Bibitor 66 - 43 Jahre im Rausch reicht

  • Tag 150

    Guten Morgen Forum,

    boah, 150 Tage. Ich bin ziemlich Stolz auf mich. Auch wenn man das evtl. nicht sein sollte. Mir bedeuten die 150 Tage viel.

    So lange hatte ich mich nicht mal für die OP und Reha trocken gemacht. Und in dieser Trockenphase dachte ich auch schon wieder so, wie damals beim Führerscheinentzug. Nämlich: Nach der Reha saufe ich wieder. Wie dumm und dämlich die Sucht doch ist.

    Diesmal fühlt sich alles anders an. Ich gönne mir meinen Stolz auch. Denn der führt mich nun durch die nächsten 150 Tage. Und natürlich meine Obacht! Denn für mich steht im Hirn (neben dem Suchthirn) fest, dass ich nie wieder saufen will.

    LG + allen einen schönen 2. Advent

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • boah, 150 Tage. Ich bin ziemlich Stolz auf mich. Auch wenn man das evtl. nicht sein sollte. Mir bedeuten die 150 Tage viel.

    Früher war ich auch stolz als „Nasser“, weil ich einen Stiefel vertragen konnte. Wie hätte ich da später stolz darauf sein sollen, einfach nichts mehr zu trinken? Das reine Weglassen war für mich kein Grund, mir selbst auf die Schulter zu klopfen.

    Stolz war ich erst, als ich meinen eigenen Weg gefunden habe und das eine vom anderen unterscheiden konnte.

    Zu deinen 150 Tagen. Das ist nicht einfach nur eine Zahl. Das ist etwas, das einem niemand schenkt. Viele schaffen das nie.

    Gratulation und weiter so.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Auch wenn man das evtl. nicht sein sollte. Mir bedeuten die 150 Tage viel.

    Wer sagt das? Sie bedeuten dir viel, und das ist das Entscheidende und dann darfst du auch stolz sein, denn es ist nicht selbstverständlich, sondern es ist "Du".
    Ich habe diese Zahlen auch bewusst für mich zelebriert und das Forum hat mit gemacht:)

    Ich war immer auf der Hut, ob da nicht eine Stimme kommt und sagt: "Toll, xy Tage, super Leistung, du hast gezeigt, dass du es kannst, aber jetzt könntest du mal wieder...."
    Die Stimme kam mir oft, aber das hat sie sich noch nicht getraut;)

    Herzlichen Glückwunsch, Bibi.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Glückwunsch Bibi, bist mir ein Vorbild. Da möchte ich auch bald sein.

    LG

    Danke Boss. Du klingst aber auch sehr motiviert in Deinem Faden. Deshalb gehe ich davon aus, dass Du es auch schaffen kannst. Aber als Vorbild brauchst Du mich trotzdem noch nicht zu nehmen. Nicht das ich mich wackelig fühle, aber von den vielen Trockenen hier die schon viel länger dabei sind, kann man noch mehr lernen um eben für immer trocken zu bleiben.

    "Immer" klingt für mich immer noch utopisch irgendwie, aber genauso will ich es. Deshalb zähle ich auch gerne die Tage, in der Hoffnung das ich durch das Zählen mal bei Immer ankomme. :)

    Also bleib dran.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

    Einmal editiert, zuletzt von Bibitor 66 (7. Dezember 2025 um 15:06) aus folgendem Grund: Schreibfehler

  • Danke Boss. Du klingst aber auch sehr motiviert in Deinem Faden. Deshalb gehe ich davon aus, dass Du es auch schaffen kannst. Aber als Vorbild brauchst Du mich trotzdem noch nicht zu nehmen. Nicht das ich mich wackelig fühle, aber von den vielen Trockenen hier die schon viel länger dabei sind, kann man noch mehr lernen um eben für immer trocken zu bleiben.

    "Immer" klingt für mich immer noch utopisch irgendwie, aber genauso will ich es. Deshalb zähle ich auch gerne die Tage, in der Hoffnung das ich durch das zählen mal bei Immer ankomme. :)

    Also bleib dran.

    LG

    Bibi

    Nicht falsch verstehen. Du bist mit deinen 150 Tagen für mich viel greifbarer als jemand wie Hartmut mit seinen Jahrzehnten. Aber am Ende gilt für mich: Jeder, der sein Leben abstinent lebt und es ernst meint, ist ein Vorbild. Egal ob 150 Tage oder 18 Jahre.

    Ich hab gestern die drei Wochen voll gemacht. Fühlt sich aber noch nicht erwähnenswert an. Die 150 Tage oder 5 Monate schon 😬.

  • Nicht falsch verstehen. Du bist mit deinen 150 Tagen für mich viel greifbarer als jemand wie Hartmut mit seinen Jahrzehnten. Aber am Ende gilt für mich: Jeder, der sein Leben abstinent lebt und es ernst meint, ist ein Vorbild. Egal ob 150 Tage oder 18 Jahre.

    Ich hab gestern die drei Wochen voll gemacht. Fühlt sich aber noch nicht erwähnenswert an. Die 150 Tage oder 5 Monate schon 😬.

    Klar. Für mich waren auch die 3 Wochen (als ich sie erreicht habe) ein Meilenstein. Denn in den ersten 3-5 Wochen war mein Suchthirn noch sehr aktiv. Zu diesem Zeitpunkt habe ich aber schon jeden Tag hier im Forum gelesen. Ich war zwar noch nicht angemeldet, aber hatte meinen Notfallkoffer gepackt. Ohne das Forum hätte ich nicht mal die 3 Wochen geschafft.

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Oh ja. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich ohne das Forum überhaupt schon so weit wäre. Allein die Tatsache, dass ich jeden Tag hier reinschaue, hält mir vor Augen, wo ich herkomme und warum ich nicht zurück will. Das manifestiert das Ganze. :)

  • Tag 151

    Mahlzeit liebes Forum,

    für "Guten Morgen" ist es heute schon zu spät.

    Mir geht es gut und ich war heute schon unterwegs. Etwas Nordic Walking mit der Nachbarin. War schön, aber ich erspare meiner Nachbarin die weitere Begleitung bis nach meiner OP. Das mache ich so schnell nicht noch mal. Brauche gerade Eispackungen auf dem Knie. Das schon operierte ist supi. Gleicht einem Amboss. Mit dem könnte ich kilometerweit laufen, aber das noch defekte schwächelt schon nach einem Kilometer.

    Ich bin immer noch stolz auf mich. Nicht nur wegen der tollen Zahl 150, sondern weil mir bewusst wird, was ich schon alles in diesen 150 Tagen verändert habe. Die Hütte glänzt, ich glänze :-), mein Hirn denkt vernünftig.

    Mir ging gestern noch durch den Kopf, wie oft ich im Suff mit anderen Besoffenen über den Sinn des Lebens philosophiert habe. Geradezu lächerlich. Der Sinn im Leben bestand ja nur aus Saufen. Das machte verdammt viel Sinn. Unglaublich.

    Dann möchte ich noch berichten, dass heute früh im Frühstücksfernsehen ein Bericht über einen Waschbären aus Virginia in den USA kam. Der Waschbär ist durch ein Dach eines Spirituosengeschäfts gekracht. In dem Geschäft hat er dann randaliert und hat mehrere Whiskey- und Scotchflaschen zerdeppert. Man fand den Waschbären besinnungslos neben der Toilette des Geschäfts. Da sieht man mal wieder wie gefährlich der Alkohol ist. Die zeigten Bilder wie der Waschbär mit allen vieren von sich gestreckt auf dem Boden lag. Der tat mir echt leid. Aber er hat es wohl überlebt.

    Wen es interessiert, einfach besoffener Waschbär in die Suchmaschine tippen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Mir ging gestern noch durch den Kopf, wie oft ich im Suff mit anderen Besoffenen über den Sinn des Lebens philosophiert habe. Geradezu lächerlich. Der Sinn im Leben bestand ja nur aus Saufen. Das machte verdammt viel Sinn. Unglaublich.

    Haha, da ertappe ich mich doch glatt selbst wieder 🙃👍🏻

    Wen es interessiert, einfach besoffener Waschbär in die Suchmaschine tippen.

    wenn ich besoffene Waschbären(oder Waschlappen) sehen will, dann muss ich nur zum Hauptbahnhof fahren. 😅

  • Und das ist so lustig weil?

    Hallo Linde66,

    also meine Reaktion auf Boss seinen Beitrag weil ich witzig fand, wie er gleich auf Bahnhof und "Waschlappen" bzw. Waschbären kam.

    Den Beitrag über den Waschbären fand ich überhaupt nicht witzig. Der Waschbär tat mir leid wie er da rumlag.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Tag 152

    Guten Morgen liebes Forum,

    gestern Abend bekam ich mal wieder einen Ruckler. Also wieder dieses Unruhegefühl. Es kam wieder aus heiterem Himmel, ohne Trigger-Faktoren. Aber es verschwand auch wieder innerhalb kurzer Zeit. Ich mache mich auch überhaupt nicht mehr verrückt deswegen. Ich weiß nun, dass es immer wieder mal auftaucht, aber auch gleich wieder weg ist.

    Was erwarte ich auch. Jahrzehnte Gift in mich rein geschüttet. Ist eigentlich klar, dass da das Gehirn eine Weile zur Genesung braucht. Ich muss froh sein, dass mein Oberstübchen überhaupt noch so gut funktioniert.

    Heute ist wieder alles ruhig in mir. Keinerlei Verlangen nach Alkohol. Aber dieses Verlangen hatte ich auch gestern nicht.

    Ich werde heute wieder ein Schrankfach in Angriff nehmen und ausmisten. Ich habe mir gestern neue Müllsäcke besorgt. Danach ist mal wieder Wellness angesagt. Fußpflege-Socken und aufs Gesicht auch gleichzeitig eine Pflegemaske. Ich lasse es mir gut gehen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • gestern Abend bekam ich mal wieder einen Ruckler. Also wieder dieses Unruhegefühl. Es kam wieder aus heiterem Himmel, ohne Trigger-Faktoren.

    Heute ist wieder alles ruhig in mir. Keinerlei Verlangen nach Alkohol. Aber dieses Verlangen hatte ich auch gestern nicht.

    Als ich vor 4 einhalb Jahren mit dem Saufen aufgehört habe, habe ich mich bei Unruhegefühlen gefragt: Ist das Unruhegefühl wirklich Verlangen nach Alkohol? Ist j erstmal naheliegend. Ich habe sehr aufmerksam in mich reingehorcht und jedesmal kam ich zu der Erkenntnis: Nein, es ist kein Verlangen nach Alkohol. Und dann habe ich mir erlaubt, dass ich auch als abstinent lebender Mensch ein Unruhegefühl haben darf.

    Ich werde heute wieder ein Schrankfach in Angriff nehmen und ausmisten.

    Ich habe immer ein Lächeln im Gesicht, wenn ich dich hier lese , wie du ein Schrankfach nach dem anderen aufräumst. Das erinnert mich so herrlich an meine Anfangszeit hier. Ich hatte ja auf einmal so viel Zeit. Und die Schränke waren vollgestopft mit allem Möglichen und Unmöglichen. Jeden Tag habe ich hier von einem neu aufgeräumten Schrankfach, einer neu einsortieren Schublade, einem fertig schön ordentlich eingeräumten Schrank geschrieben.
    Noch heute denke ich, wenn ich einen Schrank aufmache, an die Zeit, als ich staunend davor saß, alle Türen weit offen und mich einfach nur gefreut habe, dass endlich Ordnung in mein Leben kommt.

    Und jeden Tag habe ich meinen Eintrag hier auch mit der Tageszahl meiner nüchternen Tage begonnen.
    Und ich war so stolz auf mich. Mit jedem nüchternen Tag und mit jedem aufgeräumten Schränkchen habe ich mir mein Leben zurückgeholt.

    Diese Ordnung in den Schränken, in den Räumen hat mir auch eine Ordnung in meinem Kopf geschenkt.

    Das wünsche ich dir auch.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Stern Vielen lieben Dank für Deine Zeilen. Das macht mir Mut. Ich dachte stellenweise schon an Suchtverlagerung wegen des Ausmistens. :lol: Weil ich ja auch noch Freude dabei empfinde. Was ich hier schon für einen Kruscht aus den Schränken gefischt habe ist unglaublich. Unmengen verschiedene Backformen. So oft backe ich gar nicht und so viele Formen braucht kein Mensch. Ich habe einige verschenkt. Ewig viele Kabel von alten Elektrogeräten, die schon lange nicht mehr existieren. Schlimm.

    Ich saß auch schon auf einem Stuhl vor einem entmisteten Schrank und war hellauf begeistert von dem sortierten Eindruck.

    Und auch Danke für Deinen Hinweis mit dem Unruhegefühl. Dann bin ich nicht alleine damit. Denn ich habe auch in mich reingehört und da war kein Verlangen nach Alkohol. Nur die Hibbeligkeit. Aber sie schwächt schon ab und die Abstände werden größer.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Hatte gestern leider auch eine richtige Krise, stand dem Rückfall ziemlich nah. Naja gut, war ein gebrauchter Tag. Abhaken. Nach vorne schauen.

    Brauche definitiv auch etwas zum entspannen. Vielleicht probiere ich es auch mal mit einer Maske.

    LG

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