• Hallo Hartmut,

    meinen größten Respekt und herzlichen Glückwunsch zu 18 Jahren Abstinenz.

    Am Anfang dachte ich auch was ist denn in den gefahren und warum zur Hölle ist der hier Moderator? Aber ich habe dann schnell gemerkt, dass Du mit Deiner direkten, manchmal rüden Schreibe nie die hier für mich wichtigen Punkte verfehlst. Ich habe schon viel von Dir gelernt. Und dafür möchte ich Dir sehr danken. Außerdem möchte ich Dir auch dafür danken, dass Du hier im Forum die Ernsthaftigkeit für die hier verhandelten Themen wahrst. Und ganz manchmal meine ich zu erkennen, dass der Hartmut ein ganz herzlicher Mensch ist.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Und ganz manchmal meine ich zu erkennen, dass der Hartmut ein ganz herzlicher Mensch ist.

    Schreib so etwas nicht, sonst ist mein Ruf ruiniert, den ich mir in 18 Jahren akribisch aufgebaut habe.

    Hinter jedem Alkoholiker, ob trocken oder nass, steht ein Mensch, der es verdient, als solcher wahrgenommen zu werden. In dieser Welt wird mir auch zu schnell von außen beurteilt, was innerlich ganz anders aussieht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Am Anfang dachte ich auch was ist denn in den gefahren und warum zur Hölle ist der hier Moderator?

    Über den Satz musste ich gerade richtig lachen. Das hast du so klasse formuliert Kazik, einfach nur genial. 😂

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    🦋 Heute trinke ich nicht 🦋 Heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • hast du eigentlich auch einen Faden?

    Habe einige hier, bin jedoch seit 17 Jahren im geschützten Bereich tätig, daher im offenen Bereich nur Beteiligung an anderen Threads oder machte Themen auf , die mich explizit interessierten.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Guten Morgen Morgen liebe Leute.


    Erstmal Glückwunsch Hartmut ! Weiter so.

    Ich weiß nicht ob das hier hin gehört, wenn nicht bitte verlegen.

    Und zwar ich bin jetzt knapp 6 Wochen trocken und fühle mich wunderbar und will nicht zurück. Ich kann auch in Gesellschaft und beim Einkaufen oder allgemeinen unterwegs sein sehr gut nein sagen. Meine Therapeutin sagt ich mache das auch sehr gut.

    Nur wenn ich abends alleine im Bett liege denkt man mal drüber nach so über Alkohol wie es jetzt so wäre und wird so unruhig. Wie lange hattet ihr solche Gedanken und Schlafprobleme was habt ihr da gegen gemacht? Das ist ja jetzt die Psyche abhängigkeit, ich würde auch nicht wieder anfangen dafür bin ich stark genug. Nur es ist unangenehm.


    LG

  • Ja, Deine Worte sind nicht in Watte gepackt und verblümt, bin anfangs auch erst mal etwas erschrocken ;).

    Aber es hilft ungemein eine ehrliche und erfahrene Meinung ohne beschönigen zu erhalten, mach weiter so :thumbup:

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • So, nun nutze ich diesen Faden mal, falls direkt Nachfragen kommen und ich wieder einen aktuellen Anlaufpunkt im offenen Bereich habe. Ich hatte zwar schon andere, aber bei den vielen Jahren, die ich hier bin, ist es sinnvoll, das mal zu bündeln.

    Am 7.5. waren es nun 19 Jahre trocken. Klingt nach einer Zahl, bei der andere wahrscheinlich Kuchen backen, Konfetti werfen und sich gegenseitig Schulterklopfer abholen würden. Für mich ist es mittlerweile eher wie Matheunterricht , eine endlose Reihe aus „+1 Tag ohne Alkohol“. Wenn man das ungefähr 6935‑mal hintereinander halbwegs richtig rechnet und dabei nicht komplett versemmelt, steht irgendwann plötzlich eine 19 da. Inklusive fünf Schaltjahren: 2008, 2012, 2016, 2020 und 2024. Wenn schon „circa“, dann bitte korrekt.;)

    Mehr Zauberei steckt da nicht drin. Unterwegs gab es keine Wunderheilung, keine Erleuchtung und keinen Hollywood‑Moment. Nur das übliche Leben, das sich einen feuchten Kehricht dafür interessiert, ob man trocken ist oder nicht. Stress, Ärger, Verluste, Alltag, Beziehungen, Gesundheit , der ganz normale Wahnsinn eben. Die Sucht, dieser Druck „saufen zu müssen“, wurde mit der Zeit leiser. Der Alltag dafür lauter, weil ich ihn wieder richtig wahrgenommen habe. Und irgendwann merkte ich, dass das erstaunlich gut funktioniert – ganz ohne Drama und ohne Betäubung.

    Deshalb fühlt sich die 19 für mich nicht wie ein Denkmal an. Auch wenn ich mir am Anfang lebenslange Abstinenz gewünscht habe, war es gedanklich nie „für immer“, sondern immer nur: heute nicht trinken. Morgen wieder nicht.

    Und ja, jeder hier hat seinen Teil dazu beigetragen. Jeder Satz, jeder Post, jede kritische oder unkritische Antwort, jeder Streit, jedes Mitlesen, jedes eigene Leiden. Am Ende war das alles ein Teil des Weges.

    Danke dafür.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • War es dir denn von Anfang an klar, dass du komplett aufhören musst oder war es wirklich das Mindest "+1 Tag ohne" ?

    Alkohol löst Partnerschaften, Finanzen, den Arbeitsplatz, die Fahrerlaubnis auf...nur Probleme löst er nicht...

  • ar es dir denn von Anfang an klar, dass du komplett aufhören

    Ja, und das Tag für Tag. Es nützt nichts, sich langfristige Ziele zu setzen, wenn ich sie heute nicht umsetzen kann.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Upps, der Thread ist etwas verstaubt. Ich puste mal drüber und belebe ihn mit ein paar Erfahrungen und Erkenntnissen. :saint:

    Heute mal Rückfall. Nicht der Rückfall selbst, sondern die Mechanik dahinter.;)

    Für mich beginnt ein Rückfall im Kopf. Ausnahme wäre höchstens, wenn mir jemand Alkohol mit Gewalt einflößt. Selbst wenn ich aus Versehen ein alkoholhaltiges Getränk erwische, muss ich es nicht austrinken. Als Alkoholiker merke ich ziemlich schnell, dass da etwas nicht stimmt. Spätestens dann kommt wieder meine Entscheidung ins Spiel.

    Das Glas vor mir ist für mich irgendwann nur noch das sichtbare Ergebnis von etwas, das vorher im Kopf passiert ist.

    Und dabei ist nicht einmal der erste Gedanke in einem nassen Umfeld das Problem: „Ach, das macht mir nichts aus.“ Das kann vieles sein. Der Partner trinkt zu Hause weiter. Auf Feiern wird gesoffen. Urlaub wie früher, nur diesmal eben trocken. Freunde trinken neben mir. Ich sitze in der Kneipe oder auf einem Fest und stelle fest: Macht mir nichts aus.

    Das "macht mir nichts aus" ,ist erst einmal eine Momentaufnahme. Ein Wetterbericht im Kopf. Mehr nicht. Das unterschätzte Risiko liegt für mich in dem, was daraus entstehen kann. Wenn das problemlos geht, warum sollte das andere, wo Alkohol deutlicher im Vordergrund steht, noch ein Risiko sein? Dort passiert mir schließlich auch nichts. ;)

    Irgendwann werden Grenzen neu gezogen, die einst aus gutem Grund bestanden. Nicht plötzlich, sondern Stück für Stück. Langsam hat mich die Sucht in ihre Abhängigkeit getrieben. Und genauso schleichend kommt sie zurück und zieht mich wieder zum Glas. Genau das kann Sucht ziemlich gut.

    Das Suchthirn verteilt schließlich keine Passierscheine: Hier darfst du rein, dort nicht und hinter der nächsten Ecke bist du dann wieder Alkoholiker. Ich bin es überall.

    Deshalb betrachte ich Alkohol möglichst neutral. Weder schönreden noch verteufeln. Für andere ist es ein Getränk. Für mich ist es nicht mehr vorgesehen. Fertig. Ich brauche keine Angst davor. Aber ich brauche auch keine Erfolgsmeldung, weil mir eine Situation nichts ausgemacht hat. Denn daraus folgt für die nächste Situation genau gar nichts.

    Und da kommt für mich auch der Austausch ins Spiel. Wenn jemand schreibt: „Das macht mir nichts aus, funktioniert wunderbar“, und fünf andere Alkoholiker nicken dazu, kann daraus schnell mehr werden als Erfahrungsaustausch.

    Vielleicht sucht mein Kopf nämlich gerade genau diese Bestätigung: „Siehst du, bei denen geht’s doch auch.“ Und schon wird nicht nur diese eine Situation neu bewertet, sondern die nächste gleich mit. Genau diese kleinen Verschiebungen finde ich gefährlicher als die Flasche, die irgendwo dekorativ herumsteht. Die Flasche sehe ich wenigstens.

    Ich habe über die Jahre genug User erlebt, die mit meiner Art, solche Dinge immer wieder anzusprechen, ihre Probleme hatten. Manche fanden es übertrieben, andere hatten andere Risikomaßstäbe. Dürfen sie.

    Nur werde ich deshalb nicht anfangen mitzunicken. Auch nicht bei jemandem, den ich mag. Sympathie ändert schließlich nichts an der Suchtmechanik. Und weil mir jemand sympathisch ist, bekommt seine Sucht von mir keinen Rabatt.

    Das gilt genauso für mich. Wenn ich anfange, mir Risiken passend zu erklären, wird die Erklärung nicht richtiger, nur weil sie von Hartmut kommt. Nach meinen nassen Jahren weiß ich ziemlich genau, wie hervorragend ich darin war, mir Dinge passend zu machen. Was gestern noch Risiko war, konnte heute plötzlich harmlos erscheinen, wenn es gerade in meine Planung passte.

    Deshalb brauche ich weder „Alkohol macht mir nichts aus“ noch „Alkohol macht mir Angst“. Beides gibt dem Zeug mehr Bedeutung, als es heute verdient.

    Neutralität passt für mich besser. Alkohol ist da, meine Sucht auch. Und meine Grenze der Risikominimierung nach den Grundbausteine bleibt.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Dann mache ich heute mal mit einem kurzen Rückblick weiter. Vielleicht kann jemand etwas mitnehmen.

    Braucht Sucht eigentlich eine Begründung?

    Wenn ich auf meine Geschichte zurückblicke, brauchte der Anfang meines Saufens keine große Erklärung. Jung, Clique, Alkohol, das gehörte einfach dazu, mit all seinen Begleitumständen.

    Irgendwann wurde daraus Sucht. Dafür musste mir niemand erst einen Grund genehmigen.

    Natürlich gab es später auch Einsamkeit, Stress, Streit, Probleme und jede Menge anderen Mist. Das Leben liefert davon zuverlässig genug. Aber meine Sucht brauchte das irgendwann nicht mehr. Wenn ein Grund da war, wurde er genommen. Wenn keiner da war, hat mein Kopf eben einen gebastelt.

    Ich habe nicht gesoffen, weil die Einsamkeit getrunken hat oder der Stress zur Flasche griff. Ich habe gesoffen. Für mich ist Sucht deshalb keine Schuldfrage. Begleitumstände kann ich anschauen, Zusammenhänge auch. Aber ich brauche keinen Schuldigen und keine Rechtfertigung dafür, dass ich Alkoholiker geworden bin.

    Und genauso wenig brauche ich heute eine Begründung dafür, nicht zu trinken.

    Meine Sucht brauchte keinen Antrag. Meine Trockenheit auch nicht.

    Übrigens, ihr dürft euch hier ruhig beteiligen, auch wenn meine Texte manchmal ziemlich klar, direkt oder wie ein Monolog daherkommen.

    Ich schreibe sie nicht, damit alle betreut nicken. Austausch darf auch widersprechen.

    Genau deshalb habe ich diesen Thread im offenen Bereich wiederbelebt. Sonst könnte ich mir das Zeug auch auf einen Zettel schreiben und an den Kühlschrank hängen..

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Braucht Sucht eigentlich eine Begründung?

    Nö. Für mich nicht. Ich habe überhaupt nicht mitbekommen wann ich süchtig wurde. Wie es geschehen ist, wird mir im trockenen Zustand erst klar. Es ist einfach logisch das man abhängig wird, wenn man sich jahrelang den Stoff reinschüttet.

    Angefangen hat es bei mir auch mit 15 Jahren im Zusammenhang mit verschiedenen Chliquen. Es gab kein Treffen an den Wochenenden ohne sich zu betanken. Es gehörte einfach dazu. Jeder tat es. In diesem Umfeld zumindest. Da fand ich dieses Treiben auch noch lustig.

    Später wurde es zum Allheilmittel. Schlecht drauf? = Alk! Gut drauf? = Alk! Stress? = Alk! usw. etc. es gab immer einen Grund. Selbst dann, wenn es einem noch beschissen vom Vortag ging. Da war nichts mehr lustig. Es war nur noch zuschütten und verdrängen.

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

    Trocken seit 11.07.2025

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