch vorstellt, dass euer Partner wieder in einer neuen tollen glücklichen Beziehung ist? Das zerfrisst mich.

    Wenn er eine Partnerin findet, die mit ihm trinkt und nichts in Frage stellt, könnte das meinen Ex Partner durchaus glücklich machen. Alles das widerspricht aber meiner Vorstellung von einem "normalen" und glücklichem Leben. Ein solches Leben hat für mich nichts mit Liebe, Partnerschaft und Vertrauen zu tun. Insofern sollte mir das dann komplett egal sein.

    Mit einer Partnerin, die ebenfalls ein Problem mit seiner Sauferei hat, würde er nicht glücklich werden.

  • Hallo SummerSun,

    das was Aurora hier schreibt kann ich nur bestätigen.

    Unser Alltag bestand am Schluss nur noch aus Streit. Und da ging es wirklich oft unter die Gürtellinie. Vor allem von mir. Aber ich wusste vor Wut und Verzweiflung einfach nicht mehr weiter. Das musste einfach raus. Ich hatte das Gefühl sonst durchzudrehen.

    Irgendwann war dann doch der Punkt da wo klar war das ich mich trennen muss um nicht selbst daran zu zerbrechen. Das hat viele viele Jahre gedauert. Immer wieder habe ich mir eingeredet es zu schaffen. Wie oft habe ich ihn gebeten, angeschrien, gebettelt, er möge sich doch Hilfe holen. Alles vergebens.

    Erst nach der Trennung ist er in die richtige Richtung gegangen. Auch heute denke ich noch oft warum nicht früher. Warum musste es erst soweit kommen. Diese Gefühl das der Alkohol wichtiger war als die Familie ist schon schwer zu ertragen.

    Ich hoffe für ihn das er trocken bleibt und würde mich auch freuen wenn er wieder eine Partnerin kennenlernt.


    LG

  • Ich weiß. Ich habe mich ja schon von ihm getrennt. Die räumliche Trennung habe ich vor Ende unseres gemeinsamen Mietvertrags erbeten. Und trotzdem fällt mir das Loslassen schwer. Die Einsicht, dass er nichts ändern will. Nicht mal für sein Kind. Die Angst, die ich vor der Zukunft habe, vor dem gemeinsamen Sorgerecht. Die Trauer darüber, dass unser Wert für ihn nicht da ist. Es wird gerade alles so real, dass es mich zerreißt.

  • Und trotzdem fällt mir das Loslassen schwer. Die Einsicht, dass er nichts ändern will. Nicht mal für sein Kind. Die Angst, die ich vor der Zukunft habe, vor dem gemeinsamen Sorgerecht. Die Trauer darüber, dass unser Wert für ihn nicht da ist. Es wird gerade alles so real, dass es mich zerreißt.

    Hi SummerSun,

    Das ist die Sucht, die ihn beherrscht. Meine Ansprechpartnerin bei der Suchtberatung hat mir mal gesagt, dass ich nichts persönlich nehmen darf, was an Äußerungen kommt, die Sucht spricht, nicht er. Er ist nicht klar bei Verstand, er ist suchtkrank. Und im Endeffekt trauern wir um einen Partner , der nicht mehr da ist und solange die Sucht ihn beherrscht, auch nicht mehr da sein wird.
    Mir fällt das Loslassen auch schwer, obwohl kein Kind da ist. Aber ich sehe ihn mittlerweile als unheilbar krank - nicht mehr als vollwertigen Partner.
    Mein Vater ist an Demenz erkrankt, auch der ist nicht mehr der Mensch der er mal war. Genauso ist es bei meinem XY, er ist nicht mehr der Mensch, der er mal war.
    Und es gibt erschreckend viele Parallelen bei den beiden, nur die Ursachen sind verschieden.
    Das hilft mir ein bisschen, loszulassen , ich kann keine Demenz heilen und ich kann auch keine Sucht heilen.
    Und wenn ein Kind im Spiel ist, wird es nochmal schwieriger, weil du nicht nur für dich alleine verantwortlich bist sondern auch für dein Kind. Das ist doppelte Belastung und ich wünsche dir, dass du ganz schnell einen Weg findest, loszulassen .

    LG

    Zabou

  • Vielen lieben Dank für deine Worte!


    Heute hat er mir gesagt, dass er weiß, was er falsch gemacht hat. Aber wenn er meiner Forderung nach einem Entzug und einem alkoholfreien Leben nachkommen würde, würde er sich selbst verraten, weil er es für mich, aber nicht für sich machen würde.

    Ich denke das ist eine sehr schmerzhafte, aber klare Antwort.

  • Das hat mein Ex-Partner zu mir ja auch im Sommer so gesagt. Und das hat es mir dann aber auch erleichtert. Denn er hat ja recht. Es würde nichts bringen zu sagen "ok für Dich mache ich jetzt einen Entzug/ Eine Therapie"

    Du hast Recht: Es ist eine schmerzhafte und klare Antwort. Und zusätzlich sehr ehrlich.

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