R/no - "lauf R/no lauf"

  • Ja so wird für mich ein Schuh draus

    Kleines Beispiel, wenn ich Krebs habe, bin ich krank. Wenn der Krebs/ Sucht gestoppt ist, bin ich nicht mehr krank

    Das ist für mich plausibel bzw. so kann/mag ich es erklären wenn ich mal in die Situation komme.

    Mein Weihnachtsmarktbesuch hat sich erledigt, mein kleiner war nicht so begeistert und der große geht heute mit seinen Freunden in so ein Laser indoor battlefield. Irgendwie schade weil ich mich wirklich mal outen wollte.

    Im Nachhinein ist es aber besser so, es wäre komisch gewesen auf dem Weihnachtsmarkt mit einer Thermoskanne zu stehen, zwischen lauter beschwingten Menschen und dort im kleinen Kreis den Bekannten zu beichten das ich Alkoholiker bin. Da hätte denen der Glühwein gleich zweimal so gut geschmeckt. Vielleicht nächstes Jahr...

  • Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt :lol:

    Da macht man Pläne, wie oder was man sagen oder machen wird und plötzlich hat sichs erledigt, einfach so.

    Ist doch auch schön, zu erkennen wie unnötig manches gedacht wird. Geht mir auch öfters so.

    Schönes Wochenende dir,auch ohne Weihnachtsmarkt ;)

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Ich finde wir haben einen Fehler in der Genetik

    Sehe ich absolut nicht so. Für mich ist es ein erlerntes Verhalten. Es ist wie Fahrradfahren:

    Wenn du einmal gelernt hast, die Balance zu halten, verlierst du diese Fähigkeit nie wieder. Selbst nach Jahrzehnten kannst du dich wieder draufsetzen und losfahren – das Programm läuft automatisch ab.

    Und genau wie beim exzessiven Fahrradfahren entstehen mit der Zeit Schäden: überlastete Gelenke, kaputte Knie, verschlissene Bänder.

    Beim Alkohol sind es eben Leber, Psyche und Lebensqualität, die verschleißen.

    Das Verhalten ist das Gleiche: Erlernt, automatisiert, wiederholbar und langfristig schädlich.

  • Mir geht gerade das Thema Krankheit durch den Kopf und wahrscheinlich wird man sagen das wäre Wortkosmetik...

    Ich richte mich nicht nach dem, was andere denken oder wie sie etwas bezeichnen. Entscheidend ist nur, was ich selbst denke – nicht, was andere vielleicht meinen könnten. Ich bin mir selbst näher und muss nicht aus Freundlichkeit ständig prüfen, ob irgendwo ein Fuß steht, auf den ich treten könnte.

    Wenn eine Krankheit in mir gestoppt ist – egal welche – bleibt sie trotzdem eine Krankheit. Das gilt für alle chronische Erkrankungen . Ich habe mir nie den Kopf darüber zerbrochen, ob ich nun „krank “ bin oder nicht.

    Wenn ich mit anderen rede, erzähle ich nicht aus heiterem Himmel, dass ich Alkoholiker bin. Warum sollte ich? Wenn es im Gespräch Sinn ergibt, sage ich es aber ich spiele garantiert nicht danach den Erklärbären für jemanden, der es sowieso nicht checkt.

    Ich muss niemanden überzeugen, warum ich Alkoholiker bin oder wie irgendetwas in mir funktioniert. Ein nasses Umfeld verlasse ich, wenn es triggert, und bei nassen Gedanken suche ich meinen Rückzugsraum , ich erkläre mich nicht dauernd.

    Wenn jemand neben mir unbedingt saufen muss, obwohl ich einmal freundlich sage „bitte nicht direkt neben mir“, dann ist das sein Thema. Dann darf er sich erklären, warum er meinem Wunsch nicht folgt und mich in Gefahr bringt , nicht ich.

    Ich muss mich dafür nicht rechtfertigen. Alles andere ist einfach Leben.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Sehe ich absolut nicht so. Für mich ist es ein erlerntes Verhalten. Es ist wie Fahrradfahren:

    Ja da ist auch etwas wahres dran aber mit Bonos Ansicht komm ich auch klar, es ging mir ja um das Wort Krankheit. Deine Erklärung mit dem Fahrradfahren ist aber auch super👌

    Ich konnte gleich losfahren ohne große Übung und ohne Stützräder

  • Ja da ist auch etwas wahres dran aber mit Bonos Ansicht komm ich auch klar, es ging mir ja um das Wort Krankheit. Deine Erklärung mit dem Fahrradfahren ist aber auch super👌

    Ich konnte gleich losfahren ohne große Übung und ohne Stützräder

    Genau, und deshalb kannst du auch sofort wieder trinken wie früher, sobald du nur einmal unvorsichtig wirst.

  • Ich richte mich nicht nach dem, was andere denken oder wie sie etwas bezeichnen. Entscheidend ist nur, was ich selbst denke – nicht, was andere vielleicht meinen könnten. Ich bin mir selbst näher und muss nicht aus Freundlichkeit ständig prüfen, ob irgendwo ein Fuß steht, auf den ich treten könnte.

    Ja da hast du auch wieder recht...

  • Sucht und Krankheit kann ich trennen.

    Ich kann das nicht trennen. Da Sucht eine psychische Krankheit ist , da gibt es kein „mal so, mal so“. Sie ist immer aktiv, auch wenn sie schlummert oder gestoppt ist.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Sucht ist eine psychische Krankheit , aber nicht im Sinne von „irre“ oder „geisteskrank“. Sie bedeutet, dass das Gehirn ein erlerntes Programm abgespeichert hat, das sich selbst erhält und irgendwann das Steuer übernimmt, wenn man es lässt.;)

    Am Ende ist es nichts anderes als ein gestörter Regelkreis im Kopf und nur durch Abstinenz wirklich zu stoppen.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Nachhinein ist es aber besser so, es wäre komisch gewesen auf dem Weihnachtsmarkt mit einer Thermoskanne zu stehen, zwischen lauter beschwingten Menschen und dort im kleinen Kreis den Bekannten zu beichten das ich Alkoholiker bin. Da hätte denen der Glühwein gleich zweimal so gut geschmeckt. Vielleicht nächstes Jahr...

    Abgesehen davon, das ein Weihnachtsmarkt grundsätzlich nichts für frischtrockene Alkoholiker ist, must du da ja keine Thermoskanne mitnehmen. Es gibt auch alkoholfreien Punsch. Ich stell mir gerade vor, wenn alle Trockenalkoholiker eine Thermoskanne mit zum Weihnachtsmarkt mitnehmen. Ich fände das lustig aber auch praktisch. So weiß jeder Bescheid. Ich hoffe du nimmst mir den Scherz nicht krumm

  • Eine psychische Erkrankung/Krankheit klingt für mich richtig, bei der "Krankheit" hatte ich Schwierigkeiten es so zu akzeptieren. Ich hab damit immer nur körperliche Gebrechen verbunden, die ja meist erst in späteren Phasen der Sucht auftreten. Komischerweise war das jetzt sofort stimmig mit meinen Gedanken.

    Ich bin Alkoholiker, ich hab eine Krankheit, genau genommen eine psychische Erkrankung.

    Damit kann ich wirklich umgehen, früher oder später werde ich ja mal in die Situation kommen, in der ich meine Krankheit offen legen muss/sollte. Wenn mich das Wort schon selbst stört weil ich mich nicht krank fühle (körperlich) wird das schwer mit dem offenen Umgang.

    Aber so klingt das echt "gut" , irgendwann muss ich z.B. mal mit meinen Söhnen reden und so fällt mir das leichter, extrem leichter.

  • Es gibt auch alkoholfreien Punsch

    Damit würde ich aber Alibitrinken mMn. Mein Vorhaben war ja auch meine Erkrankung mitzuteilen. Nachher bekomme ich noch Alkoholischen Punsch weil die Angestellten schon einen im Tee haben. Ich für mich wäre mit meiner Thermoskanne zufrieden, lieber kauf ich den Jungs was für das Geld, wahrscheinlich kostet eine Tasse inzwischen schon 10€....

  • Meine kurze Auszeit hier hatte wirklich was gutes, ich hab über mich nachgedacht und bin darauf gekommen das ich mich zu sehr mit anderen Fäden beschäftige bzw. meinen Senf dazugebe, meinen aber komplett vernachlässigt habe.

    Ich hab fast nichts über mich erzählt, über meine Entwicklung und was mir so durch den Kopf geht. Ich hab in den paar Tagen aber auch nicht den Wandel vom Saulus zum Paulus vollzogen oder möchte für die Moderatoren schön reden.

    Auch zum Thema Beziehung hab ich mir viele Gedanken gemacht auch meinen Umgang mit trinkenden Menschen und generell Alkohol hab ich mal auf den Prüfstand gestellt.

  • würde ich aber Alibitrinken mMn. Mein Vorhaben war ja auch meine Erkrankung mitzuteilen. Nachher bekomme ich noch Alkoholischen Punsch weil die Angestellten schon einen im Tee haben. Ich für mich wäre mit meiner Thermoskanne zufrieden, lieber kauf ich den Jungs was für das Geld, wahrscheinlich kostet eine Tasse inzwischen schon 10€....

    Alles gut R/no, wenn es für dich so besser ist, dann ist das auch in Ordnung. Ich wollte damit nicht dein Verhalten kritisieren. Alles ist gut, was dir hilft deine Abstinenz zu stärken.

  • Meine kurze Auszeit hier hatte wirklich was gutes, ich hab über mich nachgedacht und bin darauf gekommen das ich mich zu sehr mit anderen Fäden beschäftige bzw. meinen Senf dazugebe, meinen aber komplett vernachlässigt habe.

    Ich hab fast nichts über mich erzählt, über meine Entwicklung und was mir so durch den Kopf geht.

    Genau, du bist für dich hier.

    Wenn du mal weg bist, kräht irgendwann nämlich kein Hahn mehr nach dir. So würde es auch bei mir sein. Ich lese fast alle Beiträge, antworte aber nur dann, wenn ich was sinnvolles aus meinem Erlebten beitragen kann oder wenn es mich persönlich weiterbringt. Bei sich bleiben ist ne ganz wichtige Erkenntnis. Man muss auch nicht immer auf jeden Misthaufen sch.... hat mein Opa immer gesagt. (Entschuldige die Ausdrucksweise.)

    Sich nur mit anderen und deren Problematik zu beschäftigen, aber von sich nichts preisgeben oder nie in seinem Faden schreiben, wäre für mich keine Selbsthilfe. Auch alle Mods kümmern sich trotz ihrer vielen Arbeit weiterhin um sich.

    Ich wünsch dir viel Erfolg für dich,

    Hera

  • moin,

    warum beißt du dich daran so fest? ist das so ein männerding nicht krank sein zu dürfen? so nach dem motter der mann hat ........

    ich geh da ganz entspannt mit um. ja ich bin suchtkrank. ich hab es im griff und im alltag denk ich da überhaupt nicht mehr drüber nach. ich hab meine hausaufgaben gemacht, weiß wo meine trigger und sonstigen fallstricke sind und umgehe sie. der alk ist thema wenn ich hier bin, ansonsten nicht.

    in alltagsgesprächen mit anderen menschen kommt er in der regel nicht vor, wieso auch, die menschen denen der alk ins gesicht geschrieben steht sind lange nicht mehr meine gesprächspartner und menschen die normal damit umgehen können haben keinen bedarf darüber zu reden. man redet nur über das was man im grunde als "unnormal" ansieht. also wenn man akkut krank ist, sich etwas neues im leben ergeben hat. neues enkelkind zb. also dinge die von der normalität abweichen. alles andere ..... normal ist kein thema. täglich frische wäsche, zähne putzen...... das sind doch keine themen.

    was allso läßt dich so unnormal empfinden, was triggert dich so sehr daran krank zu sein. denn auch krankheit ist ja eigentlich doch normal, sonst gäbe es die gigantische milliarden schwere pharmafia nicht. und unsere krankheit ist ja nu wirklich in keinster weise irgendwie hinderlich im alltag wenn wir abstinent leben. gut wer sich körperlich schon zu grunde gerichtet hat hat natürlich einschränkungen aber das ist ja nicht die masse der alkis. also, was macht dich so fertig bei der sache? kannst du das irgendwie greifen? sind das alte erziehungsmuster? wenn es dich nicht los läßt solltest du mal schauen was dich da so sehr festhält. wenn du es abhaken kannst dann tu es. weil, es bringt nichts. wir sind suchtkrank, für immer. punkt.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

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