Bei mir ist es so eine Wellenbewegung. Es gibt Zeiten, da ist der Suchtdruck kaum oder gar nicht spürbar und dann plötzlich überfällt es mich ganz heftig.
Depression vorgegaukelt wurde mir nicht, aber mein trinkverhalten war auch nicht darauf angelegt Traurigkeit zu mildern- zumindest nicht maßgeblich.
Aber es ist schon plausibel wenn das Hirn dir sagt ‚schau mal, deine Stimmung ist total mies, so ein wenig Sekt könnte dich jetzt lustig machen‘. Zumindest für mich kein abwegiger Gedanke.
Dieses bei jedem Schauen was er trinkt war extrem ausgeprägt und ist auch immer noch da. Wenn ich in ein Restaurant komme kann ich dir nach Sekunden sagen, wer was trinkt.
Auch im Supermarkt sehe ich die Alloholiker. Nicht nur anhand von Indizien (im einkaufswagen nur Alkohol und irgendwas Alibi-mäßiges wie ein Apfel).
Aber ich sehe auch wenn sie nicht mehr abwarten können die Flasche zu öffnen.
Früher machte mich das aus irgendeinem Grund sauer, jetzt tut es mir leid.
Ich denke das wird einem mit der Zeit egaler, aber man braucht eben Strategien.
Bei schlimmem Saufdruck trinke ich ganz ganz saure limo und gehe mit dem Hund.
Wenn Panik aufkommt hilft Wechselatmung oder andere Atemtechniken aus dem Yoga (Box Atmung, Bienen Atmung). Das aber nur akut.
Was mir auch hilft ist das Wissen, dass die meisten gravings nach ca. 20 min vorbei sind. Das ist überschaubar.