Pantun - Hoffentlich nicht nur ein guter Vorsatz.

  • Hallo, auch von mir ein Willkommen.

    Wenn ich dich lese, habe ich den Eindruck, dass du innerlich noch nicht wirklich abgeschlossen hast. Du schaust sehr viel zurück und kaum nach vorne. Deshalb stelle ich die Frage ganz offen: Bist du dir sicher, dass du Alkoholiker bist – oder hältst du dir diese Tür noch einen Spalt offen? Eine lebenslange Abstinenz entscheidet man nicht nebenbei, das ist eine klare Richtungsentscheidung.

    Versteh mich nicht falsch: Das ist nicht meine Entscheidung, das ist allein deine. Ich kann das von außen nur betrachten. Aber darüber sollte man schon ehrlich nachdenken.

    Und wenn der Alkohol dir am Ende nur Schaden gebracht hat, du ihn aber trotzdem vermisst, dann spricht nicht die Vernunft, sondern die Sucht. Genau so funktioniert sie.;)

    Ein Vergleich, etwas zugespitzt: Wenn du dir an einer heißen Herdplatte die Finger verbrennst und den Schalter gefunden hast, dann vermisst du die Platte danach auch nicht. Du bist froh, dass sie aus ist. Wenn du trotzdem darüber nachdenkst, wieder hinzufassen, dann nicht, weil es toll war sondern weil dich etwas dorthin treibt.

    Nur als Denkanstoß. Mehr nicht. Weniger auch nicht.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Wenn ich darüber nachdenke kann ich das nicht mal wirklich beantworten, das meiste an was ich mich erinnere davon war/ ist negativ behaftet und hat nur Probleme verursacht. Probleme die man dann am Wochenende wieder trinkend vergessen konnte um noch mehr davon zu bekommen. Ehrlich? Ich weiß es nicht trotzdem fehlt was.

    Ich habe gesoffen, entschuldige bitte diese Ausdrucksweise, aber getrunken habe ich nicht (mehr) seit ich alkoholabhängig geworden war, weil ich süchtig geworden bin. Süchtig nach Alkohol. Ich musste Alkohol saufen. Ich war Alkoholiker geworden.

    Das ist eine Tatsache, die ich zwar für mich wusste, aber nicht akzeptieren konnte. Viele Jahre nicht. Ich wollte nicht dazugehören …zu diesen Menschen, die meinem Bild vom Alkoholiker entsprachen. Die Wahrheit war: Ich gehörte längst dazu. Lediglich mein geregeltes Einkommen hat es mir ermöglicht, nach Außen hin den Schein zu wahren. Innerlich war ich ein Wrack.

    Wenn ich mal nichts getrunken habe, hat mir auch was gefehlt. Der Alkohol.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hi Pantun,

    Du bist mit diesem Gefühl nicht alleine. Mir hat der Alkohol die letzten Jahre so viel kaputt gemacht, zwischenmenschlich als auch finanziell als auch von der Selbstachtung her.

    Trotzdem gibt es immer wieder diese Suchtstimme, die in irgendeiner Ecke flüstert "aber es war auch nicht alles schlecht, denk an den lustigen Männerausflug hier und an den lustigen Geburtstag dort".

    Ja, stimmt, die waren immer eine Zeitlang lustig, allerdings nie, wirklich nie bis zum Schluss. Das Ende, das ich selbst ja nie kannte, sondern mir immer, wirklich immer erzählen lassen musste, war immer peinlich, eklig, unwürdig oder auch lebensgefährlich und hat mir in der Folgezeit immer negative und niemals positive Erinnerungen an irgendwelche Feierlichkeiten o.ä. gegeben.

    Egal, wie oft ich gehofft hatte, dass es diesmal einfach nur lustig werden würde und ich rechtzeitig zu trinken aufhören würde, ich war schon längst nicht mehr in der Lage, irgendwelche Entscheidungen für mich zu treffen. Ich musste trinken, bis die Lichter aus waren, ob ich wollte oder nicht. Und am nächsten Tag war das Geheule wieder groß und die Psyche komplett am Boden.

    Das rufe ich mir immer wieder in Erinnerung, wenn die Stimme wieder ums Eck kommt und mir erzählen möchte, dass mir etwas fehlt.

    Ich bin immer noch nicht 100% zufrieden mit dem abstinenten Leben, da ich natürlich auch nie Alkoholiker werden wollte, aber immerhin kann ich das wieder Leben nennen. Das davor war eigentlich nur noch eine traurige Existenz, die entweder auf den nächsten Rausch gewartet oder sich vom letzten Rausch erholt hat, dazwischen war nur Leere. Von daher geht es ganz klar aufwärts und das wird es bei Dir ganz bestimmt auch tun, wenn Du dabei bleibst!

    VG Soapstar

  • Bist du dir sicher, dass du Alkoholiker bist

    Ja, bin ich, da gibt es für mich keinen Zweifel.

    Ich hab derzeit noch Probleme mich damit abzufinden, dass es so ist, es wirklich zu akzeptieren. Andererseits merke ich ja schon einige positive Auswirkungen, ich schlafe besser, ich bin aufgeräumter innerlich, fokussierter und doch überkommt mich immer wieder eine leise Wehmut und ich hinterfrage die Entscheidung immer wieder, so gesehen kämpfe ich wohl zur Zeit mit meinem Suchthirn.

    Ich musste trinken, bis die Lichter aus waren, ob ich wollte oder nicht. Und am nächsten Tag war das Geheule wieder groß und die Psyche komplett am Boden

    Auch das kenne ich, "wehe wenn er losgelassen" haben Saufkumpane immer gesagt. Anfangs, als ich noch jünger war, war ich dummer Junge sogar stolz drauf irgendwann war es dann ein Selbstläufer den ich nicht mehr kontrollieren kann.

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Das Wochenende startet, habe erst mal sämtliche Kontakt und Gruppen in WA und co ausgeblendet zum Teil auch gelöscht.

    Heute Mittag habe ich den Rest Bier (immerhin noch 12 Flaschen) der noch da war meinem Nachbarn geschenkt, im Moment sitze ich ziemlich planlos da. Habe mir jetzt einen Film ausgesucht den werde ich heute Abend mit meiner Frau schauen und ne Tüte Gummibärchen daneben legen.

    ... und ich bin zum Teetrinker mutiert, eigentlich mag ich ja Tee nicht sonderlich aber es gibt dann doch den ein oder anderen guten / leckeren, was soll ich sagen, neuer Geschmack den man nicht so oft hat funktioniert ganz gut, gibt es jetzt erst mal nur bei Verlangen, damit ich noch was anderes als zuckerfreie Bonbons und Süsses habe.

    Im Keller steht noch Schnaps, das triggert mich aber komischerweise gar nicht, hab ich irgendwie nie gerne getrunken, meistens erst nach dem 8. Bier oder so um mich komplett abzudichten, werde ihn aber trotzdem die nächsten Tage an die Verwandschaft / Bekanntschaft / Nachbarschaft abgeben, bin zu sehr Schwabe ist mir zu schade zum Ausschütten.

    Meine Frau ist begeistert von mir bisher, jedoch sieht sie nicht ganz ein warum sie nichts trinken soll wenn ich in der Nähe bin und hat erst mal ihren Wein versteckt, damit ich ihn nicht verschenke. Sie sieht mich nicht als Alkoholiker, sondern nur als den der wenn er mal anfängt nicht mehr aufhören kann und sich sinnlos betrinkt. Haben lange darüber gesprochen, habe ihr auch erklärt, das mir das Nichtstrinken einigermaßen einfach fällt, bis auf manche Situationen und ich mich selbst als Alkoholiker sehe, da ich es nicht kontrollieren kann. Sie wird nichts trinken wenn ich mir ihr Filme schaue oder Ausgehe, jedoch wird sie weiter auf Veranstaltungen usw. gehen, wo sie dann eben auch ihr Viertelchen schlozt, klang für mich jetzt erst mal ganz ok, mal sehen wie sich das auswirkt.

    Ich für mich habe jetzt erst mal sämtliche Aktivitäten die in Kneipen Restaurants usw stattfinden komplett abgelehnt oder auch im nach hinein abgesagt. ZumTeil hat der Freundeskreis von mir und meiner Frau etwas verschnupft reagiert aber auch das wird sich legen sobald ich mich soweit eingependelt habe und den Leuten irgendwann erzähle warum, wiso und weshalb..

    Und nun auf in ein weiteres trockenes Wochenende, euch ein schönes und erholsames Wochenende :)

    Bis dann mal.

    Pantun

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Im Keller steht noch Schnaps, das triggert mich aber komischerweise gar nicht, hab ich irgendwie nie gerne getrunken, meistens erst nach dem 8. Bier oder so um mich komplett abzudichten, werde ihn aber trotzdem die nächsten Tage an die Verwandschaft / Bekanntschaft / Nachbarschaft abgeben, bin zu sehr Schwabe ist mir zu schade zum Ausschütten.

    Ein Klassiker bei frisch Abstinenten.

    Dem Suchthirn geht es nicht um den Grschmack, sondern um die Prozente, gerade bei akutem Suchtdruck kann dieser scheinbar uninteressante Rest gefährlich für Dich werden.

    Am besten gleich morgen wegbringen!

  • Sie wird nichts trinken wenn ich mir ihr Filme schaue oder Ausgehe,

    Das ist schon mal sehr gut. Sie wird sich mit der Zeit daran gewöhnen. Für sie ist es ja auch neu. Manchmal dauert es etwas, bis den Leuten dämmert, dass es wirklich dauerhaft ernst gemeint ist.

    Du hast mich daran erinnert, wie überrascht ich war, als ich andere Getränke im Supermarkt gekauft habe. So viele Geschmacksrichtungen. Kannte ich doch nur Bier und meistens auch noch aus der PET-Flasche. Habe damals sehr viel ausprobiert.
    Am Ende wurde es dann doch Tee und wenn wir mal wo essen, ein Johannisbeerschorle. Da ich aber nur noch trinke wenn ich Durst habe und Trinken im Allgemeinen nicht mehr als "Belohnung" ansehe, ist es mir auch einfach nicht mehr so wichtig. Das hat aber gedauert.
    In der ersten Zeit hatte ich an die 4 Liter abends getrunken. Das gibt sich und jetzt ist es eine Tasse. Und manchmal wird die nicht leer.

    Ach übrigens. Ich habe so gut wie nie Schnaps getrunken. Aber wenn nichts mehr da war, stand ich plötzlich im Keller und die Flasche hin mir am Hals. Also bringt das Argument "war nicht mein Getränk" recht wenig, wenn der Suchtdruck anklopfen sollte.

  • Das Wochenende ist noch nicht ganz vorbei, trotzdem mal.ein Abriss was mich beschäftigt.

    Weiss nicht ob das der Entzug ist. Ich bin übel gelaunt und schlafe sehr schlecht, ich wache mehrfach auf und schlafe seit zwei Tagen unter sechs Stunden. Das Gedankenkarussell dreht sich extrem (komischerweise nicht um Alkohol) im Moment und ich habe tagsüber ständig leichte Kopfschmerzen, fühle mich nicht wohl und Magenprobleme, fühlt sich wie Stress an.

    Suchte die Unterstützung von meiner Frau, die blieb jedoch lieber strickend oder malend am Tisch sitzen, nun ja mit Empathie hatte sie es nie so ist eher pragmatisch veranlagt. Habe ich schon öfters bemerkt wenn ich Mal wirklich krank war, jedoch ist sie ansonsten eine Frau mit der man Pferde stehlen kann.

    Nach einem Gespräch mit ihr meinte sie ich soll mir etwas suchen, dass mich ablenkt, hat sie ja nicht unrecht. Ich habe ich mich dann in meinen TV - Gaming- Raum verzogen und habe das erste Mal wieder WoW gespielt und siehe da der Durst schlug vehement zu, ich habe in 3 Stunden eine Kanne Tee und 2 Flaschen Wasser getrunken, war Dauergast auf der Toilette ^^

    Es fiel mir mehr oder weniger schwer keinen Alkohol zu trinken, der Gedanke und ein komisches Gefühl kam immer wieder mal, ein zuckerfreies Bonbon oder ein großer Schluck Wasser haben ihn dann meist besänftigt.

    Was mich auch noch beschäftigt ist die Planung der ja nun freien Zeit am Wochenende, was mache ich morgens ohne den Kater? Was mache ich abends ohne mein bisheriges Hobby? Hab mich jetzt erst mal für Lesen, Kochen, Training und Gassigehen entschieden, schaue auch Serien und Filme an die ich vorher mit Alkohol angesehen habe, ist schon komisch bei manchen Sachen weiss ich, das ich sie sicher schon gesehen habe, kann mich aber nicht daran erinnern oder nur bruchstückhaft.

    Ist noch nicht die abschließende Planung, muss mehr sinnvollere Sachen integrieren, aber erst mal reicht mir das.

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Nach einem Gespräch mit ihr meinte sie ich soll mir etwas suchen, dass mich ablenkt, hat sie ja nicht unrecht. Ich habe ich mich dann in meinen TV - Gaming- Raum verzogen und habe das erste Mal wieder WoW gespielt

    Diese Auf und Abs kenne ich. Mir gehts gut dann net so dann gut. Wurde früher direkt mit Alk weggemacht die Gefühle. Das zocken hilft mir auch sehr. Freude, Zeitvertreib, Spaß, Hobby. Sauna mache ich noch. Schön Sachen austesten und suchen um die Zeit zu füllen genau richtig. Also ich hab mittlerweile immer irgendwas zu tun- langeweile nöö

    Abstinent seit 10.11.2025

  • was du beschreibst ist genau das was jeder erlebt der den alk weg läßt. was du brauchst ist ein gescheites hobby, überlege in ruhe was dir spaß machen würde, und da du ja jetzt einiges an geld einsparst das du bisher für alk ausgegeben hast, hast du ja auch die möglichkeit es in was gescheites zu investieren. ich male zb, gescheites materieal kostet auch was. ich hab ne kleine kapp- und kreissäge mit denen ich mir aus leisten kleine kästen baue die ich verziere und darin kleine geschenke verpacke. ich hab ein mikroskop und kann stunden damit zubringen das gekreuch anzusehen das sich im bodengrund meiner aquarien ansammelt. es gibt so unglaublich viel was man tun kann. nur man muß eben damit anfangen. mach dir doch mal ne liste mit dingen die dir spaß machen würden und fang dann an dich da zu informieren. damit hast du schon paar tage zu tun.

    rumsitzen ist das schlimmste was du machen kannst. auch die sachen die du bisher bei saufen gemacht hast sind keine so tolle idee. fürs erste jedenfalls.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • So erster Arbeitstag diese Woche durch, Wochenende trocken überstanden. Dieses Wochenende war anstrengender als die letzten beiden, wusste wirklich nicht so richtig wohin mit mir selbst.

    Suchtdruck war okay, immer mal wieder aber nicht unkontrollierbar.

    Habe viel darüber nachgedacht warum alles so ist wie es ist und kam zu dem Schluss, dass ich wohl immer versucht habe meinen Stress, meine innere Unruhe und meine allgemeine Unzufriedenheit mit Alkohol zu ertränken. Da meine Vorgeschichte auch von einigen Schicksalsschlägen und bestehenden Autoimmunerkrankungen geprägt ist, ist wahrscheinlich auch nicht ganz unerheblich. Zudem hatte ich vor 20 und vor 8 Jahren Probleme mit Depressionen und PTBS, kommt wohl alles zusammen, wobei ich die letzte depressive Phase eher auf den Alkohol schiebe. Hab auch in der stationären Behandlung keinen Hehl daraus gemacht, aber die Psychologin hat das nicht wirklich interessiert, sie war mehr darauf fixiert mein Familienleben, meine Einschränkungen durch die Immunerkrankungen und meine negativen Erfahrungen im restlichen Leben auseinander zu nehmen. Ergebnis war ich bekam Tabletten, welche ich nach ca 14 Monaten in Absprache mit meinem Hausarzt abgesetzt habe da ich mich zu sehr in Watte gepackt fühlte und die Blutwerte schlecht waren, Alkohol war während der Zeit natürlich auch ein ständiger Begleiter aber auch hier wurde ich nur darauf hingewiesen nicht täglich zu trinken und wenn dann nicht zuviel zu trinken. Die Frage was zuviel ist wurde nicht beantwortet, Blutwerte waren nach sechs Monaten ohne Tabletten wieder einigermaßen im Rahmen und es wurde von beiden Seiten nie mehr darüber gesprochen. Ich war wohl auch nicht bereit mir damals den Alkoholmissbrauch einzugestehen und habe ihn so gut es ging verharmlost und versteckt, bzw. Mein damaliges Trinkverhalten als normal betrachtet, da es ja meist nicht bis zum absoluten Kontrollverlust ging.

    Hab mir mal als zukünftige Beschäftigung Wandern ausgesucht, schon viele kürzere Routen (3-8 Stunden) ausgesucht in der näheren Umgebung und auch schon größere Touren angeschaut. Wandern hat für mich den Vorteil, dass ich das auch alleine, bzw mit meinem Hund machen kann und somit nicht auf mein nahes Umfeld angewiesen bin. Suche mir derzeit auch ein gutes Fitnesscenter in der Umgebung. Werde mir wahrscheinlich einen wellpass, wellhub oder etwas in der Art zu legen, dann kann ich auch mal das Fitnesscenter wechseln oder was anderes ausprobieren.

    Dax wars erst mal wieder von mir.

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Als ich aus der Klinik kam, habe ich mich hier und im Fitnesscenter angemeldet. Zwei mal die Woche 1,5h inklusive 20min Dehnen ist Teil meiner Wochenstruktur und es haben sich daraus auch schon Bekanntschaften ergeben. Gerade diese Regelmässigkeit war am Anfang sehr wichtig für mich.
    So ein Center war früher für mich ein NoGo, heute kann es nur empfehlen.

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Habe viel darüber nachgedacht warum alles so ist wie es ist und kam zu dem Schluss, dass ich wohl immer versucht habe meinen Stress, meine innere Unruhe und meine allgemeine Unzufriedenheit mit Alkohol zu ertränken.

    Ich auch, klappt ja auch für ein paar Stunden aber danach schlechter als vorher. Ich schaue und lerne wie man Gefühle anders behandelt. Erschöpft- ausruhen. Stress- vermeiden, klären, Badewanne etc. Langeweile- beschäftigen, Hobbys ohne Saufen. Und es klappt bei mir

    Hab mir mal als zukünftige Beschäftigung Wandern ausgesucht, schon viele kürzere Routen (3-8 Stunden) ausgesucht in der näheren Umgebung und auch schon größere Touren angeschaut. Wandern hat für mich den Vorteil, dass ich das auch alleine, bzw mit meinem Hund machen kann und somit nicht auf mein nahes Umfeld angewiesen bin. Suche mir derzeit auch ein gutes Fitnesscenter in der Umgebung.

    Ich gehe auch mit dem Hund wandern, kostet nix, geht immer. Sauna und Fitness habe ich auch als Hobby durch die Therapie entdeckt

    Abstinent seit 10.11.2025

  • So, Woche eigentlich schon wieder rum. Diese Woche hatte ich seit Dienstag gar nicht mehr soviel Zeit zum Nachdenken, war viel los auf der Arbeit so wie auch Privat. So eine Woche hätte ich wohl vorher als Saufgrund genommen um mich am Wochenende wegzubügeln und danach am Montag die neue Woche total unerholt zu starten um mich dann zu wundern wo das Wochenende hin ist. Irgendwie war jede Woche ein Saufgrund für mich, war es viel Arbeit und Stress dann erst recht..

    Was hab ich dieses Wochenende geplant? Dinge die ich früher gern gemacht habe, heute Mittag steht erst mal Kaffee mit der Familie an, muss ja auch mal mein näheres Umfeld auf aktuellen Stand bringen, mein Paps hat mich gestern angerufen, dass ich mal wieder auf ein Bier vorbei kommen soll :)

    Samstag stehen einige Sachen an den Autos von mir und meiner Frau an die ich die letzten Monate immer vor mir hergeschoben habe, da freu ich mich ehrlich schon drauf endlich mal wieder was sinnvolles machen, dass zum einen Geld spart und zum anderen wirklich Spass macht. Ganz besonders freu ich mich auf den 01.03.2026, da wird der Nasenbär (SLK) wieder aktiv, den werde ich dieses Jahr wohl ausgiebiger bewegen als das letzte, da Stand zu oft der Kater und der Restalk im weg.

    Sonntag geht es entweder auf die schwäbische Alb oder Richtung Allgäu um die Natur zu genießen, so ganz ist das noch nicht raus.

    Ansonsten bin ich guter Dinge wie es bisher läuft, muss nur aufpassen, dass ich nicht übermütig werde, sind ja derzeit über all die Fasnetspartys und Umzüge im Gange, da wird der Alkohol in Strömen fließen, bin zwar auch Mitglied in so einem Verein, habe aber dieses Jahr die Aktivitäten komplett abgesagt.

    Ich weiß nicht ob ich das hier schreiben darf, aber ich habe mal das Antialkbuch von Allen Carr gelesen, den Ansatz darin fand ich ganz gut auch die Denkweise die dahinter steckt, sich bewusst zu machen was Alkohol eigentlich ist und was er einem denn wirklich bringt, ich fand das Buch angenehm zu lesen und es hat mir ein Stück weit weitergeholfen.

    Auf das auch dieses Wochenende trocken bleibt :)

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Ich weiß nicht ob ich das hier schreiben darf, aber ich habe mal das Antialkbuch von Allen Carr gelesen

    Hi Pantun,

    ich habe das auch mal gelesen, hab es mir nach einem durchgesoffenen Wochenende aus der Bücherei organisiert.

    Ich hatte aber eigentlich nicht wirklich vor, das Saufen aus meinem Leben zu streichen, hatte eher ein bisschen Hoffnung auf ein Wunder, wie es so manche Raucher nach dem Lesen seiner Bücher beschrieben haben.

    Nun ja, es war für mich dann einfach "Unterhaltung", sonst nix. Ob es mir geholfen hätte, wenn ich meinen Tiefpunkt erreicht gehabt hätte? Keine Ahnung, vermutlich ist Alkoholismus nicht wegzulesen. Dass es der "Ruin" ist, wie er den Alkohol nennt, wusste ich auch schon Jahre vorher, hat mich aber nicht gejuckt, ganz ehrlich.

    Lieber SHG, online und/oder real, ist m.M.n. viel eher das Mittel der Wahl, um die Krankheit zu stoppen.

    VG Soapstar

  • Soapstar da hast du Recht, habe es ja auch erst gelesen als ich bereits ohne Alkohol war, fand es trotzdem ganz gut. Habe auch damals sein endlich Nichtraucher gelesen, das hatte absolut null Wirkung auf mich.

    Er beschreibt die Dinge eben sehr direkt so wie sie sind und hat wirklich gute Ansätze fürs weiter machen, klar wird es einen Schwerstabhängigen nicht von jetzt auf nachher von der sucht befreien aber es regt zum Nachdenken an und führt einem einfach nochmal die ganze Sinnlosigkeit in komprimierter Form vor Augen.

    Definitiv sind reale Gespräche in der SHG, mit Therapeuten und ein Forum in dem man Antworten bekommt und Diskussionen führen kann die bessere Wahl, kein Thema.

    Gruß

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • So Wochenende trocken hinter mir, mit Sohnemann ein gebrauchtes Auto gekauft, sein erstes eigenes und somit hat sich meine Wochenendplanung etwas verändert, zwar auch Auto aber nicht wie geplant. :)

    Was kann ich zu dem Wochenende sonst noch so sagen? Ging mir soweit gut, mit meinen Eltern hab ich geredet am Freitag, war ganz gut und meine Mutter hat nach dem Gespräch erst mal meinen Vater als Alkoholiker bezeichnet :/

    Meine Gefühlswelt scheint etwas durcheinander zu sein aber im positiven Sinn. Ich reagiere wieder mehr auf andere Menschen, empfinde so langsam wieder Empathie, zwar bisher nur leicht aber es scheint zurück zu kehren. Mein Lieblingsspruch bis vor kurzem war noch: "Ich hasse Menschen". Auch bei Filmen oder guter Musik nehmen die Gefühle wieder zu, bin nicht mehr ganz so abgestumpft wie vorher. Geht wieder los mit Gänsehaut bei guter Mucke und manchmal feuchten Augen oder auch lautes Lachen bei Filmen.

    Das Denken, dass ich etwas verpasse lässt auch langsam nach. Außer gestern Abend mal kurz, meine Frau war gestern ohne mich unterwegs da sie mit ihren Mädels unterwegs war, das war die einzige Situation dieses Wochenende wo ich auch raus und saufen wollte, war mal kurzzeitig echt heftig, habe echt alles in Frage gestellt. Normal bin ich an dem Abenden auch in die Kneipe und hab mich mit Kumpels abgeschossen, oder auch einen oder zwei trashige Horrorfilme mit 8- 12 Bierchen daheim geguggt. Wie auch immer, hab es geschafft und dafür 4 Liter Wasser Tee und Limo getrunken. Ach ja Gummibärchen natürlich auch dabei ;)

    Magen- Darmprobleme hab ich in letzter Zeit vermehrt, aber das wird wohl eher der Umstellung beim Trinken und Essen sein.

    So das war's erst mal, schönen Sonntag euch.

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Gestern Abend ging es mir echt beschissen, ich hatte irgendwie das Gefühl, dass etwas fehlt, eine tierische innere Unruhe. Wie oben schon geschrieben, das Wochenende gab keinen Anlass dafür, somit hat mich wohl doch die Sucht eingeholt. Ich wanderte immer wieder zum Kühlschrank, habe mir was zu Essen oder Trinken raus geholt, jedoch war nichts davon befriedigend. Meine Laune stürzte merklich ab, was dann zu einer Streitigkeit mit meiner Frau geführt hat, bei der ich ziemlich ungerecht und gemein wurde. Mein Denken fühlte sich wie in Watte gepackt, fast wie wenn ich betrunken gewesen wäre und ich habe auch stellenweise reagiert wie wenn ich besoffen bin, geredet ohne Nachdenken, schnell laut geworden, nicht ausreden lassen usw. Wenn denn Carving so aussieht, brauche ich das nicht wirklich öfters. Ich kann das Gefühl immer noch nicht so richtig einordnen, es war wie ein nüchterner Kontrollverlust.

    Bin dann erst mal aus der Situation raus, habe mich abgelenkt und wieder beruhigt, danach erst mal entschuldigt und versucht wieder gut Wetter zu machen, was auch geklappt hat.

    Dann heute Nacht kaum geschlafen, denke dafür war das Nachdenken was passiert ist verantwortlich, bin echt immer noch etwas verwirrt deswegen....

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!