Merkmale für ein EKA

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  • Oh, ich bin Neuling und rufe jetzt einen älteren Thread wieder auf. Ich gebe zu, dass ich nach den ersten Seiten alle weiteren überflogen habe.
    Verzeiht es mir bitte, sollte ich Wichtiges übersehen haben.
    Also ein EKA unterscheidet sich vom Co-Alkoholiker darin, dass er zu einer anderen Zeit seine Erfahrungen machte.
    Der EKA war das Kind. Da gibt es Präge- und Sozialisierungsphasen u.s.w., die es beeinflussten..
    Der Co-Alkoholiker lernt einen Suchtabhängingen außerhalb der Familie kennen?
    Ein EKA kann sich seiner Situation nicht entziehen, da es ein Kind ist, auch wenn es irgendwann mal älter ist. Ein Co-Alkoholiker ist meist erwachsener und es passiert im ausserfamiliären Umfeld?

  • Hallo Maskottchen,


    ein EKA ist tatsächlich erst mal in einer anderen Position. Wenn die Kinder klein sind und mit abhängigen Eltern bzw. einem abhängigen Elternteil aufwachsen sind sie tatsächlich der Situation ausgeliefert. Da entwickeln sich dann Prägungen, die das ganze Leben beeinflussen.


    Im Prinzip sind die Verhaltensweisen dabei sehr ähnlich wie die bei Coabhängigen. Nur dass das Kind eben nicht entscheiden kann sich zu trennen. Wenn es klein ist.


    Oft sind EKAs später auch perfekte Coabhängige oder sie werden selbst von einem Suchtmittel abhängig. In beiden Verhaltensweisen spiegeln sich die erlernten und bekannten Muster wider.


    Der Coabhängige bringt bestimmte Prägungen mit, das kann eben einmal durch eine Kindheit in einem Suchthaushalt sein aber auch durch andere Prägungen. Das Frauenbild der vorigen Generationen war schon so ausgerichtet, dass Frauen sich coabhängig auch verhalten. Ich weiß nicht, ob dieses Frauenbild heute schon so anders ist. Ich bin jedenfalls so groß geworden. Mein Selbstbewusstsein wurde nicht gefördert, ich sollte angepasst, anschmiegsam, hilfsbereit und wunschlos sein. Mal ganz grob gesagt.


    Coabhängigkeit gibt es auf vielen Gebieten. Dass kann in der eigenen Familie sein aber auch im Freundeskreis, unter Arbeitskollegen, im menschlichen Zusammensein eben. Mal ganz grob gesagt besteht menschliches Zusammenleben auch aus einer gewissen Coabhängigkeit, dem Sorgen füreinander. Krank wird es eben dadurch, dass massiv Grenzen überschritten und das Verhalten gewissermaßen nicht mehr kontrolliert werden kann. Wenn es ausufert bis zur Selbstaufgabe.


    Da wir hier eine SHG für Alkoholiker sind sind hier eben die Cos bzw. eben auch EKAs der Alkoholiker.


    Ich hoffe, das hilft dir ein wenig beim Sortieren, was ich gerade geschrieben habe.


    Liebe Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Aurora,
    Eine tolle Erklärung. Danke dir!
    Ich hatte die Tage anderes um die Ohren, deswegen leider jetzt erst meine Antwort.
    Es ist doch wie immer im Leben, alles wesentlich komplexer und ineinander verwoben-
    Gut so!
    ( und manchmal auch weniger gut😊)
    Ganz liebe Grüße

  • Ha! Ich habe mich in vielem hier wiedererkannt - Neigung zur Kontrollsucht, „Flöhe husten hörena, Angst und Panik, geringes Selbstwertgefühl, verantwortlich fühlen, Schreckhaftigkeit (als Kind viel Streit zwischen Mutter und Partner mitbekommen), brauche dauernd Bestätigung, dass mein Partner mich immer noch liebt, konfliktscheu,... habe ich alles.


    Nun habe ich nicht alle Beiträge durchgelesen, sondern nur so einige überflogen, aber wurde Geheimniskrämerei schon erwähnt als eine typische EKA-Eigenschaft?


    Dadurch dass bei uns das Thema Alkohol immer totgeschwiegen wurde (was sollen die Nachbarn denken?), habe ich mir angewöhnt, meine Probleme für mich zu behalten. Ich habe Angst, erpressbar zu sein oder verachtet oder ausgelacht zu werden, wenn ich sage, was ich fühle, und darum vertraue ich mich anderen Leuten nicht an. Meine Sorgen habe ich damals verarbeitet, indem ich Tagebuch geschrieben habe wie eine Irre und hinterher das Geschriebene vernichtet habe, damit es ja keiner liest und weiß, was ich denke.


    Ein Rest dieser gelernten Heimlichtuerei ist noch übriggeblieben. Bis heute habe ich noch nie einem Menschen erzählt, dass meine Mutter alkoholabhängig ist/war. Nicht mal mein Mann weiß davon. Und auch sonst neige ich dazu, Sachen für mich zu behalten, die ich mit gutem Gewissen auch einfach erzählen könnte.


    Liebe Grüße!

  • Habe jetzt nicht 35 Seiten gelesen ...
    Bin EKA (Vater begann zu trinken, als ich etwa 14 war).
    Symptome:
    - versuche, nie negativ aufzufallen (genügsam)
    - Probleme, Grenzen zu setzen (Pubertät mit den typischen Grenzüberschreitungen fiel aus, sh. oben
    - sehr zuverlässig und fleissig
    - anhänglich, auch wenn man nicht so nett zu mir ist
    - ein Partner mit Alkoholproblemen
    - fühle mich dauernd verantwortlich, vor allem für die Laune des Anderen
    - Co-Abhängige Züge
    - extrem anpassungsfähig
    - Wenig Selbstbewusstsein
    - Suche Sicherheit, wo keine ist. Wie ein Kind eben
    - Hochsensibel, bemerke jede Stimmung und versuche auszugleichen


    Und das Schlimmste:
    - Versuche mit Wohlverhalten Anerkennung und Zuneigung zu bekommen

  • Ich habe mich in sehr vielen Beiträgen wiedergefunden. Ein Problem das ich habe ist, dass ich es oft nicht schaffe, mich genug um mich selbst zu kümmern. Entweder schlafe ich zu wenig, oder ich gönne mir zu wenig Ruhepausen, oder ich trinke zu wenig.... Aber ich kümmer mich gerne immer um die Anderen. Es fällt mir sehr schwer, dies zu ändern.

  • Bis vor Kurzem war mir der Begriff EKA noch gar nicht geläufig. Ich bin so froh, hier so viel darüber zu lesen, bin ich doch mit meinen "typischen Charaktereigenschaften" scheinbar ganz und gar nicht allein und finde endlich Antworten nach einer langen und verzweifelten Suche nach Gründen.


    Sich ein Leben lang irgendwie falsch fühlen und sich wundern, warum anderen Dinge scheinbar viel leichter zu fallen scheinen, bei denen ich größte Probleme habe. Irgendwie fehlt bei mir das "Fundament". Kein Wunder, habe ich doch schon als kleines Kind angefangen, mich den Stimmungen zu Hause bestens anzupassen und meine eigenen Bedürfnisse gar nicht wahrzunehmen.


    Ich habe nicht gelernt, Ich zu sein. Traurig, aber wahr.

  • Hallo Mari,


    dein Text hat mich berührt- habe mich darin total wiedergefunden.
    Das Fundament fehlt. So ist es. Ich fühle mich oft instabil, unsicher, schnell überlastet und
    auch oft grundlos leer und einsam.
    Der Alkohol hat mir lange Zeit eine trügerische Sicherheit gegeben, war mein Zufluchtsort.
    Abgeschreckt hat mich mein Vater mit seiner Sucht nicht, er war lange Zeit mein Vorbild, ih habe ihm
    "nachgeeifert" und bin selbst abhängig geworden.


    LG
    Carmen

  • Liebe Carmen,


    ich wollte dir eigentlich schon längst antworten.


    Aber das ist auch so ein Problem von mir, ich ändere eine Antwort manchmal tausendmal um, bis ich am Schluss nicht mehr weiß, was ich überhaupt sagen wollte. Und am Ende landet dann vieles im "Papierkorb" und ich schweige. Ich glaube, als Kind war ich selten unbefangen, habe immer ganz genau überprüft, was ich sage und wie ich etwas sage. Ich könnte mir vorstellen, dass das vielleicht auch EKA-typisch sein könnte.



    Der Alkohol hat mir lange Zeit eine trügerische Sicherheit gegeben, war mein Zufluchtsort.


    Ja, so war das bei mir auch. Der Alkohol ist nun weg und jetzt treten alle Unsicherheiten zutage. Vieles können wir uns wahrscheinlich antrainieren und Risse kitten, aber ob EKAs jemals das Gefühl haben werden, auf einem echten Fundament zu stehen? Ich hoffe es.


    LG


    Mari

  • Hallo, liebe Mari,


    ich kann selbst noch nicht genau sagen, was typische Merkmale für ein EKA sind.
    Bei uns kommt dann ja auch noch die eigene Alkoholabhängigkeit hinzu.



    aber ob EKAs jemals das Gefühl haben werden, auf einem echten Fundament zu stehen? Ich hoffe es


    Ich hoffe auch, dass das möglich ist. Allerdings denke ich, dass der Weg dorthin ziemlich lang ist.


    LG
    Carmen

  • Hallo Ihr Lieben

    Ich danke Euch für Eure Offenheit. In vielen Beiträgen finde ich mich wieder mit all meinen Verletzungen. Mir fehlt die Wut...ich kann nicht wütend sein, auf dass was ich erlebt habe. Kennt ihr das ? Ich suche meine Wut ....es kann doch nicht sein, dass ich der einzige Mensch auf Erden bin, der sie nicht fühlen kann. Ich kann noch nicht mal aufschreiben, auf wen ich wütend sein muss ! Nichts geht mir. Könnt ihr mir helfen ? LG Emlin

  • Hallo Emlin,

    Mir fehlt die Wut...ich kann nicht wütend sein, auf dass was ich erlebt habe. Kennt ihr das ?

    da bist du nicht allein, das kenne ich auch. Ich weiß nicht, ob du auch mit Depressionen zu kämpfen hast? Oft sind Wut und Depression miteinander verknüpft.


    Mir hat eine Therapie da rausgeholfen. Dort kommt man in Kontakt mit den ganzen alten Gefühle und kann lernen, konstruktiv damit umzugehen.

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