Nadine88 - Ich bin Alkohol abhängig

  • auf Langzeit aus der Teufelsspirale auszubrechen

    Liebe Nadine,

    auch von mir ein herzliches willkommen. Mein Aufschlagpunkt war am 28.07.2025 da musste ich wegen vielerlei Beschwerden ins Krankenhaus. Das ich ein großes Problem hatte wusste ich schon lange aber als dann der Entschluss da war hab ich konsequent an meinem Plan festgehalten. Ich hab mir sofort eine SHG in der Nähe gesucht (probier ruhig mehrere aus, sie muss passen) und michhier im Forum angemeldet. Dann die große Erkenntnis nur nicht trinken, reicht nicht. Deine Gedanken sind sonst nur auf den Alkohol konzetriert. Such dir Dinge die Spaß machen, was du schon immer mal machen wolltest. Stück für Stück strukturierst du damit dein Hirn um. Dein Belohnungszentrum wird durch wunderschöne Erlebnisse, die nichts mit Alkohol zu tun haben, anspringen. Gestalte Situationen bewusst anders wo du sonst zum Glas gegriffen hättest. Du wirst merken es wir immer einfacher und die Freiheit, Gesundheit, das Leben ist so wunderschön ohne den Scheiß.

    Ganz liebe Grüße Lebensmut

  • Hallo Nadine,

    Aktuell ist es das Wichtigste, Abstand vom Alkohol zu bekommen und konsequent zu halten.

    DENKE AN HEUTE, morgen, die nächsten paar Tage. Tag für Tag, Schritt für Schritt.

    Heute lasse ich das erste Glas stehen. „Langzeit“ ist noch ganz weit weg.

    Die ersten Wochen sind am schwierigsten; es wird mit der Zeit immer leichter.

    Neben den Grundbausteinen ist es hilfreich, dass du dir dein ganz eigenes Abwehr- und Alternativprogramm „bastelst“. Was hilft dir am besten, was erfüllt dich …

    Linde66
    17. August 2021 um 11:42
  • Hallo Nadine,
    gleich vorneweg: ich bin kein alter Hase in Sachen Abstinenz, bin seit 27.8. abstinent.

    Aber ich wollte darauf hinweisen, dass eine ambulante Suchttherapie z. B. bei der Caritas, helfen kann.

    Ich habe eine dort angefangen und finde es sehr hilfreich. Da wurde von Anfang an mit mir besprochen, wie ich mein Verhalten ändern kann… Ich stand da ganz schön auf dem Schlauch am Anfang…

    Jedenfalls wird da verhaltenstherapeutisch gearbeitet und natürlich geht es da auch ums Gedankenkreisen. Da werden dann individuelle Strategien erarbeitet. ( Mir hilft schreiben, hier, im Tagebuch… oder Lesen… anderen hilft Sport, Kochen, ein Bad nehmen usw…)

    Nicht jeder braucht eine Therapie zum Aufhören, aber wenn Du das Gefühl hast, Du kommst allein in der realen Welt nicht damit zurecht, such Dir Hilfe!

    Liebe Grüße

    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Ich wäre sehr an Ratschläge interessiert, die mir helfen können auf Langzeit aus der Teufelsspirale auszubrechen.

    Unbedingt Trigger vermeiden, also Situationen, in denen bzw. bei denen du meistens getrunken hast. Ich war selbst fast zwei Jahren nicht mehr in meinem Lieblingsrestaurant und hab seitdem abends auch kein TV mehr geschaut, weil ich dabei getrunken habe. Auch vermeide ich nach wie vor bestimmte Veranstaltungen oder auch Personen.

    Denk nicht zu langfristig (so wie Oskar es schon geschrieben hat), denke nur an heute und heute wirst du definitiv nichts trinken. Und morgen geht’s dann so weiter..

    Es wird wirklich mit der Zeit immer „leichter“. Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, wo mir abends bewusst wurde, dass ich den ganzen Tag über nicht an Alk denken musste.

    LG KW

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Hallo Nadine,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Gut, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Hier kannst Du viele Tipps und Hilfestellungen erhalten. Und Du hast bereits viele Informationen von bereits länger trockenen Alkoholikern erhalten.

    Ich habe Angst wieder die Kontrolle zu verlieren.

    Wenn Dir klar ist, dass Du es selbst in der Hand hast, wird es einfacher. Du würdest Dir das erste Glas an den Mund setzen, niemand sonst.

    Immer von Tag zu Tag denken und viel hier lesen und Dich austauschen, das kann ich Dir mit auf den Weg geben.

    Auch Du kannst es schaffen zufrieden abstinent zu leben. Alles ist besser, als Alkohol zu trinken! Denn damit würdest Du Dich selbst zerstören.

    Alkohol ist ein Nervengift und wirkt auf Körper und Seele. Du hast bereits ein paar abstinente Tage hinter Dir und morgen den Termin beim Arzt. Du kannst Deinen Arzt auch nach weiterer Hilfestellung fragen.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich wäre sehr an Ratschläge interessiert, die mir helfen können auf Langzeit aus der Teufelsspirale auszubrechen.

    Also ich schaue täglich Interviews mit trockenen Alkoholikern auf youtube. Mir hilft es sehr, die diversen Geschichten von anderen zu hören. Natürlich hilft auch hier zu lesen, aber in Ton und Bild ist es noch viel stärker. Ich weiß nicht wie es wäre, wenn ich diese Interviews nicht hören würde. Aber so hab ich meine tägliche Abschreckung und Erinnerung an alle gruseligen Nebenwirkungen von Alkohol und überhaupt kein Bedürfnis nach so einem lifestyle. Es graut mich nur mehr nachhaltig.

  • Ich habe hier im Forum einiges über Risikominimierung gelesen, momentan spreche ich mich zum Beispiel fürs einkaufen mit einen Kollegen ab, damit ich nicht wieder rückfällig werde. Wie habt ihr das so am Anfang eurer Abstinenz gemacht?

    Freunde die viel trinken und auch versuchen mich zu verleiten , treffe ich nicht mehr.

  • hallo Nadine88

    ein herzliches willkommen auch von mir und schön das du da bist;)

    der anfang ist gemacht und anfänglich läuft auch alles noch nicht so rund wie man es villeicht gedacht hat. deine ansätze sind gut, wie zum beispiel nicht allein einkaufen zu gehen, hab ich anfänglich auch so gehandhabt. begleitung durch den arzt kann ich nur begrüssen.

    du bist also auf dem besten weg, aber die ersten wochen und monate sind kein zuckerschlecken. hoch und tiefs wechseln sich ab, dann kommt die scham und das schlechte gewissen und und und...versuch das nicht so nahe an dich heran zu lassen. plane nicht zu weit im voraus, lebe von tag zu tag auch wenn es mal schwierig wird. lass den kampf gegen einen übermachtigen gegner, denn diesen konflikt hast du schon verloren und das vor langer zeit. versuche negative aspekte, wo du früher zur flasche geriffen hast, neu mit positiven zu belegen. neue hobbys, neue leute, vielleicht eine reale shg(hat bei mir super funktioniert). aber natürlich nur soweit wie du es zulassen kannst. überstürze nichts, auch in deinen entscheidungen und zermartere dir nicht dein hirn über die vergangenheit oder was leute über dich denken. wir können unsere vergangheit nicht mehr beeinflussen, aber unsere zukunft sehr wohl;) ich wünsche dir alles erdenklich gute auf deinem weg und kopf hoch. man liest sich...


    grüsse

    Perfer et obdura, dolor hic tibi proderit olim.

    ("Ertrage und halte durch, dieser Schmerz wird dir einst nützen")

    (Trocken seit 26.03.2009)

  • Mir hat total geholfen, mir klar zu machen, dass ein akuter ‚Anfall‘ von Saufdruck meistens gar nicht so lange dauert (ca. 20min). Wenn es kam, versuchte ich diese intensive Welle zu überbrücken mit ‚Skills‘- bei mir war das in eine Zitrone beißen oder Wasser mit viel Zitronensaft trinken und mit dem Hund raus (Achtung! Alle Zahlungsmittel zu Hause lassen!) und/oder sofort hier schreiben.
    Ich hatte schon früher Trinkpausen gemacht, aber der Impuls ‚nie wieder‘ kam vor 2 1/2 Jahren. Seit dem bin ich nüchtern- beste Entscheidung meines Lebens.

    Denke in kleinen Zeiteinheiten, packe deinen Notfallkoffer und reduziere das Risiko wo du nur kannst. Einkäufe kann man auch online bestellen, auf Feiern verpasst man meist weniger als man denkt und Kneipen ohne Saufen erkennt man schnell als völlig sinnlos.

    Halte nicht zu sehr an alten Gewohnheiten fest- es werden neue kommen!

  • Guten Abend, Ich habe heute zur Risikominimierung tatsächlich meine Getränke online bestellt, damit ich nicht in den Getränkemarkt muss. Anstatt Bier habe ich mir Säfte, Sprudel wie Softdrinks in den Warenkorb gelegt. Vielleicht ist es ja erstmal leichter so am Anfang , zumindest kann ich so mich etwas besser kontrollieren.

    Danke nochmal für den Tip.

  • Guten Morgen, ich hatte einen sehr starken Alptraum, dass ich einen Rückfall hatte und nur Blödsinn redete.Irgendwann bin ich Gott sei Dank aufgewacht, war aber danach erstmal stark verwirrt. Auf Kaffee verzichte ich heute besser, damit meine Nervosität nicht weiter wächst. Der Traum macht mir sehr bewusst wie intensiv meine Angst vor einen Rückfall ist. Daher schaue ich mir meinen „Notfall-Koffer“ besser nochmal an und überlege was ich noch dazu schreiben könnte.

    Wie geht ihr mit solchen Alpträumen um und kommt nach so einen Start in den Tag runter?

  • Wie geht ihr mit solchen Alpträumen um

    Ein Traum ist ein Traum, und Träume sind Schäume. Ich schenke ihnen gar keine weitere Beachtung. Meistens habe ich sie kurz nach dem Aufwachen oder spätestens im Laufe des Tages ohnehin wieder vergessen.

    Ich gehe also überhaupt nicht weiter mit ihnen um. Denn sobald ich anfange, mich mit ihnen zu beschäftigen, halte ich sie ja nur künstlich präsent. Sie waren da und verschwinden wieder und zwar genauso schnell, wie sie gekommen sind. Warum sollte ich sie also festhalten?

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Guten Morgen Nadine,

    Ich würde rausgehen in die Natur, ohne Geld!, Oder aber Musik hören oder ein nährendes Buch lesen…

    Hab trotzdem einen, so gut es geht, guten Tag und lass Dich nicht unterkriegen!

    Liebe Grüße

    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Hallo Nadine88 ,

    Wie geht ihr mit solchen Alpträumen um und kommt nach so einen Start in den Tag runter?

    Ich gebe ihm nicht mehr Bedeutung als er ist, ein Alkoholtraum, der ein Anzeichen dafür ist, dass in meinem Oberstübchen etwas in Gang gekommen ist.

    Du hast die Reise vorgegeben und dein Gehirn fängt an, sich diesem neuen Weg anzupassen. Das Gehirn überprüft bestehende Verhaltensmuster und sucht Neue. Der Vorgang entzieht sich unserer bewussten Kontrolle und findet in Träumen statt, aber auch in abschweifenden Gedanken im Wachzustand. Plötzlich ploppt ein Gedanke mit Alkohol auf, obwohl es keinen offensichtlichen Zusammenhang gibt.

    Der erste Alkoholtraum hat mich irritiert und als klar war, dass alles nur ein Traum war, war es okay. Ich hatte 3 Alkoholträume im ersten halben Jahr und das wars. Ich werte es als ein positives Zeichen, dass meine Mission angenommen wird und daran gearbeitet wird;)
    Als Vorbote eines Rückfalls, oder dass ich mir jetzt besonders Sorgen machen muss, sehe ich so einen Traum nicht. Er kommt und geht und er hat seine Begründung.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Im Laufe des Tages konnte ich mich durch sinnvolle Beschäftigungen (putzen, lesen und entrümpeln) gut ablenken von dem Alptraum.

    Worauf ich gerade stolz bin, ein Kollege hatte heute mehrmals angerufen und gefragt ob wir uns treffen wie gemeinsam was trinken könnten, ich konnte ohne Probleme „Nein“ sagen.

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