Mich interessiert, ab wann der Alkohol nicht mehr die permanente Macht über den Kopf hat und zumindest langsam anfängt sich zurückzuziehen?
Das hängt im wesentlichen von dir und deiner Haltung ab, die du dir in der Abstinenz aufbaust.
Hast du Krankheitseinsicht? Hast du akzeptiert, dass du Alkoholiker bist, mit den Konsequenzen, die das bedeutet?
Hast du vor dem Alkohol kapituliert oder kämpfst du noch um jeden abstinenten Tag? So hört es sich an.
Was ist es, dass dich noch kämpfen lässt? Welche Fragen stellst du dir?
Ob du irgendwann wieder ein Gläschen trinken kannst?
Ob du kontrolliert trinken kannst?
Ob es vlt. bei dir dann anders ist, als bei all denen, die sich das auch gefragt haben und dann im Rückfall geendet sind?
Viele Fragen und ganz ehrlich, nach 7 Wochen hatte ich auch keine Antworten auf alle Fragen.
Mir hat am Anfang das Leben nach den Grundbausteinen geholfen.
Wenn du jetzt denkst, jetzt kommt der schon wieder mit den Grundbausteinen, die kenne ich doch, du wirst wissen, was du davon bereits (konsequent) umgesetzt hast.
Am Anfang, auch nach 7 Wochen, stand für mich absolute Risikominimierung. Ich habe Kontakt mit Alkohol vermieden, so gut es ging.
Erstens, um das Risiko nicht einzugehen, und zweitens, um das Suchthirn nicht ständig anzuregen, und damit ich die Zeit nutzen kann,
das Lösungsmuster "Alkohol" durch etwas Neues zu ersetzen. Das kann ich üben und praktizieren und da neurologische Prozesse mit im Spiel sind, braucht es Zeit, bei mir mehr als 7 Wochen.
Beispiel: Gehe ich auf Veranstaltungen, bei denen Alkohol konsumiert wird und rede ich das Risiko klein und meine Stärke gross, dann bin ich zu Anfang immer Kampfmodus und weit davon entfernt, neuen Lösungsmuster im Gehirn eine Chance zu geben. Ich komm nicht weiter und ich entwickele mich nicht weiter.
Gibt es bei langer Abgstinenz Tage, an denen man überhaupt nicht mehr an Alkohol denken muss?
Vlt. gab es mal einen Tag, an dem ich nicht dran gedacht habe, ohne es zu merken, ansonsten gibt es jeden Tag Gedanken über Alkohol, alleine schon durch das Forum.
Die Frage ist ja, sört mich die gedankliche Auseinandersetzung mit Alkohol, oder sehe ich sie als Teil meiner Abstinenz, meiner Trockenarbeit.
Beschäftige ich mich mit meiner Sucht oder redet mein Suchthirn ständig von Alkohol?